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Welche Chance haben "Heimkinder"?

Ich bin auch ein ehemaliges Heimkind und lebe ein normales Leben Beruf Kinder Familie .

Klar hatte ich Startschwierigkeiten mit dem normalen Leben .Aber ich habe auch eine Intelligenz die es mir ermöglicht hat das ich Abitur und Studium sehr gut schaffen konnte .

Es spielen sehr viele Dinge im Leben zusammen , bei mir war es das Bewusstsein das ich nach dem Heimaufenthalt ein freier Mensch war und ich mein Leben eigenverantwortlich gestalten kann.

Ich war in der berüchtigten Zeit 1960-1973 in einem katholischen Kinderheim , da wo Einzelhaft .Essenszwang , Isolation , furchtbare Gewissensbildung an der Tagesordnung standen . Geht ja durch die Medien das diese Heimerziehung nachhaltig schädlich für Kinder war und deren Erwachsenenleben erschweren kann .

Ich habe also eine furchtbare Kindheit gehabt aber dennoch lebe ich heute zufrieden und bin selbständig in meinem Denken und Handeln .Habe zwar eine generalisierte Angststörung davon getragen und habe eine Depression aber ich bin beruflich sehr erfolgreich und nach aussen hin merkt das keiner weil ich nicht verhaltensauffällig bin.

Meine Umwelt kann nichts dafür das ich dieses Elend hatte in der Kindheit , wenns mir mal seelisch nicht gut geht habe ich kompetente Menschen die mich auffangen können . Falle niemanden zur Last
 
Hallo Gast,
danke für deinen Beitrag.
Wenn du eine generalisierte Angstst. hast, dann ist das auch für andere bemerkbar.
Denn dies behindert Menschen normal ungemein.
Frage doch bitte mal deine liebe Frau oder frag sie auch, ob die Kinder nicht mal sagen:
"Papa ist aber komisch heute"
Bei der generalisierten Angststörung ist es so, dass die Sorgen alle Bereiche des Lebens umfassen.

Die Betroffenen machen sich täglich mehrere Stunden Sorgen. Sie haben den Eindruck, diese nicht kontrollieren zu können und ihnen ausgeliefert zu sein.
Wer unter einer generalisierten Angststörung leidet, sucht meist wegen seiner körperlichen Beschwerden wie Unruhe, Anspannung, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit, Nervosität, Übelkeit und Kopfschmerzen den Arzt auf.
Oftmals dauert es viele Jahre, bis erkannt wird, dass sich hinter den körperlichen Beschwerden eine chronische Angst, bzw. eine generalisierte Angststörung, verbirgt.

Das ist ein Zitat eines Arztes um anderen hier mal zu erklären, um was es da geht...

Ich habe auch das Gefühl, wenn du schreibst du fällst niemanden zur Last, dass dies nur eine Sicht ist - deine Sicht.
Wer eine generalisierte Stör. hat ist krank und braucht regelm. Hilfe, Therapie etc...
und vor allem eine sehr verständnisvolle Partnerin.
Entweder du hast diese Störung gar nicht, oder du verkennst das Krankheitsbild!
Merken tun es aber alle, die dich näher kennen.
Man kann dauerhaft nix verbergen, bei manchen geht sogar die Beziehung auseinander weil
der Partner sagt der andere sei ihm fremd geworden und man weiß nicht warum....
Solche Erkrankungen könnten eine Folge sein!

Mir bleibt es fern dich hier zu kritisieren aber ich halte deine Haltung für nicht sehr gesund.
Eine Depression kann man im Beruf gut verstecken, ja das stimmt, aber irgend wann zu Hause kommt sie dann doch durch.
Ansonsten finde ich deinen Lebensweg sehr bemerkenswert, nicht jeder schafft das!
Du hast meinen vollen Respekt!
Ich hatte auch eine schlimme Kindheit aber ich kann heute keine 3 Std/Tag mehr arbeiten....
bin froh, wenn ich meine Aufgaben alle schaffe die ich sonst habe.
Immerhin stand ich 20 Jahre im Berufsleben - mit Unterbrechungen!
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo @ vermisst , klar meine Kinder mein Mann auch Kollegen wissen es mit meiner seelischen Erkrankung und ich gehe einmal monatlich zum Psychiater wegen der Medikamentation , aber dennoch habe ich eine zufriedenstellende Lebenslage weil ich mit meiner Erkrankung leben kann . Aber ich bin vom Typ her ruhig und zurückhaltend war das ja auch als Kind .Ich gehe nicht da hin wo Menschen anzutreffen sind .Einkäufe erledige ich immer Samstags in aller Frühe wo wenig Menschen im Geschäft sind usw . Ich arbeite in der IT Informatik und sitze alleine in einem Büro und programmiere also keine Menschen die mich ängstigen könnten .

Ich bin zufrieden mit allem um mich herum . Ich denke als Kind hatte ich es schlimmer und das merke ich und bin dankbar und froh das die Heimzeit der Vergangenheit angehört .

Ich habe auch gelernt im Leben kein Egoist zu sein der sein Lebenselend seinen Menschen aufbürtet . Ich fühle mich nur gestört wenn ich Ratschläge zu hören kriege das mit meiner Erkrankung das so und so sein muß .

Jeder reagiert anders mit seiner Erkrankung innerhalb seiner Familie . Da ich immerschon ein intaktes Eheleben habe und meine Kinder gut erziehen konnte denke ich das das Übrigbleibsel meiner Kinderheimkarriere nicht so störend wirkt . Es schadet keinem innerhalb meiner Familie das ich nicht gerne wo hingehe . Mir gehen fremde Menschen an den Nerv und die meide ich weil sie oft so mistig sind .

Bin eine Frau übrigens








i
 
Sorry, dass ich dich als "Mann" angeschrieben habe. 😉
Ich finde du hast nun sehr ausgeglichen geschrieben.
Dein erster Beitrag hatte mich etwas irritiert, aber wenn deine Angehörigen Bescheid wissen,
dann ist das ja super.
Und du holst dir ja auch Hilfe und nimmst Medis.
Ich wollte dir ja nur deutlich machen, dass man sich selbst viell. anders sieht als wie die Umgebung einen wahrnimmt.
Ich finde gut, dass du einen Weg für dich gefunden hast, damit du dich wohlfühlen kannst und auch stolz sein kannst.
Darf ich fragen welche Medis du nimmst die dir helfen?
Ich habe leider bisher noch keine gefunden die wirklich gut helfen.
 
Wenn man sich Jugendliche ansieht und nicht hinterfrage, wo sie groß wurden, fällt kein Unterschied auf.

Defizite und Probleme sind bei beiden aufgrund der Herkunftsfamilie vorhanden. Wie wären denn die Chancen von einem Kind, dass in der Familie weiter gelebt hätte, aber nicht die notwendige Fürsorge, emotionale Versorgung etc. erlebt hätte, was wenn es mit psychisch kranken Eltern von klein auf gelebt hätte?

Ganz klar, es geht nicht um optimale Bedingungen in den Familien. sondern um ein Mindestmaß für Kinder.
Dies ist aber in vielen Fällen nicht mehr gegeben, so dass die Kinder außerhalb der Familie bessere Chancen haben/haben können.

Ausgangspunkt ist aus meiner Sicht immer, was sie von den Eltern mit-be-kommen, was ihnen in die Wiege gelegt wurde, wie sie mit Schwierigkeiten umgehen können, sie stabil sie von der Persönlichkeit her sind. Kein Kind reagiert unter gleichen objektiven Bedingungen gleich. Also sollte man sehen, welche Ressourcen für ein Kind notwendig sind, damit es eine Chance hat - als Kind generell.
 
...kommst nicht klar, ist es das???
Und selbst wenn, muss man immerzu drauf rumtrampeln?

Es geht hier ja um Heimkinder und ich persönlich bin froh, dass es Heimkindern heutzutage besser geht als bspw. noch in den Siebzigern. - Die haben heute jede Menge Spaß miteinander und Freiheiten, und aufgrund der Beobachtung und Berichterstattund der Medien u. a. werden Heimkinder auch weniger Gewalt und Missbrauch ausgesetzt, mittlerweile, könnte man positiv vermelden.

Grundsätzlich ist das meine generalisierte Ansicht, dass Menschen nicht zur Verwertung frei gegeben werden sollten, gerade nicht für den soz. Sektor, und die Suche nach Auswegen und Lösungen ist nicht nur legitim, sondern gesellschaftlich überlebenswichtig.
 
Hallo ..@Vermisst..., ich nehme derzeit zur Nacht 2mal Mirtazapin 45mg ein und tagsüber 3mal Perazin 25mg ein . Mirtazapin hilft mir in den Schlaf und Perazin hilft angstlösend .Ich komme so gut durch meinen Arbeitsalltag und gut durch mein Leben , auch glückliche Umstände die ich habe helfen mit .Meinen Ehemann sei dank er ist echt super . Vielleicht ist es seine Mentalität er ist Italiener er ist nicht so kalt vom Herzen her . Auch seine Familie ist superlieb. Alle haben mich herzlich aufgenommen .

Also ein ehemaliges Heimkind hat durchaus Chancen glücklich zu werden . Klar wenn ich die Augen schließe und Zugang zu meiner Vergangenheit suche werde ich krass totunglücklich aber mein sanfter Mann siehts mir gleich an und holt mich aus dem Loch heraus .

Nun mein Mann war einst einer meiner Professoren , der hat mich seine damals recht traurige Studentin einfach mit genommen in sein Leben .

@ Vermisst ich wünsche Dir ein schönes Wochenende . Hatte heute schon mal geschrieben aber der Beitrag war futsch wer weiß wohin der sich verirrt hat .
 
Es mag wohl anmaßend und falsch (es gibt Ausnahmen) sein in der heutigen Zeit von Misshandlungen und Missbrauch in den Heimen zu reden.
Als ich Heimkind war 1965 - 1972/73 war es leider anders, die meisten Heimkinder dieser Zeit oder früher sind traumatisiert.
Besserungen stellten sich erst mit der Novellierung der Gesetze sowie der Übernahme der Heime durch den Staat ein.
Dieses geschah in etwas 1975, für mich zu spät.
Zudem möchte ich anmerken das eine Adoption nicht auch das Ende allen Leids bedeutet.

Zu den Möglichkeiten
Ich habe 1982 von fünf Klassenstufen den besten Realschulabschluß hingelegt und bis 2009 in meinem Traumberuf gearbeitet, dann aber wurde ich krank.
Heute bin ich Frühberentet, eingeholt von der Vergangenheit.
Alle Menschen haben am Anfang ihres Lebens alle Chancen,aber nicht allen ist es vergönnt diese zu nutzen.
Entscheidend ist auch ob sie dabei Unterstützung und Zuspruch finden.
Wer immer wohlbehütet und geliebt aufwuchs hat es wohl viel einfacher als diejenigen die lange Zeit unter zum Teil katastrophalen Bedingungen in Heimen untergebracht waren.
Vor allen dann wenn wie in meinem Fall Misshandlungen zum "normalen" Tagesablauf gehöhrten.
Ich besitze nicht viel und bin vielleicht auch nicht glücklich, aber zufrieden mit dem was ich habe und dem was ich erreicht habe.

Wer sich genauer informieren möchte sollte einmal die folgenden Seiten besuchen.

www. ex. Heimkinder.de
Ora pro Nobis
www. Emak.de
 
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