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Selwermount

Aktives Mitglied
Gewalt,Missbrauch in der Familie

Es ist schwer als Kind,solche Erfahrungen gemacht zu haben.was mich ärgert,ist,das man oft sein Lebenlang davon gezeichnet ist,was mich noch mehr ärgert,dass es noch heute so ist,dass einfach weggeschaut wird.
Ich weiss noch wie mein Bruder und ich oft nach Hilfe gesucht habe,weggelaufen sind,aber keiner uns geholfen hat.
Es kamen immer die Sätze:"So schlimm wird es schon nicht gewessen sein","dann hast du bestimmt was schlimmes gemacht",die Eltern sind überfordert,was soll man denn mit dem Kind umgehen u.s.w.
Wenn man ein Kind sieht,mehr als einmal,das es geschwollene Lippen hat,blaue Augen,gebrochenen Arm,
macht man sich dann keine Gedanken.Aber leider ist es noch oft so,die Eltern werden bedauert,solch ein Kind zu haben,früher hiess es schwererziehbare Kinder,heute,
(wenn nicht wirklich) Hyperkinetische-Aufmerksam-Syndrom.
Ein Kind das man mit Gewalt erzieht,lernt es nicht anders,und so reagiert es auch dann auf seine Mitmenschen,mit Gewalt,es weiss es nicht anders und kann sich auch nicht anders schützen.
Für jedes Kind dass aus eine gewalttätige Familie kommt,wo es missbraucht wurde,wird es ein langer Weg werden,dies zu verarbeiten,lernen das es falsch ist,dass man mit einem Mensch so umgeht,es braucht viel Hilfe,und noch lange im Erwachsene Alter.

Ich wünsche jedem die sollche Erfahrung mitgemacht hat,dass es lernt zu vertrauen,lernt was Liebe,Geborgenheit ist,lernt dass es nicht nur Gewalt gibt.
Das Sie/Er ein Lebensgefährte(in) findet dass es nicht nur abstossen und weh tut,wenn man berührt wird.


Danke dass es das Forum gibt,das schon ein Anfang,von einem langen Weg ist.

Du bist nicht allein!
Liebe Grüsse
 
hallo Selwermount,
wenn doch mehr Menschen so denken würden wie du!!!
Unsere Tochter wurde vom Großvater missbraucht, wir Eltern haben es NICHT bemerkt. Ich habe mir schon den Kopf zermartert, ob ich Anzeichen übersehen habe. Aber in meinen späteren Nachforschungen hab ich so viel Entsetzliches über diesen Mistkerl erfahren, dass ich mich frage, warum hat uns niemand mal einen Tip gegeben. Der Bruder meines Mannes hat damals "seltsame"Beobachtungen gemacht...fiel ihm jetzt Jahre später ein, auch seine Frau, nachdem ich mit Nachforschungen begonnen hatte. Aber was nicht sein darf, kann nicht sein, so haben sie sich keine großen Gedanken gemacht. Wie viel Elend wäre uns allen erspart geblieben, wie viele Kinder könnte man vor einem lebenslangen Leid bewahren. Es gehört immer viel Mut dazu, seinen Mund aufzumachen und wie oft wird man nicht ernst genommen, sicher auch bei Behörden. Es ist ja so verdammt unbequem, einen solchen Schritt zu wagen, lieber die Augen zumachen. Ich habe daraus gelernt. Heute stehe ich vor der Frage, soll ich von dem Missbrauch mehr erzählen ?Dieser Mensch (vom Opa zu reden kann ich nicht mehr!)ist schon Jahre tot, wir können ihn nicht mehr anzeigen. Wir leben in einem Dorf, der Mann war ein angesehener "Bürger" und wenn Leute von ihm reden, könnte ich schreien vor Wut!!Aber ich bin im Konflikt, denn ich will auch den Rest meiner Familie schützen. Mein Mann hat es noch keinem erzählt, von mir wissen es liebe Freunde, aber es ist so wahnsinnig schwer für mich, ständig zu schweigen, wenn ich es eigentlich hinausschreien möchte!
Du bist betroffen, ich wünsche dir, euch ganz ganz viel Kraft, möget ihr vielen lieben Menschen begegnen, dass ihr wieder lernt zu vertrauen!
Kriemhild
 
Hallo,
es ist jetzt fast 1 Jahr her, seit meine heute 37jährige Tochter vorgeworfen hat : ich hätte sie als Kind "sexuell missbraucht !"
Ich selbst weiss : das war nicht so, das kann nicht sein !
Es mag sein, dass es nicht ganz zum Thema passt, aber seit dem weiss ich : wie armselig ( alle ) "Menschen" sind ! Und wie schnell "verurteilt" wird !!!
Es täte mir Leid, wenn es in Ihrem Fall stimmen würde, aber generell habe ich jeden "Glauben" an "menschsein" verloren . . .
 
Hallo Kriemhild

Zuerst wünsche ich dir,deinen Mann,wie auch deiner Tochter es zu verarbeiten,vergessen kann man es nicht,aber nach langer Zeit,kann man es verarbeiten,lernen damit umzugehen.
Das du Wut in dir hast kann ich sehr gut verstehen,mir geht es so bei meinem Vater,er wird immer gelobt,welch guter Mann er ist,wieviel er getan hat u.s.w.Er ist dann so stolz auf sich:mad:
Vor einer Zeit,war mal wieder so eine Versammlung,wo er eine Auszeichnung bekam,er hat dann zu mir gesagt,
"ich hab was in meinem Leben erreicht" und dann noch so paar Sätze.Irgendwann ist mir den Kragen geplatzt.
Ich hab zu ihm gesagt,bei den Leute zu,die beste Auszeichnung der ein Mensch haben kann ist die Auszeihnung "Bester Vater zusein ",nur für dich gib sie es nicht,und eine Auszeichnung als grösstes Ar***loch,gib es leider nicht.Danach ging ich einfach.

Das es dir weh tut,das Menschen ihn loben,das verstehe ich wirklich sehr gut,ich hoffe dass du die Kraft findest,dass dir diese Sätze andere Leute,einfach egal werden,weil solange dir das weh tut,hat der *Grossvater*,noch immer (auch wenn er tod ist),die Macht,und die hat er nicht verdient.

Liebe Grüsse und viel Kraft
 
Gast meinte:
Hallo,
es ist jetzt fast 1 Jahr her, seit meine heute 37jährige Tochter vorgeworfen hat : ich hätte sie als Kind "sexuell missbraucht !"
Ich selbst weiss : das war nicht so, das kann nicht sein !
Es mag sein, dass es nicht ganz zum Thema passt, aber seit dem weiss ich : wie armselig ( alle ) "Menschen" sind ! Und wie schnell "verurteilt" wird !!!
Es täte mir Leid, wenn es in Ihrem Fall stimmen würde, aber generell habe ich jeden "Glauben" an "menschsein" verloren . . .

Leider gibt es Fälle,wo jemand sowas vortäuscht,durch sollche Menschen,werden viele die wirklich sexuell missbraucht wurden,nicht immer geglaubt.

Wenn einem sein eignenes Kind das einem vorwirft,tut das in der Seele weh,oft stecken aber andere Hintergründe,das ein Kind(heute erwachsene Frau),seinem Vater was verwirft,ihn kränken will,und dann kann es passieren,dass man den schlimmeres nimmt,weil dass was sie dir wirklich verwerfen viel nicht aussprechen kann.
Ich känne deine Geschichte nicht,wie auch deiner Tochter nicht,dass ich jetzt weiter darauf eingehen kann.
Der einzige Rat,den ich dir auf den Weg geben kann,dass du,wie auch deine Tochter,sich Hilfe holt,um rauszufinden,was wirklich dahinter steckt.

Liebe Grüsse
 
Hallo zusammen!



Mein Stiefvater,der mich über Jahre missbraucht hat,der mit Schuld am Tod meiner Mutter hat weil sie sich aus Kummer buchstäblich zu Tode gesoffen hat,ist vor 2 Jahren gestorben.
Er hat damals,nachdem er angezeigt wurde eine Hafstrafe von 2 Jahren(!!)bekommen,meine Mutter hat ihn zurückgenommen als er entlassen wurde,sie wusste al die Jahre Bescheid und hatte selbst 6 Monate Bewährung bekommen.
Er verliess sie trotzdem nach einiger Zeit wegen einer jüngeren,womit er noch ein Kind bekam.
Meine Mutter begann zu trinken,starb dann an Leberkrebs.
Vor 2 Jahren nun,als er starb,stand in seiner Todesanzeige das er ein guter Vater und Ehemann war und das er nun von seiner schweren Krankheit erlöst wäre.


Damals,als er noch lebte(er wohnte nur 20km weiter )hatte ich öfters den Wunsch,zu seiner Familie hinzugehen und zu sagen was er getan hat ,ihm in die Augen zu sehen und ihm zu sagen das er mich nicht klein bekommen hat.
Ich habe es aus Rücksicht auf seine "neue" Familie nicht getan.
Als ich seine Todesanzeige las,passierte mir was komisches,ich weinte.
Ich suchte den Schulpsychologen meines Sohnes auf und frug ihn warum ich so reagierte,er antwortete das ich weinte,weil ich nun die Chance verpasst hätte,ihn nochmal alles zu sagen was sich in den Jahren aufgestaut hatte,und das (ich hatte ihn erklärt welchen Wunsch ich hatte) ich es nachholen kann,indem ich zu seinem Grab gehe und und mir dort alles von der Seele rede.

Ich denke,das ich eigentlich alles gut "weggesteckt" habe,wie hier jemand sagte,man vergisst nicht,man lernt damit umzugehen,aber ich glaube auch,das wenn ich das getan hätte was ich wollte,ihm in's Gesicht sagen was ich denke und ihn in Erinnerung rufen,nach über 30 Jahren,was er damals verbrochen hat,hätte ich endgültig abschliessen können,für mich.



Gruss
Lise
 
Hallo Lise

Ich finde es gut,wenn ein "Täter-Opfer" gespräch machen könnte.Das rausschreien zu können,was einem doch so weh tut.
Die Fragen die offen bleiben,die Frage "WARUM.
Bei Missbrauch,ist es oft so,dass man viel mit sich herumschleppt "Schuldgefühle,Unsicherheit,kein Vertrauen,Scham..."
Man will natürlich dann auch hören dass der "Täter" sagt,
"ICH BIN DER AR***LOCH,ES WAR MEINE SCHULD".

Hast Du bei deiner Mutter die Chance bekommen nach dem Warumzufragen,warum hast du ihn wieder zurückgenohmen z.B.Konntest Du dich einmal mit ihr aussprechen.

Ich wünsche Dir viel Kraft,auf deinem Weg.
Liebe Grüsse
 
Als er meine Mutter verlassen hat,hatte ich wieder Kontakt zu ihr,wir haben das totgeschwiegen,sie war ihm sexuell hörig,aber was immer auch meine Mutter getan oder auch nicht getan hat,ich verzeihe es ihr,ich habe damals nur gesehn wie sie wegen ihm zugrunde ging,ich hätte sie hassen können,und sicherlich waren Momente da in denen ich es tat,aber sie plagte sich mit ihrer Krankheit,es war schrecklich anzusehen,sie hatte ja sonstauch niemanden.
Meine Schwester,die schon seit Jahren aus dem Haus war und die sich NIE um meine Mutter gekümmert hat als sie Hilfe brauchte hielt sich aus allem raus,meine Brüder,die mir nach endlosen "Verhören" ihrerseits,ob ich denn nu wohl die Wahrheit sagte,und die mir denn nach Jahren endlich mal glaubten und ihn angezeigt haben,haben sich danch aus der Affäre gezogen,nach dem Motto"wir haben das unsere dazu beigetragen".

Nun könnt ihr sagen,das,wenn ihr an meiner Stelle gewesen wärt,nie wieder mit der Mutter ein Wort geredet hättet,geschweige denn auch noch den Kontakt zu halten...aber wie die meisten wissen,steigern sich "Opfer" gerne,wenn auch unbewusst in der Rolle des "Samariters",haben das "Helfersyndrom" und machen sich so ihr eigenes Leben NOCH schwerer.
Wir haben nie gelernt NEIN zu sagen.

An ihrem Sterbebett,wo eh alles zu spät war,waren wir Geschwister wieder "vereinigt"...trauriger Anlass..den ich auch nie im Leben vergessen werde..es wird mir ewig in Erinnerung bleiben wie meine Mutter trotz wahnsinniger Schmerzen um ihr Leben Gekämpft hat,wie sie schrie...

Danach,als alles vorbei war,ging jeder wieder seinen eigenen Weg...
 
Hallo lise 🙂

Ich hoffe das Du meine Frage,nach deine Mutter jetzt nicht böse aufgenohmen hast.
Du wars da für deine Mutter,auch wärend Alkoholabhängigkeit,hab das auch Jahre lang gemacht,jetzt aber nicht mehr,so dass es mich einfach fertig gemacht hat,es war und ist noch immer ein Kampf,der nie aufhören wird.
Ich glaub dir war schnell bewusst,dass deine Mutter,sich in den Alkohol geflüchtet hat,um alles zu verdrängen,um besser mit ihrem eingenen Schmerz umzugehen.

Geschwister aus problematische Familien gehen oft getrennte Wege,weil sie es auch nie gelernt haben,was es heisst zusammen zu halten,zu einem zu stehen,oder von dem wegzulaufen/zukommen,was in der Kindheit war.
Mein Bruder und ich,haben auch kein Kontakt mehr,weil wir immer nur über unser Eltern gesprochen haben,jeder seine Meinung hatte,uns dadurch nur noch stritten.

Helfersyndrom,ist wieder das was ich meine,man kommt nicht aus dem Teufelskreis raus,man macht weiter.
So wie Du immer deiner Mutter helfen wolltest.

Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende
 
Selwermount meinte:
Gewalt,Missbrauch in der Familie

Es ist schwer als Kind,solche Erfahrungen gemacht zu haben.was mich ärgert,ist,das man oft sein Lebenlang davon gezeichnet ist,was mich noch mehr ärgert,dass es noch heute so ist,dass einfach weggeschaut wird.
Ich weiss noch wie mein Bruder und ich oft nach Hilfe gesucht habe,weggelaufen sind,aber keiner uns geholfen hat.
Es kamen immer die Sätze:"So schlimm wird es schon nicht gewessen sein","dann hast du bestimmt was schlimmes gemacht",die Eltern sind überfordert,was soll man denn mit dem Kind umgehen u.s.w.
Wenn man ein Kind sieht,mehr als einmal,das es geschwollene Lippen hat,blaue Augen,gebrochenen Arm,
macht man sich dann keine Gedanken.Aber leider ist es noch oft so,die Eltern werden bedauert,solch ein Kind zu haben,früher hiess es schwererziehbare Kinder,heute,
(wenn nicht wirklich) Hyperkinetische-Aufmerksam-Syndrom.
Ein Kind das man mit Gewalt erzieht,lernt es nicht anders,und so reagiert es auch dann auf seine Mitmenschen,mit Gewalt,es weiss es nicht anders und kann sich auch nicht anders schützen.
Für jedes Kind dass aus eine gewalttätige Familie kommt,wo es missbraucht wurde,wird es ein langer Weg werden,dies zu verarbeiten,lernen das es falsch ist,dass man mit einem Mensch so umgeht,es braucht viel Hilfe,und noch lange im Erwachsene Alter.

Ich wünsche jedem die sollche Erfahrung mitgemacht hat,dass es lernt zu vertrauen,lernt was Liebe,Geborgenheit ist,lernt dass es nicht nur Gewalt gibt.
Das Sie/Er ein Lebensgefährte(in) findet dass es nicht nur abstossen und weh tut,wenn man berührt wird.


Danke dass es das Forum gibt,das schon ein Anfang,von einem langen Weg ist.

Du bist nicht allein!
Liebe Grüsse


Hallo,

schöner Beitrag. 🙂 Mein Vater hat mich als Kind verprügelt, geschlagen, getreten,... ich hatte immer blaue Flecken. Hab nichts gemacht und dennoch ist er so ausgerastet. Auch heute ist er noch so aggressiv und ich habe Angst vor ihm, obwohl ich inzwischen schon 23 bin.
 

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