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Wechseln oder sich Referenzangebot einholen?

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Gast

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Hallo, wir würdet ihr euch in so einer Situation verhalten?

Eure Stelle ist von den Begleitumständen (gutes Verhältnis zum Chef, Arbeitsaufgaben etc.) eigentlich gut, aber bei der Bezahlung gibt es Luft nach oben. Der Chef hat in Aussicht gestellt, dass man mittelfristig auch über die Leistung und das Gehalt sprechen kann. Ihr seid noch nicht so lange in der Firma. Nun habt ihr aber parallel Bewerbungen laufen um herauszufinden, was ihr eigentlich wert seid. Euch fehlt das Gefühl für den eigenen Wert. Ein anderer Arbeitgeber möchte euch haben und macht ein sehr gutes Angebot. Ihr habt eine Wochen Bedenkzeit.

Die andere Stelle ist besser bezahlt, die Aufgaben sind etwas anders, von der Hierarchieebene ist die Stelle vergleichbar.

Der Wunsch zur Weiterentwicklung oder zumindest zur Gehaltserhöhung ist da, sodass sich ein Wechsel anbietet.
Aber gleichzeitig ist da auch etwas Angst vor Veränderungen und und auch ein schlechtes Gewissen gegenüber euren alten Arbeitgeber, der euch ja schon irgendwie in der Vergangenheit eine Chance gegeben hat und euch schon als Arbeitskraft eingeplant hat. Der Chef ist als Typ ein angenehmer Chef, aber andererseits könnt ihr euch davon nichts kaufen.

Wie würdet ihr euch verhalten?

Option 1: Das andere Angebot annehmen, einen neuen AV unterschreiben und dem alten Arbeitgeber vor vollendete Tatsachsen stellen. Wie würdet ihr den Wechsel begründen? Was würdet ihr tun, wenn ihr ein Gegenangebot bekommen solltet?

Option 2: Mit dem alten Arbeitgeber über die Themen Leistung/Perspektiven/Gehalt sprechen ohne das Angebot zu erwähnen? Das Problem, das ich bei dieser Option sehe, ist der Zeitfaktor. Ich brauche eine sofortige Rückmeldung, ob und was gehaltstechnisch geht um eine Entscheidung zu fällen.

Option 3: Mit offenen Karten spielen. Das andere Angebot erwähnen. Gleichzeit aber auch betonen, dass ihr euch wohlführt und sehr gerne bei euren alten Arbeitgeber arbeitet und euch die Arbeit grundsätzlich gefällt. Ihr habt aber ein Angebot vorliegen, das durch neue Aufgaben/mehr Gehalt interessant ist. Erwähnen, dass ihr Probleme habt eine Entscheidung zu fällen, weil ihr am alten Arbeitgeber hängt, ihr aber auch betriebswirtschaftlich denken müsst? Den alten Arbeitgeber direkt fragen, mit dem Verweis auf die Fairness, dass ihr ihn gerne eine Chance geben möchtet, ein Referenzangebot abzugeben?
Wenn er nicht mitspielt, den neuen AV unterschreiben und beim alten Arbeitgeber kündigen?
Und wenn er ein gutes Angebot abgibt? Das Angebot annehmen? Bleibt dann alles beim Alten, wenn man weiterhin gute Leistungen bringt? Oder steht ihr plötzlich durch so eine Aktion auf der "schwarzen Liste" und seid ihr nur noch im Unternehmen, weil sich der Chef keine Fluktuaktion leisten kann und beginnt er mit der Suche nach Alternativen? Es gibt ja in jedem Unternehmen immer mal wieder Iniativbewerbungen, mittelfristig ist ja jeder (auch Leistungsträger) ersetzbar.


Welche der Optionen würdet ihr wählen? Welche andere Optionen gibt es noch? Was habt ihr bisher in solchen Situationen erlebt? Ich freue mich über Erfahrungen und Anregungen.
 
Wichtige Fragen in dem Zusammenhand : Über was spricht man ? Neue Firma = Probezeit und wie von dir angesprochen "unbekanntes" Terrain. Das tut man sich glaube ich heutzutage für 5 % mehr nicht mehr an.

Zweite Frage : Was willst Du ? Wenn es nur um den höchsten Lohn geht, ist es doch relativ einfach. Dem alten Chef dabei noch ne Chance zu geben ( Option offene Karten ) ist sicher menschlich ein feiner Zug, aber gerade dann, wenn das Angebot der Konkurrenz wirklich deutlich über dem aktuellen Gehalt liegt eher verzichtbar, da der Chef ja dahin kaum kommen kann - und wenn, weiß man auch, dass man jahrelang weit unter Wert abgespeist wurde......

Ich denke darin liegt auch die Krux für das weitere Vorgehen. Ein Chef, der erst länger vertröstet, und plötzlich mit einem Konkurrenzangebot im Angesicht "Unmögliches" möglich machen kann, lässt doch dahingehend die Hosen runter, dass er den Arbeitnehmer bisher nur ausgenutzt hat , bzw. die Tatsache, dass dieser kein Konkurrenzangebot hat.
Andererseits zeigt doch ein Arbeitnehmer, der - entgegen Option 1 - "wegen des guten Verhältnisses" mit dem Chef über das Angebot spricht, und dann das u.U. immernoch minimal schlechtere Angebot der alten Firma annimmt, gerade dann, wenn die Unterschiede nicht so groß sind, dass es garnicht um die Firma geht, sondern nur um den schnöden Mamon.

Ich denke daher :

Bei wirklich sehr großem Unterschied zwischen potentiell neuem und altem Gehalt : Option 1. Augen zu und durch. Der alte Chef hat dann halt Pech. Man muss es ja nicht verheimlichen, dass man deutlich mehr verdienen konnte. Das reicht dem Chef ja auch als Info, dass er bei der Ersatzeinstellung besser gleich tiefer in die Tasche greift....

Bei doch eher kleinen Gehaltsunterschieden zunächst Option 2 und dann einfach mal 3 Stunden auf dem Sofa gründlich alles durchdenken und dann dem Bauchgefühl folgen.
 
Ich würde Option 4 wählen: Auf mein Bauchgefühl hören.

Wenn ich mich bei der jetzigen Arbeit wohl fühle und bis auf das Gehalt alles stimmt, würde ich bleiben.

Wenn ich mir nicht vorstellen kann, dort noch 20 Jahre zu arbeiten, dann würde ich gehen.
 

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