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Was würdet ihr tun, wenn ihr wüsstet, das ihr nur noch einen Tag am Leben seid

Ich würde alle meine Tiere nochmal ausgiebig streicheln, meine Enkel knuddeln, meinen Lieben sagen dass ich sie liebe. Mir was bequemes zum anziehen und ein Kuscheltier für mit in den Sarg bereitlegen. Einiges besprechen was mit mir passieren soll und wie es hier weitergeht. Und bei all dem immer mal wieder ein bisschen weinen. Und beten. Und ansonsten würde ich den Tag so ruhig und unspektakulär wie möglich verbringen.
 
Ich stelle mir diese Frage gar nicht, weil sie mir viel zu fiktiv ist.

Vergehen wird diese Zeit einmal für jeden und keiner weiß, wie lange es noch dauert. Ich finde diese Frage nicht fiktiv, "was wär, wenn heute dein letzter Tag wäre", weil doch ständig gestorben wird rundherum und in jedem Alter der Tod eintrudeln kann.

Rein nur wegen dem begann ich irgendwann zu selektieren, mich aus vielen Dingen rauszuhalten, mich schneller zu trennen von vielen "Wichtigkeiten", um meine kostbare Zeit nicht zu vergeuden.
Es schadet nicht, sich vor Augen zu halten, dass dieser Tag kommen wird.

Mir gelingt wegen dem viel achtsamer mit jedem umzugehen in meinem Umfeld, oder eben mit meinen Tagen und sogar diese Option, es könnte morgen schon passieren, hilft mir beim Ausräumen und Ordnung halten meines Bestandes. Chaos hinterlasse ich nicht.
 
Zu wissen das einem noch einen Tag bleibt finde ich sogar praktisch.
Man kann seinen Abschied zumindest grob organisieren, unangenehmes beseitigen (wie hier von anderen schon geschrieben wurde), sich anständig verabschieden und eine "Henkersmahlzeit" genießen.

Plötzlich zu sterben und die letzten fünf Minuten gedanklich damit zu verbringen, das die Wäscheschublade voll schmutziger Unterwäsche überquillt und das Testament zuletzt 2015 aktualisiert wurde, ist meiner Ansicht nach schlimmer.
 
Mir wäre es nur wichtig, dass ich den Tag mit meinem Liebsten verbringen kann und ansonsten würde ich einfach versuchen, diesen in vollen Zügen zu genießen (also sich ganz entspannt natürlich nur mit Dingen befassen, die einem gut tun 😊).
 
Guten Morgen…

Gedankenexperiment BEGINN
…ich, hm – ich würde erst einmal lachen!
Aus Verzweiflung…, aus Resignation…, aus Wut…?

Wie dem auch sei, ich würde ganz laut lachen über diesen Irrwitz:
Da habe ich also meine Mutter überlebt, auch die ganzen Tanten, deren Mittäter. Ebenso all die Internate, Heime, PF, Lehrer, mitsamt der ganzen Schulen, und, nicht zu vergessen, meine Auslandseinsätze… – dies alles habe ich, mehr oder weniger, unbeschadet überstanden und nun kommt […] daher und hat mich vorzeitig gerissen, so dass ich nur noch eben jene Stunden zur Verfügung habe…!?
Niemals hat sich auch nur eine, der aufgezählten Personen / Institutionen vor weltlichem Gericht verantworten müssen… – Unfassbar!

Und ich? Ich habe, warum auch immer, nur noch 24 h Zeit und löse ein „one way ticket“?

Nun, denn…
Die Welt hat mich nie gut behandelt, mich nur vor sich hergetrieben, und so schulde ich ihr nichts!
Korrektur:
Die Welt ist schön, aufregend und hat mich somit immer angespornt zu neuen Sphären…
…die Menschen haben mich nie gut behandelt, mich nur vor sich hergetrieben, und so schulde ich ihnen nichts!
Im Gegenteil, ich habe mich immer bemüht besser als die selbsternannten Gutmenschen zu handeln und immer daran zu denken, Aussenstehende nicht mit in den möglichen Abgrund zu ziehen.

Meine Freiheit sollte nie die Unfreiheit Anderer gewesen sein!

Mehr kann und konnte ich nicht erreichen, so der meinige Mindestanspruch!

Im Klartext:
Ich habe keinerlei Verpflichtungen und kann jederzeit einfach „gehen“…

(Unabhängig von diesem Gedankenexperiment!)

So sei es dann eben!
Nun dürfte alles ganz schnell gehen:
- Gang zum Schlüsselmacher! Zwei bis drei Duplikate meiner Wohnungsschlüssel erstellen lassen.
- Freund […] anrufen: „Du kannst meine „(Audio) Hardware“ haben. Nimm Dir alles was Du brauchst! (Schlüssel 1) …und denke an einen LKW!“
- Freund […] anrufen: „Du kannst meine „(Audio) Software“ haben. Nimm Dir alles was Du brauchst! (Schlüssel 2) …und denke an einen noch grösseren LKW!
- Meine Bekannte […] anrufen: Nimm, von mir aus, den ganzen Rest…" (Schlüssel 3)
- „Groschensammlung“ auflösen! … beste Zigarren und besten Pfeifentabak kaufen!
- Bücher, Festplatten, Bänder, Discs, private Schriftstücke und Akten, usw. verpacken. Diese Kartons dann raus in den Garten schaffen! …anzünden!
- Keine Telefonate mehr führen oder annehmen.
- während all dieser Aktionen genüsslich meine Pfeife schmauchen…

Wenn ich sicher bin, dass keine, von mir(!) selbst(!) geschriebenen, Zettel, Dokumente, Experimente, Gedichte, Romane, Kurzgeschichten, Aufnahmen, usw. mehr vorhanden sind, bzw. der ganze Pulk so richtig schön und unlöschbar(!) brennt, dann wird meine letzte Aktion anlaufen, um dem Ablauf der Stunden zuvor zu kommen, denn Kämpfer mögen Eines nicht, unnötiges Leiden:

Es wird eine Zigarre, ein, bzw. DAS, sündhaft teure/s „Modell“ […] „meiner“ Marke, nämlich […], angezündet. Es wird sich ins Auto gesetzt und, natürlich, die CD gespielt. Nicht irgendeine, sondern die, genau die…!
Dann werde ich die vorgegebene Grenze verlassen und steuere gemütlich jene berühmte Kurve an, die ihrem Namen nun gerecht werden dürfte und auch sollte. Bis dahin ist es aber noch relativ weit und so dürfte es locker für die ganze CD reichen, aber auch für eben dieses letzte Rauchabenteuer…

Und, im einsetzenden Sonnenuntergang, werde ich auf meiner letzten Reise die ganze Zeit bis zum Ende im Rückspiegel zwei Sonnen sehen…
Macht es gut…!

„… so long and thanks for all the fish!“

/s + Gedankenexperiment ENDE

Soviel dazu!

Nun aber: Aufwachen! Genug sinniert, jetzt liegt wieder mein alltägliches Geschäft an: Kaffee trinken, „aufhübschen“, Freunde treffen, Sonne geniessen, Manuskript weiterschreiben…

Ich wünsche Allen einen bejahenden, lebendigen, aber vor allem angenehmen Sonntag…


tannoy

Mit einem sehr zweifelndem Gefühl drücke ich nun auf "senden"…

PS: Puh! Beim nochmaligen Lesen fällt mir auf, dass die Zeilen sehr düster geraten sind. Das war nicht meine Absicht, aber da ich kein […] bin, kann ich Geschehenes nicht ohne Weiteres einfach ändern…
Jedenfalls, wenn die TE und / oder die Moderation meint, das Posting sei hier nicht angebracht, dann nur zu, es kann gefahrlos gelöscht werden und ich stimme dem proaktiv zu…
edit00: RAW! // edit01: typ // edit02: fin!
 
Ich sehe es so... Es bringt nichts zu wissen, wann der letzte Tag ist, weil ihr wahrscheinlich nicht das tun werdet, was ihr hier gerade geschrieben habt. Macht es heute, macht das Gute heute, jetzt. Ich denke nicht, dass das Wissen um den letzten Tag gut ist. Der letzte wird einfach einer von vielen sein.
 
Interessant zu lesen wie Leute so verschieden denken.
Und am nächsten Tag wacht man auf und lebt noch. Dass würde mich noch viel mehr interessieren.
 
@beihempelsuntermsofa, und wenn man es wüsste, würde wahrscheinlich die Kraft für all das fehlen. Dann mach es heute, nimm deine Tiere in den Arm, telefoniere mit deinen Enkeln oder trefft euch, wenn ihr Zeit habt. Nimm deine Kuscheltiere heute Abend zu dir... mach jetzt was geht🙂
 

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