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Was würdet ihr tun? Weitermachen oder aufhören?

luchs2

Neues Mitglied
Guten Morgen.

Ich habe ein mehr oder weniger großes Problem. Nach meiner kaufm. Ausbildung wechselte ich die Branche (Fachhandelsgeschäft) wo ich die Möglichkeit hatte dieses selbstständig zu leiten, mit Produkten die man heute eben leider überall auch im Internet findet.

Da einen heutzutage dann auch noch die eigenen Lieferanten versuchen über den Tisch zu ziehen und die lokale Konkurrenz mit Geiz-ist-geil wirbt, kam das Geschäft leider so ins wackeln, dass ich es momentan nur noch alleine mit einer Aushilfskraft betreibe. Es wird immer härter, die Moral ist weg, und jeder versucht den anderen auszuhebeln.

Mein Problem ist nun, ich weiß nicht so recht ob sich die Situation nochmals bessert. Momentan habe ich noch ca. 8000 EUR Gewinn im Monat, von denen ich mir 3000 EUR rausnehme.

Im Bekanntenkreis sagen mir viele, mach das doch auf jeden Fall weiter solange du genausoviel verdienst wie als Angestellter, aber dein eigener Herr bist, und dir niemand auf dem Kopf rumtanzt.

Ich selbst merke aber dass es im Prinzip jeden Tag ein Gewurstel ist, man hat noch ein paar Stammkunden die bei der Stange halten, aber was kommt wenn es immer weniger wird? Das goldene Ei fällt mir über Nacht leider auch nicht ein.

Deshalb meine Frage an Euch: wieviel Wert wäre euch die Situation der Selbstständigkeit in meinem Fall? Würdet ihr weiterkämpfen und versuchen noch irgendetwas anderes mit rein zu nehmen, oder hättet ihr auch die Angst wie ich? Die Vorstellung in vielleicht 1-2 Jahren pleite zu gehen und dann auch keinen Job mehr zu bekommen weil man ja mit der eigenen Selbstständigkeit gescheitert ist, wäre für mich der reinste Horror.

Im Prinzip arbeite ich gerne für mich selber, sehe aber irgendwie kein Land, oder die Möglichkeit sich weiter zu entwickeln. Ich danke euch vorab für eure Meinungen.

Grüße

Euer Luchs
 
Hallo Frank,

das ist das nächste Problem. In meinem erlernten Beruf (Automobilkaufmann) habe ich nach der Ausbildung keine Berufserfahrung gesammelt, und wie mir das selbstständige Arbeiten (habe quasi alles gemacht, von Mitarbeiterführung, Buchhaltung. Einkauf, Einkauf, Verkauf etc...) bei einer Vorstellung gewertet würde weiß ich wirklich nicht.

Im Moment hätte ich also auf deutsch gesagt keine Alternative. Steht trotzdem die Frage im Raum, lieber doch irgendwas suchen oder so weitermachen?

Manche sagen ja sie würden lieber ne Wurstbude aufmachen als irgendwo angestellt zu sein.
 
Also, wenn Du Dir aktuell noch monatlich 3000 Euro "rausnehmen" kannst und nach eigenen Worten im Augenblick keine Alternative hast, dann würde ich aus dem Bauch heraus sagen: weitermachen und gleichzeitig nach einer Alternative suchen!
 
Hi, ich befinde mich in einer ähnlichen Lage, nur dass es bei mir nur knapp 2400 sind die ich noch rausnehmen kann. Vielleicht gibt es noch weitere Leidensgenossen?
 
Hallo Frank, hallo Amelia,

das ist mir schon bewusst. Mir geht es im Wesentlichen um die Zukunftsangst, was passiert wenn es noch weiter bergab geht.

Eigentlich um die Frage ob ihr - solange man seinen Tag selbst bestimmen und dieses Gehalt noch rausziehen kann - weitermachen würdet auf die Gefahr hin dass es u.U. irgendwann nicht mehr geht, oder gleich aufgeben und eine sichere Arbeitsstelle suchen würdet - naja andererseits was ist heute schon sicher.
 
Hallo Frank, hallo Amelia,

das ist mir schon bewusst. Mir geht es im Wesentlichen um die Zukunftsangst, was passiert wenn es noch weiter bergab geht.

Eigentlich um die Frage ob ihr - solange man seinen Tag selbst bestimmen und dieses Gehalt noch rausziehen kann - weitermachen würdet auf die Gefahr hin dass es u.U. irgendwann nicht mehr geht, oder gleich aufgeben und eine sichere Arbeitsstelle suchen würdet - naja andererseits was ist heute schon sicher.
Hallo luchs2!

Gibt es denn überhaupt eine sichere Arbeitsstelle? Ich finde, es hängt viel von der individuellen Situation ab. Für manche Menschen kommt nur ein abhängiges Arbeitsverhältnis in Frage, weil sie so ein Typ sind. Bei anderen würde ich sagen, dass die solange selbstständig sein sollen, wie es geht. Verallgemeinern ist hier schwierig.

Wahrscheinlich würde ich an Deiner Stelle erst mal weitermachen. Solange Du keine krummen Dinger machst oder über die Maßen Deine Gesunheit gefährdest. Mit "Moral" meinst Du eher Lust, oder? Das es hart ist, wäre noch kein Gegenargument. Aber wenn Du mit unsauberen Mitteln arbeiten würdest, dann würde ich schleunigst den Abgang vorbereiten.

Bedenke nur: in aller Regel wirst Du als Angestellter mehr oder weniger unfair behandelt. Du bist wirklich abhängig. Das ist oft auch schon menschenunwürdig.
 
Hi Frank,

nein im gegenteil ich bin eigentlich ein Mensch der möglichst geradlinig durchs Leben gehen will.

Aber das geschäftsgebahren in unserer Branche (und auch allgemein) hat sich leider zum negativen verändert, jeder versucht eben jeden irgendwie auszutricksen.

Beispiele:

*Kunden fälschen PDF-Angebote und legen diese der Konkurrenz vor um die preise zu drücken
* Man investiert unmengen von zeit um einen Kunden für das richtige Produkt zu beraten, und er kommt nachdem der vereinbarte preis berechnet wurde mit gegenangeboten und feilscht nachträglich
* Eigene Lieferanten gehen an Endkunden hinterrücks usw....

Es ist einfach sehr hart geworden, und deshalb dachte ich auch schon mal daran lieber wieder in ein Angestelltenverhältnis überzegehen. An der Lust liegt es auf keinen Fall. Ich bin eigentlich gerne selbstständig und empfinde die ganzen Aufgaben die man hier hat als Herausforderung, nur habe ich Angst auf keinen grünen Zweig mehr zu kommen, 12 Stunden am Tag zu arbeiten für wenig Ergebnis.

Hierauf zielte meine Frage ab, da ich durch die Ängste und Sorgen echte Schlafprobleme kriege und mich zunehmend ausgebrannt fühle.
 

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