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Was war ich für ihn?

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Gast
Hallo!
Ich bin 21 Jahre alt. Mein Freund hat vor drei Wochen Schluss gemacht. Er ist 29 und hatte mit 18 Jahren seine erste "richtige" Beziehung. Seine Freundin ist mit 19 Jahren gestorben. Es war ein Unfall, sie hatte Asthma und lag vier Monate lang im Koma. Er war damals 21.
Nach ihrem Tod hat ihn seine langjährige Bekannte E. sehr geholfen. Sie stand ihm bei und schließlich wurden sie nach einem Jahr ein Paar. Die Beziehung hielt sechs Jahre. Es war nichts mehr als Bruder und Schwester, so sagt er.
Vor einem halben Jahr haben wir uns dann kennen gelernt. Ich fand ihn schon immer sehr anziehend und wie er sagt, war es andersgerum genauso. Wir sind sehr schnell zusammen gekommen und bald musste er beruflich in eine andere Stadt.
Es war alles wunderschön, wir haben an den WE schöne Dinge unternommen, ich habe ihn lieben gelernt und hätte ihn auf der Stelle geheiratet.
Doch ich konnte meine Gedanken einfach nicht von seiner verstorbenen Freundin abwenden. Sie war da, immer... Ich kam mir zweitrangig vor und schließlich habe ich Chris von meinem Problem erzählt. Er war sehr einfühlsam und meinte, dass die Situation für mich auch nicht leicht sei, aber dass er damit leben würde. Irgendwann wollte ich endlich aufhören, mir ständig gedanken zu machen. Doch dann sagt er mir plötzlich, dass er Angst hat. Angst vor mir... Und dass er Dinge an mir festgestellt hat, die ähnlich sind wie bei seiner verstorbenen Freundin. Er hat geweint und ich habe geweint und wir beide wollten das wieder hinkriegen. Wir mussten feststellen, dass die Beziehung mit E. nie an das heran gereicht hat was er mit seiner ersten Freundin hatte, sodass er schließlich einen Schlussstrich ziehen musste. Ich hatte den Gedanken, dass er durch seine Gefühle zu mir ein schlechtes Gewissen bekommt. Und dass er deshalb denkt, dass er mich nicht lieben darf! Wir wollten seine Trauer gemeinsam bewältigen, wir wollten es schaffen, dass wir unsere Beziehung hinkriegen und er seine freundin endlich loslässt... Doch wie sollten wir das schaffen??? Nach kurzer Zeit saßen wir abends zusammen und er sagte mir, dass er nicht mehr könne... Dass er das mit der Arbeit nicht mehr hinkriegt... Denn er arbeitet sehr viel, kommt meist erst samstags nach Hause und fährt Sonntags wieder. Dann habe ich ihm gesagt, dass er doch nur wieder Angst hat, vor mir weglaufen will, weil ich mit dem Thema anfangen könnte und dass er darüber nicht immer reden will, weil es sehr sehr weh tut. Und genau so war es, ich hätte recht, meinte er. Und dann nahm er irgendwann meine Hand und sagte, dass er doch gar nicht gehen wolle... dass er das doch gar nicht will!!!! Ich will doch gar nicht gehen, hat er gesagt! Und eine Woche später saßen wir abends wieder zusammen, eher gesagt nachts. Und er hat gesagt, dass es so einfach nicht mehr weitergeht. Er meinte, dass er das nicht mehr kann. Und dass er fast schonmal * zu mir gesagt hätte (den Namen seiner verstorbenen Freundin). Ich bin am Ende, ich kann einfach nicht mehr, weiß nicht mehr weiter...
Er sagte, dass er mit sich erstmal klar kommen müsse, dass er aber auf keinen Fall eine Therapie machen will. Tja... er saß fünf Stunden bei mir, er hat geweint... und schließlich ist er dann gegangen... Das war alles so.. ich weiß nicht, ich war mir so sicher, dass es was richtiges ist, dass er mich liebt! Denn warum sonst vertraut er mir solch intime Dinge an? Warum sonst weint er mit mir, sagt, dass wir das wieder hinkriegen würden, dass ich ihm über die Hürden helfen sollte, wenn er es nicht schafft, warum sagt er das????
Nun hatten wir seitdem Schluss ist immer mal wieder Kontakt, wir haben uns Briefe geschrieben. Und das Problem ist, dass wir auch keine gemeinsame Wohnung haben, wo wir uns zurückziehen könnten...
Es ist sehr wenig Zeit und in der Zeit reden wir dann über Dinge, die unsere Beziehung belasten... das ist mir klar.
Er meinte, dass er mich einfach mal anrufen möchte, ohne dass wir über dieses Thema diskutieren. er möchte einfach mal ganz normal mit mir sprechen. Und heute haben wir telefoniert, ich hatte mir ganz fest vorgenommen, dass ich nicht wieder anfange und doch... ich habe es wieder getan, weil ich einfach nicht mehr weiterwusste... Ich liebe ihn und kann doch nicht mit ansehen, wie er sich fertig macht! Wie er seine Trauer verdrängt, sein Leben einfach so weiterlebt als wenn nichts gewesen wär! Das geht doch einfach nicht! Er hat E. unglücklich gemacht, nun mich auch noch und wie soll es bitte weitergehen??? Bei der nächsten Frau geht es doch genauso weiter...
Ich habe ihn ziemlich angemacht, habe gesagt, was für ein egoistisches A******* er doch sei und wie er seinen Umgang mit anderen nur mit seinem Gewissen vereinbaren könne. Ich weiß nicht mehr, was er alles gesagt hat, aber er meinte, dass er jetzt einfach keine Beziehung will. Dass er sein Leben einfach mal so genießen möchte und dass er nicht immer über irgendetwas nachdenken möchte. Er meinte, dass zu einer Beziehung zwei gehören würden und dass es beide wollen müssen. Tja... das war hart zu hören. Ich war bzw. bin am Ende... ich weiß nicht mehr weiter. Und er will absolut nicht zum Therapeuten gehen. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn begleiten würde und dass es sehr sehr wichtig ist, dass er das macht, denn anders wird er diese Trauer immer in sich tragen. Doch er sträubt sich dagegen und mittlerweile habe ich begriffen, dass er sich noch mehr dagegen sträubt je mehr ich damit anfange und ihn dazu dränge. Doch ich weiß einfach nicht mehr weiter... Kann mir jemand helfen?? Er braucht diese Hilfe, ganz ganz dringend. Denn man sieht ja, dass er nicht in der Lage ist, eine Beziehung zu führen. Entweder seine Freundin bedeutet ihm nicht wirklich so viel, sodass er diese Beziehung ohne schlechtes Gewissen führen kann oder er entwickelt stärkere Gefühle, die ihm ein schlechtes Gewissen bereiten und ihn so denken lassen, dass er diese Frau mit seiner verstorbenen Freundin vergleichen muss... wäre das eine Möglichkeit???
ICh weiß es nicht... ich wollte diese Trennung als Chance ansehen, denn sie hätte immer zwischen uns gestanden. Doch mittlerweile bin ich mir nicht mehr sicher, was ich überhaupt noch glauben soll.... denn wenn er nun so kommt. Wenn er mir sagt, dass er gemerkt hat, dass es doch nicht so das richtige ist. Das tut sehr weh. Aber dann hätte er es mir doch auch direkt sagen können, oder nicht? Und er sagt, dass er ja nun das Bedürfnis haben müsste, mich zu sehen usw... tja, da hat er recht, wenn er das wirklich nicht hat, dann gibt es wohl wirklich keine Chance mehr... DOch das kann ich einfach nicht glauben! Er will sich nicht mit mir treffen, weil dann die Gefühle wieder hochkommen und weil er dann wieder nachdenken würde und weil es ihm vielleicht wieder schwer fallen würde zu gehen... oder etwa nicht???
Ich bin so verzweifelt!!!
Wenn all das was wir miteinander hatten nun schon nicht reicht um eine Beziehung zu führen... für ihn nicht dazu reicht, dann nimmt es für mich kein gutes Ende, aber dann soll doch er wenigstens durch mich verstanden haben, dass er etwas ändern muss in seinem Leben. Dann soll er wengistens endlich loslassen...! Er sagte mir, dass er durch mich überhaupt erstmal gemerkt hat, wie sehr seine Vergangenheit eigentlich noch da ist... das kann doch nicht alles gewesen sein, oder? Erst will er mich, vertraut mir und dann wirft er mich einfach so aus dem Boot? Ich sitze bereits drin, ich werde mir immer Gedanken machen, er ist es mir schuldig, dass ich weiß, wie es ihm geht und er sich vielleicht entschließt eine Therapie zu machen.
Tja, so werde ich wohl leider nicht an ihn heran kommen...
Morgen wollen wir uns vielleicht treffen. Das heißt, ich habe gesagt, dass ich ihn unbedingt treffen will. Ich habe mir vorgenommen, nichts über das Thema zu sagen. ICh habe ein Buch "Ich begleite dich durch deine Trauer". Das werde ich ihm geben, nacher, in Geschenkpapier eingepackt. Und vielleicht werde ich ihm noch sagen, dass ich jetzt eine gute Freundin von ihm sein möchte, die ihm immer zur Seite steht... die ihm helfen möchte, dass es ihm besser geht. Denn tief in seinem Innern weiß er, dass er seine Trauer noch nicht überwunden hat...
Könnt ihr mir helfen? Ich kann wohl nichts weiter tun als ganz normal zu ihm zu sein... ihn zu lassen... ihm einfach zu zeigen, dass ich mir Sorgen um ihn mache.
Doch das Problem ist, dass er wirklich sehr wenig Zeit hat und eine Therapie... ich weiß nicht, wann er die machen könnte. Vielleicht am We oder so... oder abends erst später, das ist wirklich blöd.
Aber was ist, wenn er nun alles wieder verdrängt? Und das hat er vor, so wie es aussieht! Wenn er mit mir nicht spricht, redet er nämlich mit keinem anderen darüber...
Was kann ich nur tun??? Ich liebe ihn... selbst wenn unsere Liebe keine Chance hat, dann möchte ich wenigstens dazu dagewesen sein um ihm eine glückliche Zukunft zu ermöglichen...
Wie komme ich an ihn heran?? Bitte helft mir... ich liebe ihn doch so sehr... ich weiß einfach nicht mehr weiter... habe mich schon soviel mit dem Thema Tod und Trauer beschäftigt... ich habe das Gefühl innerlich zerrissen zu werden... ich bin am Ende...
danke fürs zuhören...
 
Hallo,

sorry, wenn ich dir jetzt etwas schreibe, was du bestimmt nicht gerne hörst. Hast du mal tief in dich selbst reingehört, übertreibst du nicht ein wenig? Aus deinem Geschriebenen höre und erkenne ich hauptsächlich deine Eifersucht auf seine Vergangenheit. Kann es sein, dass du aus diesem Grund den Mann einfach erdrückst. Ich weiß, das hört sich jetzt sehr hart an, aber solche Aussagen, es war nur ein Bruder-Schwester-Verhältnis und und und, wärest du sonst auf diese Beziehung auch eifersüchtig?
Gehe mal ganz tief in dich. Überlege, was du alles von ihm gefordert hast und ob das alles auch so nötig gewesen ist. Auch deine Forderung nach einer Therapie. Setz dich mal ins ruhige Eckchen und denke mal drüber nach. Schreibe mal auf, welche Dinge von ihm aus gehen und welche hauptsächlich von dir kommen. Vielleicht findest du dann den richtigen Weg.

Drück dir die Däumchen.
 
Hallo!

Nein, ich glaub nicht, dass du dich da zuviel reinsteigerst.
Man erkennt, dass du ihn wircklich sehr liebst und nur sein Bestes willst.

Ich kann aber auch verstehen, wenn er nicht zu einem Therapeuten gehen will.
Er wird sich denken: Warum sollte ich? Ich hab ja dich?!
Er siehts wahrscheinlich garnicht mehr, wie tief da Ganze in ihm verankert ist und weiß garnicht mehr, wie es ohne diesem Schmerz, der ihn Jahre schon bedrückt, zu Leben ist.
Ich kann mir auch vorstellen, dass er Angst hat davor; loslasse zu müssen!
Als ob er ein schlechtes Gewissen hat, wenn er den Gedanken an sie "aufgibt".

Aber wies aussieht, wird das ganze ein ganzes Stück Arbeit, dass Du dir hier vornimmst.

Es tut mir leid, dass ich dir dabei keinen Rat, weder aus dem Nähkästchen geben/plaudern kann.

Ich kann dir und deinem Freund alles Gute und sehr viel Kraft wünschen.
vielleicht hilft ja auch *einedickefetteumarmung*

Alles Liebe

Lipi
 
Danke für eure Antworten.

Ich habe verstanden, dass ich ihn ein Stück weit erdrückt habe, dass ich ihn nicht zwingen kann.
Doch all das habe ich doch nur gemacht, weil ich ihn liebe.

Gestern war wieder so ein Tag... Jetzt ist nun alles vorbei. Er hat mir eine SMS geschrieben. Dass er zuviel getrunken hätte und es ihm nicht so gut ginge. Ich habe ihm zurückgeschrieben, ob er schon aufgestanden wär und dass er sich ja dann mal melden könne. Das hat er dann nicht gemacht. Also habe ich ihn angerufen und gemerkt, dass er eigentlich wieder kein Treffen will. Das war die Woche davor auch schon so, da kam ihm was dazwischen. Ich weiß nicht, ob es stimmt oder nicht... Letzte Woche stimmte es schon, denke ich. Doch gestern, da hat er dann gesagt, dass er mal schauen würde, er hätte kein Auto blabla... er würde sich in einer halben Stunde melden. Dann rief er auch an, aber wie bestimmt er am Telefon war. Er sagte, dass er nicht käme und dass er das so auch nicht mehr wollte, wie das zur Zeit läuft. Er wäre einfach fertig, könne nicht mehr... Immer wieder würden wir darüber diskutieren, das ginge nicht mehr. Tja... und was sollte ich dazu noch sagen? Ich habe ihm gesagt, dass er mir leider auch nie eine richtige Chance geben würde, er würde mir nicht zeigen, dass er sich meldet, denn er hat Angst vor dem Gespräch... Und dann meinte er, dass das eine ganz linke Nummer von uns gewesen sei... Das ist wirklich der Hammer. Er meinte damit folgendes: am Karnevalswe war ich mit ein paar Freundinnen und meiner Schwester in Köln. Wir waren ab mittags am Feiern und abends habe ich dann irgendwann so ein Gefühl bekommen... ich musste an ihn denken und konnte nicht mehr anders, ich war fertig, habe geweint. Irgendwann wollte ich mich beruhigen, wieder zurück an unseren Tisch gehen, doch ich habe den Weg schon nicht mehr richtig in Erinnerung gehabt. Ich ging zum Tisch, meine Schwester schaute mich an und plötzlich ging alles ganz schnell, wir gingen raus, ich lief wie in Trance und irgendwann wurde ich bewusstlos... Ich hatte schon häufiger Kreislaufzusammenbrüche, doch diesmal war es anders... ich war völlig weggetreten, dann kam ein Krankenwagen und ich lag noch vier Stunden im Krankenhaus und war nicht ansprechbar... immer wieder habe ich geweint... habe irgendwohin gestarrt und nichts gesagt... keine Regung gezeigt... tja, diesmal war das wohl eher ein Nervenzusammenbruch ich weiß es nicht. Meine Schwester hat Chris eine SMS geschrieben, hat geschrieben, dass sie sich nicht sicher ist, ob es richtig ist, es ihm zu sagen usw. Dann hat er angerufen, sie war aber nicht erreichbar... naja, sie hat ihn auf dem laufenden gehalten...
Gestern morgen bin ich wieder zusammen geklappt... aber diesmal war es ganz normal, wie sonst auch schon einige male... ein Kreislaufzusammenbruch.
Naja, am telefon meinte er, dass das ein absolut schlechtes Verhalten wäre, ihm das so zu sagen, ob wir nicht wüssten, was das in ihm auslöst... er hätte sowas mit * schonmal durchgemacht. Denn seine Freundin ist ja gestorben, aber wie weiß ich auch nicht genau. Sie muss unglücklich gefallen sein und lag ja dann wie schon gesagt vier Monate im Koma.
Tja... das alles hat meine Schwester nicht wirklich bedacht. Sie hat in dem Moment nur mich gesehen... und Angst gehabt...
er meinte, dass man ihn damit unter Druck setzen wollte... doch ich habe ihm gesagt, dass ich nicht wollte, dass er davon erfährt und das wollte ich wirklich nicht! Aber ich bin nunmal am Ende, was kann ich dafür? Ich bin psychisch ein Wrack und das wirkt sich körperlich aus... ich habe so keine Lust mehr... ich habe innerlich immer noch den festen Glauben, dass er mich liebt... wie kann ich so naiv sein??? Bisher hat mich mein Gefühl selten getäuscht und bei alldem, was mit ihm zu tun hat, lag ich immer richtig, ich habe gespürt, was er denkt und fühlt... und nun soll das alles vorbei sein? Nein, für mich wird das nie ein Ende haben... ich werde immer darüber nachdenken... und ich werde mir nie verzeihen können, dass ich so falsch bei einem Menschen liegen konnte.
Er hat mir sehr deutlich gemacht, dass er nicht wieder mit mir diskutiert und dass er keinen Kontakt mehr will. Er meinte, dass es vorbei ist und dass er nun auflegen würde... das hat er dann auch gemacht.
Für mich ist das alles furchtbar... ich habe ihn gefragt, ob er das in Ordnung findet, wie er mit mir umgeht und er meinte, ganz im Gegenteil ich sollte mal überlegen, wie ich denn mit ihm umgehen würde...!!!
Ich kann das alles nicht fassen!!! Das geht so nicht...
Wie kann er mich so behandeln nach allem, was ich für ihn getan habe?
Ich "darf" ihn nun nicht mehr anrufen, soll den Kontakt abbrechen, sagen meine Freunde... ich weiß, dass das auch richtig ist... doch ich möchte ihm so gern sagen, wie ich das alles sehe... und dass ich das doch nur mache, weil ich mir Sorgen mache. ICh habe ihm heute Nacht eine SMS geschrieben. Dass ich weiß, dass ich ihn zu nichts zwingen kann. Und dass er seinen Weg finden muss. Dass ich ihm einen Anstoß geben konnte, aber er nun dran ist. Und dass ich all das doch nur gemacht habe, weil ich ihm helfen wollte, weil ich diese Gefühle für ihn habe... Und dass er mich und das, was zwischen uns war, nicht vergessen soll.
Tja... das wars wohl erstmal... ich werde keinen Kontakt zu ihm haben. Wenn er mich so behandelt ist es auch besser so...
Doch ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, wie ich das verkraften soll...
Vielleicht muss er erstmal zur Ruhe kommen und vielleicht sieht er sogar irgendwann ein, dass er wirklich Hilfe braucht. Aber jetzt kann ich wohl nichts mehr für ihn tun. Er muss es wollen, wie auch ein Suchtkranker endlich den Schritt wagen muss, selber!
Ich weiß nicht mehr weiter... und das schlimmste ist, dass ich so hilflos bin...
Ich hätte ihn geheiratet, er ist mein Mann... ich liebe ihn, wie ich noch keinen Menschen zuvor geliebt habe...
 
Hallo,
gut, dass du nochmal so ausführlich geschrieben hast. Nachdem, was da jetzt steht, sieht das Ganze doch etwas anders aus. Er hat wirklich ein sehr starkes Problem mit seiner Vergangenheit, welches du in deiner großen Liebe ganz fürchterlich mit ihm teilst.
So, wie es jetzt läuft, wird es leider nichts werden. Ihr könnt euch noch so bemühen, ihr werdet immer wieder bei diesem Thema landen. Er, weil er nicht vergessen kann und evtl. will, und du, weil du immer Angst hast irgendwas falsch zu machen oder aber in sein Verhalten etwas reininterpretierst, weil er dir so leid tut.
Ich würde mal eine Pause einlegen, so schwer es auch fallen wird. Ihr braucht eine ganze Zeit Abstand, damit ihr mal eure Gedanken und Gefühle so richtig ordnen könnt. Er drängt ja scheinbar drauf. Tue ihm und vor allem dir diesen Gefallen und lass die Ruhe mal einkehren. Sonst geht ihr beide vor die Hunde. Ich kann nachempfinden, wie schwer es für dich sein muss und sein wird, doch es kann nur helfen. Dir wird es vielleicht helfen zu erkennen, ob es wirklich nur Liebe ist oder auch ein großer Schuss Mitleid.
Solltet ihr im Anschluss nicht wieder zu einanderfinden, wer weiß, wofür es gut wäre. Es gibt einen Spruch im Leben, der hat mich immer wieder begleitet: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Egal wie es ausgeht, ich wünsche dir alles alles Gute für eine unbeschwerte, glückliche Zukunft.
 
Hallo!

Gib ihm Zeit! Ich hab irgendwie das Gefühl, dass er im Moment selbst nicht genau weiß, was los ist, was er will und wie er sein Leben "auf die Reihe" bekommt.

Und auch Du brauchst Zeit, dein Zusammenbruch hat es Dir ja gezeigt.
Hör auf dir jetzt darüber Gedanken zu machen, such etwas Abstand und hör in Dich rein!

Frag Dich mal, was Du willst!?
Ich weiß, jetzt kommt die Antwort: Nur Ihn!
Doch Du hattest vorher auch ein Leben, Bedürfnisse und Gefühle bevor du ihm begegnet bist.

Darum nochmal: Was willst du eigentlich? Willst du andauernd weiter kämpfen und dich selbst dabei aufarbeiten, fertigmachen, obwohl es dich in erster Linie garnicht berifft?
Man könnte meinen, ihr habt den Tod der Freundin zusammen erlebt!
Ich weiß, dass klingt jetzt alles etwas hart, aber du musst jetzt loslassen und zwar ihn, laß ihn ein paar Tage, Wochen in Ruhe und schreib ihm dann mal ne SMS, einfach nur mit:
Hallo, wollte mal sehen wie es Dir geht
oder irgendwie so...

Früher hab ich mich auch immer von den Problemen und Emotionen anderer niederfahren lassen, war oft fertig und bin beinahe daran zerbrochen, bis ich erkannt hab, dass man sehrwohl Mitgefühl zeigen kann, dem anderen ein guter Zuhörer sein soll, nach Bedarf trösten kann, aber man es nicht zu seinem eigenen Problem werden lassen darf! Er braucht eine Hand die ihm hält und nicht jemanden, der fix und fertig neben einem steht und mit weint, auch wenn solche Sachen sehr nahe gehen.

Ich kann das alles sehr gut von Deiner Sicht aus begreifen, ich war mal nicht anders. Was jetzt nicht heissen soll, dass ich kalt wie Stein bin. Eigentlich bin ich auch sehr nah am Wasser gebaut, aber ich mußte lernen, auch auf mich zu achten!
Was die Zusammenbrüche angeht, weiß ich auch was du meinst: Haben mich auch schon des öftern zu Boden geworfen;
Du hast Recht, das ist deine Psyche, die jetzt durch den Körper, dir eine Warnung geben möchte. Nämlich mal damit abzuschalten.

Ich kann du nur den Rat geben:

Manchemal ist es besser Abstand zu halten,
um Dinge klarer zu sehen und besser erkennen zu können.

Laßt Euch beiden Zeit und wer weiß, vielleicht kommt er zu dir zurück, wenn er erkennt, das es DIR besser geht?!

Mir kommt nähmlich vor, als ob er gesehen hat wie sehr es dich belastet und er dich nicht verletzen will oder dich damit fertig machen will, ich denke er liebt dich genauso und deshalb ist er gegangen.


Ich wünsche Dir alles, alles Liebe
Und Kopf hoch, es gibt noch eine Chance nur laßt Euch beiden Zeit!

lg
Lipi
 
Nochmal an großes Dankeschön an euch!!!
Es tut so gut, mit jemandem darüber zu reden, der nicht einfach sagt: mh... das ist aber ein schwieriges Thema, da kann ich mich nicht hineinversetzen!!
Auch, wenn ich diese Reaktion sehr sehr gut verstehen kann!

Ich weiß, dass ihr recht habt! Doch was ich noch sagen wollte: er hat eindeutig Schluss gemacht! Also nichts von wegen, Zeit lassen, Ruhe, Abstand... er hat Schluss gemacht. Fünf Stunden lang, hat geweint und meinte, dass er nun gehen müsse. Woraufhin ich sagte, warum müsse, ob er sonst wieder nicht gehen könne??? Und er sagte: ja...
Mh, irgendwie will ich mich immer an diesen Dingen festhalten... mich an unsere schönen Zeiten erinnern, in denen er mir gesagt hat, dass er mit mir zusammen sein will, in denen er mir gesagt hat, dass ich schon immer etwas besonderes war, dass in unseren Blicken schon immer etwas war... dass ich so schöne Augen habe... Augen, die so schön strahlen, "als wenn sie im Meer sind, unter Wasser, und von dort in die Sonne blicken"... Zeiten, in denen er mir gesagt hat, dass ich Lippen hätte, die einfach nur zum Küssen geschaffen wurden, und Lippen, die herrlich knutschen 🙂... und meine Nase hat er immer so leicht angefasst und geküsst... immer wieder... er konnte gar nicht davon lassen...
Immer wieder denke ich an diese Zeiten... in denen wir einfach nur glücklich waren und in denen er mir gezeigt hat, dass er wahre Gefühle für mich hat... mit mir zusammen ziehen wollte er... und er hat mich immer so angeschaut... einmal, als ich auf dem Sofa saß, meinte er, dass er gerade ein Bild vor Augen gehabt hätte, von mir, wie ich in der Zukunft in unserem gemeinsamen Haus sitze und ein Buch lese, vor dem Kamin... und er kommt ins Zimmer und ich schaue ihn an - genau wie in dem Augenblick... Und wie er mir, als er das erste mal nicht wusste, ob er es beenden soll oder nicht (aber dann letztendlich doch nicht konnte), wie er mich da plötzlich angeschaut hat... und er blinzelte mit den Augen und meinte, dass da gerade etwas ganz komisches stattgefunden hätte... er schaute mich an und meinte, dass er mich gerade ganz oft gesehen hätte...einmal so, wie ich jetzt bin, und dann älter und sogar als Oma... ist das nicht verrückt????
Ja... sowas haben wir erlebt... so etwas hat er zu mir gesagt...

Doch er hat auch gesagt, dass zu einer Beziehung zwei gehören und wenn der eine nicht will, klappt es nicht mehr. Das hat er mir am WE gesagt, nachdem ich anscheinend nichts anderes mehr hören wollte...
Es ist vorbei... ich will das nicht mehr, alles ganz deutlich.

Hoffnung? Ja... Hoffnung habe ich immer noch! Ich bin am Ende, ich war noch nie so fertig wie jetzt... und doch habe ich in meinem Innern diese Ruhe, dass alles wieder gut wird. Warum? Mein Gefühl täuscht mich bestimmt... denn mittlerweile suche ich wahrscheinlich einen Schutz, um nicht völlig verrückt zu werden.

Ich weiß, dass es so, wie es jetzt ist, früher oder später gekommen wäre. Ich brauche diesen Abstand wahrscheinlich genauso wie er.
Und doch habe ich Angst, dass er alles wieder verdrängt.
Wenn er mich wirklich liebt, wird er das merken... er wird sich Gedanken über das Geschehene machen, das weiß ich... und dann wird er für sich etwas erkennen. Entweder, wir haben noch eine Chance, oder eben nicht... wie ich dann damit klarkomme, weiß ich noch nicht... bis dahin muss ich warten und ihm Zeit lassen.
Meine Schwester meinte, dass ich mir nun mal Gedanken um mich machen sollte. Ob ich wirklich damit leben kann, dass er so eine Vergangenheit hat. Und ich habe überlegt und denke, dass ich diese Zeit genauso brauche wie er. Ich muss mir sicher sein, dass ich ihn wirklich liebe. Doch, wenn ich darüber nachdenke... ich habe mir diese Gedanken um seine verstorbene Freundin immer gemacht, wenn er nicht da war... am We, wenn wir zusammen waren, war alles wie weggeblasen. Natürlich habe ich auch dann noch ab und zu an sie gedacht, doch ich war so glücklich mit ihm zusammen sein zu können... und das sagt mir, dass ich damit leben kann. Glaube ich zumindest... 🙂

Ach ja: nein, es ist nicht nur Mitleid!! Das kann ich ganz sicher sagen, denn ich habe zwar von Anfang an gespürt, dass da noch etwas in ihm steckt, das ihm das Herz zerreißt, doch ich habe mich auf ihn eingelassen, weil er er ist... er war immer dieser besondere Mensch... er hat mich angezogen. Sein Äußeres ist noch nicht mal so, dass ich sagen würde WOW!!! doch er hat sowas... ich weiß nicht, er hat diesen Blick, dieses unglaubliche Lächeln... das mich verrückt macht nach ihm. Mitleid... ich weiß nicht. Natürlich auch ein bisschen Mitleid, doch ich wollte eher, dass der Mensch, den ich liebe, endlich wieder glücklich sein kann... ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Ich habe, das muss ich schon sagen, zum Teil meine Aufgabe darin gesehen. Denn ich wusste schon immer, dass ich da so ein Gespür für habe... psychische Probleme... irgendwie war das schon immer interessant und das Gefühl, einem Menschen geholfen zu haben, das ist so schön. An jemanden heran zu kommen, ihn aus der Reserve zu locken... das ist etwas, was nicht jeder kann. Doch hier war es nicht deshalb. Ich habe eine Beziehung mit ihm angefangen, weil ich wieder verliebt war, endlich wieder verliebt. Und zudem hatte ich in dieser Zeit eigentlich noch einen anderen Menschen im Kopf, doch Chris war es, mit dem ich zusammen sein wollte...
Tja... es war also erstmal eine ganz normale Beziehung...

Vielleicht könnt ihr mir noch ab und zu mal schreiben, ich würde mich sehr darüber freuen!!!!
Meint ihr denn, es gibt noch ne Chance? Bitte macht mir keine Hoffnungen... ach, was frage ich? Ihr könnte mir sowas auch nicht sagen...
Doch ich weiß, dass da etwas ist, wenn wir uns wiedersehen... unsere Blicke, sie sind und bleiben die gleichen... und dann wird die Liebe gefragt sein. Wenn sie stark genug ist, schaffen wir das... Und das hoffe ich so sehr, so sehr!!!

Lieben Gruß!
 
Hallo (schön wäre es, wenn ich dich beim Namen nennen könnte)

dir falsche Hoffnung machen, würde ich nie tun. Aber ich habe Verständnis dafür, dass du dich an diese Hoffnung ein bisschen klammerst. Nur tu dir und mir einen Gefallen, halte deine Augen für alle schönen Dinge auf dieser Erde (hübsche junge Männer eingeschlossen) weiter offen. Genieße dein Leben. Die Zeiten, in welchen du nichts machst, nur nachdenkst, traurig bist und u.U. umsonst wartest, kannst du später nicht nachholen.

Schau mal öfter hier vorbei und melde dich wieder bei uns.
 
Hey Mickey!

Jeden Tag schaue ich vorbei! Warte immer auf eine Antwort und bin enttäuscht, wenn nichts kommt... 🙂
Tja... ist im Grunde natürlich richtig, was du da sagst... ich weiß das auch. Also, dass man das Leben quasi weiterhin genießen soll, sich nicht vergraben soll usw. Doch es geht einfach nicht! Es ist, als wenn mir jemand den Boden unter den Füßen weggerissen hätte. Ich fühle mich so leer, so hilflos, so einsam und ungeliebt. Ständig denke ich an die Gespräche, die ich mit Chris geführt habe. Er hat immer gesagt, wie wohl er sich dabei fühlt, wie gern er mit mir spricht. Tja... und um mich loszuwerden einfach solche Dinge sagen??? Dass es einfach nicht geklappt hat? Dass er ja dann, wenn die Gefühle so stark wären, das Bedürfnis haben müsste, mich sehen zu wollen...??? Natürlich, das gibt mir schon einen Schlag ins Gesicht. Denn wenn er dieses Bedürfnis eben nicht hat... Doch ich würde so gern wissen, was er denkt, wenn er mir gegenüber steht. Nein, was er fühlt, was ich in seinen Augen sehe...
ICh kann nicht glauben, dass er mich nicht liebt. Dass wir keine Chance mehr haben...
Ich bin fertig. Und das Schlimme ist, dass ich gar nicht mehr will. Ich habe gar keinen Drang mehr nach Spaß, nach Feiern, nach Leben...
Als ich diesen Zusammenbruch hatte... da wollte ich einfach nur weg sein. Umgeben von Ärzten... von Freunden war ich da... doch ich wollte nicht mehr sein, weil er mich nicht will.
Es ist alles so schrecklich. Nein, ich würde mich nicht umbringen. Auch, wenn ich diesen Gedanken schon häufig hatte... vor seiner Zeit.
Das schlimme ist, dass es mich verfolgt, dieses Gefühl, diese Gedanken. Ich möchte an ihr Grab gehen, ich möchte eine Antwort, einen Schlussstrich, doch den gibt mir niemand...
Wen soll ich denn noch fragen?? Ich möchte schreien, möchte weinen, möchte sterben...
Natürlich gab es ein Leben vor Chris und es war schön. Die erfahrung, die ich mit meinem ersten Freund gemacht habe, dass er mich hat sitzen lassen... diese Erfahrung hat mich stärker gemacht. Ich bin dadurch gewachsen. Doch ich weiß auch, dass es da einen Schluss gab, ein Ende. Einen Punkt, an dem ich feststellen musste, dass ich ihn eigentlich nie hätte zu meinem Mann gemacht. Und dass alles so kommen sollte, dass alles so richtig war.
Doch hier... es ist anders. Ich sehe keinen Sinn darin... warum hatten wir diese Beziehung? warum? Nur weil es kurz war, kann man darüber hinwegkommen? Nur weil es kurz war, darf man nicht lange traurig sein? In dieser kurzen Zeit habe ich mich nie so geborgen gefühlt... ich war glücklich.
Hatte das Gefühl, endlich "meinen" Mann gefunden zu haben...
Und ich war so sehr davon überzeugt, dass es ihm genauso ging. Warum kann er allen ernstes glauben, dass sein Problem verschwindet, wenn ich nicht mehr an seiner Seite bin? Er wird mich vergessen, wird sich auf seine Arbeit konzentrieren... und wird irgendwann eine neue Frau kennen lernen. Wird er dann glücklich sein?
Ich weiß, dass diese Erfahrung das schrecklichste ist, was ein Mensch durchmachen kann... sehr sehr schlimm für einen so jungen Mann.
Hat er mich nie geliebt? Ich weiß gar nichts mehr... DOCH! Ich weiß im Innern meines Herzens, dass wir uns geliebt haben... das habe ich doch gespürt, in seinen Augen gesehen...
Kann ich mich so getäuscht haben??? Kann man sich so täuschen in einem Menschen???
An manchen Tage glaube ich, dass es mir wieder besser geht... und dann... so wie jetzt... da kommt alles wieder hoch. Ich weine... möchte nicht mehr hier sein, würde am liebsten weglaufen... weiter und weiter, ganz weit weg. Und möchte diese Erfahrung niemals gemacht haben. Möchte mich nie in diesen Menschen verliebt haben... möchte einfach nur glücklich sein.
Warum gibt es diese Zeiten im Leben? Warum ist alles so dunkel, dann wieder alles so schön? Warum bin ich so wie ich bin? Warum habe ich ihn immer wieder gefragt, was er denkt, was er fühlt? Ich hätte oberflächlicher sein sollen... hätte ihn nicht soviel fragen sollen, hätte nicht auf meinen Bauch hören sollen, der mir immer und immer wieder Warnsignale gegeben hat....
Hätte, wäre, wenn.... es lässt sich nicht mehr ändern, was geschehen ist. "Vielleicht kann ich dir ein Gefühl geben, das dir vorher noch niemand gegeben hat", hat er zu mir gesagt. Ganz am Anfang, als wir um Auto saßen und ich aussteigen wollte. Ich hatte ihm erzählt, welche Angst ich hatte, wieder verlassen zu werden. Ich wollte keine Beziehung und doch... bei ihm konnte ich nicht anders.
Er wusste, dass es für mich nichts schlimmeres gibt als ein zweites mal verlassen zu werden. Warum habe ich das verdient? Warum soll mich niemand lieben? Warum ist alles immer begrenzt bei mir? Ich möchte doch vom Leben nichts anderes als einen Mann, der mich über alles liebt... eine Liebe zu finden, die das Leben hält. Was ist schon Geld? Nie hatte ich den Gedanken Karriere machen zu wollen, nie wollte ich mir irgendetwas beweisen...
Das einzige, was ich immer wollte, ist eine Liebe zu finden, die alles erträgt...
Ich möchte einfach keinem Menschen mehr vertrauen, ich kann es nicht. Ich weiß, dass Chris mich nicht verletzen wollte, er selbst ist noch so sehr verletzt von dem, was er erlebt hat, dass er nicht anders handeln konnte. Doch warum ich? warum musste ausgerechnet ich diese Erfahrung machen? Es tut so verdammt weh... Wenn mir jemand fremd geht... wenn irgendetwas passiert wäre... aber diese geschichte. Es hätte klappen können, wenn nicht... Das packe ich einfach nicht.
Jedes mal, wenn ich irgendetwas lese, im Fernsehen schaue... dann sehe ich ihn, etwas erinnert mich an ihn... es ist nicht zum Aushalten.
Manchmal werde ich wütend auf ihn... wenn ich mir vorstelle, was er da mit mir gemacht hat. Dann möchte ich ihn links liegen lassen. Dann möchte ich, dass er auf dem nächsten Fest, bei dem wir uns sehen, sieht, wie ich mit anderen Kerlen tanze, flirte... wie fröhlich ich bin. Und ich stelle mir vor, wie ich ihn angucke und weggucke... wie er mir traurig nachsieht und erkennt, was er verloren hat. Und ich würde ihm sagen, dass ich nicht weiß, ob ich mit seiner Vergangenheit leben kann... Und wir kämen wieder zusammen... wir würden uns wie am Anfang in den Armen liegen, weil wir nicht voneinander lassen können...
Ach, was mache ich hier...
Es ist nun vier Wochen her... vier Wochen in denen ich gelitten habe, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Es tut so weh... ich habe schon einmal eine trennung mitgemacht, ich war schon einmal die Verlassene... ich weiß, was es diesmal ist... ich weiß, dass ich diesen Mann geliebt habe...
Wenn er mich nicht liebt, dann kann er da nichts für und dann sollen wir kein Paar sein... doch diese erfahrung hätte mir erspart bleiben können.
Ich würde so gern einmal mit einem Psychotherapeuten darüber reden oder mit jemandem, der Erfahrung damit hat... oder mit ihrer Familie... niemand hätte gedacht, dass ihr Tod ihn noch so sehr beschäftigt.
Ja, ich bin eifersüchtig auf eine Tote... und wie es aussieht zurecht. Sie hat unsere Beziehung auseinander gebracht...NEIN nicht sie, er... weil er nicht von ihr loskommen konnte. Aber wie schrecklich ist es denn auch, dass sie mit 19 Jahren einfach so sterben muss... ich bin einfach zu labil, ich gehen kaputt... ich weiß nicht, was ich machen soll....

Danke, dass ihr mir zuhört...
Es gibt schlimmere Probleme, das weiß ich auch. Und wenn ich darüber nachdenke schäme ich mich schon wieder dafür, wie ich hier leide... und mich selbst bemitleide... aber es tut so weh... es tut so verdammt weh...
Übrigens: jody...
 
Hi Jody,

schön, dass dich meine Worte nicht abschrecken.

Ich weiß, wie schwer es ist solche Reaktionen zu verstehen. Da glaubt man, man hat alles getan, alles gegeben, die Hände zur Hilfe gereicht und nichts bleibt einem, als der Satz: Tut mir leid, es geht nicht! Ich kann nicht. Man selbst liebt so stark, dass andere Gedanken gar nicht aufkommen. Und da steht dann derjenige, den man über alles liebt und der sagt: Sorry.
Die ganze Liebe und die Hilfe die man gegeben hat bzw. noch geben wollte auf einmal nichtig, nicht mehr wichtig. Am liebsten würde man sich vergraben, da man sich ja selber irgendwie die Schuld gibt. Früher hätte ich das genauso gesehen wie du. Hätte mich gefragt, was habe ich falsch gemacht. Wieso klappt das alles nicht. Ich liebe ihn doch über alles. Er könnte bei mir doch glücklich sein. Außerdem weiß ich, dass er mich auch liebt. Aber er kann einfach nicht über seinen Schatten springen. Bei dieser Frage kommt dann erneut die Suche nach der eigenen Schuld.
Was hat man falsch gemacht. Einerseits nichts und andererseits hat man vielleicht ein bisschen sich selbst dabei vergessen. Und das ist das, was ich dir eigentlich mit meinen etwas forschen Beiträgen sagen wollte und auch immer noch will.
Es tut weh, wenn man sieht, dass trotz Liebe eine Beziehung nicht zustande kommen kann, egal warum auch immer.
Dann kommt dazu, dass du schon eine Enttäuschung hinter dir hast. Auch dort wurdest du alleine gelassen, obwohl es an Liebe deinerseits bestimmt nicht gemangelt hat. Das tut weh. Schon wieder verlieren
Doch das kann im Leben oft vorkommen. Dagegen ist man leider nicht gefeit. Immer wieder gibt es Enttäuschungen, aber es gibt auch diese vielen vielen schönen Momente, wofür es sich zu leben lohnt. Manchmal wünscht man sich in den Kopf der anderen zu schauen, aber manchmal ist es bestimmt besser das nicht zu können. Viele Menschen bauen nach der Enttäuschung eine dicke Mauer um sich auf, die ihnen allerdings oft die Sicht auf die schöne Seite verbaut.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man an Schmerz und Enttäuschung im Leben erstarken kann. Dass was dir hier passiert ist, habe ich in ähnlicher Form erlebt. Es hat sich über ganze 4 Jahre hingezogen, es war ein Auf und Ab. Glaube mir es war eine Karussellfahrt meiner Gefühle. Und was hat es mir gebracht: Totale Traurigkeit, ein gebrochenes Herz, Misstrauen jedem anderen gegenüber, Einsamkeit. Es hat lange gedauert, bis ich mich davon erholt habe. Darum meine Tipps, dich so schnell wie möglich wieder ins Leben zu werfen, rauszugehen, neue Leute kennenzulernen.
Gehe nicht auf diese Achterbahnfahrt, schau dich nach was anderem um. So lange er nicht bereit ist, irgendetwas zu verändern, wirst du leider immer den Kürzeren ziehen. Es würde dir immer wieder erneut weh tun. Denke dafür bist du einfach zu jung und zu schade.

Ich würde dich gerne wieder lachen sehen.
 

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