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Was war das?

  • Starter*in Starter*in Jule18
  • Datum Start Datum Start
J

Jule18

Gast
Hallo!

Das ist mir jetzt schon etwas peinlich, aber ich wollte es mal loswerden und hoffe ihr verurteilt mich nicht.

Ich hatte mal einen Freund - meinen ersten wohlgemerkt. Er war damals 18, ich gerade 17. Ich bin mehr oder weniger aus Neugierde mit ihm zusammegekommen, er sagte er fände mich hübsch und würde gerne eine Beziehung mit mir führen. An unserem ersten Date fuhren wir in einen Park, es war schon dunkel und wir saßen auf einer Bank an einem See. Er fragte mich, wie das nun sei, ob wir nun zusammen sind oder nicht. Als ich ja sagte, küsste er mich. Soweit so gut. Ich wollte eigentlich nach Hause, aber er küsste mich immer wieder, irgendwann wollte ich aufstehen, aber er zog mich zurück. Ich wusste gar nicht, dass Männer so stark sein können.
Nach diesem ersten Treffen haben wir uns in seinem Auto verabredet, fuhren wieder durch die Gegend und hielten auf einem Parkplatz. Er fragte noch "sieht uns hier jemand?" und als ich verneinte fing er wieder an mich wie wild zu küssen. Diesmal ging er aber weiter. Er wollte unter mein Shirt und mich streicheln. Ich habe seine Hand dutzende Male weggeschoben, er lies nicht locker. Aus dem Auto raus konnte ich auch nicht, er lag über mir uns ich konnte nicht aufstehen. Habe ihn dann einfach machen lassen, ich schaute aus dem Fenster und hörte ihn nur stöhnen, spürte seine Hand auf meinen Brüsten und seine Bewegungen auf meinen Hüften. Es war wie Sex ohne Sex, schwer zu erklären. Als er fertig war, bin ich aufgestanden und gegangen. Ich wollte das nicht und dennoch hat er mich angefasst.
Als ich zu Hause war, habe ich versucht sein Parfum abzuwaschen, sein Rasierwasser aus meinem Gesicht. Ich kam mir so benutzt vor.
Was mich immer und immer wieder zu ihm getrieben hat, kann ich nicht sagen.

So, das musste mal raus. Bitte verurteilt mich nicht, ich wollte es loswerden.
Liebe Grüße!
 

Hallo Jule18,

schau mal hier: Was war das?. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo Jule,

ich denke es wird dich niemand verurteilen, und ich tue es auch nicht. Auf deine Frage: was war das eine klare Antwort: du warst unsicher und hast dich aufgrund Verlustangst oder so verobjektivieren lassen. Anders ausgedrückt: hast dich selber (als Subjekt) vergessen und dich benutzen lassen.
Diese Passivität ist auf gewisse Weise Produkt einer traditionellen Frauensozialsisation/-Erziehung. Dagegen muss man jedoch selber bewußt angehen, indem man selbsbewusst wird, seinen eigenen Selbstwert erkennt und sich halt nicht mehr so einfach von wem auch immer...aber auf jeden Fall auch nie vom Freund oder Mann verobjektivieren läßt, d.h. wie in vorl. Fall zu einem Objekt der Triebbefriedigung machen läßt. Man darf und kann auch NEIN sagen...und wenn ein Typ einen dafür stehen lässt: umso besser: damit ist die Spreu vom Weizen getrennt...auf Mistkerle kann + sollte man verzichten..es gibt genug bessere Männer.
Zu dem Typen ist zu sagen, dass er eiskalt deine Naivität und Unsicherheit ausgenutzt hat um Spass zu haben...ein Mistkerl eben...und er ist in meinen Augen auch allein Schuld an diesem Vorfall, denn es gibt halt Grenzen und jeder halbwegs normale Typ hätte sofort gemerkt, dass da was nicht stimmt, du halt nicht wolltest und quasi überrollt wurdest...wer dann da noch Spass am Sex hat....der sollte an sich auf Gummipuppe umsteigen...der gleiche Effekt, aber ich glaub dabei ist dann der Machtkick für den TRiebler nicht so groß wie bei einem lebenden Menschen.

Liebe Jule, es gibt gewisse Regeln des menschlichen und zwischenmenschlichen Verhaltens...man sollte sich dessen bewußt werden und sich auch klar über sich selber werden...wo die eigenen Schwächen liegen, ob der Selbstschutz funktioniert etc. Ob man ggf. immer noch zu unselbständig und unsicher ist, nicht gelernt hat sich seiner Haut zu wehren, seinen Selbstwert zu schützen. Ist in dir das Bewusstsein vorhanden, dass du ein Anrecht auf Selbstbestimmung hast, alleinige Herrin über deinen Körper und deine Gedanken bist und KEINER dir zu nahe treten darf (körperlich wie seelisch)---> es sei denn du willst es?
Frauen müssen sich nicht versklaven um eine Beziehung zu führen...man kann auch selbstbewusst und mit wesentlich mehr Freude eine normale Beziehung führen, in der einen der Partner liebt und achtet. Als Person=Subjekt mit eigenem Willen und Ansprüchen und Recht auf Glück (inklusive glücklichen + guten Sex) achtet....alles andere ist an sich Murks und Gift für die Seele und den eigenen Selbstwert. Und diesen Selbstwert musst du aktiv selber bestimmen und auch nach außen hin signalisieren....denn Menschen erkennen instinktiv wen sie da vor sich haben...Männer die auf Dominanz und Unterwerfung stehen erkennen ihre unsichere und devote Beute innerhalb von Sekunden...an Gestik, Mimik, Körperhaltung, wie man spricht etc...und da passiert es dann ggf. im Leben öfter an solche Kerle zu geraten...

Einen selbstbewussten Habitus kann man erlernen...Kampfsport ist gut, denn hier lernt man sehr essenzielle psychologische Verhaltensdinge und auch sich abzugrenzen und deutlich NEIN zu sagen. Es gibt spezielle Selbstverteidigungs -Kurse für Frauen, die sehr empfehlenswert sind.
Und auch im Alltag durch kritische Selbstbeobachtung kann man stückchenweise lernen sich in Situationen mal anders und etwas selbstbewusster zu verhalten um positive Erfahrungen zu sammeln und damit auch wirklich selbstbewusster zu werden.
Hilfreich bei diesem Pozeß und zur Analyse von sich selber ist ggf. eine Therapie,vor der aber viele Schiss haben und damit erst recht versch***haben...hier hilft keine Angst..sondern nur Flucht nach vorne und totale Ehrlichkeit und Offenheit sich selber ggü..und Therapeuten...was ja o.k. ist...der ist ja zur Verschwiegenheit verpflichtet und nur Mittel zum Zweck für die eigene Sache...der urteilt und verurteilt auch niemals.
Manchmal liegen die Ursachen für eine blockierte Grundhaltung in der Kindheit in traumatischen Erlebnissen od. ä. an diese Ursachen muss man ran um sich aus alten Abhängigkeiten, Machtstrukturen zu lösen, sich von einem ungünstigen Selbstbild zu befreien und die Dinge mal ein wenig gerade rücken..DAs kann man oft nicht allein, denn irgendwie steckt man ja in sich und seiner eigenen Denkweise fest und zirkelt da herum und spürt untergründig: Da stimmt was nicht...weiss aber nicht was und gerät immer tiefer in die eigenen Abgründe...der innere Druck wird dabei zu hoch...man wird auf Dauern dann krank..körperlich und psychisch...weil so was hält kein Mensch aus..man muss andere Menschen haben um Druck ablassen zu können...innere Dinge, die einen bewegen oder belasten besprechen können um ggf. auch Lösungswege zu finden, auf die man selber nicht kommt.
Dein Weg ins Forum war eine goldrichtige Sache in dieser Hinsicht...hier kannst du dich mit Menschen austauschen, solltest dir aber im Klaren darüber sein, dass das notwendige Aktivitäten in deinem Lebensumfeld, auch eine gute Therapie nicht ersetzen kann.

Du solltest halt gucken und dich fragen: ist es heute immer noch ähnlich mit Männern? Gibt es immer noch diese Blockaden in Hinsicht auf Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung? Wenn ja: mach was dran...Hilfe dazu findest du überall. Nur MACHEN musst du es.

Viel Erfolg dabei!
Gruß
Tyra
 
Hallo!

Danke für deine Antwort! Ich habe früher mal Kampfsport betrieben (Judo), habe ich dann allerdings aufgegeben und bin zum Fußball gegangen.

Ich habe eine Person, mit der ich über vieles reden kann, nur leider ist sie 13 Jahre älter als ich und schwanger, daher weiß ich nicht, ob ich sie schon wieder belasten kann und darf. Vorallem nicht mit sowas...
Aber ich würde gern mit ihr darüber reden.

Es ist wirklich immer noch so, dass ich mich auf niemanden einlassen kann. Es gibt sogar 2 Männer, die Interesse an mir haben und mir das auch deutlich gesagt haben, aber ich blocke immer wieder ab, will nun nichtmehr mit denen allein sein, seitdem diese körperliche Ebene im Raum steht. Und wenn das doch einmal so ist, drehe ich irgendeine Musik lauter und versuche über völlig oberflächliche Themen zu sprechen.

Und du hast Recht mit allem, was du schreibst. Vielen Dank für deine Antwort und dafür, dass du mich nicht verurteilst!

LG,
Jule
 
Hallo

ähh hallo? Schwangerschaft ist keine Krankheit und an sich stellt ein normales Gespräch über Gott und die Welt und das Innerste der Seele doch keine Belastung dar. Man kann auch mit Schwangeren ein wenig über die Dinge philosophieren...wie man sie selber sieht...was sie dazu denkt...ganz locker vom Hocker.

Deiner Beschreibung nach hast du da anscheinend doch ne Verhaltensblockade...an sich solltest dir somit so wertvoll sein die fachkundig mithilfe eines Therapeuten ein wenig zu analysieren und abzubauen...dann klappt es gewiss auch sehr bald mit deiner Beziehungsangst, Angst vor Nähe od.ä. Ich hatte jahrelang auch ziemliche Schwierigkeiten in der Richtung...dann war aber der Wunsch nach Liebe und Zuwendung doch stärker...ich hab mir gesagt: o.k. denn Flucht nach vorne...die inneren Ängste mal ein wenig runterdrücken...und mit der Zeit wurde es auch leichter...denn ich hatte mit meiner ersten...an sich recht späten Liebe mit 23 Jahren oder so...vorher hatte ich an sich keinen Bock auf Männer...hatte meine Hobbies, Distanzreiten, Nebenjob Trekkingführerin, Berufsausbildung, Freundinnen mit denen ich um die Häuser durch die Diskos zog und einfach erstmal ne Menge Spass auch ohne Männer...mal ein wenig Rumgeknutsche..aber nur mit Typen, die echt o.k. waren, also lieb und einfühlsam. Zentralpunkt war also an sich was ich so wollte ich bin in der Schulzeit dann auch nicht dem allgemeinen Leistungssport: wer kriegt nen tollen Typen ab und wer hat zuerst Sex etc. mitgemacht...und das war gut so...
Ich denke jeder hat da seinen eigenen Takt...man sollte da eher seiner inneren Stimme folgen als dem was andere krakeelen und von einem erwarten...Man muss um "dazuzugehören" nicht immer genauso denken und handeln wie andere...An sich wird ein eigener -ggf. auch vom mainstream abweichender- Wille, der authentisch wirkt...also mit ruhigem Selbstbewusstsein durchgeführt wird immer honoriert, geachtet und manchmal sogar bewundert..war jedenfalls meine Erfahrung.

Wenn du merkst: o.k. ich will...kann aber nicht...stecke aufgrund innerer Ängste fest, dann solltest du wie gesagt mal langsam gucken, dass du da vielleicht Hilfe holst um diese eventuelle Blockade mal kleinzukriegen...

Sport: Judo ist gut...aber Fußball an sich auch...ist ja auch ne Art Kampfsport...nur anders eben...Man kann jedoch auch auf anderer Ebene Abgrenzungsvermögen + Selbstbewusstsein erlangen...durch ne Therapie etc.und dadurch das man anfängt sich jeden Tag ein wenig mehr zu trauen, Dinge offen anzusprechen...seine Gefühle zu artikulieren...z.B in einer Situation in der du mit nem Typen zusammenbist und es körperlich wird, dass du dann anstatt abzulenken mal drüber redest und sagst...du magst ihn, aber hast halt Schwierigkeiten mit Nähe...möchtest es langsamer angehen etc...und dann siehst du ja auch die Reaktion..wenn er Verständnis zeigt und sagt: o.k. du hast die Kontrolle...schafft das Vertrauen und du kannst dich wieder ein wenig mehr öffnen...und du kannst bestimmen wann wer dir näherkommt und wer nicht.
Und an sich ist in meinen Augen auch einfach nur normale Freundschaft mit nem Mann auch o.k. und geht auch...jedenfalls habe ich auch einige männliche Freunde zum Ausgehen, ins Kino-Gehen, Fahrrad-reparieren, Laufen, Video-Gucken, Eisessen etc. mit denen ich keinen Sex habe....schliesslich hab ich noch weitere Qualitäten als nur meinen Körper...und man kann sich auch so köstlich amüsieren und Spass haben ohne das gleich Sex angesagt sein muss...in der Hinsicht bin ich ja eh anspruchsvoll und habe für das Ressort einen sehr geeigneten Kandidaten...d.h. einen festen Freund, dem ich auch treu bin.

Langer Rede kurzer Sinn: sprich mit deinen 2 Bekannten da offen drüber...immer offene und direkte Wege...damit keine Missverständnisse aufkommen...Du mußt halt wissen was du willst und solltest dich auch vom Wollen anderer abgrenzen können...d.h. wenn ein ER Sex mit dir will, du aber nicht...ist dein Wille ausschlaggebend...du musst keinen Sex mit ihm haben um ihm einen Gefallen zu tun...so was wäre recht schräg...und ist nicht gut für dich...

Gruß
Tyra
 
Liebe Jule!
Ich kann ziemlich genau nachempfinden wie es dir gerade geht. Aber zu allererst moechte ich dir den guten Rat geben dir wirglich proffesionelle Hilfe in vorm eines Therapeuten oder zumindest einer Selbsthilfegruppe zu suchen. Denn deine Schultzuweisung die du auf dich selbst projezierst, ist zwichen deinen Zeilen und auch ganz offensichtlich zu spueren. Lass dir beim verarbeiten des Erlebten helfen bevor sich alles zu sehr festigt. jeh laenger du damit wartest etwas auf zu arbeiten um so mehr Zeit benoetigst du dazu.
Aber ein sehr guter Anfang ist es wirglich mit deiner Freundin darueber zu spraechen, denn wie schon geschrieben wurde, Schwangerschaft ist keine Krankheit.
Ausserdem nehmen Freunde so eine Geschichte meistens viel besser auf als man sich das denkt. Da spraesche ich aus eigener Erfarung. Es tut so verdammt gut, wenn da jemand ist der die Wut und die Verzweiflung mit dir teilt und dich dann auch noch in den Arm nehmen kann und nicht nur eine Antwort schreibt.
Also, mit sicherheit wird dich dafuer niemand verurteilen, du warst einfach ohnmaechtig und es ist eben geschehen. Du traegst dafuer nicht die geringste Verantwortung!!! Es giebt nur leider ein paar Scheisskerle auf diesem Planeten.
Weisst du jeh mehr du ueber eine Sache von dieser Tragweite Schweigst, um so mehr Gewicht verleist du ihr und sie waechst und waechst unaufhörlich im verborgenen. Aber jeh eher du darueber sprichst, um so mehr gewinnt sie an Normalitaet, bzw. sie verliert an geheimer Bedeutung. Natuerlich soll das nicht bedeuten das du es ans schwarze Brett nageln sollst, das heist schon durch diesen Austausch im Netz verliert die Sache an Gewicht. Wenn du es jetzt auch noch vertig bringst mit deiner Freundin darueber zu reden, faellt noch ein groesserer Batzen an Gewicht weck. Versuch es doch einfach. Schlimmer wird es dadurch mit sicherheit nicht. Auch so eine Erfahrungssache.
Also dann, ich wuenche dir auf alle Faelle viel Kraft!
Lill76
 
Liebe Jule,

ich kann Dich leider sehr gut verstehen und habe Dir vor Allem zum Thema Schuld und Scham etwas zu sagen: Du hast überhaupt keinen Grund, Dich schuldig zu fühlen oder zu schämen und jeder, der Dir das einreden will, ist ein Idiot und nicht viel besser als Dein klasse Ex-Freund. Die Situation, in der Du warst, ist eine Extremsituation. Dieser Kerl hat Dich spüren lassen, wie überlegen er Dir ist. Sowohl körperlich, als auch an Erfahrung. Das hat Dich natürlich eingeschüchtert, verunsichert und Dir Angst gemacht. In einer solchen Situation schiessen Dir tausend Gedanken durch den Kopf. Ist es doof und unreif, wenn ich nein sage? Was ist, wenn er es nicht akzeptiert? Was, wenn er mir dann Gewalt antut? In der Unerfahrenheit, Angst, vielleicht sogar Zuneigung zu dem Typen, weiß man gar nicht, was man machen soll, also wählt man den momentan einfachsten und scheinbar harmonischsten Weg: nichts tun, es geschehen lassen oder einfach mitmachen. Deshalb hast Du Dir nichts vorzuwerfen, denn das ist eine normale Reaktion auf die Zwangslage, in die er Dich gebracht hat. Deshalb bist Du nicht "selbst schuld"! Und auch, dass Du immer wieder zu ihm gegengen bist, kann ich nachvollziehen. Das ist natürlich total selbstzerstörerisch, aber es war für Dich ein Weg, diese Sache zu verdrängen, indem Du einfach immer wieder so getan hast, als wäre mir Deinem "Freund" alles in Ordnung. Man spiegelt sich oft auch selbst vor, dabei Lust zu empfinden, was irgendwie masochistisch ist, aber von irrsinniger Sehnsucht nach Harmonie herrührt. Dafür braucht man sich überhaupt nicht zu schämen, sondern der Typ muss sich schämen, weil er das ausgenutzt hat! Im Grunde hat er sich strafbar gemacht, was aber niemals bewiesen werden kann.
Entschuldige, jetzt hab' ich einfach so geschrieben, als wüsste ich das alles und es wäre wirklich so bei Dir. Natürlich steht es mir nicht zu, das einfach so zu beurteilen, das kannst Du nur selber. Wenn es ein Bisschen stimmt, was ich geschrieben habe, dann nimm es Dir zu Herzen. Wenn nicht, dann sieh es als Bericht meiner eigenen Erfahrungen an. Reden ist auf jeden Fall wichtig, das tut so gut. Ich hab' 'ne Therapie gemacht, ich kann das nicht empfehlen, weil es bei mir nichts geholfen hat, das heißt aber nicht, dass es bei Dir nichts hilft. Jeder ist da ja anders. Ich hatte damals Freunde und musste feststellen, dass sehr viele ähnliche Erfahrungen gemacht hatten, aber sich nie getraut hatten, darüber zu reden, eben aus Schuld-und Schamgefühlen. Man kann sich gegenseitig sehr gut helfen, wenn man das Problem des anderen versteht und selber kennt.
Ich wünsche Dir sehr viel Glück, dass Du diese sache irgendwann aus Deiner Gefühlswelt, wenn schon nicht aus der Erinnerung, löschen kannst und fähig bist, ein neues Glück zu finden. Lass Dir Zeit, das ist besser, als halbherzige Beziehungen einzugehen, dann läufst Du Gefahr, jemanden zu verletzen oder auch selbst sehr verletzt zu werden. Du schaffst das schon. Wenn Du mal reden willst, kannst Du mich gerne anschreiben.

Liebe Grüße

Anna
 
Danke für Eure Antworten!
Einer der beiden hat gesagt er hätte sich in mich verliebt. Als ich ihm sagte, dass daraus erstmal nicht wird, hat er wieder angefangen zu ritzen. Er sagte meine Ablehnung hätte ihm den Rest gegeben.
Trotzdem bin ich schuld, ich hätte nicht wieder zu ihm gehen müssen. Ich wusste, dass das nicht richtig so ist. Es war ekelhaft...
Und ich traue mich einfach nicht, meiner Freundin etwas davon zu sagen, ich habe sie schon mit diversen anderen Dingen belastet. Sie sagte zwar ich könne ihr alles sagen, aber ich habe sie schon durch mein "ICh ritze" Geständnis geschockt, und weiß nicht, ob ich ihr in der Schwangerschaft nun nochmehr zumuten kann...
 
Hallo Jule,

mein gut gemeinter Rat: Finger weg von problembehafteten Typen...insbesondere wenn man selber Probleme hat. Diese Sache mit dem Ritzen, also Autoaggression weist auf eindeutige psychische Probleme hin, die du nicht behandeln kannst und für die du auch nicht verantwortlich bist.
In dieser Sache ist es mal wieder wichtig sich gut abgrenzen zu können und die Verantwortung da zu lassen wo sie hingehört: nämlich bei dem Typen der ritzt...der muss mal aus den Puschen kommen, dass er ne etwas weniger selbstschädigende Stressabbaumethode für sich findet.

Frauen neigen generell ja zum Helfersyndrom..fühlen sich für Gott und die Welt verantwortlich...was aber letztlich oft zu Burn Out führt..daher: immer ein wenig Abstand halten und gucken was läuft...und in diesem Fall hast du es mit einem Typen zu tun, der nicht gut für dich ist. Sein Schuldvorwurf an dich...an sich ne offene emotionale Erpressung.. zeugt von einem sehr unreifen und auch unfairem Geist + Charakter...einem Menschen, der sich weigert selber Verantwortung für sich und sein Tun (=in diesem Fall das Ritzen...denn schliesslich setzt er sich ja die Klinge oder was weiss ich..und nicht du! ) zu übernehmen. Es ist natürlich bequemer sich dann stets nen Sündenbock/Buhmann, der Schuld ist an ihrem Leid oder Handeln zu suchen = nicht gut für Menschen, die selber Probleme mit Abgrenzung haben..

Die Faustregel heißt: sieh erstmal zu, dass du gut klarkommst im Leben, dich selber versorgen kannst, kümmere dich um deine körperliche und geistige Gesundheit, wozu auch gehört dir Freunde zu suchen und Freundschaften zu pflegen, die dich aufbauen nicht kaputt machen oder zu sehr stressen..wo man ständig quasi auf Glatteis geht.
Natürlich haben Freunde auch mal Probleme und deswegen muss man sie nicht gleich in die Wüste schicken...und natürlich kann man mal helfen...aber das sollte nicht zur Dauereinrichtung + Krankenschwesterjob werden. Also sollte man halt drauf achten wie Bekannte oder Freunde drauf sind und dass sie zumindest so erwachsen und verantwortungsbewußt sind sich auch selber um sich zu kümmern und nicht andere mit schrägem Verhalten zu Aufmerksamkeit oder mehr zu zwingen...Also lass das mal lieber mit dem Hingehen und wenn, dann um zu sagen, dass es MIst ist und dich auch belastet, wenn er dir die Schuld an seinem Ritzen gibt und dass er schleunigst zusehen soll, dass er in der Hinsicht selber was für sich tut...wenn nicht ---Adios! Vergeude deine Zeit nicht als Krankenschwester für psychisch labile Typen...wofür du ja auch nicht qualifiziert sein dürftest.

Da du selber ritzt ist es an sich auch gesünder mehr die Nähe von Normalos zu suchen...um zu sehen und zu lernen wie die mit Stress umgehen...da gibts nämlich hautfreundlichere Alternativen. Eine gute Tagesstruktur aufbauen, genügend Schlaf, sinnvolle Beschäftigungen, volles Programm,damit man erst gar nicht auf dumme Gedanken kommt. Finger weg von Drogen...auch legalen wie Alk und zu viel Koffein....Ich baue inneren Druck und meine Aggressionen durch Kampfsport ab...oder durch Quatschen mit ner Freundin etc.
Deine Denkhaltung, dass du mit deinen Problemen Freunde belastest etc. ist an sich nicht o.k. Wozu hat man Freunde? Um sich auch mal gegenseitig zu entlasten, füreinander da zu sein...ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Jeder normale Mensch...auch ne normale Schwangere kann ganz gut mit Problemen umgehen...auch Ritzen...Kommt ja auch immer drauf an wie man es rüberbringt.
Als meine Schwester damals an einer Psychose erkrankt war, also 2 Wochen lang richtig durchgeknallt mit Wahnvorstellungen und dem vollen Programm, da habe ich ihr zu Offenheit ggü ihren Freunden geraten und die auch zuvor medizinisch aufgeklärt nachdem ich mich aufgeklärt hatte um denen diese Schwellenangst zu nehmen...hat gut geklappt...Man kann also meiner Ansicht nach ALLES normal erklären...wenn die Leute genug Infos haben, man offen damit umgeht und man kein Drama draus macht, weicht der erste Schrecken vor dem Unbekannten...Auch Ritzen ist ja ne an sich recht einfach zu erklärende Sache: Autoaggression aufgrund psychischer Instabilität und Probleme mit dem Selbstwertgefühl, Minderwertigkeitskomplex etc...Probleme Gefühle zu artikulieren, inneren Druck abzubauen was im Übersprung in Autoaggression einmündet..etc. etc. Und auch diese Verhaltensaberration kann man an sich durch Therapie + Willenskraft sehr gut in den Griff kriegen.
Übrigens ist diese Definition "normales Verhalten" ja auch sone Sache...ich kenne an sich kaum Leute, die nicht irgendwo ne Verhaltens- Macke haben...eine Bekannte ist ständig am Diäten und entzieht sich masochistisch jeglichen Genüssen, ich muss mich ständig mit Essen belohnen...und aufpassen dass ich die 70kg-grenze nicht überschreite, ein Bekannter hat nen Kontrolltick...muss immer Dinge abzählen.. etc. Die Grenze ist glaube ich da anzusetzen, wo man nicht mehr alltagstauglich ist...d.h. wenn sich die Macken im Rahmen halten sodass Leib und Leben nie sonderlich gefährdet sind und man den normalen Alltagsstress gut bewältigt...ist alles im Grünen Bereich...alles was darüber hinaus läuft wie auch das Ritzen sollte man als Krankheit sehen und behandeln lassen..und nebenbei auch aktiv daran mitarbeiten neue Wege zu finden inneren Druck abzubauen..wozu auch gehört nicht mehr zu denken, dass man andere nur belastet, wenn man mit ihnen über sich und seine Probs redet.

Gruß
Tyra
 
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Hallo!

Hast ja recht... Aber ich mag ihn als Freund so sehr, dass das leider nicht so leicht ist.
Zuviel Koffein wird als Droge betrachtet? Oje, ich sollte meinen Cola (Schleichwerbung...) Konsum einstellen...
Also denkst du bzw. ihr, dass ich ihr das mal sagen sollte? Um das mal loszuwerden? Ich habe wirklich Angst, sie zu überfordern... Würds ihr aber gern sagen...

LG,
Jule

P.S.: Danke für die Antworten, bedeutet mir viel!!
 
Hallo!

Mir ist da gerade eine Erinnerung wieder hochgekommen, die ich mit euch teilen wollte.
Es war eine ziemlich kalte Winternacht, wie saßen auf seinem Schal auf einer Parkbank an einem See. Er sagte er friert und umarmte mich unter meiner Jacke. Ich konnte mich nicht mehr bewegen. Er sagte ich solle ihn auch umarmen, was ich auch tat. Eigentlich wollte ich nur so dasitzen und in die Sterne schauen...
Was mir auch wieder einfällt: Es hat mich manchmal erregt, wenn er auf mir lag und sich bewegte. Als ich wieder zu Hause war, schlug das aber schnell ins Gegenteil um. Ich duschte und wusch mich, sein Parfum war quasi überall und ich wollte es nur so schnell wie möglich abwaschen.
Er sagte auch einmal: "Du kannst mich ruhig mal da anfassen, das ist nichts schlimmes", womit er sein Ding meinte. Manchmal wanderte seine Hand in meinen Schoß, wo ich Mühe hatte, sie fernzuhalten. Er hat mich dort niemals berührt, zum Glück, aber meine Brüste reichten ihm einfach irgendwann nichtmehr.
Ich habe ziemlich lang nicht mehr dran gedacht, bis ich nun nach einer Beziehung gefragt worden bin.
Ich würde das so gern loswerden, mit meiner Freundin drüber reden, aber sie ist nunmal 13 Jahre älter als ich und im 7. oder 8. Monat schwanger. Ich weiß nicht, ob ich ihr das antun kann. Sie hat schon soviel für mich getan, ich will sie nicht überfordern. Habe mal drüber nachgedacht ganz vorsichtig per Mail anzufragen, ob sie nocheinmal Zeit für ein Gespräch hat und hatte die Mail bereits fertig getippt und wieder gelöscht.
Sie war auch diejenige, die mich zu einer Psychotherapeutin gebracht hat (wegen des Ritzens und weil sie denkt, dass ich vll eine Depression haben könnte), die mich leider nicht behandeln darf, weil ich nun bereits volljährig bin.
Ich bin also für jeden Rat dankbar,
LG,
Jule
Edit: Nun sitze ich hier wieder völlig ohne Hilfe allein zu Hause und habe mittlerweile keine Schnitte mehr auf der Schulter sondern eine Schulter unter Schnitten...
 
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