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Was soll ich tun?

S

snuckie

Gast
meine Mutter hat seit 8 Jahren depressionen (edogene) und ist auch in aerztlicher Behandung,
vor ca 2 monaten hat sie versucht, sich umzubringen und sich die pulsadern aufgeschnitten,
sie ist nun schon seit diesem tag in der klinik, zuerst auf der geschlossenen station, nun auf der offenen.
ich versuche alles was ich kann, gehe sie besuchen, unterstuetze sie, fuehre gespraeche mit den Aerzten, wasche die waesche..etc.

ich muss dazu sagen, ich bin verheiratet und arbeite vollzeit.

schon im sommer haben mein mann und ich einen 10 tage urlaub gebucht, der in ca einer woche losgehen soll,

meine mutter wird zu diesem zeitpunkt immer noch in der klinik sein,
ich fuehle mich schuldig wenn ich fahre, aber auf der anderen seite koennte ich diese entspannung sehr gut gebrauchen...:(

sie hat einen lebensgefaehrten der sich um nicht viel kuemmert und sie wird wohl zu uns ziehen wenn sie aus dem krankenhaus kommt...

was soll ich tun?

gebt mir mal einen tip...
bitte
 

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J

Jim

Gast
Erst mal Respekt für das was Du tust ! Jedoch solltest Du nicht Dein eigenes Leben vergessen! Und mache ruhig Deinen Urlaub, den hast Du Dir verdient.
 

Sigi

Sehr aktives Mitglied
Hi snuckie,

vielleicht hilft es dir, dir einen Plan zu machen, den du rein sachlich für richtig hältst und den dann auch ohne schlechtes Gewissen einzuhalten.

Es gibt spontane Situationen, in denen man seine Interessen zurücksetzt, das ist schon richtig. Aber du musst unterscheiden lernen, was so eine Situation ist und was Dauerzustand wird.

Erkläre auch deiner Mutter, dass du für sie da sein willst und dir lange überlegt hast, wie du das auf die Reihe bekommst, und dass das über lange Zeit gesehen eben nur geht, wenn du auch überlebst. Sag ihr, wenn sie das versteht, wird sie dich immer haben. Depressive haben oft das Gefühl, sie überleben es nicht, wenn jemand "geht". Daher ist vielleicht obige Erklärung nötig. Und dann mach deinen Urlaub und genieße ihn, wissend, dass du das Rechte tust.

Sigi
 

Benedikt

Mitglied
Hallo Snucki,

erst mal alle Achtung und dann : Helfen heißt nicht, in den Hintergrund zu geraten. In meinen vielen Jahren habe ich gelernt, dass Hilfe nur so gut sein kann, wie die Kräfte und die Reserven, über die Helfer verfügen können. Schon allein deshalb ist Deine Erholung eine Selbstverständlichkeit, die nur die anzweifeln, die sich besser nicht nach ihren Interessen fragen lassen.
Krankheiten, wie Depression operieren im Hintergrund mit einer Aufforderung, "es" was es auch immer sein mag, für sie zu erledigen, da sie ja so krank und schwach sind, es selbst zu tun. In der Fachsprache ist deshalb die Rede vom sekundären Krankheitsgewinn, der dafür sorgt, dass Krankheit sich trotz ihrer Leiden "lohnt". Beiden Seiten ist dies in der Regel nicht bewußt und so kann dieses Phänomen ungestört sein Unwesen treiben.
Deine Mutter kann nur gewinnen, wenn sie sich bewußt wird, dass ihre Anstrengung nicht nur gefragt bleibt sondern auch Wirkung zeigt, wenn sie sich dazu aufrafft.
Erhole Dich und mache klar, wo Deine Grenzen sind. Das ist Ehrlichkeit und keine Verweigerung.
Kinder fangen schon sehr früh an, sich gegen Hilfen zu wehren -"will selber machen" - und entwickeln die Initiative, mit der sie in ihrem Leben später wichtige Weichen stellen.
Lassen wir mal Deine Frage: Was mache ich? einer anderen Frage Platz machen: Was kann meine Mutter, wenn ihr nichts mehr übrig bleibt?
Dir fällt sicher etwas dazu ein und ich bin überzeugt, Deiner Mutter auch.
Sie wird versorgt und Du und Dein Mann brauchen auch Eure Sorge, Eure Zeit und Eure Energie. Punkt.
Erhole Dich gut.
Schöne Zeiten für Euch beide. Es ist an der Zeit.

herzliche Grüße
von Benedikt
 

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