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Was passiert beim Neurologen/Psychiater?

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Gast

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Guten Morgen,

ich habe bald einen Termin bei einem "Facharzt für Neurologie und Psychiatrie".

Ich habe mich bewusst für einen 'normalen' Arzt entschieden und nicht für einen Therapeuten, da ich davon ausgehe, dass ich da nur wenige Minuten verbringe. Das ist einfacher für mich. Geringere Wahrscheinlichkeit, dass ich anfangen muss zu flennen, weil ich mich so schäme, dass ich es nicht einfach lassen kann.

Eine Diagnose brauche ich auch nicht, selbst Laien, die einen Tag mit mir verbringen würden, wüssten 'zumindest in etwa', was Sache ist.

Was passiert bei so einem Termin?
"Hallo, ich hab XY und weiß nicht, was ich machen soll"
"ok, hier Rezept, tschüss" ?

Oder nach "hallo, ich hab XY" ein Griff in die Schublade zu den Testfragebögen, um anschließend eine Diagnose aufschreiben zu können?

Ich habe Angst vor wahrscheinlichen Standardfragen wie "Wie äußert sich das?".

Ich schäme mich und wenn ich ehrlich sein soll, gehe ich auch nicht wegen der 'Krankheit' an sich hin sondern wegen der Auswirkungen auf mein Leben. Ich könnte mit der 'Krankheit' leben, auch wenn ich weiß, dass sie 'nutzlos' ist. Aber mein Freund ist kurz davor, mich zu verlassen, meine Arbeit steht auf dem Spiel und meine Freundschaften gehen kaputt.

Was passiert beim ersten Termin? Oder: was kann passieren?

Mich würden auch persönliche Erfahrungen freuen. Danke
 
Du brauchst dich überhaupt nicht zu schämen. Im gegenteil, es zeugt von Mut, sich jemanden mit seinen Problemen anzuvertrauen und Hilfe anzunehmen. Ich war damals auch beim Neurologen und bekam nach einem kurzen Gespräch eine Überweisung zur Therapie.

Je nach Art deiner Problematik wäre eine Therapie vielleicht sínnvoll, auch das ist kein Grund sich zu schämen, erfährt ja auch niemand etwas davon und kostet dich keinen Cent. Läuft alles über die KK.

Was die Fragen angeht, nun, wenn du möchtest, dass man dir hilft, solltest du dich bemühen, einfach ehrlich zu sein und die Fragen wahrhaftig zu beantworten, also ohne um den heissen Brei herumzureden oder Ausflüchte zu gebrauchen. Sonst können dir weder der Neurologe noch ggf. ein Therapeut helfen. Nur Mut!
 
hallo Dr. Rock,

danke für deine Antwort. Ich kann es natürlich nicht mit absoluter Sicherheit sagen, aber ich glaube, ich bin gar nicht in der Lage, um den heißen Brei zu reden. Das würde mehr Worte in Anspruch nehmen, als einfach 'rauszuquetschen', was Sache ist.

Ich glaube auch, dass ich beim Psychiater vielleicht sogar falsch bin. Ich habe eine Zwangsstörung und habe auf Fachseiten, die sich damit beschäftigen, immer gelesen, dass eine Therapie unumgänglich ist. Ich weiß aber nicht, wie ich das machen soll.

Ich sehe einfach schwarz. Hätte ich Magersucht, könnte ich das Verhalten (nicht essen) und Gedankengänge (ich bin immer noch dick o.ä.) ändern. Da geht es um "hinzufügen" von Verhaltensweisen und verändern von Gedankengängen.

Beim Zwang geht es nicht um hinzufügen, sondern darum Verhaltensweisen zu 'löschen'. Gedankengänge ändern.. ich weiß, dass es nutzlos ist, was ich mache. Ich weiß, dass alles in Ordnung ist und dennoch muss ich meinen Zwängen 'nachgehen'.

Ich würde mich nicht für eine 'normale' psychische Erkrankung schämen. Ich schäme mich dafür, dass ich Stunden mit nutzlosen Zwängen verbringe, von denen ich auch noch weiß, wie nutzlos sie sind.

Mutig wäre es, wegen einem Problem mit der Krankheit zum Arzt zu gehen. Das, was ich tue, ist pure Verzweiflung, weil der Druck von außen zu groß für mich ist. Traurig, aber wahr.

Darf ich fragen, wie dein erstes Gespräch lief? Hast du einfach erzählt oder hat er gezielt irgendwas gefragt?
 
hi

ich kenne das auch so, das ein neurologe eben körperliche ursachen abklärt und fragen stellt und dich dann gegebenenfalls zur therapie überweist.


nimand braucht sich für ein verhalten zu schämen, die therapeuten oder ärzte haben verständnis für alle belange. und zwangshandlungen haben ja auch ihren ursprung. den wird man dann ergründen und daran arbeiten,genau wie bei jeder anderen " störung".

du musst nicht wissen, wie du daran arbeitest, das wirst du doch in tehrapie erfahren.

und es sind doch gerade die auswirkungen aufs leben, die einen zu schaffen machen. wenn man die beheben kann, ist doch wunderbar.

es gibt keine normalen störungen,bzw. alle störungen sind normal...😉
du hast nichts schlechteres oder besserers als andere...
 
Eigentlich weiß ich, dass du Recht hast. Hätte ich was anderes, würde ich mich halt dann dafür schämen. Würde mir eine Freundin von einer psychischen Erkrankung erzählen, würde ich auch ehrlich antworten "du brauchst dich nicht schämen". Tja, nur habe ich halt nicht gedacht, dass ICH mal Hilfe brauche. Ich lebe nun schon Jahre damit. Warum gehen nicht noch ein paar Jahre? Warum schaff ichs jetzt doch nicht mehr alleine?

Ich weiß, dass ich nicht wissen muss, wie ich daran arbeite. Ich wollte es aber unbedingt wissen und habe mich (leider?) informiert.

Achso, also der Arzt ist Arzt für beides. Neurologie und Psychiatrie. Die am Telefon hat mich auch gefragt, ob ich körperliche Beschwerden habe oder nur ein Gespräch möchte. Nein, Körper ist ganz, ja, ich 'möchte' nur ein Gespräch, autsch. Zumindest wissen sie also, dass körperliche Untersuchungen nicht notwendig sind und ich nicht seine neurologische sondern psychiatrische Hilfe brauche.

Danke!
 
Hallohallo!

danke für deine Antwort. Ich kann es natürlich nicht mit absoluter Sicherheit sagen, aber ich glaube, ich bin gar nicht in der Lage, um den heißen Brei zu reden. Das würde mehr Worte in Anspruch nehmen, als einfach 'rauszuquetschen', was Sache ist.

Das ist doch dann auch gut so, denn wem nützt es, wenn du "schwindeln" würdest? Am Allerwenigsten dir, oder? Ehrliche Hilfe bekommst du em ehesten, wenn du ehrliche Auskünfte gibst.

Ich glaube auch, dass ich beim Psychiater vielleicht sogar falsch bin. Ich habe eine Zwangsstörung und habe auf Fachseiten, die sich damit beschäftigen, immer gelesen, dass eine Therapie unumgänglich ist. Ich weiß aber nicht, wie ich das machen soll.

Eine Überweisung zu einem TherapeutIn bekommst du dann auch vom Neurologen.

Ich sehe einfach schwarz. Hätte ich Magersucht, könnte ich das Verhalten (nicht essen) und Gedankengänge (ich bin immer noch dick o.ä.) ändern. Da geht es um "hinzufügen" von Verhaltensweisen und verändern von Gedankengängen.

Sorry: auch wenn du magersüchtig wärst, wäre das sicher nicht so einfach wieder "geradezubiegen". Auf Knopfdruck geht das nämlich nicht, auch, wenn man das - als Außenstehender - denken mag. Niemand der magersüchtig ist, entschließt sich freiwilig dazu, es hat alles seine komplexen Hintergründe.

Beim Zwang geht es nicht um hinzufügen, sondern darum Verhaltensweisen zu 'löschen'. Gedankengänge ändern.. ich weiß, dass es nutzlos ist, was ich mache. Ich weiß, dass alles in Ordnung ist und dennoch muss ich meinen Zwängen 'nachgehen'.

Deine Zwänge haben ihren Ursprung und ihre Entstehungsgeschichte. Ich meine, niemand stellt sich hin und denkt sich "Ich will mich jetzt hier und dort zwanghaft verhalten!", oder? Ich denke, es geht dann darum, diese "falschen" Verhaltensweisen zu "überdecken", quasi ein neues Verhalten einzutrainieren.

Jemand der den Zwang hat, die Wäscheklammern farblich den aufzuhängenden Kleidungsstücken zuzuordnen, kann einen ersten Schritt machen, wenn er anstatt roten Klammern zu roten Socken mal die rosa Klammern verwendet - und die dann auch so hängen lässt! Und dann, nach und nach, wenn dieses neue Verhalten innerlich akzeptiert ist, geht man weiter, setzt sich weitere, kleine Ziele, Stück für Stück.

Das geschieht dann alles, meines Wissens nach, unter therapeutischer Anleitung.

Ich würde mich nicht für eine 'normale' psychische Erkrankung schämen. Ich schäme mich dafür, dass ich Stunden mit nutzlosen Zwängen verbringe, von denen ich auch noch weiß, wie nutzlos sie sind.

Zu wissen, dass ein Verhalten "falsch" oder "nutzlos" ist, bedeutet leider nicht automatisch, dass man dann damit aufhören kann. Schön wär´s...das muss alles eintrainiert werden und wird sicher dauern.

Schämen brauchst du dich für gar nichts, wieso? Eigentlich solltest du dir auf die Schulter klopfen, weil du tapfer genug bist, deinen Problemen ins Auge zu sehen und dich ihnen zu stellen. Das schafft nicht jeder und zeugt von Mut!

Mutig wäre es, wegen einem Problem mit der Krankheit zum Arzt zu gehen. Das, was ich tue, ist pure Verzweiflung, weil der Druck von außen zu groß für mich ist. Traurig, aber wahr.

Was bedeutet, "Druck von Außen"? Hat dich jemand darauf angesprochen oder was ist dir widerfahren?

Letztendlich...kann es dir egal sein, ob der Stein nun von dir, also von innen, angestossen wurde oder ob man dich drauf Aufmerksam gemacht hat. Unterm Strich zählt nur, dass du dir deiner Problematik bewusst bist und nun etwas dagegen unternehmen möchtest.

Darf ich fragen, wie dein erstes Gespräch lief? Hast du einfach erzählt oder hat er gezielt irgendwas gefragt?

Bei mir war´s eigentlich ehr Zufall - ich ließ mich vom hausarzt zum Neurologen überweisen, weil ich so etwas wie eine Nervenschädigung im Bein hatte. Und auf dem Schild las ich, dass der Neurologe auch als Psychiater tätig ist. Im Wartezimmer entschloß ich mich, diese Gelegenheit beim Schopf zu packen und ihm von mir und dem zu berichten, was mir zu schaffen machte.

In diesem Gespräch (vielleicht 10 Minuten) erklärte ich, was mit mir seit Jahren los war, von Ängsten, Grübeleien, meiner Kindheit, etc. Ich sprudelte quasi drauflos. Wir unterhielten uns und ich bekam eine Überweisung für eine Therapie. Tja, und dann ging´s eben los.

Also geh nicht so hart mit dir um und mach dir keine Vorwürfe. 😉
 
hallo Dr.Rock,

du hast natürlich Recht mit deinem Einwand zur Magersucht. Das war auch ein rein subjektiver Kommentar von mir, weil man halt einfach nicht drinsteckt, das Wissen und Einfühlen bei manchen Krankheiten, die man nicht selbst hat, fehlt und man dann natürlich sich das anders ausmalt, als es ist. Freiwillig entschließt sich natürlich kener, krank zu werden.

Druck von außen: mein Freund ist kurz davor, mich zu verlassen, weil er nicht versteht und nicht erträgt, dass ich sinnlos Dinge kontrolliere und er mich nicht abhalten kann. Ich werde in einem Jahr zwangsexmatrikuliert, wenn ich dann nicht fertig bin mit meinem Studium und realistisch betrachtet wäre es selbst dann praktisch kaum möglich, die restlichen Prüfungen und Arbeiten abzulegen, wenn ich einen Knopf hätte, bei dem man heute und jetzt auf "gesund" drücken könnte. Meine Freunde haben es fast schon aufgegeben, mit mir etwas unternehmen zu wollen, weil ich nicht wie andere spontan aus dem Haus kann (ich 'muss' ja kontrollieren bevor ich gehe) und auf Arbeit (nur Aushilfe zum Studium finanzieren) bin ich nicht mehr leistungsfähig, da ich ja auch die Arbeitsergebnisse 'kontrollieren' muss und dabei viel Zeit 'totschlage' (ineffektiv).

Das sind alles Folgen, die meisten eben entstanden durch den Zeitaufwand, den das Kontrollieren in Anspruch nimmt. Und wegen denen will?/muss? ich was machen.

Na du hast es ja bei deinem Termin knallhart gemacht. :-O Rein, entscheiden und gut ists. Gib mir doch was dieser Eigenschaft ab 🙂. Ich bewundere Menschen, die darüber einfach reden können.

Danke für deine ausführliche Antwort!
 
Moin! 🙂

Druck von außen: mein Freund ist kurz davor, mich zu verlassen, weil er nicht versteht und nicht erträgt, dass ich sinnlos Dinge kontrolliere und er mich nicht abhalten kann. Ich werde in einem Jahr zwangsexmatrikuliert, wenn ich dann nicht fertig bin mit meinem Studium und realistisch betrachtet wäre es selbst dann praktisch kaum möglich, die restlichen Prüfungen und Arbeiten abzulegen, wenn ich einen Knopf hätte, bei dem man heute und jetzt auf "gesund" drücken könnte. Meine Freunde haben es fast schon aufgegeben, mit mir etwas unternehmen zu wollen, weil ich nicht wie andere spontan aus dem Haus kann (ich 'muss' ja kontrollieren bevor ich gehe) und auf Arbeit (nur Aushilfe zum Studium finanzieren) bin ich nicht mehr leistungsfähig, da ich ja auch die Arbeitsergebnisse 'kontrollieren' muss und dabei viel Zeit 'totschlage' (ineffektiv).

Na, dein Freund kann nun leider auch nicht in dich hineinschauen und den Knopf in dir umlegen, das kannst nur du selbst. Und für ihn ist das ja durchaus auch eine Belastung, er kann dir nicht helfen, weiss nicht, was er tun soll und...sicher nervt es auch.

Hast du eine Idee, wann das alles bei dir - und wodurch - angefangen hat? Meist gibt es für eine "Störung" so etwas wie ein auslösendes Ereignis. Gab es da etwas? Seit wann kontrollierst du alles und denkst, die Wohnung kontrolieren zu müssen, bevor du ausgehst?

Ich meine, in Maßen ist das ja durchaus ok, ich schaue auch, ob der Herd aus ist, bevor ich weg gehe, aber das macht man ein Mal, dann reichts. Dann hat man die Gewissheit und ist damit fertig. Ich denke, bei solchen Kontrollzwängen spielt im Hintergrund eine extreme Unsicherheit eine Rolle, man kontrolliert, um alles im Blickfeld zu haben und damit einem bloß nichts negatives wiederfährt.

Aber gerade durch diese Kontrolliererei macht man sich den Stress, den man sonst ja gar nicht hätte. Man macht sich selbst das Leben zur Hölle weil man der überzeugung ist, man müsse stets "alles im Griff" haben.

Das ist aber extrem kraftraubend, das merkst du ja, ausserdem ist es sinnlos und das unmittelbare Umfeld distanziert sich von einem.

"Loslassen" ist etwas, was du neben der Therapie - wenn du nun eine startest - für dich nachlesen und üben könntest:

Loslassen lernen

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Das trifft nicht zu 100% deine Thematik, kann dir aber einen kleinen Anstoss liefern. 😉

Na du hast es ja bei deinem Termin knallhart gemacht. :-O Rein, entscheiden und gut ists. Gib mir doch was dieser Eigenschaft ab 🙂. Ich bewundere Menschen, die darüber einfach reden können.

Ich schick dir ´ne Scheibe Pragmatismus rüber. 😛

Aber ich denke, wenn der Leidensdruck groß genug ist - und das ist er ja bei dir, soweit ich lese - dann nimmt man diese Chance wahr.
Sprich dich mal ordentlich aus, hier hast du dich ja auch ein wenig geöffnet und niemand hat dich gebissen. 😉

Viel Erfolg!
Dr. Rock
 
Moin! 🙂



Na, dein Freund kann nun leider auch nicht in dich hineinschauen und den Knopf in dir umlegen, das kannst nur du selbst. Und für ihn ist das ja durchaus auch eine Belastung, er kann dir nicht helfen, weiss nicht, was er tun soll und...sicher nervt es auch.

Hallöchen!

klar. Sollte auch kein Vorwurf an ihn sein. Ich weiß schon, dass 'ich' bzw. mein Verhalten das Problem ist und nicht er. Nur wären die Zwänge alleine vermutlich kein 'Anlass' für mich, Hilfe zu holen, da sie mich psychisch nicht 'fertig' machen. Es sind halt eher die Folgen (nicht mehr spontan raus, Stress in Uni, Beruf, mit Freunden).

Ich war im Jugendalter depressiv. Da hat mich mein psychischer Zustand fertig gemacht, während die Folgen wie z.B. die schlechter werdenden schulischen Leistungen zweitrangig waren. Nun ist es eben umgekehrt.

Hast du eine Idee, wann das alles bei dir - und wodurch - angefangen hat? Meist gibt es für eine "Störung" so etwas wie ein auslösendes Ereignis. Gab es da etwas? Seit wann kontrollierst du alles und denkst, die Wohnung kontrolieren zu müssen, bevor du ausgehst?

ja, das weiß ich noch. Ich habe meinen Geldbeutel im Supermarkt liegen gelassen. Hatte keine Folgen, ich habs daheim gemerkt und glücklicherweise hat die Kassiererin ihn aufgehoben. Aber das war der Auslöser damals. Seitdem habe ich halt die wichtigen Dinger immer öfter kontrolliert. Das war damals noch überschaubar. Da habe ich noch zu Hause gelebt und die Verantwortung für die meisten Dinge (Herd, Wasserhähne, Türen etc.) hatten ja damals noch meine Eltern. In dem Ausmaß ist es erst, seit ich ausgezogen bin, also ca. 6 Jahre. Wenn ein Ende in Sicht wäre, könnte ich an einzelnen Dingen arbeiten, aber es wird schleichend mehr und mehr statt weniger. Beispiel: mein Freund leerte seinen Aschenbecher, passte nicht auf, Asche war noch heiß und der Mülleimer begann zu rauchen => Aschenbecher meines Freundes wurde zu einem neuen "Kontrollobjekt"



Ich meine, in Maßen ist das ja durchaus ok, ich schaue auch, ob der Herd aus ist, bevor ich weg gehe, aber das macht man ein Mal, dann reichts. Dann hat man die Gewissheit und ist damit fertig. Ich denke, bei solchen Kontrollzwängen spielt im Hintergrund eine extreme Unsicherheit eine Rolle, man kontrolliert, um alles im Blickfeld zu haben und damit einem bloß nichts negatives wiederfährt.

Ja, richtig. Das hat alles mit Unsicherheit zu tun bzw. mit Verantwortung. Die Dinge, die wichtig sind und für die ich die Verantwortung habe, 'müssen' kontrolliert werden. Andere nicht. Mein Haustürschlüssel muss immer kontrolliert werden. Wenn ich ihn verliere, wird das teuer. Mein Freund hat auch einen Haustürschlüssel und er ist weitaus "schusseliger" als ich. Die Wahrscheinlichkeit, dass er ihn verliert, ist höher als die, dass ich meinen je verloren hätte (auch "früher", als ich noch keine Zwänge hatte). Trotzdem kontrolliere ich seinen Haustürschlüssel nicht. Für seinen bin ich nicht verantwortlich. Verliert er ihn, wird das genauso teuer, aber ICH bin nicht Schuld daran. Irgendwie bekloppt, ich weiß, aber so läuft mein Hirn dummerweise.

Aber gerade durch diese Kontrolliererei macht man sich den Stress, den man sonst ja gar nicht hätte. Man macht sich selbst das Leben zur Hölle weil man der überzeugung ist, man müsse stets "alles im Griff" haben.

Das ist aber extrem kraftraubend, das merkst du ja, ausserdem ist es sinnlos und das unmittelbare Umfeld distanziert sich von einem.

danke, du hast vollkommen Recht. Irgendwie echt verdreht. Im Grunde will man sich den Stress nehmen, indem man kontrolliert und möchte alles im Griff haben, in Wirklichkeit führt aber genau das zu zusätzlichem Stress. So habe ich das vorher noch nie gesehen. Aber man redet sich wohl so lange ein, dass was schlimmes passiert, wenn man die wichtigen Dinge nicht kontrolliert, dass man dabei "vergisst", dass das restliche Leben trotzdem weitergeht - ohne einen.

"Loslassen" ist etwas, was du neben der Therapie - wenn du nun eine startest - für dich nachlesen und üben könntest:

Loslassen lernen

SedonaCoach - Die Sedona Methode®

Das trifft nicht zu 100% deine Thematik, kann dir aber einen kleinen Anstoss liefern. 😉

Danke! Schau ich gleich rein und informier mich.



Ich schick dir ´ne Scheibe Pragmatismus rüber. 😛

Aber ich denke, wenn der Leidensdruck groß genug ist - und das ist er ja bei dir, soweit ich lese - dann nimmt man diese Chance wahr.
Sprich dich mal ordentlich aus, hier hast du dich ja auch ein wenig geöffnet und niemand hat dich gebissen. 😉

Viel Erfolg!
Dr. Rock

Danke 🙂. Richtig, hier hat mich niemand gebissen. Ehrlich gesagt: auch wenn ich die ganze neue, moderne "Technik" verfluche.. wenn es das Internet nicht gäbe, hätte ich mich nie so informieren können, wäre nie in Foren wie diesem gelandet und hätte wahrscheinlich auch so schnell nicht gemerkt, dass mich keiner beißt, weil ich das Thema im 'richtigen' Leben gar nicht anspreche. (Mein Freund kriegt es halt dummerweise mit, lässt sich nicht vermeiden, wenn man zusammenlebt)... Schreiben ist halt auch einfach leichter. Man haut alles in die Tasten, schickt es ab, macht den PC aus und dann wieder an, wenn man bereit ist. Noch dazu sieht es keiner, wenn man zittert, rot wird oder sonstwas dämliches tut. Spricht man etwas jemanden gegenüber an, kann man schlecht sagen "ich muss weg!" und die körperlichen Reaktionen kann man halt auch nicht verstecken.

Aber wird schon werden! Ich habe in 3 Wochen diesen Termin und mach mir schon seit einer Woche deswegen in Hose. Ich leide doch nicht insgesamt 4 Wochen, um dann den Termin verstreichen zu lassen, nee,so blöd bin ich nicht, dass ich mir das umsonst antue.
 
Hey, ich schreibe Morgen, so bis Mittag - das neue Update hier nervt und ich muss mich erstmal zurechtfinden. Also bis Morgen. 😉
 

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