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"Was machen Sie denn beruflich, wo arbeiten Sie denn"? "Was arbeitest du denn?"

  • Starter*in Starter*in Koenigin
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AW: "Was machen Sie denn beruflich, wo arbeiten Sie denn"? "Was arbeitest du denn?"

Ich mag meine Arbeit und erzähle gerne von ihr.
Auch finde ich es schön, wenn Menschen interesse an ihrem Gegenüber haben.



Naja, - aber was sagen die Menschen, die nunmal grad arbeitslos sind....? Und sich auch noch deswegen schämen?😱
 
AW: "Was machen Sie denn beruflich, wo arbeiten Sie denn"? "Was arbeitest du denn?"

Naja, - aber was sagen die Menschen, die nunmal grad arbeitslos sind....? Und sich auch noch deswegen schämen?😱

Tja, so wie ich gerade... die Frage musste ich so dann beantworten: hab haufen an Ausbildungen, bin aber schizophren und schaffe nicht zu arbeiten... Sehe schon die "neuen Bekanntschaften" stil und leise davon schleichend...oder schreiend wegrennend..😀🙄:wein:
 
AW: "Was machen Sie denn beruflich, wo arbeiten Sie denn"? "Was arbeitest du denn?"

Ich finde es auch immer schwierig, Begabungen gegeneinander aufzurechnen:
Für ein Kunststudium muss man eben künsterlisch begabt sein. Wer Jura oder Medizin studiert, braucht vor allem Sitzfleisch und muss tierisch viel auswendig lernen können, wer Physik studiert, braucht ein großes Verständnis für konpilzierte gleichungen usw:
ist das eine jetzt mehr wert als das andere?
Ist jetzt jemand gebildeter, weil er stundenlang auf seinem Hintern sitzen und lernen kann, im Vergleich zu jemandem, der im Labor stehen und mit Akribie Platinen löten kann?
warum Begabungen gegeneinander aufrechnen?

Das genau hatte ich weiter vorher schon erwähnt. Du brauchst Durchhaltevermögen, und Du brauchst Zeit und Fleiß.

Eine Bekannte von mir ist Kinderärztin, Sie sagte auch, es ist unmenschlich, wieviel man sich auswendig „reinprügeln“ muss. Sagt Dir auch jeder Jurist.
Auch jeder BWLer lernt nur auswendig.

Ich vermute dass Du eher Richtung MINT was im Kopf haben musst. Mathe, Physik usw.

Aber es ist halt Fleiß.

Und gerade in Zeiten des Internets kannst Du bei Hausarbeiten etc eine ganze Menge zusammenkopieren. Und selbst bei Doktorarbeiten hast Du ja wöchentlich einen Promi in den News, der nicht zitieren konnte.

Wie gesagt, Copy and Paste 🙂

Ich war selbst erfolgreich an einer Uni, aber das als großen Erfolg feiern zu können ist mir echt fremd. Das sage ich auch immer meinen Praktikanten, der Abschluss ist die Eintrittskarte in die Berufswelt. Aber danach geht das wahre Leben los. Darauf kommt es an.

Man schaue sich auch mal viele Start-ups an. Die jungen Firmengründer sind oft Studienabbrecher und mit 30 Millionär. Echte Visionäre.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: "Was machen Sie denn beruflich, wo arbeiten Sie denn"? "Was arbeitest du denn?"

Bei Jura muss man nicht auswendig lernen, sondern sehr gut formulieren und logisch denken können, komplizierte Texte verstehen, feinste sprachliche Differenzierungen vornehmen und verstehen können und ein hohes Abstraktionsvermögen besitzen. Mit Auswendiglernen kommt man bei Jura nicht weit. Wer das Gelernte nur auswendig kann, aber nicht verstanden hat und Theorien nicht auf konkrete Lebenssachverhalte übertragen und diese zutreffend bewerten kann, besteht kein juristisches Staatsexamen.

Das brauchst Du mir nicht erzählen, denn darum ging es mir nicht. Ich habe ein sehr nahes Familienmitglied durch sämtliche Juraexamen bis zum Spitzenexamen und darüber hinaus begleitet: Ich weiß, wie sowas abläuft, ich weiß, was das bedeutet und wie die Arbeit aussieht, die zu so einem Examen führt.
Darum ging es mir nicht. (Im Gegenteil, will ich gerade NICHT irgendwelche Standesdünkel praktizieren! Für mich gibt es diese Wertigkeiten nicht, also brauchst Du mich auch nicht davon zu überzeugen!)

Aber der eine leistet seine Arbeit eben mental am Schreibtisch: Lernt, ackert, büffelt: Nenn es wie Du willst- jedenfalls sieht das "Tagesgeschäft" eines Jurastudenten anders aus las das eines Physikers, eines Künstlers, eines Geologen .... Der andere tüftelt im Labor, der andere kartiert irgendwelche Felsformationen, der dritte pinselt eine große Leinwand voll.
ABER das wichtigste ist: Nur weil einer mehr begabt ist im "Schreibtischgeschäft" ist er eben lang nicht "besser" als jemand, der zum Tüftler, Geiger, oder Lehrer berufen ist!!!
ist es jetzt "mehr wert" als Jurastudent 10 Stunden am Tag am Schreibtisch zu büffeln, als als Ingenieur in der FH 10 Stunden irgendwas zu tüfteln, oder als Bäcker in der Backstube neue Rezepte zu kreieren?
NEIN- ist es nicht! Jeder soll sich das suchen, für das er sich am meisten begeistern kann. Das eine ist nicht wertvoller als das andere und das eine macht nicht zwingend mehr Niveau oder mehr Stil als das andere.


ich empfinde es als einfach nur respektlos, Menschen anhand ihrer Begabung in Kategorien einzuteilen: Als wäre eine Begabung weniger wert als eine andere....
Das wichtigste ist, was man daraus macht.
Und ja: genauso wie ich haufenweise Juristen kenne, die sich stumpf durchs Examen gepaukt haben und sich dann in Papis Kanzlei den Hintern platt sitzen, kenne ich welche, die sich mit viel Hirn und Schweiß an den Richtertisch katapultiert haben UND ich kenne auch welche, die trotz begabung und Fleiß gescheitert sind und sich völlig umorientiert haben (auch das gibt es und auch diese Leute verdienen Achtung).
Und genauso wie ich Leute kenne, die sich für Indogermanistik nur so zum Spaß eingeschrieben haben, kenne ich Leute, die in Geisteswissenschaften einiges gerissen haben.
Und es gibt Leute, die machen aus ihren FH Abschluss deutlich mehr, als manche aus ihrem Uniabschluss.
Zum Glück sagt ein Abschluss nichts über das Niveau eines menschen aus!

Wozu das werten?
Wozu Standesdünkel?
Das ist einfach nur ganz schlechter Stil!
 
AW: "Was machen Sie denn beruflich, wo arbeiten Sie denn"? "Was arbeitest du denn?"

Meine Eltern waren allerdings ehrlich genug zu sich selbst, um sich einzugestehen, dass ein Hochschulstudium anspruchsvoller ist als die Ausbildung

Also ich muss ehrlicherweise sagen: ICH könnte keine Ausbildung zum KFZ Mechatroniker machen, auch keine Bäckerlehre und ich könnte auch nicht an der FH grafik studieren.
Könnte ich nicht, das wäre mir zu schwer. Dafür war mein Unistudium für mich so leicht machbar, dass ich gleich drei davon gemacht habe. Ich hätte auch nicht Pysik studieren können, während mein mann (als Physiker) im meinem Fach die absolute Grätsche gemacht hätte: Was sagt das auch? Wer ist jetzt der mit dem "anspruchvolleren Weg"?

Also was heißt da, das eine wäre anstpruchvoller als das andere? Das ist doch schon wieder eine Wertung. Schwerer ist ein Studium doch wirklich nur dann, wenn man nicht begabt ist: Sobald man begabt dafür ist, kommt man mit seinem Studium und seiner Ausbildung doch gut klar: Natürlich muss man ackern- aber wenn man für ein Fach brennt und es unbedingt will...
(Zu) anspruchsvoll ist es dann, wenn man dafür nicht geeigent ist. und dann sollte man was Anderes wählen: Deswegen bin ich eben nicht Bäcker geworden: Hätte ich nicht gekommt und auch nicht gewollt.
Aber ist der Bäcker deswegen weniger Wert und ist er zwangsläufig auf niedrigerem Niveau?
Mein Lehrer hat immer gesagt: ECHTE Bildung beinhaltet vor allem auch Herzensbildung! Recht hat er gehabt!

Anders gesagt: ich hätte niemals Jura studieren können und auch nicht wollen. Und ihr anderen hier hättet sicher nie das studieren können und wollen, was ich gemacht habe: Ja und? Was sagt das aus: NICHTS!
 
AW: "Was machen Sie denn beruflich, wo arbeiten Sie denn"? "Was arbeitest du denn?"

Letztendlich wählt man seinen Weg anhand der eigenen Interessen und Begabungen. Ich persönlich kann z.B. nix mit Institutionen anfangen, wo man sich Wissen aneignet. Daher wollte ich auch nie studieren. Schule machte ich auch nur so lange wie nötig und Berufsschule hätte ich mir gleich sparen können. Gelernt habe ich dort letztendlich nix, da musste ich mir alles wissenswerte selbst aneignen, sonst wär ich nicht durch die Prüfung gekommen.
Letztendlich bin und war ich schon immer Autodidakt und bringe mir das, was ich wissen möchte, selbst bei. Das ist meine persönliche Herausforderung. Allerdings interessiert es nur niemanden was man kann, wenn man es nicht auch durch Zeugnisse, Zertifikate usw. nachweisen kann.
 
AW: "Was machen Sie denn beruflich, wo arbeiten Sie denn"? "Was arbeitest du denn?"

Ich treffe leider bald auf Leute, die Standesdünkel betreiben.

Wenn ich da schnippisch sage: "Meine berufliche Laufbahn steht im Lebenslauf, den habe ich jetzt aber nicht gerade dabei" Werden sich andere bei meinen Eltern wegen mir beschweren.
Das ist lächerlich, das ist mir schon klar. Nur: Keiner von denen kann mich in Ruhe lassen und mich mein Leben so leben, wie ich es möchte. Da wird mit ast 40 immer noch versucht zu formen, wo es geht. Je mehr rebelliere ich.
 
AW: "Was machen Sie denn beruflich, wo arbeiten Sie denn"? "Was arbeitest du denn?"

Wenn ich da schnippisch sage: "Meine berufliche Laufbahn steht im Lebenslauf, den habe ich jetzt aber nicht gerade dabei" Werden sich andere bei meinen Eltern wegen mir beschweren.

Man kann es ja auch netter ausdrücken.

Das ist lächerlich, das ist mir schon klar. Nur: Keiner von denen kann mich in Ruhe lassen und mich mein Leben so leben, wie ich es möchte. Da wird mit ast 40 immer noch versucht zu formen, wo es geht. Je mehr rebelliere ich.
Wenn man sich denn formen lässt. Es kann einem doch egal sein, was andere von seinem Leben halten, wenn man damit zufrieden ist.
 
AW: "Was machen Sie denn beruflich, wo arbeiten Sie denn"? "Was arbeitest du denn?"

Wenn ich da schnippisch sage: "Meine berufliche Laufbahn steht im Lebenslauf, den habe ich jetzt aber nicht gerade dabei" Werden sich andere bei meinen Eltern wegen mir beschweren.
Das ist lächerlich, das ist mir schon klar. Nur: Keiner von denen kann mich in Ruhe lassen und mich mein Leben so leben, wie ich es möchte. Da wird mit ast 40 immer noch versucht zu formen, wo es geht. Je mehr rebelliere ich.
Mit 40 muss man aber doch auch nicht mehr rebellieren: Man muss auch lernen, zu dem zu stehen was man ist.
Ich weiß ja nicht, was Du beruflich machst und ob Du was machst, aber im Prinzip solltest Du Dich von Leuten, die es nichts angeht nicht in die Enge drängeln lassen, aber eben auch nicht auf die Barrikaden steigen.
Ich würde einfach irgendeine höfliche aber ausweichende Antwort geben und das Thema wechseln. Lass Dich doch einfach nicht auf Diskussionen ein.
 
AW: "Was machen Sie denn beruflich, wo arbeiten Sie denn"? "Was arbeitest du denn?"

Nein, ich rebelliere nicht wie ein Teenager. Nur habe ich ein wahnsinniges Problem. Ich wurde immer mit meinen Geschwister mein Leben lang verglichen. Das hat mich geprägt. Deswegen schrieb ich ja, dass ich dagegen (wenn auch innerlich) rebelliere. Weil ich nie so angenommen wurde, wie ich bin. Habe keine Familie gegründet und beruflich lief es auch nie wirklich nennenswert. Habe in viele verschiedene Bereiche rein geschnuppert, 2 Ausbildungen. Aber für die bin ich halt nichts, weil ich nicht in einer Firma sesshaft geworden bin. Für die ist das nichts, das gilt dann nicht. Das ist so wie, als wenn hier gesagt wird, man sei trotzdem ein vollwertiger Mensch.

Ja, ich schäme mich.
 
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