Was ist schlecht daran, daß eine in historischem Setting spielende Serie "neu" ist, schließlich kommen archäologisch immer wieder neue interessante Einzelheiten über unsere Vergangenheit ans Licht. Die können bei Neuerscheinungen berücksichtigt werden.
Gerade erst die Entdeckung, daß die als großmächtig geschilderten Streitrösser des frühen Mittelalters in Wahrheit nicht größer waren als große Ponys, statt der schweren und starken Riesenapparate wie Friesen oder Kaltblüter, die man sich heute so vorstellt. Die heutigen Riesenrösser sind ziemlich junge Züchtungen.
Aber wenn so eine Serie schon länger eingestellt ist, ist die Wahrscheinlichkeit leider gering, daß der Autor oder Lizenzinhaber sie wieder aufnimmt. Obwohl das sicher cooles Material für eine Netflix-Serie wäre. Menschen der Gegenwart (na ja, 80er Jahre, auch schon ein bissel her), die mit Technik und Menschenrechten das Mittelalter aufmischen. Und sich deswegen unter anderem mit der Katholischen Kirche anlegen. (Amerikaner, überwiegend protestantisch!)
Das war überhaupt eine bemerkenswerte Szene in einem der Romane, als Wallenstein im ersten Frühjahr "nach Landung" die Besucher aus der anderen Zeit fragt, wieviel Menschen sie durch Hungersnot, Kälte und Krankheiten im Winter verloren haben (nicht nur die eigenen Leute, sondern auch zahlreiche Flüchtlinge vor den Kriegswirren, die aufgenommen und gegen Kriegshorden geschützt wurden), und man ihm sagt, praktisch keine, und er ist mächtig beeindruckt. Weil es nicht zur Ethik des 20. Jahrhunderts gehört, jemanden im Winter krepieren zu lassen, nur weil er arm ist. Wallenstein als geborener Adliger gehörte natürlich nicht zu denen, die im Winter jemals hungern und frieren mußten.