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Was ist, wenn ein Christ Selbstmord begeht? Frage an Christen und Atheisten

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Es handelte sich, zumindest in zwei Fällen, um ähnlich lustige Leute wie ich - immer zu einem radikalen Spaß bereit und nichts ernstnehmend. Und gerade deswegen fragt man sich, wenn sowas passiert, wie kann das sein? Haben sie sich verstellt, geschauspielert? Ich glaube nicht, das sie in irgendeiner Form gläubig waren.

ich denke, dass humor für viele leute auch eine art 'anker' bzw. ein reaktionsmuster ist, um mit widrigkeiten fertig zu werden, um leidensdruck zu verarbeiten. humor hat nicht zwingend etwas mit fröhlichkeit zu tun.
merkt man ja u.a. am berufsspezifischen galgenhumor von rettungssanis, krankenpflegern etc.
 
Ja, hatte ich ja selbst auch so gesehen.

Nur - da machen sich Leute was vor: Wenn jemand ernsthaft Selbstmord begehen will, dann
versucht er eben alle Zeichen die auch nur im entferntesten daraufhin deuten könnten, zu vermeiden. Und daher ist es eine Illusion zu glauben, man könne sowas verhindern. Verhindern lassen sich vermutlich nur die Selbstmorde, die gar keine sind, also die deutlichen Anzeichen die jemand gibt, um gerettet zu werden.

Ich glaube auch, daß man überhaupt differenzieren sollte. Es ist schon ein Unterschied, ob sich irgendein Teenager das Leben nimmt, weils grad in ist ( Robert Enke zog viele Nachahmer hinter sich her! ) oder ob sich ein Mann erschießt, der seinen eigenen Verfall nicht sehen will.
 
Das Thema ist Selbstötung bei jemanden der ein gläubiger Christ ist - Frage an Christen und Atheisten

Das Thema ist doch wesentlich komplexer als eine Reduzierung auf Christen versus Atheisten. [...]




Gottes Wille ist es jedenfalls mal mit Sicherheit nicht,das jemand so etwas tut,das scheinen die "nicht Christen" hier klarer zu sehen als die Christen.Wir können uns doch die Dinge nicht so zurechtbasteln wie wir das für richtig halten.

Niemand geht davon aus, dass Selbstmord Gottes Wille ist. Die Frage ist mehr, wie reagiert Gott, wenn jemand nicht nach seinem Willen handelt und gibt es auch bei Gott mildernde Umstände?

Und eben da kommt Jesus ins Spiel, aus dessen Verhalten man durchaus schließen kann, dass die Menschen nicht ganz verloren sind. Mit dieser Feststellung will ich nicht Gottes Urteil vorgreifen, sondern für mich persönlich einen Trost finden.



Als Christ weiß man das es sowohl einen Gott als auch einen Teufel gibt,und was könnte dem Feind daran liegen einen Menschen in Verzweiflung zu stürzen wenn er damit nicht was erreichen wollte.
Das klingt mir zu theoretisch.

Ich kenne Selbstmordgedanken und die Auseinandersetzung damit, dass sie etwas Fremdes und Feindliches sind, dem ich nie nachgeben wollte.

Ich habe aber auch einen Moment durchlebt, in dem die Entscheidung gefallen war und hätte ich nicht darüber nachgedacht, wie ich meine beiden Kater mit mir nehmen kann und hätte ich nicht damit die Zeit geschaffen, dass mich jemand rettet, wäre ich jetzt tot. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in so einem Moment einem Menschen der Gedanke an Satan und sein teuflisches Spiel durch den Kopf geht.

Ich glaube eher, und habe es letztendlich ja auch so erlebt, dass es ein Moment ist, in dem man völlig von Gott verlassen ist.



Das einzige woraus man in der Situation Hoffnung und Trost schöpfen kann,ist,dass Gott barmherzig ist und ein gerechter Richter.
Ich sehe Gott nicht als Richter. Wenn Gott allmächtig ist, hat er die Sünde geschaffen. Warum richtet er uns für etwas, das er hätte verhindern können? Das wäre in der Tat sadistisch.

Ich messe Gottes Verhalten immer an menschlichem Verhalten. Was wäre das für ein Vater, der seinem Kind eine geladene Pistole in die Hand drückt und es dann dafür bestraft, wenn es abdrückt und jemanden erschießt? Welcher Mensch würde das tun? Also bitte, welcher Gott würde das tun?

Einige kommen zum Schluss, dass dies der Beweis ist, dass es keinen Gott geben kann. Ich denke, Gott ist einfach komplizierter als wir es auf den ersten Blick erfassen können.

Darum stelle ich Gott in meinem Leben so ein wenig zur Seite.

Jesus dagegen erlebe ich als Verbündeter.

Da finde ich das so schön, was Momo geschrieben hat. Keiner von uns kennt die Abmachung, die jemand mit dem Göttlichen getroffen hat. Es liegt nicht an uns, den Lebensweg eines anderen zu beurteilen oder gar zu verurteilen.



Ich muß Abendtau aber recht geben,wir als Christen haben den Auftrag den Menschen zu zeigen das Gott in jeder Situation im Leben helfend eingreifen kann,wenn wir uns an ihn wenden- und bei Gott gibt es kein unmöglich,auch wenn es noch so oft danach aussieht.
Sicher kann Gott in jeder Situation im Leben helfend eingreifen. Aber will er das auch? Ist das seine Aufgabe?



Und wenn nachbars Kind sich umbrachte, dann stellt sich für mich die Frage; Wo war Gott in den schwersten Stunden vor dem Tode des Kindes? Oder eben: wo waren die Christen und deren Barmherzigkeit um diese zu vermeiden? Ich denke, diese Fragen sind durchaus berechtigt.

Meiner persönlichen Überzeugung nach ist Gott immer da. Oder einer seiner Verbündeten, Jesus, die Engel. Sie bieten uns jederzeit Trost. Aber das heißt nicht, dass wir das auch immer spüren können. Und vielleicht gehört die Distanz zu Gott oder auch das Verlassensein von Gott zu den Erfahrungen, die wir machen sollen. Vielleicht lernen wir so zu unterscheiden, wann er bei uns ist?!

Und was die Christen und ihre Barmherzigkeit angeht. Menschen mit Suizidgedanken sind nur schwer zu erreichen. Und wenn du Gott nicht spüren kannst, ist es ein sehr großer Hohn, wenn dir jemand sagt, aber er ist da und liebt dich.




Was ist wenn ein Atheist selbstmord begeht? Wie wenig oder wie viel bekommt er von Dir? Hast Du Dich das mal gefragt?
Für mich ist das Leben nur eine Station zwischen Geburt und Tod. Ich denke, jeder geht einfach nach Hause. Ob wir das nun im Nichts finden oder in Gottes Welt, das wird sich dann ja rausstellen.



Man sollte endlich einsehen das die Bibel ein stinknormales Buch ist was Erfahrungen und Geschichten seiner Zeit wiedergibt und mehr nicht. Diese Forderung könnt ich sogar mit der Bibel selber begründen.

Ein Anflug von Toleranz???

Und wenn man morgen den einwandfreien Beweis finden würde, dass die Bibel eine Marketing-Verarsche von einem Pharao, die ein bisschen außer Kontrolle geraten ist, was ändert das daran, dass gerade die Geschichte von Jesus viele inspirierende Aspekte hat?

Harry Potter ist auch keine Biografie. Trotzdem kann man aus der Geschichte um seinen Mut und seine Loyalität gegenüber seinen Freunden ein Lebenskonzept machen. Und wie ich denke gar kein schlechtes.



@Mike
Ich denke schon den ganzen Tag darüber nach, ob man krank sein muss, um Selbstmord zu begehen. Deiner Meinung nach nicht.

Kann man nicht wenigstens sagen, dass deine Freunde an einem Mangel an Lebensenergie erkrankt sind?

So toll ich Fritzies Einwand mit der Verletzung finde, so sehr weiß ich doch, dass Verletzung nicht zwangsläufig zu einem Verlust der Lebensenergie führt. Manche Leute fangen gerade dann an, richtig zu kämpfen.

Wenn du gerade mal siehst, was man KZ-Häftlingen angetan hat und wie manche von ihnen um ihr Leben gekämpft haben. Warum haben es diese Menschen geschafft und deine Freunde nicht? Bei denen ich mal davon ausgehe, dass sie keine so dramatischen Erlebnisse hatten.


Du möchtest aus dem Glauben eine 08/15-Veranstaltung machen. Da gibt es klare Gesetze und klare Verhaltensregeln. Das ist eine sehr katholische Sicht der Dinge. Andere Religionen wie z.B. das Judentum, kennen die gemeinsame gedankliche Auseinandersetzung mit dem Glauben und Gottes Wort. Ich weiß nicht, warum du der Meinung bist, dass Christen dumpfe Schafe sein müssen, die brav einer wörtlichen Umsetzung der Bibel folgen. Vielleicht hast du einfach zu viele Geschichten über bibelfanatische Christen in Amerika gehört.

Es gibt die Geschichte vom verlorenen Sohn, in der Jesus sagt, dass Gott ein vom Glauben abgefallener, der reuig zurückkehrt lieber ist als jemand, der ihm blind folgt. Die Auseinandersetzung mit Gottes Willen und seinen Gesetzen sollte also ganz selbstverständlich sein und hat nichts damit zu tun, dass man es dreht, wie man es braucht.

Sehr unsinnig finde ich auch, wenn man sagt, das Christentum macht den Leuten nur das Leben schwer. Wer nicht an Gott glaubt, hat es viel einfacher, Selbstmord zu begehen, weil er nicht über die Hölle nachdenken muss. Wollt ihr damit ausdrücken, dass Atheisten sesselfurzende Couch-Potatoes sind und das ist auch gut so? Es ist mir zu kompliziert über die Hölle nachzudenken, also glaube ich nicht an Gott. Sorry, aber das Leben ist kompliziert und man muss sich immer wieder moralischen Auseinandersetzungen stellen. Die christliche Lehre bietet meiner Meinung nach dabei keinen ganz schlechten Wegweiser. Es ist für mich eine der zentralen Fragen des Lebens, wem wir verantwortlich sind und wem gegenüber wir Rechenschaft ablegen. Sind wir einem Höheren als nur uns selbst verpflichtet?


@ Christa

Mir ist vorhin ein Gedanke gekommen. Die Aufgabe des Priesters als Seelsorger und der Gemeinde als Kinder Gottes wäre es eigentlich, mit den Eltern zusammen zu beten und nicht, darüber nachzudenken, wie Gott mit diesem Mädchen umgeht.

Und wenn es um Depressionen geht, so ist eine Gemeinde natürlich damit überfordert, da therapeutisch zur Seite zu stehen, aber ich frage mich, was es zum Beispiel auch bei dir bewirkt hätte, wenn einfach jeden Sonntag jemand zu dir gekommen wäre, dich mit in den Gottesdienst genommen hätte und ihr alle gemeinsam am Ende gebetet hättet. Verstehst du, gar nicht für dich gebetet sondern einfach nur mit dir. Ob deine Verletzungen damit nicht ein Stück geheilt wären? Das wäre es doch gewesen, Menschen zu finden, für die es nicht wichtig ist, dass du Depressionen und Borderline hast, sondern die dich in ihre Mitte aufgenommen hätten und dich an ihrer Gemeinschaft mit Gott beteiligt hätten.


Tuesday
 
Zuletzt bearbeitet:
Das eigentliche Thema ist die Frage nach der Barmherzigkeit Gottes angesichts der 'Todsünde' von Sarah, die an ihren Depressionen, ihrer schweren Erkrankung (schwere Diabetes hat häufig auch massive Auswirkungen auf die Psyche) und der Last ihres Lebens sich selbst getötet hat.

Die eigentliche Frage, die ich hier herauslese aus all den vielen Antworten und Diskussionen, ist doch, ob die Mitchristen einerseits diese Entscheidung von Sarah verurteilen und den Hinterbliebenen weiteren Kummer damit zufügen dürfen, weil die Vorstellung, daß Sarah mit ihrem Tod einen unwiderruflichen Schritt getan hat, der gegen Gottes Willen gerichtet war - und sich damit der Erlösung und dem ewigen Leben im Himmelreich Gottes entzogen hat. Weitergedacht bedeutet das neben dem Verlust im hiesigen Leben für die Eltern, daß sie auch nach ihrem Tod nicht auf ein Weiterleben in Gottes Liebe für ihre Tochter Sarah hoffen dürfen.

Ich stelle mir dieses Leid als unerträglich vor.

Ein gläubiger Christ wird in den meisten Fällen aber nicht anders können, als diese 'Verdammnis' Sarahs so zu sehen, denn: der Auftrag Gottes ist das Annehmen dieses Lebens, egal wie schwer es ist, und es obliegt seinem Willen zu entscheiden, wann es zu Ende ist. So habe ich das von klein auf gelernt. Es ist nicht entscheidend, ob der Mensch dieses Leben zu ertragen glaubt, sondern ob er genug Vertrauen in die Güte Gottes hat, alles Leid durchzustehen im Wissen, daß das irdische Leben irgendwann zu Ende geht und Gott die leidende Seele in sein Himmelreich einläßt, weil sie genug Vertrauen in seine Weisheit hatte.

Ich las hier in diesem Thread nun alle möglichen Argumente hin und her. Mir leuchtet einerseits ein, daß viele Christen einen Suizid als Todsünde gegen Gottes Gebote verstehen und ablehnen. Tun Nichtchristen (unter anderen Vorzeichen zwar) übrigens auch.

Selbsttötung hinterläßt viele offene Wunden. Auch die Frage danach, was man als Freund, Bekannter, Kollege oder "zufälliger Zeuge" hätte unternehmen können oder müssen, um den selbstgewählten Tod zu verhindern. Ich war in meinem Leben ebenfalls schon mit Suizid konfrontiert, und im Rückblick war neben Betroffenheit und auch der Frage, ob ich etwas hätte tun können, auch Wut dabei. Selbsttötung beinhaltet fast immer auch eine Art Vorwurf an die Hinterbliebenen, so wie mir auch die Hartnäckigkeit von schweren Depressionen auch Aggression, Ablehnung, ein Sich-verweigern zu beinhalten scheinen. Was macht das mit denen, die nicht eingreifen können, die sich hilflos abgewendet haben, die zurückbleiben mit dem Gefühl, sie hätten "eigentlich" etwas unternehmen müssen?

Ich denke, ein Teil wird aus Schuldgefühlen und daraus resultierendem Zorn bestehen - eine ziemlich logische Reaktion, allerdings auch eine Reaktion, die viele wohl auch vor sich selbst nicht eingestehen können. So gesehen scheint es mir zumindest nicht ungewöhnlich, daß die Leute in der von Christaluise genannten Gemeinde diesen Aggressionen unterschwellig Luft machen - "unterschwellig" deshalb, weil sie den Hinterbliebenen damit ihre eigenen Gefühle der Unzulänglichkeit aufbürden und damit auch versuchen, sich als "bessere Christen", weil sie ja "nur" Gottes Willen damit kundtun, aufzuwerten.


Das ist das eine, was mir so durch den Kopf ging.

Das andere betrifft mikenulls wiederholte Hinweise, daß ein gläubiger Christ die Bibel und die Gebote Gottes nicht einfach so hindrehen und uminterpretieren darf wie's ihm in den Kram paßt.

Stimmt und stimmt nicht!

Stimmt deshalb, weil Gottes Gebote unumstößlich sind.

Stimmt deshalb nicht, weil die gesamte Bibel - ob nun unter "Federführung Gottes" oder einfach aus fehlbarer, weil menschlicher Hand, eine Sammlung von Schriften über mehrere Jahrtausende ist, die von Begegnungen mit Gott und seinen Aufträgen an die Menschen (richtiger eigentlich: an das jüdische Volk, welches das Volk Gottes ist) berichtet. Immer wieder gab es Propheten, Offenbarungen, Prüfungen und Gottes direktes Eingreifen in das Schicksal seines Volkes. Das war immer ein dynamischer, lebendiger Prozeß - so kam es immer wieder auch zu scheinbaren Widersprüchen.

Mit Jesus' Wirken - der nicht nur ein frommer Jude war, sondern einer, der in der für schriftgelehrte, gläubige Juden typischer Manier sich mit anderen gelehrten Juden über die Auslegung der Schriften immer wieder auseinandergesetzt, gestritten, andere widerlegt und auch verhöhnt hat (kenne mich in anderen Kulturen nicht so aus, aber wenn es je eine Stammform eines modernen "Debattierclubs" gab, dann waren das ganz sicher jüdische Schriftgelehrte 😀) ist das Christentum entstanden. Das Neue Testament mag nur im Zusammenhang mit dem Alten Testament verstanden werden, genauso und noch mehr wird es aber gerade vor dem Hintergrund des Alten Testaments mißverstanden.

Weil Jesus ganz klar die alten Schriften nicht wörtlich verstanden hat, weil er Nächstenliebe statt Auge um Auge gepredigt hat, weil er Versöhnung und Liebe gepredigt hat statt reine Buchstabentreue, wie sie von den Schriftgelehrten gefordert und gelehrt wurde. Ob das letztlich zu seiner Hinrichtung geführt hat oder ob sein Bekenntnis, er sei der verheißene Messias, Gottes Sohn sei (war vielleicht ein Spürchen zu viel des Guten) kann ich nicht beurteilen, ist im Grunde auch egal. Fakt ist: Jesus selbst hat dazu aufgerufen, das eigene Mitgefühl, Liebe, auch Fehlerhaftigkeit im Leben zuzulassen, zu erkennen und an der eigenen Vervollkommnung zu arbeiten mit dem Versprechen der Erlösung von Schuld.

Was folgt daraus? Ich denke, wer die Botschaft Jesus' ernst nimmt, wird die Gebote ernst nehmen und versuchen, nach ihnen zu leben. Darüber hinaus aber auch erkennen, daß kein Mensch vollkommen ist. Ein gottgefälliges Leben wird nicht darin bestehen, buchstabengetreu und fehlerfrei an jahrtausendealten Schriften zu kleben, sondern die tägliche Arbeit an sich selbst und dem, was das Innerste als richtig und wahr erkennt. Auch wenn das vielleicht nicht dem entspricht, was geschrieben steht: bezugnehmend auf Christaluises Thema also, ohne den Gedanken an "Schuld" im Zusammenhang mit Sarahs Selbsttötung zu erkennen, daß ein Mensch die Last seines Lebens nicht mehr ertragen konnte - Mitgefühl, Trauer, vielleicht auch das Zulassen eigener Hilflosigkeitsgefühle und VOR ALLEM auch Mitgefühl für die Hinterbliebenen. Nicht mehr und nicht weniger. Das Richten über Sarah und alle anderen liegt in Gottes Hand, darüber haben Menschen nicht zu befinden.



Wie, Fritzie, kann jemand, der von sich selbst sagt, er sei "nicht gläubig", SO SEHR Jesu Wesen zu interpretieren verstehen..... Es beeindruckt mich tief.
Denn das finden wir in allen Aussagen unseres Heilandes selbst wie auch in den Äußerungen über ihn - genau das, was du hier wiedergibst.

Danke, fritzie......
 
Christa

ich glaube, dass Liebe und Nächstenliebe, Verständnis, Empathie und Wärme nichts mit Jesus Wesen zu tun haben, sondern dass es eine Eigenschaft von Menschen ist, die sich über Jahrhunderte weiter entwickelt hat. Jesus war vielleicht zu einer Zeit einer, der dieser vorweg war - aber es gab und gibt auch ohne gläubig zu sein, Menschen die so empfinden und liebender leben als es Christen tun.

Nur wenn man eben diese Eigenschaften nur Gläubigen zubilligt, dann ist man so erstaunt wie du und so aggressiv wie manch anderer hier, der dies bei sich nicht entdeckt aber bei den bösen Ungläubigen.



Wie meinst du das? Du wist hier keinen Angriff gegen Menschen, die nicht an Gott glauben, bei mir finden -schon einmal warnte ich davor, dies in die Christen hinein zu interpretieren!!
Und wenn du mich auch nur ein bisschen kennen würdest, wüsstest du, dass ich ein Mensch bin, der sich bei allem und jedem selbst permanent in Frage stellt und eher die Schuld für alles bei sich selbst sucht als denn bei anderen.... 🙁
Doch wir kommen immer wieder vom Thema ab - oder aber es gehört inzwischen zum Thema, dann ists auch ok.
 
ich glaube, dass Liebe und Nächstenliebe, Verständnis, Empathie und Wärme nichts mit Jesus Wesen zu tun haben, sondern dass es eine Eigenschaft von Menschen ist, die sich über Jahrhunderte weiter entwickelt hat. Jesus war vielleicht zu einer Zeit einer, der dieser vorweg war - aber es gab und gibt auch ohne gläubig zu sein, Menschen die so empfinden und liebender leben als es Christen tun.

Der Mensch ist eben naturgemäß ein soziales Wesen und von anderen Menschen abhängig. Liebe, Verständnis & co. sind in uns allen festgelegt, da wir gleich und anerkannt sein möchten und Ausgrenzung wiederum vermeiden wollen. Das lässt sich entwicklungstechnisch nicht wegdiskutieren, auch wenn Menschen der Gemeinschaft "Glaube" diese Eigenschaften gerne ausschließlich bei sich selbst sehen und - worauf es mir ankommt - für sich und die eigene Gruppe (Gläubige) vereinnehmen.

Ein Jesus hat - sofern es ihn denn überhaupt in der "überlieferten" Form gegeben hat - diese Eigenschaften nicht erfunden, er hat sie wenn überhaupt propagiert und weitergeben, wie andere es auch getan haben. Ein Krishnamurti hat dies in unseren Zeiten sinngemäß ebenfalls getan.


Alles Gute, Christa!

Rock
 
Du hast behauptet das die Kirche an der Hölle festhält. Du hast recht. Das tut aber jeder der die Bibel für wahr hält. Die Hölle kommt ja in der Bibel vor. In Johannes 8 Vers 51 sagt Jesus: "Wer meine Botschaft annimmt und danach lebt, wird niemals sterben." Daran hält auch jeder fest der die Bibel für wahr hält.😎

Nach landläufigem Sprachgebrauch von "Hölle" und "sterben" heißt das, jeder brutzelt in der Hölle.😀

Schön, dass du auch was zugeben kannst.
Die katholische Kirche ist fest der Tradition verhaftet. Den Konservativen ist es unmöglich von tradierten "Wahrheiten" abzukehren. Sie glauben die Kirche würde an Identität verlieren, würde man vom überlieferten "Glaubensgut" abkehren. Dazu gehört auch die Hölle. Ja, die Hölle kommt in der Bibel vor.

Fortschrittlichere Kreise in der katholischen Kirche (wozu sicher nicht der Vatikan zählt) sehen das richtige Bibelverständnis immer mehr aus der Zeit heraus - Bibeltexte auch aus dem Zeitgeist heraus zu verstehen. Das Weltbild und Verständnis war damals nun mal ein anderes. Menschen damals (auch tief in die Neuzeit hinein) konnten nur mit drastischen Bildern überzeugt werden. Gewaltbilder, die unter die Haut gehen, gehören zur Entstehungszeit der Bibel und waren verständlicher als (nebulos) nur von Gottferne zu reden.

Von der Hölle und vom Brutzeln 🙂D) wollten sich offensichtlich auch die Redakteure des Katechismus nicht ganz verabschieden.

Bei der Einordnung des Selbstmords allerdings, konnten sich bei der Abfassung des Katechismus auch Konservativste, medizinischen Erkenntnissen nicht verschließen:

»Schwere psychische Störungen, Angst oder schwere Furcht vor einem Schicksalsschlag, vor Qual oder Folterung können die Verantwortlichkeit des Selbstmörders vermindern«






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Zitat:

Du möchtest aus dem Glauben eine 08/15-Veranstaltung machen. Da gibt es klare Gesetze und klare Verhaltensregeln. Das ist eine sehr katholische Sicht der Dinge. Andere Religionen wie z.B. das Judentum, kennen die gemeinsame gedankliche Auseinandersetzung mit dem Glauben und Gottes Wort. Ich weiß nicht, warum du der Meinung bist, dass Christen dumpfe Schafe sein müssen, die brav einer wörtlichen Umsetzung der Bibel folgen. Vielleicht hast du einfach zu viele Geschichten über bibelfanatische Christen in Amerika gehört.
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Ich nicht nein. Wenn Du den Eingangsthread gelesen hättest, wäre Dir bewußt, daß diejenigen die das Wort Gottes ernstnehmen - Christen sind. Wer schneidet die Eltern des Mädchens? Christen! Nicht ich.
Und wenn Du irgendeine Religion kennst, die Selbstmord nicht unter Strafe stellt - bitte.
 
Wie, Fritzie, kann jemand, der von sich selbst sagt, er sei "nicht gläubig", SO SEHR Jesu Wesen zu interpretieren verstehen..... Es beeindruckt mich tief.

Sei mal nicht zu beeindruckt, Christa, hab mich halt mit dem Thema zeitweise beschäftigt. Ich war verzweifelt, als ich merkte, daß mir der Glaube fehlt - ist nichts, was ich willentlich beeinflussen konnte (mich damit abfinden war dafür ein außerordentlich aktiver Prozeß).

Glaube an Gott ist vielleicht ein Geschenk oder vielleicht für jeden was anderes. Für mich wollte ich spürbare Nähe zu Gott. Ich konnte die aber nicht spüren, also war's für mich nur logisch und ehrlich zu sagen, daß ich nicht glaube.

Was die christlichen Inhalte und das, wofür Jesus steht, angeht: hat Lili Marleen ganz gut beantwortet, finde ich. Da kann die Bibel schon ein guter Leitfaden sein. Und das andere - warum so ein Hickhack über Gläubige und Nichtgläubige usw. - ich lese ja auch immer mit: das ist vielleicht diese Geschichte mit dem Splitter im Auge des anderen, während man den Balken im eigenen Auge nicht wahrhaben will. Kann ich mich auch nicht freisprechen davon, andernfalls wäre ich nicht immer wieder so entsetzt über Menschen, die das eine predigen, das andere leben (diesen Satz nicht auf Christen bezogen, sondern generell auf Menschen, die ich als unauthentisch wahrnehme).

Dich und deine Verzweiflung nehme ich oft wahr, auch deine Todessehnsucht. Und es tut mir manchmal in der Seele weh wenn ich den Eindruck habe, wie du darum ringst, deinen Glauben mit deinen Depressionen in Einklang zu bringen. Ich wünschte mit Tuesday, daß da Menschen wären, die dich einfach mal an die Hand nehmen und dich zum Gebet mitnehmen.
 
Ich nicht nein. Wenn Du den Eingangsthread gelesen hättest,

Geht es nicht mal ohne Unterstellungen, ohne Angriffe, ohne Aggressivität?


wäre Dir bewußt, daß diejenigen die das Wort Gottes ernstnehmen - Christen sind.

Was genau versuchst du eigentlich mit deinen Beiträgen zu sagen?

Ich lese jedenfalls Beiträge von dir, in denen du erklärst, dass jedes Gespräch darüber, wie Gott mit Selbstmördern umgeht, ein Hinbiegen der Gesetze Gottes bedeutet. Damit stehst du aber jeder notwendigen Auseinandersetzen mit dem Glauben im Weg.

Genau diese Pauschalisierung, zu der nicht nur du neigst, nervt mich.





Wer schneidet die Eltern des Mädchens? Christen! Nicht ich.
Und wenn Du irgendeine Religion kennst, die Selbstmord nicht unter Strafe stellt - bitte.

Von dieser Gemeinde ist aber an dem Gespräch hier niemand beteiligt und Christ sein bedeutet eben nicht automatisch, dass man der gleiche Meinung wie diese Gemeinde ist. Ein Christ kann durchaus die Bibel in Frage stellen und seinen persönlichen Weg zu Gott suchen.

Und genau so habe ich Christa auch verstanden. Ihr geht es um eine persönliche Auseinandersetzung mit Gott und nicht darum, ob diese Gemeinde nun im Recht ist oder nicht.


Ich bin übrigens kein Katholik. Ich bin nicht mal Christ. Trotzdem bin ich in der Lage mich mit diesem Gedankengut, das uns in diesem Kulturkreis letztendlich alle geprägt hat, differenziert auseinander zu setzen und muss nicht alle Christen über einen Kamm scheren. Bei manchen Leuten in diesem Forum zweifle ich sehr an ihrer Differenziertheit und ihrer Fähigkeit zu komplexeren Gedanken als "alle Christen sind dumm".



Tuesday
 
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