Das Thema ist Selbstötung bei jemanden der ein gläubiger Christ ist - Frage an Christen und Atheisten
Das Thema ist doch wesentlich komplexer als eine Reduzierung auf Christen versus Atheisten. [...]
Gottes Wille ist es jedenfalls mal mit Sicherheit nicht,das jemand so etwas tut,das scheinen die "nicht Christen" hier klarer zu sehen als die Christen.Wir können uns doch die Dinge nicht so zurechtbasteln wie wir das für richtig halten.
Niemand geht davon aus, dass Selbstmord Gottes Wille ist. Die Frage ist mehr, wie reagiert Gott, wenn jemand nicht nach seinem Willen handelt und gibt es auch bei Gott mildernde Umstände?
Und eben da kommt Jesus ins Spiel, aus dessen Verhalten man durchaus schließen kann, dass die Menschen nicht ganz verloren sind. Mit dieser Feststellung will ich nicht Gottes Urteil vorgreifen, sondern für mich persönlich einen Trost finden.
Als Christ weiß man das es sowohl einen Gott als auch einen Teufel gibt,und was könnte dem Feind daran liegen einen Menschen in Verzweiflung zu stürzen wenn er damit nicht was erreichen wollte.
Das klingt mir zu theoretisch.
Ich kenne Selbstmordgedanken und die Auseinandersetzung damit, dass sie etwas Fremdes und Feindliches sind, dem ich nie nachgeben wollte.
Ich habe aber auch einen Moment durchlebt, in dem die Entscheidung gefallen war und hätte ich nicht darüber nachgedacht, wie ich meine beiden Kater mit mir nehmen kann und hätte ich nicht damit die Zeit geschaffen, dass mich jemand rettet, wäre ich jetzt tot. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in so einem Moment einem Menschen der Gedanke an Satan und sein teuflisches Spiel durch den Kopf geht.
Ich glaube eher, und habe es letztendlich ja auch so erlebt, dass es ein Moment ist, in dem man völlig von Gott verlassen ist.
Das einzige woraus man in der Situation Hoffnung und Trost schöpfen kann,ist,dass Gott barmherzig ist und ein gerechter Richter.
Ich sehe Gott nicht als Richter. Wenn Gott allmächtig ist, hat er die Sünde geschaffen. Warum richtet er uns für etwas, das er hätte verhindern können? Das wäre in der Tat sadistisch.
Ich messe Gottes Verhalten immer an menschlichem Verhalten. Was wäre das für ein Vater, der seinem Kind eine geladene Pistole in die Hand drückt und es dann dafür bestraft, wenn es abdrückt und jemanden erschießt? Welcher Mensch würde das tun? Also bitte, welcher Gott würde das tun?
Einige kommen zum Schluss, dass dies der Beweis ist, dass es keinen Gott geben kann. Ich denke, Gott ist einfach komplizierter als wir es auf den ersten Blick erfassen können.
Darum stelle ich Gott in meinem Leben so ein wenig zur Seite.
Jesus dagegen erlebe ich als Verbündeter.
Da finde ich das so schön, was Momo geschrieben hat. Keiner von uns kennt die Abmachung, die jemand mit dem Göttlichen getroffen hat. Es liegt nicht an uns, den Lebensweg eines anderen zu beurteilen oder gar zu verurteilen.
Ich muß Abendtau aber recht geben,wir als Christen haben den Auftrag den Menschen zu zeigen das Gott in jeder Situation im Leben helfend eingreifen kann,wenn wir uns an ihn wenden- und bei Gott gibt es kein unmöglich,auch wenn es noch so oft danach aussieht.
Sicher kann Gott in jeder Situation im Leben helfend eingreifen. Aber will er das auch? Ist das seine Aufgabe?
Und wenn nachbars Kind sich umbrachte, dann stellt sich für mich die Frage; Wo war Gott in den schwersten Stunden vor dem Tode des Kindes? Oder eben: wo waren die Christen und deren Barmherzigkeit um diese zu vermeiden? Ich denke, diese Fragen sind durchaus berechtigt.
Meiner persönlichen Überzeugung nach ist Gott immer da. Oder einer seiner Verbündeten, Jesus, die Engel. Sie bieten uns jederzeit Trost. Aber das heißt nicht, dass wir das auch immer spüren können. Und vielleicht gehört die Distanz zu Gott oder auch das Verlassensein von Gott zu den Erfahrungen, die wir machen sollen. Vielleicht lernen wir so zu unterscheiden, wann er bei uns ist?!
Und was die Christen und ihre Barmherzigkeit angeht. Menschen mit Suizidgedanken sind nur schwer zu erreichen. Und wenn du Gott nicht spüren kannst, ist es ein sehr großer Hohn, wenn dir jemand sagt, aber er ist da und liebt dich.
Was ist wenn ein Atheist selbstmord begeht? Wie wenig oder wie viel bekommt er von Dir? Hast Du Dich das mal gefragt?
Für mich ist das Leben nur eine Station zwischen Geburt und Tod. Ich denke, jeder geht einfach nach Hause. Ob wir das nun im Nichts finden oder in Gottes Welt, das wird sich dann ja rausstellen.
Man sollte endlich einsehen das die Bibel ein stinknormales Buch ist was Erfahrungen und Geschichten seiner Zeit wiedergibt und mehr nicht. Diese Forderung könnt ich sogar mit der Bibel selber begründen.
Ein Anflug von Toleranz???
Und wenn man morgen den einwandfreien Beweis finden würde, dass die Bibel eine Marketing-Verarsche von einem Pharao, die ein bisschen außer Kontrolle geraten ist, was ändert das daran, dass gerade die Geschichte von Jesus viele inspirierende Aspekte hat?
Harry Potter ist auch keine Biografie. Trotzdem kann man aus der Geschichte um seinen Mut und seine Loyalität gegenüber seinen Freunden ein Lebenskonzept machen. Und wie ich denke gar kein schlechtes.
@Mike
Ich denke schon den ganzen Tag darüber nach, ob man krank sein muss, um Selbstmord zu begehen. Deiner Meinung nach nicht.
Kann man nicht wenigstens sagen, dass deine Freunde an einem Mangel an Lebensenergie erkrankt sind?
So toll ich Fritzies Einwand mit der Verletzung finde, so sehr weiß ich doch, dass Verletzung nicht zwangsläufig zu einem Verlust der Lebensenergie führt. Manche Leute fangen gerade dann an, richtig zu kämpfen.
Wenn du gerade mal siehst, was man KZ-Häftlingen angetan hat und wie manche von ihnen um ihr Leben gekämpft haben. Warum haben es diese Menschen geschafft und deine Freunde nicht? Bei denen ich mal davon ausgehe, dass sie keine so dramatischen Erlebnisse hatten.
Du möchtest aus dem Glauben eine 08/15-Veranstaltung machen. Da gibt es klare Gesetze und klare Verhaltensregeln. Das ist eine sehr katholische Sicht der Dinge. Andere Religionen wie z.B. das Judentum, kennen die gemeinsame gedankliche Auseinandersetzung mit dem Glauben und Gottes Wort. Ich weiß nicht, warum du der Meinung bist, dass Christen dumpfe Schafe sein müssen, die brav einer wörtlichen Umsetzung der Bibel folgen. Vielleicht hast du einfach zu viele Geschichten über bibelfanatische Christen in Amerika gehört.
Es gibt die Geschichte vom verlorenen Sohn, in der Jesus sagt, dass Gott ein vom Glauben abgefallener, der reuig zurückkehrt lieber ist als jemand, der ihm blind folgt. Die Auseinandersetzung mit Gottes Willen und seinen Gesetzen sollte also ganz selbstverständlich sein und hat nichts damit zu tun, dass man es dreht, wie man es braucht.
Sehr unsinnig finde ich auch, wenn man sagt, das Christentum macht den Leuten nur das Leben schwer. Wer nicht an Gott glaubt, hat es viel einfacher, Selbstmord zu begehen, weil er nicht über die Hölle nachdenken muss. Wollt ihr damit ausdrücken, dass Atheisten sesselfurzende Couch-Potatoes sind und das ist auch gut so? Es ist mir zu kompliziert über die Hölle nachzudenken, also glaube ich nicht an Gott. Sorry, aber das Leben ist kompliziert und man muss sich immer wieder moralischen Auseinandersetzungen stellen. Die christliche Lehre bietet meiner Meinung nach dabei keinen ganz schlechten Wegweiser. Es ist für mich eine der zentralen Fragen des Lebens, wem wir verantwortlich sind und wem gegenüber wir Rechenschaft ablegen. Sind wir einem Höheren als nur uns selbst verpflichtet?
@ Christa
Mir ist vorhin ein Gedanke gekommen. Die Aufgabe des Priesters als Seelsorger und der Gemeinde als Kinder Gottes wäre es eigentlich, mit den Eltern zusammen zu beten und nicht, darüber nachzudenken, wie Gott mit diesem Mädchen umgeht.
Und wenn es um Depressionen geht, so ist eine Gemeinde natürlich damit überfordert, da therapeutisch zur Seite zu stehen, aber ich frage mich, was es zum Beispiel auch bei dir bewirkt hätte, wenn einfach jeden Sonntag jemand zu dir gekommen wäre, dich mit in den Gottesdienst genommen hätte und ihr alle gemeinsam am Ende gebetet hättet. Verstehst du, gar nicht für dich gebetet sondern einfach nur mit dir. Ob deine Verletzungen damit nicht ein Stück geheilt wären? Das wäre es doch gewesen, Menschen zu finden, für die es nicht wichtig ist, dass du Depressionen und Borderline hast, sondern die dich in ihre Mitte aufgenommen hätten und dich an ihrer Gemeinschaft mit Gott beteiligt hätten.
Tuesday