Das wichtigste aus meiner Sicht ist Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, das eigene Durchhaltevermögen, der Erfindungsreichtum und das Improvisationstalent und das Vertrauen in seine Mitmenschen.
Normal kraftvolle und gesunde Menschen sterben nicht, nur weil ein paar tage der Strom weg ist oder die Wohnung auskühlt. Da kann man sich schon behelfen. Ja, das ist unangenehm, aber doch noch keine echte Katastrophe. Im Ahrtal war eine Katastrophe, aber ein Blackout einige Tage und noch dazu nur in einem Stadtteil und nicht im ganzen Land, ist schon zu überstehen. Es gibt Aufwärmmöglichkeiten, Essen, warme Getränke, auch Duschmöglichkeiten und Strom und Geschäfte in erreichbarer Entfernung. Schwierig ist es für kranke, alte und nichtmobile Menschen. Da sind die Nachbarn gefragt, sich um diese Menschen mitzukümmern und ggf. auch Hilfe zu suchen und zu vermitteln.
Auch das ist ein Grund, warum ich immer finde, gute Nachbarschaft ist unbezahlbar. Bis Freunde und Verwandte da sind, haben die Nachbarn schon geholfen. "Du hast einen Grill? Ich hab Würstchen."
Nicht einkaufen zu können einige Tage, sollte wohl für jeden machbar sein. Es gibt doch immer mal Situationen, wo man einige Tage nicht raus kann, z.B. wegen Krankheit etc. Vorrat für einige Tage braucht man doch sowieso.
Ich habe eine Ausbildung als Natur- und Wildnispädagogin. Das hilft mir ungemein, in meine eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Ich hab schon öfter bei Frost draußen geschlafen. Da ist die Sorge in einer Wohnung zu erfrieren gering. Und ja, ein Campingkocher ist gut, aber zur Not reichen auch ein Lagerfeuer, Steine, Grillrost, Topf zum Kochen. Jetzt in Berlin sicher nicht nötig. Da geht man einfach ins Rathaus, lädt sein Handy auf, isst einen Teller Suppe und nimmt sich in Thermoskannen was für abends mit. Da ist ja überall Hilfe organisiert. Aber wenn ein größeres Areal betroffen ist oder gar bundesweit, dann ist es schon gut, zu wissen und die Erfahrung gemacht zu haben, daß man zurecht kommt. Dann verfällt man nicht in Panik und Resignation.
Meine persönliche beste Vorsorge ist mein Wohnmobil, das immer vollgetankt ist, mit Kleidung und Lebensmitteln bestückt, mit Solaranlage, 2 x11er Gasflaschen und Dieselheizung. Da kann ich gut mehrere Wochen drin leben und noch meine Nachbarn mit warmem essen und Getränke versorgen.
Vorsorge und Vorratshaltung finde ich sehr wichtig, aber das mindset, schon zurecht zu kommen, und das Vertrauen in sich und seine Mitmenschen, noch viel wichtiger. Vorbereitung ist gut, dazu gehört aber auch, seine Mitmenschen zu kennen und selbst hilfsbereit zu sein. Am Ende ist es die Gemeinschaft, auf die es ankommt.