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Was ist am Leben so schön, wenn es fast nur aus Arbeit besteht?

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Hallo Nizelle,

Du kannst mit Ü30 beruflich nicht mehr umsatteln😕? Nimm mein Beispiel: was ich derzeit mache, ist mein neunter(!) Job. Sieben davon haben mit meinem Ausbildungsberuf nichts gemein. Und ja, ich mußte mit Ü50 nochmal neu anfangen, wiederholt befristet, zum Mindestlohn. Erzähle hier nicht, daß das nicht geht!

Viele Grüße

Aber war das jedes Mal eine andere Richtung bei den neun Jobs, oder schon im gleichen Bereich? Wenn ich jetzt noch mal was ganz anderes machen würde, müsste ich ja erst noch mal eine Ausbildung machen oder studieren was finanziell nur mit einem Kredit möglich wäre oder nebenberuflich, was dann ewig dauern würde. Dann wäre ich Ende 30 und konkurriere mit Mitte 20 jährigen, die gerade ihren Abschluss gemacht haben. Dann sieht man auch an meinem Lebenslauf, dass ich nicht weiss was ich will.
 
Hallo Nizelle,
Dein Beitrag hätte fast 1🤐 von mir kommen können. Außer, dass ich ca. 50 Stunden pro Woche arbeite, keine Affären habe und keine Kinder will 🙂. Auch ich treibe Sport, ohne dass es Spaß macht, nur weil es wohl notwendig ist für die Gesundheit... Und gestern habe ich mehrere Stunden die Wohnung geputzt. Mein Bruder meint auch immer, ich hätte nichts zu tun 🙂.

Meine Vermutung besteht darin, dass sich viele andere Leute nicht daran stören, den Großteil des Lebens mit Arbeit zu verbringen, da sie außerhalb der Arbeit so gut wie keine Interessen haben. Fast niemand liest mehr Bücher, spielt ein Instrument oder geht einem anderen kreativen Hobby nach.
Ich würde gern neue Dinge lernen, habe aber dafür keine Zeit. Tatsächlich würde ich Geld gegen Freizeit tauschen, wenn das so einfach analog einstellbar wäre. Meinen Job gibt es aber entweder ganz oder gar nicht. In meinem beruflichen Umfeld habe ich außerdem noch keine positiven Beispiele von Teilzeitmitarbeitern gesehen - wer vorher einen qualifizierten Job hatte und zB wegen Kindern auf Teilzeit reduziert, der hat dann definitiv keinen qualifizierten Job mehr, sondern muss sich mit Aushilfsarbeiten begnügen. Da ist natürlich die Frage, was besser ist - einen qualifizierten Job mit Überstunden, oder einen unterfordernden Job in Teilzeit...

Wenn Du "die Lösung" gefunden hast, dann sag bitte Bescheid 🙂.

VG
Sollilja

Hi Sollilja,

50 Stunden pro Woche! Oh je, da würde ich aus dem Selbstmitleid nicht mehr rauskommen😀. Ich würde auch jederzeit Geld gegen Freizeit austauschen aber das ist gar nicht so einfach, als kinderlose Frau auf Teilzeit umzustellen und wie Du sagst, es kann Folgen für die berufl. Chancen haben. Ich bin auch kein absoluter Kinderfan und wollte auch nicht schon immer Kinder. Es ist mehr so, dass ich mir dachte, dann hätte mein Leben wenigstens irgendeinen Sinn und vielleicht hätte ich dann einen Grund, Teilzeit zu arbeiten...

Ja, ich geb auf jeden Fall Bescheid, falls mir die Erleuchtung kommt😀😉

Viele Grüße,
Nizelle
 
Hinter Optimismus sowie hinter Pessimismus stehen jeweils eine Einstellung, um in einer jeweiligen Situation Lösungsansätze zu entwickeln.

Der Optimist motiviert sich positiv, in dem er auch kleine Faktoren wahrnimmt, die ihm behilflich sein können, z.B. ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Nehmen wir als Beispiel eine Felswand im Gebirge. Der Kletterer hängt an einem Sicherheitsseil, während er seine Haken in die Felswand schlägt und langsam nach oben klettert. Da reißt das Sicherheitsseil.

Der Optimist: "Das ist aber Mist. Jedoch - anstatt dass ich mich am Sicherheitsseil festhalte, greife ich jetzt eben zu den schon eingeschlagenen Haken und halte mich an ihnen fest, bevor ich weitere Haken einschlage und nach oben klettere."

Der Pessimist: "Na toll. Dann schaffe ich es nicht, nach oben zu klettern. Ich kann froh sein, wenn ich mich an den Haken festhalten kann und nicht abstürze."

Wir sollten uns die Einstellung (=Brille) zulegen, die uns am meisten hilft.

Warum soll es Dir nicht gelingen, beruflich umzusatteln? Andere haben das auch noch mit 40 erfolgreich geschafft.

Hi Nordrheiner,
ich würde auf jeden Fall so reagieren wie der Pessmist...ich weiss, dass der Schlüssel zu einem zufriedeneren Leben Optimismus wäre, aber ich kann meinen Pessmismus so schlecht ablegen...ich denke sogar immer "Ein Optimist würde jetzt so und so denken..." aber es gelingt mir nicht, diese Gedanken emotional umzusetzen.

Was das berufliche Umsatteln angeht: Ich könnte schon, aber das Risiko ist groß, dass ich dann beruflich keinen Anschluss mehr finde. Ich habe Angst, dass ich dann keinen guten Job mehr finde oder gar keinen mehr. Vielleicht riskiere ich es irgendwann wenn mich mein jetziger Job zu unglücklich macht, aber im Moment traue ich es mich nicht.

Gut zu wissen, dass es möglich ist, das erfolgreich zu schaffen und herzlichen Glückwunsch dazu🙂

VG
Nizelle
 
Aber war das jedes Mal eine andere Richtung bei den neun Jobs, oder schon im gleichen Bereich? Wenn ich jetzt noch mal was ganz anderes machen würde, müsste ich ja erst noch mal eine Ausbildung machen oder studieren was finanziell nur mit einem Kredit möglich wäre oder nebenberuflich, was dann ewig dauern würde. Dann wäre ich Ende 30 und konkurriere mit Mitte 20 jährigen, die gerade ihren Abschluss gemacht haben. Dann sieht man auch an meinem Lebenslauf, dass ich nicht weiss was ich will.

Es war jeweils etwas anderes: Programmierer, Arbeitsvorbereiter, Reitlehrer, Kraftfahrer...

Viele Grüße
 
Hallo Nizelle.

Ich glaube nicht, dass du mit diesem Problem alleine bist. Ich empfinde es oft genauso, wie du. Und ich denke, vielen anderen geht es ähnlich. Es gibt natürlich auch Menschen, die so zufrieden sind mit ihrem Leben, keine Alternative kennen oder sich einfach keine Gedanken über all das machen. So zumindest mein Eindruck.

Früher lebten die Menschen ganz anders als heute. Sie waren in Stämmen und Gemeinschaften organisiert, leben (wohnen) und arbeiten also meiner Auffassung nach nicht so stark voneinander getrennt, wie heute. Auch hatten sie im Prinzip ihre Leute vor Ort, heute hat man Freizeit/Privat/Freunde und Arbeit/Beruf/Kollegen weitestgehend getrennt.

Diese Trennung ist in meinen Augen eher unnatürlich und führt zu einer Menge Probleme. Das kann man auch in weiten Teilen der Gesellschaft beobachten: warum muss sich jemand bspw. überhaupt Gedanken zum sog. "work-life-balance" machen? Auch Arbeitszeit ist Lebenszeit.

Ich bin ja immer der Auffassung, dass die meisten "modernen" Probleme und auch sog. Volkskrankheiten durch eine unnatürliche Lebensweise hervorgerufen oder zumindest stark begünstigt werden. Depressionen, Burn-Outs und wie sie alle heißen gehören dazu. Ich bin selbst Betroffener. Hinzu kommen oft starke Orientierungslosigkeit bei den Menschen. Sie wissen nicht mehr, wer sie sind, wo sie hingehören und wie sie ihr Leben gestalten sollen.

Dazu kommt dieser starke Individualisierungs- und (Selbst-) Optimierungswahn. Das führt doch zu einer totalen Zerklüftung der Gesellschaft.

Ich empfinde unsere heutige Arbeitswelt manchmal als modernes Söldnertum, obgleich es natürlich auch Vorteile mit sich bringt und ich nicht alles schwarz malen möchte. Hier gilt es wohl, zu differenzieren.

Aber ich persönlich frage mich schon des öfteren, warum ich hier unter diesen Umständen geboren wurde und nicht irgendwo im Regenwald bei einem kleinen Stamm Eingeborener, die noch eine ursprüngliche Lebensweise haben. Manchmal denke ich, dort wäre ich glücklicher...

Oder irgend so ein Gewürzhändler im Orient... hehe 😉 Die machen sich nicht so den Stress, wie wir hier.

Naja, so far...
Sorry, dass ich jetzt nicht so im Einzelnen auf deinen Beitrag eingegangen bin. Aber jetzt hast du meine Denk-/Sichtweise mal kennengelernt und wer weiß, vielleicht kannst du ja etwas für dich herausziehen.

Alles Gute und die richtigen Entscheidungen im Leben
wünscht dir,

Red Blue.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich wäre froh wenn ich nur eine 5 Tage Woche HÄTTE! Ich habe im Schnitt 3 Tage frei im MONAT! Und das alles für ein popeliges gehalt!
 
Hi Nordrheiner,
ich würde auf jeden Fall so reagieren wie der Pessmist...ich weiss, dass der Schlüssel zu einem zufriedeneren Leben Optimismus wäre, aber ich kann meinen Pessmismus so schlecht ablegen...ich denke sogar immer "Ein Optimist würde jetzt so und so denken..." aber es gelingt mir nicht, diese Gedanken emotional umzusetzen.

Nein, es geht nicht um die emotionale Umsetzung, sondern nur um Deine verstandesmässige Entscheidung der Sichtweise. Es geht um Deine Auswahl der Einstellung. Dieser Einstellung folgen die Gedanken. Die Gefühle spielen anfangs keinerlei Rolle. Sie folgen jedoch den Gedanken... der Einstellung.

Das ist evt. eines Deiner Schwachstellen, dass Du Dich von Deinen Gefühlen zu sehr leiten lässt - anstelle von Deinen Gedanken bzw. von Deiner Einstellung.

Was das berufliche Umsatteln angeht: Ich könnte schon, aber das Risiko ist groß, dass ich dann beruflich keinen Anschluss mehr finde. Ich habe Angst, dass ich dann keinen guten Job mehr finde oder gar keinen mehr. Vielleicht riskiere ich es irgendwann wenn mich mein jetziger Job zu unglücklich macht, aber im Moment traue ich es mich nicht.

Gut zu wissen, dass es möglich ist, das erfolgreich zu schaffen und herzlichen Glückwunsch dazu🙂

VG
Nizelle

Das berufliche Umsatteln empfehle ich auch nicht in der Form von Vollausstieg aus Beruf A mit Arbeits-/Lernpause für Beruf B. Einige Menschen machen das so. Von jetzt auf heute. Um das vernünftig zu tun, braucht es schon klare Ziele und genaue Infos, wie das alles funktionieren kann.

Aber es gibt auch die Möglichkeit, nebenberuflich - also in der Freizeit - sich erstmal nach einer beruflichen Möglichkeit umzusehen. Und wenn Du erkannt hast, was für Dich beruflich erstrebenswert ist, dann alle möglichen Infos zu sammeln und einen Weg zu suchen, sich auf das Umsatteln vorzubereiten.

Du solltest Dich also nach eine Alternative umsehen. Das benötigt Zeit und Informationssuche. Damit fängt alles an.

LG, Nordrheiner
 
Man sollte auch den Entlohnungsfaktor nicht außer Acht lassen, der ist für manche Menschen sehr wichtig.

Mache ich etwas selbstständiges und verdiene damit sehr gut, umgerechnet ein Monatsgehalt an wenigen Tagen, so hab ich das Gefühl, an dem Tag hab ich die 8 Stunden Arbeit garnicht gemerkt.

Komme ich aber nach einem 10 Stunden Tag total kaputt nach Hause , hab von dem Tagesgehalt schon wieder die Hälfte ausgegeben, weil ich noch einkaufen mußte, bin völlig kaputt, wegen der Stressbelastung oder der körperlichen oder geistigen geleisteten Arbeit dann hätte ich auch keinen Bock mehr noch was zu machen.
Glücklicherweise habe ich das Problem nicht und genug Freizeit, nach dem Job noch was sinnvolles zu machen.
 
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