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Warum wollt ihr so drinend eine Beziehung?

  • Starter*in Starter*in Fuechsin
  • Datum Start Datum Start
In unserer Gesellschaft ist es ein Ideal, die ewige Liebe zwischen Mann und Frau. Danach strebt jeder oder kennst jemand der absichtlich nach zwei Jahren seinen Partner wechselt, selbst wenn die Beziehung gut läuft?

Ich glaube wohl eher nicht...

Also das bezweifle ich. Heute ist doch mehr der Begriff Lebensabschnittspartner aktuell. Und die ewige Liebe wohl die Ausnahme. Vielleicht sollte man auch nicht den Begriff ewige Liebe mit dem Lebensmodell "Ehe" verwechseln, was doch sehr oft - nach einer gewissen Zeit - nur noch eine Beziehung aus praktischen Erwägungen sein kann. Kann natürlich auch für eine Beziehung außerhalb der Ehe gelten. Bin ja eigentlich dafür, dass man nach 5 Jahren so ne Ehe überprüft und man sich wieder das Ja-Wort geben muss. Wäre gespannt, wie das wohl allgemein ausfallen würde.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nunja..
Ich hab mal gehört, das Wort "Ehe" stehe für errare humanum est - irren ist menschlich 😀.
So ähnlich seh ichs auch..
Ich denke, heutzutage gibt es kein "Idealbild" von einer Beziehung mehr, denn es gibt viele unterschiedliche Beziehungsformen.

Ich brauche nicht dringend eine Beziehung, da ich auch ganz gut mit mir allein glücklich sein kann.
Ein ausgefülltes Sexleben kann ich auch als Single haben.
Eine Beziehung, wenn sie denn glücklich ist, ist schön, aber in meinem Leben kein Muss.

Gruß
Sangmo
 
Hallo,

diesen Thread moechte ich an alle ungluecklichen Singles richten.

Es interessiert mich wirklich. Klar weiss ich selbst, dass es schoen ist neben einem geliebten Menschen aufzuwachen und dieses Kribbeln im Bauch zu spueren. Aber... gibt es nicht eine Millionen Dinge im Leben die mindestens genauso schoen sind?

Ich faend es z. B. extrem befriedigend einen Job zu haben bei dem ich mich wirklich gebraucht fuehle und der mir auch noch Spass macht. Ich kann mir wenig schlimmeres vorstellen als mein ganzes Leben einen Job zu machen, den ich hasse. Wenn ich die Wahl zwischen einer guten Beziehung und einem langweiligen Job oder einem tollen Job und keiner Beziehung zu haben, dann wuerde ich mich sehr wahrscheinlich fuer das zweite entscheiden.

Ein guter, vertrauensvoller relativ grosser Freundeskreis hat fuer mich auch eine sehr positive Wirkung. Ich liebe es, wenn ich jederzeit meine Freunde anrufen, was mit ihnen unternehmen und tiefgruendige Gespraeche mit ihnen fuhren kann. Ich liebe meine Freunde, und wenn ich alle zusammen nehme, liebe ich sie mindestens genauso wie ich einen festen Partner lieben wuerde.

Warum wird die gesamte Lebenszufriedenheit immer auf diesen einen Bereich reduziert? Ich glaube es liegt daran, dass es immer seltener "wahre" Freunde gibt. Menschen fuehlen sich so schnell von den Problemen anderer belaestigt und dann bleibt einfach nur noch ein Partner, der sich wirklich die Muehe macht einem mal zuzuhoeren. Ein guter Freund bedeutet auch gleichzeitig eine grosse Portion Last fuer viele Menschen. Man hat ja schon genug eigene Probleme, da muss man sich nicht noch zusaetzlich welche auflasten. Bei einer Beziehung hat man wenigstens jemanden, der rund um die Uhr fuer einen da ist. Und man muss sich nicht staendig rechtfertigen, wenn man mal wieder mit irgendwelchen Problemen ankommt.

Ich finde das wirklich schade. Es liegt sicher auch an der deutschen Mentalitaet, denn nicht ueberall auf der Welt hat Beziehung einen so hohen Stellenwert. Glueck gibt es in so vielen Bereichen. Und Liebe ist auch nicht etwas, was man nur mit einem Menschen teilen kann.

Ich wuerde gerne mal eure Meinung dazu hoeren. Was denkt ihr ueber mein Sicht der Dinge? Findet ihr mein Denken zu rational? Ich frage mich ja selbst manchmal, ob ich einfach zu emotionslos an die Sache herangehe. Denn eigentlich wuensche ich mir ja auch eine Beziehung. Frueher wurde ich staendig als naiv bezeichnet, heute ist es so, als ob jedes romantische Idealisieren von mir abgewaschen waere. Vielleicht ist mein Denken auch eine Wand, die mich vor zu grossen Verletzungen schuetzen soll.

Ich habe mir jetzt nicht die anderen Antworten durchgelesen, antworte aber einfach mal auf Deinen Eingangspost.... Wieso wünsche ich mir eine Beziehung?

- Mir ist im Gegensatz zu Dir der Job und Karriere ideel bei weitem nicht wichtig genug in seiner Bedeutung, als dass er für mich jemals Liebe und Familie ausstechen könnte.

- Ich möchte mich ganz einfach geborgen und geliebt fühlen. Einen Platz auf dieser Welt haben wo jemand mich braucht und gern um sich hat. Und ich ihn

- Ich wünsche mir eigene Kinder!!!

- Ich möchte jemanden dem ich GEBEN kann... wo ich mich gebraucht fühle, für jemanden da sein, ihm Liebe und Zuwendung geben kann. Ich brauche diesen "Sinn".

- Mir fehlt als Single auch körperliche Nähe, mal in den Arm genommen oder nachts gehalten zu werden etc. Sex zwar nur sekundär - aber MIT ihm lebt es sich auch schöner 😉

- Zwar bin ich selbstständig genug und mache vieles allein.. es kann teils aber auch sehr belastend sein wenn man alles IMMER nur allein schaffen muss - ohne Rat und Unterstützung.

- Wenn ich schönes erlebe oder einfach was kleines sehe worüber ich mich freue - dann würde ich es so gern mit einer anderen Person teilen. Geteilte Freude ist einfach so viel schöner.

- Ich möchte mein Leben mit jemandem teilen... gemeinsame Erinnerungen machen, später zusammen zurückblicken können.

- Nicht jeder Mensch hat das Privileg Deinen großen, tollen Freundeskreis zu haben - tatsächlich haben den, wenn überhaupt - meist nur Teenager oder Studenten. Einmal im Arbeits- und Beziehungsleben gefangen (ab einem gewissen Alter) sind Freunde kaum noch für andere Freunde verfügbar. Zumal die wenigsten Menschen auch überhaupt WIRKLICH gute Freunde haben... geschweige denn so viele, dass immer wer Zeit hat. Viele Pärchen machen auch nur noch etwas mit anderen Pärchen... der dumme Single wird gar nicht mehr eingeladen, passt ja nicht mehr dazu oder wird sogar als Bedrohung für die Paarbeziehungen wahrgenommen - denn der Single "soll sich endlich mal ein eigenes Leben suchen". Grade ich als Frau bekomme bei männlichen Freunden und Familienmitgliedern teils eine unglaubliche Stutenbissigkeit von deren Partnerinnen zu spüren bzw. Eifersuchtsdenken mir gegenüber. Weil ich solo bin und damit eben theoretisch eine Bedrohung.

- Ich kann sogar ganz gut allein sein und mich allein beschäftigen. Daher bin ich (leider) auch offenbar noch immer zu wählerisch was potentielle Partner angeht - und inzwischen also viel zu lang Single. Es gibt ja Leute die panisch nicht allein sein können, die tun sich dann eben ohne so kompliziert wie ich zu denken, auch mit jemandem zusammen, NUR um nicht allein zu sein, ohne viel darüber nachzudenken. Bei mir hingegen geht nur ganz oder gar nicht - ich kann meine Zeit und Intimität nur mit jemandem teilen den ich wirklich will und liebe. Das findet sich soooo schwer und selten... Dennoch, auch wenn ich allein sein KANN, ich WILL es nicht ständig sein müssen... Und mal ehrlich, als Single ist man oft gefangen in Einsamkeit, statt angenehmem, freiwilligen allein-sein. Es gibt je älter man wird sogar diverse Anlässe und Veranstaltungen auf die man gar nicht mehr eingeladen wird oder an denen man nicht teilnehmen möchte, weil man dann die einzige (daher skuril wirkende) Einzelperson dort wäre. Dann sieht man glückliche Paare und Familien zu einem schönen Sommerabend-Ereignis spazieren oder miteinander grillen (was immer) und steht selbst wie ein stummer Beobachter, eingeschlossen in einen Glaskasten daneben. Man kann nicht teilnehmen...gehört nirgends so richtig zu... es gibt als Single viele traurige, ausgegrenzte Momente dieser Art. Auch bei Familienveranstaltungen wird man ab mitte 20 zunehmend intolleranter behandelt wenn man Single ist - ständig wird man angesprochen als stimme etwas mit einem nicht, muss sich rechtfertigen, sich als "komisch" ansehen lassen, etc.


-Wenn es hart auf hart im Leben kommt, ist man als Single unendlich allein... das ist einem vorher gar nicht so bewußt und man lebt "großschnäuzig" als brauche man doch keinen, - solange das Leben halbwegs stabil ist, man vielleicht Familie hat usw.... In meinem Fall starb mein Vater vor nicht langer Zeit zu früh und plötzlich. Für mich brach die ganze Welt zusammen... doch ich wurde trotzdem ganz allein gelassen, mit all dem. Leute klatschten mir dann sogar wörtlich an den Kopf "Tja, selbst schuld, hättest Du Dir mal einen Partner gesucht. Jetzt musst du diesen Fehler halt ausbaden und allein mit der Trauer klarkommen". Ich sollte laut diesen Leuten (sogar noch vor der Trauerfeier, also als es super frisch war!) mich still in den Hintergrund stellen, ganz allein. Und noch Rücksicht auf die (von Trauer ja gar nicht betroffene) Frau meines Bruder nehmen, indem ich gefälligst nicht deren Paarbeziehung störe und eben stattdessen allein in der Situation klarkomme. Als Single wird einem sowieso sehr oft gesagt, dass die Paare an erster Stelle kommen... man auf die immer Rücksicht zu nehmen und zurückzustecken hat. Selbst von langjährigen Freunden darf man nichts mehr erwarten sobald sie seit ein paar Wochen einen Partner haben - der gilt sofort als wichtiger als alles und jeder andere. Ausgerechnet jene Menschen die dagegen eh allein leben und es somit ja eigentlich sowieso oft etwas schwerer haben, sollen ausgerechnet permanentes Verständnis und Rücksichtnahme den "armen" Paaren gegenüber haben und sich selbst ganz nach hinten stellen... paradox eigentlich, oder? Oft habe ich das Gefühl als Single wird einem eben auch nur der Wert eines halben Menschen zugeschrieben... Ehrlich gesagt: Ich hab so die Schnauze voll von dieser Rolle und dem ständigen Rücksicht nehmen und Verständnis haben. Auch das ist ein Grund wieso ich Single-sein langsam recht ätzend finde!
 
Ich habe mir jetzt nicht die anderen Antworten durchgelesen, antworte aber einfach mal auf Deinen Eingangspost.... Wieso wünsche ich mir eine Beziehung?

- Mir ist im Gegensatz zu Dir der Job und Karriere ideel bei weitem nicht wichtig genug in seiner Bedeutung, als dass er für mich jemals Liebe und Familie ausstechen könnte.

- Ich möchte mich ganz einfach geborgen und geliebt fühlen. Einen Platz auf dieser Welt haben wo jemand mich braucht und gern um sich hat. Und ich ihn

- Ich wünsche mir eigene Kinder!!!

- Ich möchte jemanden dem ich GEBEN kann... wo ich mich gebraucht fühle, für jemanden da sein, ihm Liebe und Zuwendung geben kann. Ich brauche diesen "Sinn".

- Mir fehlt als Single auch körperliche Nähe, mal in den Arm genommen oder nachts gehalten zu werden etc. Sex zwar nur sekundär - aber MIT ihm lebt es sich auch schöner 😉

- Zwar bin ich selbstständig genug und mache vieles allein.. es kann teils aber auch sehr belastend sein wenn man alles IMMER nur allein schaffen muss - ohne Rat und Unterstützung.

- Wenn ich schönes erlebe oder einfach was kleines sehe worüber ich mich freue - dann würde ich es so gern mit einer anderen Person teilen. Geteilte Freude ist einfach so viel schöner.

- Ich möchte mein Leben mit jemandem teilen... gemeinsame Erinnerungen machen, später zusammen zurückblicken können.

- Nicht jeder Mensch hat das Privileg Deinen großen, tollen Freundeskreis zu haben - tatsächlich haben den, wenn überhaupt - meist nur Teenager oder Studenten. Einmal im Arbeits- und Beziehungsleben gefangen (ab einem gewissen Alter) sind Freunde kaum noch für andere Freunde verfügbar. Zumal die wenigsten Menschen auch überhaupt WIRKLICH gute Freunde haben... geschweige denn so viele, dass immer wer Zeit hat. Viele Pärchen machen auch nur noch etwas mit anderen Pärchen... der dumme Single wird gar nicht mehr eingeladen, passt ja nicht mehr dazu oder wird sogar als Bedrohung für die Paarbeziehungen wahrgenommen - denn der Single "soll sich endlich mal ein eigenes Leben suchen". Grade ich als Frau bekomme bei männlichen Freunden und Familienmitgliedern teils eine unglaubliche Stutenbissigkeit von deren Partnerinnen zu spüren bzw. Eifersuchtsdenken mir gegenüber. Weil ich solo bin und damit eben theoretisch eine Bedrohung.

- Ich kann sogar ganz gut allein sein und mich allein beschäftigen. Daher bin ich (leider) auch offenbar noch immer zu wählerisch was potentielle Partner angeht - und inzwischen also viel zu lang Single. Es gibt ja Leute die panisch nicht allein sein können, die tun sich dann eben ohne so kompliziert wie ich zu denken, auch mit jemandem zusammen, NUR um nicht allein zu sein, ohne viel darüber nachzudenken. Bei mir hingegen geht nur ganz oder gar nicht - ich kann meine Zeit und Intimität nur mit jemandem teilen den ich wirklich will und liebe. Das findet sich soooo schwer und selten... Dennoch, auch wenn ich allein sein KANN, ich WILL es nicht ständig sein müssen... Und mal ehrlich, als Single ist man oft gefangen in Einsamkeit, statt angenehmem, freiwilligen allein-sein. Es gibt je älter man wird sogar diverse Anlässe und Veranstaltungen auf die man gar nicht mehr eingeladen wird oder an denen man nicht teilnehmen möchte, weil man dann die einzige (daher skuril wirkende) Einzelperson dort wäre. Dann sieht man glückliche Paare und Familien zu einem schönen Sommerabend-Ereignis spazieren oder miteinander grillen (was immer) und steht selbst wie ein stummer Beobachter, eingeschlossen in einen Glaskasten daneben. Man kann nicht teilnehmen...gehört nirgends so richtig zu... es gibt als Single viele traurige, ausgegrenzte Momente dieser Art. Auch bei Familienveranstaltungen wird man ab mitte 20 zunehmend intolleranter behandelt wenn man Single ist - ständig wird man angesprochen als stimme etwas mit einem nicht, muss sich rechtfertigen, sich als "komisch" ansehen lassen, etc.


-Wenn es hart auf hart im Leben kommt, ist man als Single unendlich allein... das ist einem vorher gar nicht so bewußt und man lebt "großschnäuzig" als brauche man doch keinen, - solange das Leben halbwegs stabil ist, man vielleicht Familie hat usw.... In meinem Fall starb mein Vater vor nicht langer Zeit zu früh und plötzlich. Für mich brach die ganze Welt zusammen... doch ich wurde trotzdem ganz allein gelassen, mit all dem. Leute klatschten mir dann sogar wörtlich an den Kopf "Tja, selbst schuld, hättest Du Dir mal einen Partner gesucht. Jetzt musst du diesen Fehler halt ausbaden und allein mit der Trauer klarkommen". Ich sollte laut diesen Leuten (sogar noch vor der Trauerfeier, also als es super frisch war!) mich still in den Hintergrund stellen, ganz allein. Und noch Rücksicht auf die (von Trauer ja gar nicht betroffene) Frau meines Bruder nehmen, indem ich gefälligst nicht deren Paarbeziehung störe und eben stattdessen allein in der Situation klarkomme. Als Single wird einem sowieso sehr oft gesagt, dass die Paare an erster Stelle kommen... man auf die immer Rücksicht zu nehmen und zurückzustecken hat. Selbst von langjährigen Freunden darf man nichts mehr erwarten sobald sie seit ein paar Wochen einen Partner haben - der gilt sofort als wichtiger als alles und jeder andere. Ausgerechnet jene Menschen die dagegen eh allein leben und es somit ja eigentlich sowieso oft etwas schwerer haben, sollen ausgerechnet permanentes Verständnis und Rücksichtnahme den "armen" Paaren gegenüber haben und sich selbst ganz nach hinten stellen... paradox eigentlich, oder? Oft habe ich das Gefühl als Single wird einem eben auch nur der Wert eines halben Menschen zugeschrieben... Ehrlich gesagt: Ich hab so die Schnauze voll von dieser Rolle und dem ständigen Rücksicht nehmen und Verständnis haben. Auch das ist ein Grund wieso ich Single-sein langsam recht ätzend finde!

Ich finde die Eingangsfrage schon interessant und habe mir darüber ernsthaft Gedanken gemacht.

Es gibt ja alternative Lebensmodelle. Menschen, die sich freiwillig für ein zölibatäres Leben entscheiden und damit offenbar glücklich sind. Ich meine damit jetzt nicht unbedingt Pfarrer, die per Gesetz so leben müssen (wenn sie´s denn tun 🙄), sondern Menschen, die sich ganz bewusst für ein geistliches Leben in einem Kloster entscheiden. Sie scheinen ohne Beziehung dennoch ein erfülltes Leben zu führen - vielleicht gerade deshalb, weil sie sich auf ihren ganz eigenen Weg konzentrieren.

Ein Freund von mir führt zwar nicht gerade ein geistliches Leben, aber ein beziehungsloses - und das ohne etwas zu vermissen. Das ist jedenfalls mein Eindruck. Er lebt ganz und gar für sein Hobby - die Fotografie. Wenn ich ihn auf eine attraktive Frau hinweise, zuckt er nur mit den Schultern. Ich glaube nicht, dass er schwul ist. Er scheint darauf einfach keinen Wert zu legen - und es eben auch nicht zu brauchen.

Andere führen vielleicht ein sehr extremes Leben - Bergsteiger, Extremsportler...sie haben sich einem Leben verschrieben, was ihnen Glücksgefühle beschert, die man ansonsten vielleicht in ähnlicher Form nur in der Liebe vorfindet.

Der Großteil der Menschen dürfte aber ein anderes Leben leben - und eine Partnerschaft bevorzugen. Und eine Beziehung ist ja auch zweifelsohne das primäre menschliche Lebensmodell, ansonsten wären wir schon längst ausgestorben.

Ich bin jetzt 36 und hatte noch nie eine Beziehung. Das liegt sicher zu einem Großteil an meinem Handicap (habe eine nervliche Erkrankung). Das schreckt Frauen einfach ab bzw. eliminiert mich als potenziellen Partner - und das schmerzt ungemein. Ich vermisse Zweisamkeit schon sehr. Wenn ich allein bin und nicht mit dem Liebesglück anderer konfrontiert werde, ist das nicht so ein großes Problem. Ein gutes Buch zu lesen, einen lustigen Film zu schauen, sein Lieblingsgericht zu kochen, einfach gemütlich den eigenen Ritualen nachzugehen, ohne diesbezüglich Kompromisse eingehen zu müssen - das ist schon ein großes Stück Freiheit und Lebensqualität.

Das ist - selbst in einer großartigen Beziehung - nicht so einfach. Denn dass die Partner alle Interessen teilen, glaube ich kaum.

Ich persönlich leide immer dann, wenn ich verliebte, glückliche Paare sehe. Da fällt meine ach so schöne freie Welt in sich zusammen und ich mutiere zum neidischen Penner. Daran merke ich dann schließlich, dass ich mir auch genau das wünsche. Ich weiß nicht, warum der Beziehungswunsch bei vielen Menschen - so auch bei mir - so stark ausgeprägt ist. Die Schmetterlinge im Bauch halten nicht lange an und ich glaube, dass eine Beziehung schnell "gewöhnlich" wird. Da gibt es nach einiger Zeit meist keinen großen Unterschied mehr zu einer Freundschaft - abgesehen davon, dass man zusammen wohnt und schläft. 🙄

Ich glaube, dass es bei den meisten Menschen die Angst vor Einsamkeit ist, die den Wunsch nach einer Beziehung antreibt. Einsamkeit ist wahrscheinlich das schlimmste Gefühl überhaupt.

Ich denke man sollte lernen, eine Beziehung nicht als das Nonplus Ultra anzusehen - Menschen, die außer ihrer Beziehung nichts anderes mehr sehen, werden wohl irgendwann dafür bestraft, denn früher oder später wird es die Trennung geben (spätestens wenn einer der beiden stirbt). Dann sind die Leiden groß und es rächt sich, wenn man andere Kontakte vernachlässigt hat (und ich kenne viele, die ihr restliches Umfeld völlig vergessen haben, seit sie verliebt sind).

Menschen, die nicht in einer Beziehung leben, sollten nicht jeden Tag daran denken, was sie verpassen, sondern stattdesen die Freiheit des Singleleben zu schätzen wissen. Ich weiß wie schwer das ist, aber ich will nicht wissen, wieviele Menschen in einer Beziehung sich auch - zumindest gelegentlich - wieder mal die Unabhängigkeit des Singleleben wünschen.
 
Hallo,

ich habe meine Meinung nochmal ueberdacht. Mein Eingangspost ist immer noch mein Ideal.
Aber denoch hat sich seit dem einiges veraendert. Ich erreiche einige gute Freunde nicht mehr, Ich weiss einfach nicht warum, eine Teilrolle spielen sicher ihre neuen Beziehungen. Vielleicht habe ich auch etwas falsch gemacht, wer weiss.

Ich habe nun einen tollen Mann kennen gelernt und wuensche mir doch sehr, dass daraus auch etwas festes wird. Ich muss zugeben, der Gedanke jemanden zu haben der sich auch mal um mich kuemmert und mich in den Arm nimmt, spielt dabei keine unbedeutende Rolle.

Traurig finde ich es denoch, dass mein bisher so grosser Freundeskreis ploetzlich so geschrumpft ist. Wie kann das sein? Wollen die Menschen einfach keine langjaehrigen Freundschaften mehr, oder bin ich nur die Unfaehige, die alles versaut?
Aber waere dann ja auch eine Bestaetigung meiner anfaenglichen These. Menschen wollen Beziehungen, weil Freundschaften einfach nicht mehr halten in dieser Zeit.

Ich glaube aber trotzdem immer noch, dass man trotz einer Beziehung moeglichst viele andere qualitativ hochwertige soziale Kontakte haben sollte. Es ist einfach wichtig fuer eine Beziehung nicht nur in einer Blase zu leben.

Ich faend es wirklich schoen, wenn ich auch ohne Partner stark genug waere, dieses schwere Leben zu meistern. Aber mir geht echt langsam die Puste aus....leider.
Trotzdem beneide ich Menschen, die auch ohne Beziehung stark sind.
 
Hallo,



Ich habe nun einen tollen Mann kennen gelernt und wuensche mir doch sehr, dass daraus auch etwas festes wird. Ich muss zugeben, der Gedanke jemanden zu haben der sich auch mal um mich kuemmert und mich in den Arm nimmt, spielt dabei keine unbedeutende Rolle.

Traurig finde ich es denoch, dass mein bisher so grosser Freundeskreis ploetzlich so geschrumpft ist. Wie kann das sein? Wollen die Menschen einfach keine langjaehrigen Freundschaften mehr, oder bin ich nur die Unfaehige, die alles versaut?
Aber waere dann ja auch eine Bestaetigung meiner anfaenglichen These. Menschen wollen Beziehungen, weil Freundschaften einfach nicht mehr halten in dieser Zeit.

Ich glaube aber trotzdem immer noch, dass man trotz einer Beziehung moeglichst viele andere qualitativ hochwertige soziale Kontakte haben sollte. Es ist einfach wichtig fuer eine Beziehung nicht nur in einer Blase zu leben.

Nun einerseits liegt es einfach daran das man im Arbeitsleben einfach mal viel weniger Freizeit hat als in der Schule. Dazu kommt es noch das viele Paare eine Familie gründen ,womit sie auch viel weniger Freizeit für einen anderen haben.
 
Hallo,

ich habe meine Meinung nochmal ueberdacht. Mein Eingangspost ist immer noch mein Ideal.
Aber denoch hat sich seit dem einiges veraendert. Ich erreiche einige gute Freunde nicht mehr, Ich weiss einfach nicht warum, eine Teilrolle spielen sicher ihre neuen Beziehungen. Vielleicht habe ich auch etwas falsch gemacht, wer weiss.

Ich habe nun einen tollen Mann kennen gelernt und wuensche mir doch sehr, dass daraus auch etwas festes wird. Ich muss zugeben, der Gedanke jemanden zu haben der sich auch mal um mich kuemmert und mich in den Arm nimmt, spielt dabei keine unbedeutende Rolle.

Traurig finde ich es denoch, dass mein bisher so grosser Freundeskreis ploetzlich so geschrumpft ist. Wie kann das sein? Wollen die Menschen einfach keine langjaehrigen Freundschaften mehr, oder bin ich nur die Unfaehige, die alles versaut?
Aber waere dann ja auch eine Bestaetigung meiner anfaenglichen These. Menschen wollen Beziehungen, weil Freundschaften einfach nicht mehr halten in dieser Zeit.

Ich glaube aber trotzdem immer noch, dass man trotz einer Beziehung moeglichst viele andere qualitativ hochwertige soziale Kontakte haben sollte. Es ist einfach wichtig fuer eine Beziehung nicht nur in einer Blase zu leben.

Ich faend es wirklich schoen, wenn ich auch ohne Partner stark genug waere, dieses schwere Leben zu meistern. Aber mir geht echt langsam die Puste aus....leider.
Trotzdem beneide ich Menschen, die auch ohne Beziehung stark sind.

Was sind echte Freunde?...ich kannte mal einige Leute- ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass viele von Freunden sprechen aber damit Bekannte meinen. Ich habe diese Leute auch nie als meine Freunde gesehen.
Meine Definition für Freundschaft ist die, dass man wohl wirklich nur eine Hand voll Menschen trifft, die im Leben dann echte Freunde werden (können).
Und diese, Deine "Freunde" waren dann auch meiner meinung nach keine Freunde, sonst würden sie sich nicht so verhalten...in einer echten Freundschaft darf man übrigends Fehler machen, dass gilt auch für Beziehungen so gesehen gibt es auch keine Fehler-...entweder du bist die menschlich richtige für eine Freundschaft (oder auch für eine Beziehung bei dem Mann, den Du jetzt kennst), oder Du bist es nicht, dann kannst Du dich noch so "gut" verhalten. Gut in Anführungszeichen, denn "Richtig" oder "Falsch" gibt es eigentlich nicht.
Ich persönlich habe gar kein Verlangen nach einer Beziehung etc. in mich war auch mal ein Mann "verliebt" (was er nicht wirklich war), der war auch nur ein Mitläufer der mir sofort in den Rücken gefallen wäre, bei der kleinsten Gelegenheit. Aber das ist auch schon länger her.
 
Naja, es war eigentlich eine Freundin, die aber auch die Verbindung zu diesem ganzen Freundeskreis war. Wir haben immer viel unternommen, aber wirklich angerufen habe ich immer nur sie. Trotzdem hat sie mir auch schon mal aus der Patsche geholfen von daher dachte ich eigentlich schon, dass wir enge Freunde waeren.
Sie kennt die anderen Leute aber auch wesentlich laenger als ich. Von daher hat sich das fuer mich dann wohl erledigt. Schade eigentlich, aber nach ewigem hinterhertelefonieren ohne Rueckmeldung werde ich jetzt einfach aufgeben und mich nach einem neuen Freundeskreis umschaun.
Ich hab ja immer noch Freunde, aber eben zu wenige um regelmaessig etwas zu unternehmen. Die haben ja auch ihre Verpflichtungen und einige wohnen ja auch gar nicht in meiner Naehe.

Finde ich super, dass du gar nicht das Beduerfniss nach Beziehung hast. Das muesste ja eigentlich bedeuten, dass du dir selbst genuegst, oder?
Mir ist es auch sehr wichtig, dass man sich absolut vertrauen kann. Man muss nicht jeden Bockmist seines Partners oder Freund toll finden, aber wenn es auf Hart kommt sollte man immer zusammen halten.
Mein bester Freund ist da wirklich eine enorme Ausnahme und so jemanden habe ich auch noch kein zweites Mal gefunden.
 
"Als gesellige Tiere können wir nicht in uns selbst ruhen wie in einer sicheren Höhle. Der Blick des anderen und der anderen muss uns wichtig sein, wir sind so beschaffen.
Jedes Selbstverhältnis ist, immer eine Frage des Blickes anderer Menschen auf uns.
Niemand kann sich davon frei machen. Deshalb sollte wir auch keine Sehnsüchte formulieren,
die einen solchen Zustand "innerer Freiheit" anstreben. Ich kann mich nicht alleine selbst finden.
Welches "Selbst" sollte das auch sein? Selbstgenügsamkeit ist aller Dummheit Anfang."

Das war ein kleiner Auszug aus dem Buch "Liebe - ein unordentliches Gefühl -- von Richard David Precht.

Ich bin z.b selber ein Mensch, der sehr intensiv und gerne alleine sein kann. Aber das impliziert eben nicht, dass ich keine Menschen brauche. Und ich halte den Blick anderer Menschen auf mich auch für wichtig. Es bedeutet eben auch Spiegelung und Reibung. Auch Weiterentwicklung. Das alles kann ich nicht mit mir alleine haben. Ich lerne auch viel über mich durch diese notwendigen sozialen Bindungen, das ist einfach so.

Ich kann übrigens nicht die Erfahrung teilen, dass sich Liebe so schnell abnutzt, nur ein Schmetterling ist, der vorbeihuscht. Ganz und gar nicht. Mich hat die Erfahrung gelehrt, dass Liebe und Vertrautheit im Laufe der Zeit stetig wächst. Da ich Witwe wurde, war es dann irgendwann jäh vorbei. Aber auch Verlust gehört zum Leben so wie der Tod als solches. Das Leben ist nunmal endlich. Am Anfang wird eine Beziehung von Verliebtheit, Fremdheit, Aufgeregtheit getragen, dann kommen immer mehr Erlebnisse und gemeinsame Erfahrungen hinzu. Es wird ruhiger, vertrauter und intensiver. So empfinde ich auch schon jetzt nach 2,5 Jahre mit meinem Freund. Das macht wohl die Liebe aus, nicht die flüchtige anfängliche Verliebtheit, sie löst sich im besten Falle ab, den anderen immer besser kennenzulernen, immer mehr zusammenzuwachsen im Laufe der Zeit. Nicht symbiotisch -- wohlgemerkt, Symbiose ist m.E. tödlich, Menschen sind und werden nicht "eins" und das ist auch gut so. Sie sind zwei Individuen und das bleiben sie und gerade das macht die Liebe so spannend............

Nachtblume
 

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