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Warum wollt ihr so drinend eine Beziehung?

  • Starter*in Starter*in Fuechsin
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, ja er selbst, die Möglichkeit in der Hand hält die Welt nach seinen Träumen zu gestalten.

Es geht mir nicht darum Kindern etwas aufzuwingen, sondern ihren eine wahre Sicht auf die Welt zu geben.

Selbst wenn du einem Kind die Welt "erklären" würdest, würdest du die Welt auch nur so erklären, wie du sie siehst.
In meiner "Welt" kann sich kein Mensch alleine die Welt gestalten, wie er sie möchte, solange es noch Gier und Machtbesessenheit gibt, werden immer Menschen am hungertot sterben.
 
Ich empfand Erwachsenwerden immer als ein sehr positiver Prozess. Man beginnt mehr Verantwortung zu übernehmen, hat aber gleichzeitig die Möglichkeit die Welt zu gestalten. Kinder verstehen viel mehr, als wir glauben mögen und vieles bleibt einfach in Erinnerungen. Und sie verstehen es nach und nach.

Ich würde meine Kinder die Welt eben erklären, wie sie ist, zum Beispiel an dem Beispiel mit der Rolle der Frauen, ganz ohne Wertung. Es ist Tatsache, dass die Welt in den letzten 2000 Jahren eine männerdominierte Gesellschaft ist und die Emanzipation erst in den letzten 80 Jahren stattfand, ein sehr kleiner Zeitraum, deswegen gibt es sehr viele kulturellen Erben, die aus einer Sicht sprechen, wie die Menschen damals gelebt haben. Das ist an sich nicht positives oder negatives. Aber ein Kind sollte verstehen, warum die Welt heute zu dem geworden ist, wie sie ist. Warum es Menschen gibt, die anders denken. Ein Kind lernt dadurch Verständnis und Toleranz. Ein Kind sollte verstehen, dass das, was wir heute um uns herum haben keine Selbstverständlichkeit ist. Dass Europa sich tausende von Jahren bekriegt haben, Generation für Generation, und heute die Menschen zusammenarbeiten und sich gegenseitig aus der Krise helfen. Erst wenn das Kind, ein späterer Erwachsener, die Zusammenhänge sieht, die große Entwicklung der Welt wahrnimmt, durch was für Schwierigkeiten Menschen vor unserer Zeit gehen mussten, kann er die Bedeutung unserer jetzigen Gesellschaft wirklich zu schätzen wissen und auch gleichzeitig wissen, dass wir heute uns immernoch in einer Entwicklung befinden und dass auch er, ja er selbst, die Möglichkeit in der Hand hält die Welt nach seinen Träumen zu gestalten.

Es geht mir nicht darum Kindern etwas aufzuwingen, sondern ihren eine wahre Sicht auf die Welt zu geben.

Ich denke nicht, dass man Kinder wie kleine, süße und naive Idioten behandeln sollte, sondern respektvoll wie junge Menschen, die noch ihr ganzes Leben vor sich haben.

Also wie einen Idioten will hier sicher niemand sein Kind behandeln.
Ich hab ja auch nichts dagegen, dem Kind geschichtliche Hindergruende kindgerecht zu vermitteln. Solange es ohne Angstmacherei zu tun hat ist das ja ok.
Aber wozu brauche ich dazu Maerchen. "Die wunderschoene Prinzessin laesst sich von einem Prinzen retten?"
Ich glaube nicht, dass ein Kind verstehen kann, warum so eine zauberhafte Geschichte schlecht sein soll. Es gibt ja schliesslich ein Happy End.
 
märchen geben halt sinn und man kann sie als träger des lebens nehmen...
der Märchenshop: die Märchenzeitung für Erwachsene... (Hannover, Südstadt) | markt.de (0b573742)

naja mal googeln,finde den richtigen link nicht,auf jeden fall unterstützen sie menschen sich zu finden....und in der welt klar zu kommen.....sie sind wichtig für kids...

Man kann seine Kinder auch anders unterstuetzen. Kinder brauchen keine Maerchen, jedenfalls nicht, die von den Gebruedern Grimm. Da schreib ich schlon lieber meine eigenen Maerchen, und in denen ist die Prinzessin dann nicht wunderschoen und vor allem auch nicht schwach und dumm.
Der Maerchenshop behauptet Maerchen waeren wichtig, genauso behauptet die Kriche, die Bibel waere wichtig. Das ist doch Ansichtssache. Ich halte es fuer Schwachsinn.
 
Ich verstehe nicht, warum ihr nicht einfach dort anfängt die Probleme zu sehen, wo es hackt. Natürlich löst man Probleme leichter mit mehr Lebenserfahrung. Aber was bringt eigentlich die Lebenserfahrung? Sie sagt uns, wie man Probleme löst. Also macht es viel mehr Sinn über Problemlösungen nachzudenken, anstatt zu warten, dass man alt und erfahren wird.

Man kann viel ueber Problemloesung nachdenken, aber trotzdem ist Lebenserfahrung und Selbstreflektion unabdingbar um Situationen besser einzuschaetzen und angemessen zu handeln. Ist sicher auch eine Typsache, manche koennen es bereits mit 18 und andere haben es mit 50 immer noch nicht gelernt.
Im Alter wird man da haeufig auch ganz automatisch lockerer. Frueher haetten einen viele Charaktereigenschaften des Partners noch in den Wahnsinn getrieben, heute sind sie immer seltener der Rede Wert.
Ist sicher nicht bei jedem Paar so, aber ich merke schon an mir selbst, dass ich heute wesentlich entspannter gegenueber Fehlern von anderen und mir selbst bin, als ich es noch vor fuenf Jahren war.
 
Man kann viel ueber Problemloesung nachdenken, aber trotzdem ist Lebenserfahrung und Selbstreflektion unabdingbar um Situationen besser einzuschaetzen und angemessen zu handeln. Ist sicher auch eine Typsache, manche koennen es bereits mit 18 und andere haben es mit 50 immer noch nicht gelernt.
Im Alter wird man da haeufig auch ganz automatisch lockerer. Frueher haetten einen viele Charaktereigenschaften des Partners noch in den Wahnsinn getrieben, heute sind sie immer seltener der Rede Wert.
Ist sicher nicht bei jedem Paar so, aber ich merke schon an mir selbst, dass ich heute wesentlich entspannter gegenueber Fehlern von anderen und mir selbst bin, als ich es noch vor fuenf Jahren war.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gewisse Dinge passen müssen, um dann beim Rest nachgeben zu können, verzeihen zu können usw. Und da muss man sich selbst kennenlernen, welche gewissen Dinge, so elementar sind und dann bei Beziehungsbeginn hart mich sich sein, aber allein das klingt nat. schon wieder wie vom anderen Stern, denn bei Beziehungsbeginn ist man meist weicher als je sonst 🙂))) und schlittert voll wo rein, oft gern, weil man die Nähe genießt usw. Wer fragt da schon knallhart nach den Dingen, von denen er weiß, dass. . . .

Na ja, wird schon klappen, noch bevor zerreißbare (verletztbare) Bande geknüpft sind, die wichtigen Dinge abzuchecken möchte man hoffen. Aber wenn man so ein Abchecker ist, kriegt man es dann überhaupt hin, Bande zu knüpfen? Alles nicht so einfach, wies hier geschrieben steht.


Sigi
 
Also wie einen Idioten will hier sicher niemand sein Kind behandeln.
Ich hab ja auch nichts dagegen, dem Kind geschichtliche Hindergruende kindgerecht zu vermitteln. Solange es ohne Angstmacherei zu tun hat ist das ja ok.
Aber wozu brauche ich dazu Maerchen. "Die wunderschoene Prinzessin laesst sich von einem Prinzen retten?"
Ich glaube nicht, dass ein Kind verstehen kann, warum so eine zauberhafte Geschichte schlecht sein soll. Es gibt ja schliesslich ein Happy End.


es ist aber auch hier zu lesen das du dich momentan in einer lage befindest, in der du gern von einem prinzen gerettet werden möchtest.....
 
Selbst wenn du einem Kind die Welt "erklären" würdest, würdest du die Welt auch nur so erklären, wie du sie siehst.
In meiner "Welt" kann sich kein Mensch alleine die Welt gestalten, wie er sie möchte, solange es noch Gier und Machtbesessenheit gibt, werden immer Menschen am hungertot sterben.
Wenn du das ernst meinst, dann sei wenigstens so konsequent und nimm das Kant-Zitat aus deiner Signatur, denn der arme Mann rotiert gerade im Grab:
"Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen, dennoch gern zeitlebens unmündig bleiben und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein."
Das ist es nämlich, was Kant auf deine Aussage antworten würde - der Begründer der Aufklärung, also der philosophischen Richtung, die salopp ausgedrückt sag:
Schalt deinen Kopf ein, mach die Augen auf! Hinterfrag die Welt um dich herum und steh schließlich auf um sie selbst mitzugestalten!

Ich denke auch nicht, dass es gut ist Kinder so früh wie möglich mit der Realität der Erwachsenen Welt zu konfrontieren,
was denkst du denn in welcher Realität diese Kinder leben? Ich dachte es sei allegemeiner Konsens, dass die Realität für alle real existierenden Menschen die selbe ist. Was sich unterscheidet ist die Sichtweise darauf - und mit offenen Augen sieht man in der Regel mehr als mit geschlossenen. Man sieht mehr Gefahren und mehr Chancen. Mehr Leid, aber auch mehr Schönheit. Man sieht eben tatsächlich die Welt wie sie ist. Wie sie wirklich ist - und nur so kann man sie auch verstehen.

Ich verstehe auch nicht, wie du immer wieder auf diese "lass Kinder doch Kinder sein"-Schiene kommst. Niemand will hier Kindern ihre Phantasie verbieten. Darum geht es doch garnicht. Es geht darum, dass sie gleichzeitig auch die Möglichkeit haben sollen ihre Phantasien bezüglich der realen Welt später in die Tat umsetzen zu können. Es geht darum Kinder mit Hoffnungen, Träumen und Wünschen zu wunderbaren Erwachsenen Menschen zu erziehen, die den Willen, die Kraft und den Mut haben, ihre Träume in die Tat umzusetzen und die Welt zu gestalten - die wahre und echte Welt, in der wir alle leben.

Doch dazu muss man diese erst einmal verstehen.
Und gerade diese innere Stärke und der Glaube an sich selbst etwas verändern zu können ist in meinen Augen etwas, dass man gar nicht früh genug lernen kann.

zu mal sie wie manche schon gesagt haben, noch lange nicht fähig sind im Kleinkindalter das wirklich alles zu verstehen. Sie sind ja gerade erst dabei ihre eigene Realität für sich zu entzudecken.
Na und?
1. verstehen Kinder weit mehr als die meisten Erwachsenen ihnen zutrauen.
2. habe ich noch nie verstanden - und werde ich wohl auch nie verstehen - was so schlimm daran sein soll, wenn man einem Kind etwas erklärt, was es dann tatsächlich nicht versteht.
Ich rede hier wohlgemerkt nicht von Dingen, die es psychologisch überfordern könnten (Grausamkeit, Pornografie, etc.), sondern von geistiger Überforderung. Was passiert, wenn ich meiner 3-jährigen Nichte die Relativitätstheorie erkläre?
Platzt dann ihr Kopf?

Ich habe meistens das Gefühl, die Angst Kinder geistig zu überfordern oder ihnen Mut zu machen ihr Leben zukünftig einmal selbst in die Hand zu nehmen, ist in erster Linie die Angst davor sich selbst einzugestehen, dass man selbst in seinem Leben nichts erreicht hat. Und während man seinem Kind sagt
"Gandhi war ein einzelner Mann. Mutter Theresa war eine einzelne Frau. Martin Luther King war ein einzelner Mann. Alice Schwarzer ist eine einzelne Frau. Auch du bist ein Mensch. Und um die Welt zu einem besseren Ort zu machen, braucht es genau einen Menschen: Nämlich dich"
...während man all das sagt müsste man sich selbst mit der Frage konfrontieren, warum man selbst nie mehr aus sich gemacht hat.
Zumal, was ist eigentlich Erwachsenen Realität? Ein lebensfroher optimistischer Mensch würde dem Kind von all den Schönen Seiten des Lebens erzählen, ein pessimistischer unsicherer Mensch würde es auf so viele Gefahren wie möglich aufmerksam machen. Wer hat jetzt Recht? Ich denke keiner.
Der Optimist würde sagen "beide" - somit wäre geklärt, auf welcher Seite du stehst.
Ansonsten denke ich sollte man sein Kind darin unterstützen seine eigene Realität für sich zu entdecken.
Und ich frage noch einmal:
In welcher Realität leben deine Kinder?
Und inwiefern unterscheidet sich diese Realität von der, in der wir Erwachsenen leben.
Wer sagt uns denn, dass die ganzen äußeren Gesellschaftsbedingungen überhaupt noch aktuell sind, wenn das Kind erstmal erwachsen ist. Da verändert sich doch rasend schnell soviel.
Und genau deshalb sollte man möglichst früh mit dem Lernen beginnen und möglichst nie damit aufhören.
Danke dafür, dass du meine These mit diesem Argument unterstrichen hast.

Ja, die Welt verändert sich. Aber auch die Geschichte der Welt ist Teil der Welt. Und alles was heute aktuell ist, ist morgen entweder noch immer aktuell oder ein Teil der Geschichte.
Und selbst, wenn das Kind einmal etwas zu viel gelernt hat, möchte ich auch diese Frage wiederholen:
Wenn ein Kind zu viel lernt, etwas lernt, dass es nicht versteht oder gar direkt am Lernprozess scheitert - was passiert dann schlimmes?
Ich bezweifle ziemlich stark, dass das kindliche Gehirn Überhitzungsschäden davontragen wird. Zusammenhänge zu verstehen wird niemals schlecht sein.
 
Also irgendwie, glaub ich dass wir alle das gleiche Ziel verfolgen und nur aneinander vorbei reden. Ich habe das Gefuehl hier will keiner sein Kind von der Realitaet abschirmen und auch niemand es mit Hungersnoeten und gesellschaftlichen Problemen zu sehr belasten.

Ganz alleine das Wie und das Wann sind entscheidend. Solange das Kind seine Leichtigkeit nicht verliert ist Aufklaerung sicher nicht verwerflich. Allerdings begreife ich immer noch nicht, wozu man Maerchen dazu braucht?
Man liest dem Kind ja auch nicht aus der Bildzeitung vor um hinterher zu erlaeutern, dass das Schrott ist.

Ich wuerde dem Kind Geschichten von selbstbestimmten Frauen und Maennern vorlesen und dann eventuell erwaehnen, dass das nicht immer so war und heute auch noch oft nicht so ist. Das halte ich fuer viel sinnvoller als andersherum.
 
Also irgendwie, glaub ich dass wir alle das gleiche Ziel verfolgen
Offensichtlich: Nein.
und nur aneinander vorbei reden.
Aber somit scheint das umso mehr zu stimmen.

Ich habe das Gefuehl hier will keiner sein Kind von der Realitaet abschirmen und auch niemand es mit Hungersnoeten und gesellschaftlichen Problemen zu sehr belasten
Ich stimme dir zu, dass ich mein Kind damit nicht "zu sehr belasten" wollen würde. Die Frage über die wir jedoch reden - oder zumindest ich - ist die, was denn nun "zu sehr belastende" Dinge sind.

Und hierbei finde ich es eben wesentlich schlimmer, wenn das Kind irgendwo einmal etwas von Hungersnöten aufschnappt und dann selbst diese Erkenntnis alleine verarbeiten muss, weil ich nicht weiß, dass es darüber nachdenkt. Deshalb denke ich ist es meine Pflicht, von mir aus das Kind eben auch auf Probleme anzusprechen und ihm die Dinge zu erklären.

Das Problem an der Realität ist, dass dieses verdammte Ding einfach überall ist - somit endet die Absurdität elterlicher Abschottung nicht beim Abschirmen, sondern bleibt eben auch bei solchen Tabuthemen erhalten.

Wie viele Kinder im Kindergarten wissen denn nicht, dass Kinder in Afrika weniger zu essen haben? Wie viele Kinder, die davon wissen, leiden im Alltag deswegen?

Und noch viel wichtiger:
Wie viele dieser Kinder wissen, warum es für afrikanische Kinder weniger zu essen gibt?
Wie viele Erwachsen wissen das überhaupt?
Und wie viele Erwachsene haben sich bereits in der Kindheit nicht damit zufrieden geben wollen, einfach zu akzeptieren, dass es diese Ungerechtigkeit gibt, sondern wollten die Gründe dafür wissen, wollten wissen, was man dagegen tun kann?

Und denkst du nicht, es sollte noch viel mehr davon geben?

Man sollte sich immer wieder bewusst machen, dass selbst diese riesige Masse von 6 Mrd Menschen letztendlich aus 6 Milliarden einzelnen Personen besteht. Und jeder von ihnen kann etwas in seinem Rahmen bewegen.

Und der Rahmen von uns Europäern in diesem freien demokratischen Land mit (fast) kostenlosem Zugang zu Bildung, ist nahezu grenzenlos.

Ich denke man sollte seinem Kind schon so früh wie möglich vermitteln, dass es auf jede Frage eine Antwort gibt - und wenn man sie nicht kennt, dann sucht man sie. Und jede Antwort wirft eine neue Frage auf und diese wieder eine Antwort...
Und mit jedem Schritt lernt man etwas hinzu dass dabei hilft die Welt ein bisschen besser zu verstehen.

Ganz alleine das Wie und das Wann sind entscheidend. Solange das Kind seine Leichtigkeit nicht verliert ist Aufklaerung sicher nicht verwerflich.
Ich denke - und ich möchte Betonen, dass dies beriets seit einer Weile mein wesentlicher Punkt ist - dass sich hierbei Kinder und Erwachsen in keinster Weise unterscheiden.
Ich würde auch einem Erwachsenen nicht die Leichtigkeit zerstören wollen. Ich würde ihm die Dinge so erklären, dass er sie versteht. Ich würde mich mit ihm darüber austauschen, wie wir beide damit umgehen. Ich würde auf ihn eingehen.

Ich würde den Erwachsenen behandeln wie ein Kind.
Und das Kind wie einen Erwachsenen.
Oder einfach beide wie einen Mitmenschen.

Deine These ist doch:
Kinder besitzen Unschuld und Leichtigkeit und diese soll ihnen möglichst lange erhalten bleiben, oder?
Ich denke wir stimmen überein, dass sie nicht ewig in der Pappkulisse eines vermeintlichen Paradieses bleiben sollen.
Somit wären wir nun eigentlich bei dem Punkt, wo wir darüber nachdenken sollten, wie man eine gewisse Leichtigkeit und Unschuld auch dann noch bewahren kann - und spätestens hier sollte klar sein, dass das Problem nicht bei den Kindern liegt, sondern bei uns Erwachsenen. Bei all diesen verbitterten Miesmachern und Pessimisten, die Kant zitieren um zu zeigen, dass sie die harte Welt durchschauen, aber zugleich zu faul oder feige sind, etwas daran zu ändern.

Ich will nicht, dass meine Kinder später einmal nach einer paradisischen Kindheit irgendwann in die harte Welt hinaus müssen und ihr Leben lang ihrer damaligen Unschuld nachtrauern. Ich will, dass sie ihre Leichtigkeit, ihre Hoffnung und ihre Träume behalten und als starke Persönlichkeiten diese in die reale Welt hinaustragen.


Allerdings begreife ich immer noch nicht, wozu man Maerchen dazu braucht?
Man liest dem Kind ja auch nicht aus der Bildzeitung vor um hinterher zu erlaeutern, dass das Schrott ist.
Eben doch. Genau das würde ich tun. Ich lese ziemlich häufig die Bild. Ich halte sehr wenig von ihr - aber mir ist bewusst, dass ein Großteil der Bevölkerung dieses Schmierblatt liest und sich damit seine Meinung BILDet.
Und mein Kind wird mit Kindern klarkommen müssen, deren Eltern diese Zeitung lesen.
Ich wuerde dem Kind Geschichten von selbstbestimmten Frauen und Maennern vorlesen und dann eventuell erwaehnen, dass das nicht immer so war und heute auch noch oft nicht so ist. Das halte ich fuer viel sinnvoller als andersherum.
Das ist ja auch gut so. Aber ich verstehe nicht, warum man dem Kind gleichzeitig ein Stück Allgemeinbildung vorenthalten sollte.
Jedes andere Kind wird Schneewittchen, Aschenputtel und Dornröschen kennen und deinem Kind von diesen wunderbaren Märchenfiguren erzählen.
Warum erzählst du ihm nicht selbst davon - mit einem leichten Schmunzeln auf dem Gesicht und sagst dazu, dass das eben nur eine Geschichte sei und dann eben was du davon hältst?

Genau wie heutige modern erzogene Kinder über den Struwwelpeter als Relikt aus der grauen Vorzeit der deutschen Pädagogik lachen, sollte es doch möglich sein, einem Kind diese alten Märchen zu erzählen und es den Zauber dieser uralten Geschichten spüren lassen ohne dass deshalb die Tochter zum hilflosen Prinzesschen mutiert.
 

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