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Warum sind Menschen mit wenig Selbstvertrauen unbeliebt?

  • Starter*in Starter*in Gast Rika
  • Datum Start Datum Start
Manche Menschen werden z. B. immer arm bleiben, andere bekommen nie einen Partner, so ist nunmal das Leben, es gibt kein Recht auf irgendwelche Dinge, auch wenn sie die meisten haben, manche bekommen sie trotzdem nicht. Man kann sich natürlich anstrengen sie zu bekommen, aber nicht jeder hat den erwünschten Erfolg letztendlich.
 
Das ist fast schon nicht möglich, so lange diese Kleingeister auf einem rumtrampeln.
Auch wenn man zu der Erkenntnis gelangt, warum sie das machen, muss es einem noch nicht besser gehen.
Ja es ist halt so, Selbstwertgefühl bekommt man durch andere, wenn sie einen wertschätzen, respektieren und anerkennen.

Ist sicher so, daß es sich für viele so anfühlt.
Für mich nicht. Es hat Arbeit und Tränen gekostet, aber heute fühle ich mich unabhängig von der Wertschätzung anderer. Was nicht bedeutet, daß ich mich nicht drüber freue, aber ein Muss für mein Seelenheil ist es nicht.
Wenn man es (zumindest anfangs) nicht alleine schafft, die ersten Schritte auf diesem Weg zu gehen, ist es gut, wenn man sich professionelle Hilfe holt.
 
Wenn einem nichts anderes übrig bleibt, dann sollte man es annehmen keine Wertschätzung zu erfahren, ändern kann man es eh nicht, ausser damit zu leben und wenigstens so sich selbst wertzuschätzen.
 
Hallo,

Manche Leute (die böse Leute) brauchen Leute mit wenig Selbstvertrauen um sich besser zu fühlen, sie werden diese Leute unterdrücken. Andere Leute (die feige Leute) werden nicht darauf reagieren und andere Leute (die nette Leute) werden diesen Leuten helfen (leider zu wenige Leute).

Aber hier wirst du viele nette Leute finden die dich wie du bist akzeptieren werden. Da "draußen" sieht es immer schwieriger aus.

Liebe Grüße
 
Erstmal zum Threadthema: die Frage ist zu theoretisch und pauschal. Was Gast Rika fragen wollte, war: "Warum fühle ich mich so unbeliebt?" Diese Frage könnte man mit Gequassel über Sozialisation und Schlüsselerfahrungen im Leben sowie die Betrachtung der Lebenssituation des Fragenden beantworten. Die Antwort löst aber das Problem nicht. Gast Rika, Zappzarapp und raveland - was euch Manuel+ hier darzustellen versucht, hat ein Mann, der euren Leidensweg scheinbar auch durchschritten hat, nach jahrelanger Denkarbeit so auf den Punkt gebracht: "Im tiefsten Winter erkannte ich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer lebt."
Albert Camus' Ausführungen beginnen damit, dass unsere Existenz völlig sinnlos und absurd ist. Jeden Tag essen, arbeiten und schlafen wir, nur um zu leben. Wir nehmen Demütigungen und Einschränkungen unserer Freiheit an, nur um jeden Tag weiterzumachen. Er stellt diesen Sachverhalt bildlich am Beispiel des Sisyphos dar, der dazu verdammt wurde auf ewig einen riesigen Felsbrocken einen Berg hochzuschieben, nur damit dieser dann auf der anderen Seite wieder herunterrollt. Camus sieht nur eine Rettung für Sisyphos: er muss seinen Fels verstehen lernen. Er muss sich bewusst werden, dass dieser Fels ihm anvertraut wurde. Camus geht auch darauf ein, dass Sisyphos und der Fels schon eins sind.
Was will dieser verrückte Franzose uns damit sagen? Jeder von uns schiebt einen Fels vor sich her. Dieser Fels ist aber nicht die Bürokratie, nicht die bösen Onkel und Tanten, die sich über Mobbing aufwerten, nicht unsere ungerechte Familie - sondern das sind wir. Ich bin mein Problem, ein Leben lang. Warum bin ich mir da so sicher? Ich habe da einen Freund, der heißt Nervensystem. Der kennt auch noch andere Leute - Gene, Immunsystem, bla. Würde ich diese Bande nicht kennen, wüsste ich nicht, wer meine Mutter ist. Ich hätte keine Ahnung, dass ich in der 6ten Klasse mal lauthals ausgelacht wurde und versetzungsgefährdet war, weil ich ein dämliches Tuschebild von einer Szene aus Harry Potter nicht gebacken gekriegt habe. Wer würde mir versichern, dass ich nicht sportlich/selbstbewusst/kreativ/sozial genug für diese Welt bin, wären da nicht meine Kumpels vom neurohumoralen Steuerzentrum? Man kann die Antwort recht gut an vielen Gegenständen in seinem Zimmer beobachten: niemand. Meine Bücher schämen sich nicht dafür, regelmäßig aus den Regalen zu fallen, obwohl ich sie jedes Mal wütend und auch mal mit dem ein oder anderen Fluch an ihren Platz zurückstopfe. worauf ich hinaus will: die Welt da draußen bin ich. Deswegen haben Felsen für mich eine metaphorische Bedeutung. Oder Bretter, die man auf zwei Steine legt und mit dem Hammer drauf einhaut. Aber genauso schreibe ich auch "Mobbing" die Bedeutung zu, die ich ihm zuschreiben will. Oder "Erfolg". Wenn ich mit der Welt klarkommen will, muss ich mit mir selbst klarkommen. Ich muss mich akzeptieren lernen. Meine Eigenarten, Ängste, Stimmungsschwankungen, Wünsche, Bedürfnisse - meine gesamte Welt. Die meisten Psychologen werden bei jedem Problem, mit dem du zu ihnen kommst, erstmal eine Bestandsaufnahme machen. Egal, ob du unter Panikattacken leidest oder vor Depressionen nicht mehr aus dem Bett kommst. Ein Ziel ist natürlich dich besser kennenzulernen, aber der Psychologe weiß auch, dass das Problem in dir liegt. Da kommt vielleicht Captain Obvious angeflogen, aber wenn du Angst vor Hunden hast und damit zum Psychologen gehst, musst du keinen Hund mitbringen, um deine Angst zu veranschaulichen. Du hast nämlich dein Problem immer sicher verstaut in deinem Schädel mit. Als nächstes wird der Psychologe versuchen dir Akzeptanz für dein Problem einzuflößen und erst DANN kommt die "Problemlösung". Man kann ein "Problem" nicht angehen, ohne es vorher zu akzeptieren. Du träumst davon, Schriftsteller zu werden? Gesteh dir erstmal ein, dass du noch nie wirklich was geschrieben hast und fang von diesem Nullpunkt aus an, deinem Traum nachzueifern. Du willst einen Menschen finden, dem du dich öffnen kannst? Guck erstmal, ob du damit nicht etwas kompensieren willst, was du vielleicht anders lösen könntest. Außerdem solltest du dir klar machen, dass du nur mit einem Menschen glücklich werden kannst, der mit dir auf einer Welle schwingt und zu dir passt. Lass die sozialen Zwänge mal beiseite. "Hör auf dein Herz", sagen ja einige. Manches passt, manches nicht. Das hat nichts mit dir zu tun, sondern mit der Biodiversität.
Und jetzt habe ich wohl auch genug gesabbelt. Wäre erstaunt, wenn das jemand liest. Manuel+ spricht ja die Haltung an, die dem Glück erlaubt bei euch anzukommen. Diese Haltung schließt die Akzeptanz des eigenen Ichs, der eigenen Welt und der eigenen Persönlichkeit ein. Das einzige Glück, was ihr je auf der Welt finden werdet, ist bereits in euch drin und heißt Dopamin, Serotonin, Enkephalin und Endorphin. Die ganze Welt kann sterben, ihr könnt chronisch krank werden oder aber alle schmeißen 'ne riesen Party und ihr seid fitter als ein Turnschuh - in beiden Szenarien könnt ihr glücklich oder unglücklich sein. Nur ihr selbst könnt zu jedem Zeitpunkt in eurem Leben entscheiden, wie ihr die Außenwelt um euch herum betrachtet und wie ihr eure eigene Welt konstruiert.
 
Musstest du schon mal ohne die Wertschätzung anderer leben?
Wenn ja, wann und wie lange?

Ich überlege gerade, ob ich das so pauschal beantworten kann ...
Zu Deiner Frage, ob ich schon mal ohne Wertschätzung anderer leben musste: Ich schrieb "Es hat Arbeit und Tränen gekostet ..." - ich hab's also durchaus erfahren, wie sich sowas anfühlt. Allerdings wurde mir irgendwann klar, daß es vielleicht oft garnicht wirklich so war, sondern daß ich es so empfand.
Zu Deiner Frage "Wann und wie lange": Vor vielen Jahren, über viele Jahre hinweg.
Heute frage ich nach, wenn ich jemand in seinem Verhalten mir gegenüber so empfinde und es ist immer wieder interessant, was sich daraus ergibt: Entweder habe ich ein Gegenüber, das mit meiner Nachfrage nicht umgehen kann oder mir wird offen geantwortet. Beide Varianten sind für beide oft recht lehrreich 🙂
 
Liebe Rika , ich weiß nicht, ob du das hier noch liest aber es tut mir sehr leid das hören zu müssen. Niemand sollte so etwas erleben. Ich frage mich dasselbe wie du. Welche Ursachen hat es und könnte man selbst daran Schuld sein... Ich selber gebe zu dass ich es nicht wirklich schön finde wenn jemand wenig selbstvertrauen hat. .. Es wirkt auf mich einfach unsicher und ich mag es auch nicht besonders an anderen. Aber jeder ist nunmal so wie er ist und kann sehr oft auch nichts dafür. Auch ich bin nicht sehr beliebt und weiß das auch. Ich habe zwar meine paar Freunde für die ich dankbar bin aber woran es liegt dass mich "plötzlich" niemand dabei haben will, weiß ich leider nicht. Ich hoffe dass es dir mittlerweile gut geht und dass du gute Freunde gefunden hast , die dich so mögen, wie du eben bist. Alles gute für dich <3
 

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