Ich finde, das sind alles sehr interessante Beiträge. Ich beschäftige mich auch seit einiger Zeit mit diesem Thema. Ich würde mich schon als gläubigen Menschen bezeichnen, wobei das natürlich nur mein Standpunkt ist. Da ich nicht zur Kirche gehe, bin ich in den Augen der Kirchengänger wohl eher nicht gläubig.
Ich habe ein sehr interessantes Buch gelesen: "Gespräche mit Gott" von Neale Donald Walsch. Es ist ein Dialog zwischen Gott und dem Autor (nach seiner Darstellung). Insgesamt sind es 3 Teile, wobei im ersten eher um persönlichere Fragen geht. Im Prinzip von der Micro-, Mesa- nach der Makroebene. Das Thema Zeit und Zufall spielt auch eine große Rolle. Ich kann es nur jedem empfehlen als eine Art Horizonterweiterung.
Ich persönlich glaube nicht mehr an Zufälle. Alles im Universum ist miteinander verbunden. Sogar unsere Gedanken sind Energie, die auch unseren Kopf verlassen und sich dann irgendwo befinden müssen, da Energie ja nicht einfach so verschwinden kann. Ich glaube alles ist relativ, es gibt kein Gut und kein Böse. Von daher kann ich mit dem Bild von Gott, was die Religionen uns weismachen, nichts anfangen. Für mich ist Gott ein "Wesen" auf einer viel höheren Bewusstseinsebene. Hier auf der Erde herrscht vor allem das Materielle, Körperliche. Hier können wir von den Gesetzen dieser Welt unsere Erfahrungen machen. Wer sagt uns aber, dass dies die einzige Form von Leben ist? Es kann doch so viel verschiedene Bewusstseinsebenen geben, die sich sehr von unserer körperlichen Welt unterscheiden. Unser Gehirn ist wie ein Filter, der uns nur ein Teil des Ganzen wiedergibt. Vieles wäre sicherlich kein Zufall aus einer anderen Sichtweise. Für uns fehlt es doch schon schwer zu verstehen, dass es nur das Jetzt und Hier gibt. Ich glaube an Gott, in dem Sinne dass für ihn dies alles ersichtlich ist. Von seinem Punkt betrachtet gelten ganz andere Gesetze für das Universum. Banal ausgedrückt: Er hat einen viel größeren Überblick und versteht dadurch auch viele Sachen.
Ich glaube auch an den freien Willen des Menschen und daran, dass Gott niemals uns diesen nimmt. Für mich sind wir keine Marionetten von ihm. Wir sind hier auf der Erde, um uns selbst zu erfahren. Von daher kann ich mich den Kirchen und anderen Institutionen nicht anschließen, weil diese mir meinen freien Willen nehmen möchten. Für mich scheinen diese nur von Menschen gemachten und geführten Organisationen zu sein. Leider. Trotzdem glaube ich, dass viel Wahrheit in der Bibel steckt. Alles nur eine Frage der Gewichtung und Interpretation. Für uns hier existiert das Gute und das Böse. Kalt und Heiß. Liebe und Hass. Himmel und Hölle. Flutkatastrophen. Warum hatte Jesus wunderheilende Kräfte? Weil er an sich und Gott geglaubt hat. An die Kraft des Gedankens. Er sagte, er ist nur einer von uns. Wenn wir alle richtig glauben, dann können wir Berge versetzen. Warum gibt es Menschen, die Leistungen vollbringen, die anderer glauben niemals erreichen zu können?
Alles eine Frage des Bewusstseins. Sich selbst bewusst machen, wer man ist. Alles, was ich tue, tue ich, um mich selber besser kennen zu lernen, denn ich bin nur ein Abbild meiner Umgebung. Nur die wenigsten Menschen können sich befreien und sich selbst erfahren ohne Äußere Einflüsse von den Eltern, Freunden, Lehrern... Für mich ist Gott alles. Wir sind ein Teil von ihm und er eines von uns. Wir alle sind eins. Gott hat uns erschaffen, um sich selbst zu erfahren. Das Gute wie das Böse. Denn das eine kann ohne das andere nicht existieren. Jeder muss nur die Entscheidung treffen, ob er sich im Guten erfahren möchte oder aber lieber im Bösen. Vielen reicht die Tatsache nämlich nicht aus, einfach nur zu wissen, von der Existenz des Bösen, viele müssen es auch erfahren, um zu glauben. Für mich ist also die Flutkatastrophe kein Zufall sondern ein Ergebnis von vielen Dingen, die wir nicht alle zusammen bringen können, um das Warum zu verstehen. Für mich ist das nicht eine Bestrafung Gottes, denn für Gott existiert mehr als nur diese relative Welt vom Guten und Bösen.