ACH Inge, wenn Du doch einmal nachdenken würdest über das, was Du schreibst. Es sind also laut Bibel alle, wirklich alle rettungslos verloren, wenn Sie nicht Jesus Christus in ihr Leben nehmen?
Was machen denn dann nur all die Gottesfürchtigen und Gottesgläubigen, die keine Christen sind? Sind sie wirklich alle verdammt? Buddhisten, Mohamedaner, Indianer, die noch unbekehrten Heiden der Volksstämme, die noch gar keine Zivilisation kennen? Wenn unser Leben wirklich nur aus diesem einen, von der Geburt bis zum Tod besteht, so haben die meisten Menschen dieser Erde nicht die geringste Chance, von Gott akzeptiert und angenommen zu werden, sobald sie die Schwelle des Todes überschreiten.
Und, liebe Inge, jezt möchte ich wirklich keine Antwort von Dir, die aus weiteren Bibelzitaten besteht, sondern eine Antwort, die mir zumindest mal zeigt, dass Du auch selbständig denken kannst.
Ist Dir eigentlich bewusst, wie gefährlich Deine Ratschläge in Bezug auf die Gesundheit anderer Menschen sind? Wobei ich erst mal die rein körperliche Gesundheit meine.
Leider hat es bis heute noch kein an Gott glaubender und an der Bibel hängender geschafft, ohne Arzt den Krebs zu überwinden.
Eigenartigerweise waren meine Depressionen, die ich im Leben hatte, zu der Zeit am ausgeprägtesten, als ich mich am ernsthaftesten mit der christlichen Religion so auseinerdersetzte, wie es in der Bibel steht.
Auf ernsthafte Gesundheitsfragen antwortest Du tatsächlich, dass jede Medizin schädlich sei, und nur Gott heilen könne.
In dem Thread "Kleiner Glückstip" unterhalten wir uns mit einem sehr gläubigen Christen über den Glauben an sich. Diesen Mann (Tigerwood) kann ich achten und respektieren, kann seine Gedanken nachempfinden, denn er spricht aus dem eigenen Herzen heraus mit eigenen Worten aus felsenfester Überzeugung, aber ohne den Blick auf die Realität des menschlichen Daseins zu verlieren und, vor allem, ohne zu verurteilen.
Ich selbst zähle mich zu den Menschen, für die der Glaube der anderen, wie auch mein eigener, unangreifbar sind. Aber dazu gehört auch, dass diese Menschen ebenso tolerant gegenüber gläubigen Nichtchristen sind.
Hier im Forum gibt es Menschen, die nicht bei jeder Gelegenheit mit der Bibel hausieren gehen und dennoch einen echteren, überzeugteren Glauben an den Gott aller Religionen vermitteln, als Du es je mit all Deinen gefährlich leichtsinnigen Äußerungen je rüberbringen kannst.
Und wieder, wie schon so oft sage ich Dir, ich wende mich nicht gegen das, was Du glaubst und was Deine unumstößliche Überzeugung und Wahrheit ist, sondern nur gegen die vielerorts so gefährliche sektenhafte Darstellung und Botschaft, wie sie von Dir ausgeht.
Eine Frage an Dich: ich warte eigentlich immer noch auf Deine Anwesenheit in dem Thread, in dem ich Dir als Ausgangpunkt für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Glauben zwei Geschichten erzählte. Ich dachte, wenn Du an einer ernsthaften Darstellung Deiner Glaubensüberzeugung interessiert wärst, die vielleicht manchen anders von Dir denken ließe, als das heute der Fall ist, dann würdest Du mein Angebot angenommen haben.
So aber kann ich nicht anders als daran zu zweifeln, dass Du wirklich innerlich voll und ganz von dem, was Du immer zitierst auch überzeuigt bist. Was ich von Dir unter dem Thema Cipramil gelesen habe, hat mich wirklich sehr erschüttert. Ich wollte nicht glauben, dass Du wirklich so weit gehen würdest.
Ich kann Vince nur völlig recht geben. Wenn wir wirklich überzeugt davon wären, dass wir nur fest auf Gott vertrauen müssten, damit er alle Dinge für uns zum Guten wendet, dann würden wir Gott einen schlechten Dienst erweisen, denn das würde heißen, Gott hat es nicht fertiggebracht selbständig denkende Geschöpfe zu erschaffen, sondern hätte in uns lediglich ein gut dressiertes, aber dafür grausamstes Tier in seiner Schöpfung entstehen lassen.
Ich bin davon überzeugt, dass die Geschichte, des Messias, so wie Richard Bach sie als Gleichnis verwendet, indem er Christus auf eine Stufe mit den Menschen stellt, allerding mit der Gabe als Vermittler zwischen gott und den Menschen zu handeln, die Beziehung zwischen Gott und den Menschen zwar karrikiert, aber mit sehr viel Sinn für das Wahrscheinliche.
Was würde wirklich geschehen, wenn Gott eines Tages zu den Menschen spräche, ich befehle euch, zeit Eures Lebens glücklich zu sein. Wie würden dann wohl all die, die in blindem Gehorsam und Vertrauen auf ihn, alles auf sich nehem, um ihm zu gefallen und Gnade vor seinen Augen zu finden, wie würden diese Menschen sich dann wohl verhalten? Sie könnten noch nicht mal gehorchen, selbst wenn sie wollten, da sie ja gar nicht wissen, was Glück bedeutet. Wenn wir im Leid uns Gott zuwenden, so tun wir das, in der Hoffnung. dass er uns hilft, uns einen Weg heraus zeigt. Was aber würden wir tun, um glücklich zu sein? Er befielt uns ja: Seid glücklich. Das heißt mit diesem Befehl zieht er sich aus seiner Verantwortung zurück, der wir wissen ja, was von uns erwartet wird.
Ich habe aber noch nie irgendwo gelesen, dass Gott geagt hätte, ich befehle Euch zu leiden. Obwohl es ein leichtes für jeden von uns wäre, diesem Befehl folge zu leisten, denn leiden können wir immer, ob mit oder ohne Gottes Einwirkung. Aber glücklich sein?
Die christliche Kirche verbietet ja geradezu, unabhängig von Gott glücklich zu sein, und abhängig von ihm erst recht.
Ich kann mir nicht helfen, von welcher Seite aus ich die Bibel auch betrachte, so, wie sie von unseren christlichen Kirchen interpretiert wird, widerspricht sie einfach allem, was logisch und nachvollziehbar ist. Da Gott uns aber mit einem Geist und der Fähigkeit zu denken ausgestattet hat, empfinde ich den blinden Gehorsam, der aus unseren Bibelübersetzungen spricht eine Verhöhung von Gottes Willen.
Ich jedenfalls habe mich von den biblischen Scheuklappen befreit und dafür bin ich Gott dankbar, dass er mein Gehirn dafür ausgestattet hat. Wirklich interessant wäre es, die tatsächlichen Überlieferungen in den Sprachen lesen zu können, in denen sie aufgezeichnet wurden. Ich glaube, wir würden uns wundern, wie verdreht und falsch interpretiert und übersetzt unsere heutigen Bibeln sind. Denn nicht nur in usnerer sprache gibt es viele Wörter, die viele, verschiedene Aussagen treffen können, sodass es immer schwierig sein wird herauszufinden, welche Bedeutung des Wortes in diesem Fall ursprünglich gemeint war. Und gerade, wenn in Gleichnissen gesprochen wird, sollte jedes Wort von seiner ursprünglichen Bedeutung her aud die Goldwaage gelegt werden.
Uh, jetzt ist schon wieder der Gaul mit mir durchgegangen. Ihr müsst das hier auch gar nicht lesen, wenn es zu anstrengend lang ist. Aber mich drängte es, wieder einmal einen anderen Blickwinkel zu öffnen.
Liebe Grüße und Freude am Denken
Euer Luiserl