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Warum darf ich nie ich selbst sein?

G

Gast

Gast
Hallo,

ich (w, 30) stelle gerade mal wieder mein ganzes Leben in Frage. Das Problem ist, dass ich eigentlich nie lang Freunde hatte und auch auf der Arbeit wandten sich fast alle schon nach kurzer Zeit von mir ab oder lästerten über mich.

Interessanterweise passiert sowas immer, wenn ich einfach ich selbst bin. Immer gibt es etwas an mir auszusetzen. Es gab ungelogen noch nie irgendwen, der mich einfach so nahm, wie ich war. Einmal hieß es, ich sei zu laut, dann zu direkt, andere fanden mich "sonderbar", dann hieß es, ich sei eingebildet, nur weil ich meine Meinung vertrete und nicht dauernd untergehen will neben anderen dominanten Personen.

Ständig wirft man mir alles mögliche vor und will dann nichts mehr mit mir zu tun haben. Wieso werden andere akzeptiert und ich bin generell schon nach kurzer Zeit ein Aussenseiter?
 

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L

Lenja

Gast
Vielleicht geht bei deinem Problem, liebe Gästin, nicht darum, dass du "du selbst bist", sondern eher wie viel oder wie stark du dein selbst in das Miteinader einbringst ..? Manchmal merken wir nicht, dass wie zu viel Raum (oder zu lange) mit unserem Selbstausdruck einnehmen, sodass für die anderen, ihren Ausdruck kaum Platz übrig bleibt. Du könntest es einige Zeit bewusst zurückhaltender ausprobieren und beobachten, ob sich in den Reaktionen anderer auf dich etwas verändert.

Liebe Grüße :)
Lenja
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo Gast,

genau zu sagen, woran das liegt, dass Du Dich ausgegrenzt fühlst, fällt schwer, ohne selbst vor Ort zu sein und ohne alle wichtigen Details zu kennen.

Folgendes fällt mir dazu ein:

Möglichkeit 1:
Es liegt an Deiner Eigenwahrnehmung. Die anderen gehen evt. einen Schritt zurück, weil sie durch Deine Meinungsäusserung erkennen, dass Du anders bist, als sie vorher dachten. Und jetzt müssen sie erst mal überlegen, wie sie sich jetzt verhalten sollen. Du aber fühlst Dich bereits ausgegrenzt.

Möglichkeit 2:
Stell' Dir vor, es gäbe 100 verschiedene Persönlichkeiten. Du hast die Persönlichkeit Nr. 83 aufgrund Deiner speziellen Meinungen sowie Deines Charakters. Wenn Du bei einer Diskussion oder sogar bei einer Auseinandersetzung Dich vor oder nachher anders verhältst, als es zu Deiner Persönlichkeit passt, bist Du nicht authentisch. Andere Menschen können Dich nicht als die Person erkennen, die Du wirklich bist. Das schafft Abstand und ggf. Ausgrenzung.

Sicherlich gibt es auch andere Möglichkeiten der Erklärung. Und bei vielen Menschen, denen Du begegnest, kann es auch jedesmal einen anderen Grund geben, warum Du Dich ausgegrenzt fühlst oder tatsächlich ausgegrenzt wirst.

Meine Empfehlung: Sei immer authentisch. Wort und Tat sollten zusammen passen. Du kannst es nicht allen recht machen. Und wenn sich Gruppen gebildet haben, ist der Neuling automatisch ein Aussenseiter. Ist die Gruppe mit sich selbst zufrieden, bleibt der Neue auch meistens ein Aussenseiter.

Geh' Deinen Weg. Sei Du immer Du selbst. Steh' zu Dir und Deiner Meinung. Bist Du "dagegen", dann verhalte Dich nicht so, als seiest Du "dafür" - und umgekehrt.

Wenn mehrere Menschen zusammen sind, ist jede einzelne Tätigkeiten einen Schritt zueinander, verbindet. Oder auch umgekehrt: Die einzelne Tätigkeit trennt, schafft Abstand. Achte Du darauf, dass Du Verbindendes tust - aber bei offensichtlicher Ablehnung auch die Distanz respektierst, ohne sie richtig finden zu müssen. Jemand, der eher verbindlich freundlich ist, gerne lacht und nicht alles auf die Goldwaage legt, hat es im Leben leichter als derjenige, der immer überlegt, ob er jetzt ausgegrenzt wird und ob er dieses oder jenes tun sollte, um nicht unangenehm aufzufallen. Etwas Lockerheit ist echt hilfreich. Und passieren mal Fehler - kann man sich entschuldigen, ohne zu Kreuze kriechen zu müssen.

LG; Nordrheiner
 
Zuletzt bearbeitet:
T

Trilum

Gast
Hallo Gast,

das Problem habe ich auch seit je. Wenn man die Entstehungsursachen erstmal außen vor lässt, dann merkt man, dass man anders ist, sich anders verhält, anders denkt und damit nur eine sehr kleine Basis für den dauerhaften Kontakt mit anderen hat.
Gleiches sucht gleiches, schon allein aus dem Grund, da Denken anstrengt. Hat man eine Blaupause für das Denken anderer und kann sich leicht in diese hineinversetzen und deren Motive verstehen, dann lässt man einfach die eigenen Gefühle laufen. Im Wechselspiel baut man sich dann gegenseitig eine Kultur auf.
Merkt man aber, dass das Gegenüber anders ist, dann denkt man nach, stößt auf Widersprüche oft auch in sich selbst, die unangenehme Gefühle mit sich bringen. Ist der Wahrnehmende wenig reflektiert, so erkennt er sich selbst nicht, sondern stelltnur fest, dass es ihm auf Grund des unverstandenen anderen nicht mehr so geht wie vorher/anders/schlechter(?). In der Konsequenz handelt der Wahrnehmende im Rahmen seiner geistigen Fähigkeiten.

Es muss für dich nicht so bleiben. Sicher hast du negative Erfahrungen gemacht und bist dadurch in deiner Wahrnehmung geprägt - ein Automatismus.
Doch es gibt andere wie dich, denen man mit Respekt und Fingerspitzengefühl begegnen will.

Überlege dir bitte, wie wäre es wenn du mit jemandem leben könntest, der genauso ist, denkt und fühlt wie du. Wohin würdet ihr euch entwickeln?

Ich kann dir nur raten, such dir Menschen die das Verstehenwollen als Leitmotiv haben. Durch diese kannst du wachsen. An alle anderen kannst du dich unter Anstrengungen anpassen. Aber verbieg dich dabei nicht. Eine respektierliche Toleranz genügt zum miteinander.
Die Tiefe wirst du in den Schöngeistern, hinter steinernen Gesichten und in distanziertem Auftreten finden.
 

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