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Warum bin ich so anders als der Rest meiner Familie

W

Wintergewitter

Gast
Hallo,
Wie der Titel schon sagt, bin ich extrem anders als der Rest meiner Familie. Meine Eltern sind einfache Leute, die aus sehr einfachen verhältnissen stammen. Mein Dad hat nicht mal einen Schulabschluss, aber er arbeitet sein ganzes Leben schon, was mich sehr stolz macht.
Meine Mutter hat zwar eine Ausbildung, aber ist auch nicht die klügste. Meine beiden Brüder sind ebenfalls einfach gestrickt. Einer davon hat ebenfalls keinen Schulabschluss, der andere arbeitet als ungelernte Kraft bei meinem Dad mit im Betrieb. Dabei müsst ihr wissen, dass mein Bruder und mein Dad im öffentliche Dienst arbeiten als eine Hilfskraft.
Auch der Rest meiner Familie hat nie etwas aus sich gemacht. Niemand hat Studiert oder einen höheren Schulabschluss.
Jetzt komme ich. Ich war einer der Besten meiner Klasse damals in der Realschule, hätte locker auf das Gymnasium gehen können, aber ich dachte mir, ich folge dem Weg meiner Eltern und lerne etwas bodenständiges. Ich habe zwar die Ausbildung abgeschlossen, aber es hat sich nicht richtig angefühlt. Also bin ich in den öffentlichen Dienst gewechselt und war sogar Beamter, aber mir fehlte etwas wichtiges....deshalb hab ich alles hinter mir gelassen und etwas neues angefangen. Nun bin ich glücklich mit meinen Beruf, aber was mich eben stört ist immer noch, dass anders sein von dem Rest meiner Familie.
Ich interessiere mich so sehr für Naturwissenschaften, Physik, Mathematik, etc. momentan bringe ich mir selbst höhere Mathematik bei, weil mich das Thema so sehr interessiert, aber ich habe in der Familie niemanden, mit dem ich mich darüber unterhalten kann.
Ich möchte nicht sagen, dass ich den Wert eines Menschen an seinem Schulabschluss oder dem Beruf festmachen möchte. Ich liebe meine Familie und sie bedeuten mir sehr viel. Aber ich fühle mich in ihrer gegenwart so anders und nicht zugehörig, fast wie ein ausetziger. Wenn ich bei Familienfesten z.b immer höre, dass über mich gesagt wir, dass ich als Beamter hätte weiter arbeiten sollen, weil ich dort ein festes einkommen habe und einen sicheren Arbeitsplatz habe, zerreißt es mir fast das Herz. Die arbeit als Beamter war zwar Sicher, dafür war sie sehr eintönig und für mich überhaupt nicht fordernd. Es dreht sich im Leben doch nicht alles nur ums Geld verdienen und besser bei Verwandten darzustehen oder. Für mich geht es darum, neues zu entdecken, neues auszuprobieren, ich möchte mir Wissen aneignen.
Ich habe schon vesucht darüber Artikel zu lesen und die Wissenschaft meint, das Intelligenz zu einem gewissen Teil vererbar ist. Aber warum bin ich dann ein Mehrkornbrot, während der Rest Weißbrot ist?
Warum spielen meine Geschwister lieber den ganzen Tag irgendwelche PC-Spiele, während ich lieber Exponentialgleichungen oder Wurzelgleichungen löse?
Warum bin ich nur so anders als der Rest?
 

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Schroti

Sehr aktives Mitglied
Aber warum bin ich dann ein Mehrkornbrot, während der Rest Weißbrot ist?
Nun ja, du bist halt im Gegensatz zum Rest deiner Familie etwas...selbstverliebt und überheblich.
Wahrscheinlich haben die von dir verachteten Weißbrote gelingende Beziehungen, weil sie weniger über ihren Status nachdenken und einfach -leben.
Wie sieht es beim hochbegabten Mischbrot damit aus? Hm?
Vielleicht gleicht sich das ja alles aus.
Wichtig ist, dass jede/r auf seine persönliche Weise glücklich werden darf.
(Und schalte bei der Selbstbeschreibung doch besser im eigenen Interesse bissi runter...das durchschnittliche Mischkornbrot macht orthographisch nicht so unnötige Fehler...)
 

BlueShepherd

Aktives Mitglied
Meine persönliche Meinung ist das sich Intelligenz nicht nur an der schulischen Leistung messen lässt.
Und jeder kann unterschiedliche Interessen haben. Vielleicht finden sie deinen weg einfach langweilig und ihr Interesse liegt in anderen Sachen die du nicht sehen kannst weil du dich zu sehr auf dich konzentrierst.
 
D

Die Katze

Gast
Also momentan gewinne ich den Eindruck, dass du dich (unbewusst) von deiner Familie abgegrenzt hast und dadurch abweichende Interessen entwickelt hast.
 

kaela

Aktives Mitglied
Hi Wintergewitter,

ich denke, du hast zum großen Teil andere Gene als deine Verwandtschaft. Und zweitens: Vielleicht stammt deine Familie aus einem gesellschaftlichen Umfeld, das so ähnlich ist wie sie und das sie stark beeinflusst hat. Ist Gewalt gegen Kinder (Ohfeigen, Schläge, Prügel) in deiner Familie völlig normal? Das würde auch einiges erklären.
Wenn du Interesse hast, könntest du mal die Bücher von J. D. Vance "Hillbilly Elegie" oder "Rückkehr nach Reims" von Didier Eribon lesen. Die haben vermutlich ähnliche Erfahrungen gemacht wie du.
Klar, du fühlst dich einsam in deiner Familie, und vermutlich wird das so bleiben ... Ja, ist traurig. :(
Deine Seelenfamilie musst du dir woanders suchen, falls du sie nicht schon gefunden hast.

Und ... du scheinst wirklich etwas überheblich zu sein. Auch wenn du noch so gebildet bist, bist du nicht mehr wert als deine Familie. Jeder Mensch fühlt Schmerz, möchte glücklich sein und erfüllt gesellschaftlich wichtige Aufgaben (vielleicht mit Ausnahme von ein paar Jobs, die niemanden richtig glücklich machen) . Du könntest z. B. mal was über den Begriff Menschenwürde lesen, darüber nachdenken und vor allem versuchen zu FÜHLEN, wie deine Eltern sich fühlen würden, wenn sie wüssten, was du über sie denkst. Wenn jemand einen deutlich niedrigeren IQ als du hat, hat er weder die Möglichkeit noch die Aufgabe, alle Dinge zu können, die du kannst.
 
Zuletzt bearbeitet:

kaela

Aktives Mitglied
Noch ne weitere Erklärung zu J. D. Vance - keine Ahnung, ob deine Familie so ähnlich tickt oder nicht, aber ich erzähl jetzt mal:
J. D. stammt aus einer Familie aus den Appalachen, die man abwertend "Hillbillys" nennt, Leute, die aus den Bergen kommen. Sie sind Nachkömmlinge von Ulster-Schotten, und bei ihnen in den Bergen hat sich über viele Jahrzehnte und Jahrhunderte eine bestimmte Kultur erhalten, die absolut selbstzerstörerisch ist. Es ist ein Konglomerat aus großer Armut, wenig bis keiner Bildung, selbstverständlicher Gewalt gegen Kinder und Gewalt gegen andere Personen, gepaart mit völllig überzogenem Stolz auf die eigene Familie und die ethnische Gruppe, Nationalismus und bei vielen ihrer Mitglieder die völlige Verweigerung, bei sich selbst irgendeinen Fehler zu finden. Schuld sind immer "die anderen": Mitglieder anderer Familien, anderer Ethnien, anderer sozialer Gruppen, vor allem die weiße Oberschicht der USA.
Die Kinder werden oft missachtet und geprügelt, verlieren daraufhin ihr Selbstwertgefühl und versuchen es dadurch wieder zu erlangen, dass sie genau so werden, wie ihre Eltern es ihnen vorleben: Aggressiv, rechthaberisch, stolz darauf, jede Kritik niedergemäht zu haben, stolze Verteidiger ihrer Familie und Ethnie zu sein und eine laxe Lern- und Arbeitsmoral zu haben. Dadurch bleiben sie arm, verfallen oft Drogen und Alkohol, und dasselbe wiederholt sich in der nächsten Generation, weil die Eltern nicht die Bildung und den inneren Abstand haben, um zu bemerken, dass sie sich ihr großes Unglück selbst schaffen.
Das Ganze würde ich als narzisstische Falle betrachten: Meine Familie/Ethnie und ich, wir sind zu 100 % richtig, wir haben keine Fehler, wir müssen uns nicht ändern. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass viele dieser Menschen mehr oder weniger traumatisiert sind.
J. D. Vance hat es trotz seiner chaotischen, von Gewalt geprägten Kindheit jedoch bis nach Harvard geschafft (!!!), weil es wenigstens in seiner Jugend einen Menschen gab, der mit ihm in Ruhe jeden Tag gelernt hat bzw. ihn angespornt hat, es zu tun: seine Großmutter. Heute ist er ein glücklicher Mensch, schreibt er.
 
Zuletzt bearbeitet:

Roselily

Aktives Mitglied
Liebes Wintergewitter,
Vererbung ist so eine Sache. Ich kann dich verstehen, war in der Familie auch die erste, die studiert hat. Gegen den Willen meiner Mutter, da Mädchen doch eh heiraten und dann versorgt sind...
Ich war auch immer anders als der Rest der Familie, was mich mit zunehmendem Alter leider auch immer weiter von ihnen entfremdet hat. Allein mein Vater hat mich unterstützt. Leider ist er früh gestorben.
Der Wert eines Menschen lässt sich sicher nicht von seinem Bildungsgrad ablesen. Mach dein Ding und respektiere deine Familie so wie sie ist.
Alles Gute!
 

Ratlos

Mitglied
Hey, bei mir ist es genau andersrum. Meine gesamte Familie sind hochstudierte Menschen,
Ich bin gelernter Altenpfleger und der Erste in meiner Familie ohne Abitur.

Ich habe mich auch oft gefragt, was der Unterschied zwischen mir und meiner Familie ist.

Nach ewigen hin und her grübeln, habe ich für mich entschieden, dass jeder Mensch anders ist als der Andere.
Ich bin glücklich, weil ich mich nie für die Theorie in der Schule erwärmen konnte, trotz hohem IQ.
 

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