Hallo,
ich fand das Eugen-Roth-Gedicht super und hab's gleich in meine private Lyrikdatenbank kopiert.
Ich denke das trifft es auf den Punkt und zeigt auch schön wie es zur Eskalation kommt...es sone Art point of no return gibt wenn Gewalt im Spiel ist und man es halt mit einem Typ zu tun hat, dem Gerechtigkeit ein Fremdwort ist.
Alice, nicht aufgeben..auch wenn du ne Zeitlang keine richtigen Freunde hattest oder kennengelernt hast kann das immer noch werden, indem du neben deinem Mutterjob auch noch Zeit für dich organisierst...in nen Sportverein gehst und dort Leute kennenlernst oder Reitverein oder was weiss ich je nach Interessenlage halt. Der Tip lautet: Umfeldwechsel.
Und es ist Quatsch, dass es an dir liegt dass in deinem Umfeld nur luschige Typen rumhängen. Also am besten anderswo suchen und mal Wege gehen, die du noch nicht gegangen bist.
Tanten und Eltern als Ratgeber sind ja nicht so dolle..sind ja eher Traditionalisten und stehen oft auf dem Standpunkt, dass ne Frau in der Liebe keine großen Ansprüche stellen sollte...die Ehe meiner Eltern war ja ne Katastrophe...herrschsüchtiger gewalttätiger Vater und devote Mutter, die nach unten also nach den Kids getreten hat...superätz..ich konnte an sich gar nix falsch machen indem ich einfach das Gegenteil von dem was sie so dachte gedacht und das Gegenteil gemacht habe. Hier ist natürlich Abgrenzungsvermögen gefragt und ala Hinweis vom Eugen Roth auch Gerechtigkeitssinnn damit man nicht von der Opfer- zur Täterseite wechselt.
Meine Schwester ist ja auch Mutter einer 5 jährigen Tochter und grad 4-monatigem Sohn, derzeit so mit Stillkind ist das schon recht anstrengend, isoliert sie sehr, letzte Woche meinte sie, dass sie solangsam nen "Lagerkoller" kriegt. Aber sie ist auch 2-3 die Woche zu Freundinnen unterwegs, die auch Kids haben damit meine größere Nichte dort auch mit ihren gleichaltrigen Freundinnen spielen kann und sie auch mal Abwechslung hat.
Ich kann dir nur raten dass du dir ebenfalls genügend Eigeninteressen suchst und pflegst, was auch für die Kids besser ist, damit man nicht so klammert auf Dauer...man sich selber genug ist um Kinder nicht als Beschäftigungstherapie zu sehen oder sowas, sondern einfach als Geschöpfe, die man ne Zeitlang begleiten darf und dann loslassen sollte. Grad Mütters nach Trennungen neigen ein wenig zu klammern...manchmal kann es dann zu Schwierigkeiten kommen..ich war mal bei einer frisch getrennten Pädagogin mit erzieherischen Schwierigkeiten engagiert gewesen und hab dort Sonderpädagogik nicht für das (maßgeblich) schwererziehbare Kind, sondern eher die durch Verlustängste schiefgewickelte Mama geleistet, die ihr Kind zu sehr verwöhnt hatte, ihn nicht altersgerecht gefordert und gefördert hatte, ihm alles durchgehen ließ, sich dann zwar mit Schimpfen und sogar Schlagen abreagierte, aber keine ErziehungsARBEIT leistete... und der sich infolge zum Leistungsverweigerer zu entwickeln drohte..Intelligentes Kind, der seine Chance sah Mama für sich springen zu lassen und sich sehr bequem einzurichten, schlauet Kerlchen..bis ich dann als Spassbremse auftauchte....aber erstaunlicherweise mochte mich das Kind, bzw. der Teenager total...Kids lieben an sich ne klare Struktur und Linie und wollen an sich auch leisten...man muss sie nur entsprechend motivieren.
Apropos motivieren..so als Erwachsener muss man sich ja immer wieder selber motivieren, in diesem Fall zu etwas geänderten Lebensgewohnheiten...vielleicht bringt ein Wohnungswechsel was oder Beitritt in Vereine etc. An sich gibt es immer ne Menge Möglichkeiten und oft muss man nur seinen inneren Schweinehund der Bequemlichkeit oder Unsicherheit überwinden um mal was Neues anzufangen.
Verhaltensbiologisch ist es so, dass einige Tiere (und Menschen) so verfahren, dass sie bei Mißerfolg einer Strategie diese verstärken anstatt eine neue Strategie zu suchen. Berühmtes Beispiel ist das futtersuchende Nashorn, dass in seinem Revier die gewohnten Futterpfade abläuft und anstatt die Pfade zu verlassen diese immer und immer wieder in kürzeren Abständen abklappert. Dieses Verhalten resultiert aus Überängstlichkeit...die gewohnten Pfade sind ja sicher..aber wenn sie kein Futter mehr bringen nützt das ja nix. Nur die Nashörner, die halt auch mal andere Wege gehen und suchen, mal einfach quer durch ne Hecke in ne neue Gegend umziehen, die überleben.
Genauso bei den Menschen, oft neigen sie dazu die gleichen Fehler immer wieder zu machen. VErhaltensgewohnheiten sind mächtig...aber ein Wille etwas zu ändern kann mächtiger sein. Hilfreich ist hier halt ne Verhaltenstherapie um diese Gewohnheiten, das Verhalten transparent zu machen...ein wenig zu analysieren und zu graben warum man ist wie man ist und sich so verhält wie man sich verhält..an sich ne total spannende Sache.
Mag sein, dass es ein langer Weg ist, aber ich denke er lohnt sich ..also Mädels: Aufbruch! (statt Zusammenbruch 😀 😀)
Gruß
Tyra