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Wahnsinn

Aurora

Neues Mitglied
Hallo zusammen,


ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll. Es ist so viel innerhalb meines Kopfes. Ich weiß nicht mehr, wo oben oder unten ist.
Ich hoffe, ich kann es mehr oder weniger verständlich ausdrücken.

Ich bin weiblich und 20 Jahre. Momentan stecke ich Zuhause fest, jedoch nicht nur wegen Corona, sondern aufgrund meines Fernabiturs. Aufgrund von Umständen konnte ich kein normales Gymnasium mehr besuchen nachdem ich von einem Berufsgynamsium rausgegangen bin(staatliche Gesetze und Ähnliches).
Ich bin momentan im zweiten Jahr des Fernabiturs, aber ich komme nicht wirklich mit dem Studienmaterial hinterher und dazu habe ich noch depressive Verstimmungen, Angststörungen- und gedanken. Ich schiebe viel auf, lass mir immer Gefallen und Ablenkungen reinreden und es ist schwierig für mich.
Ich würde gerne was mit Literatur machen und aufgrund von einer sozialen Phobie habe ich auch nicht wirklich viele Möglichkeiten, was mein Beruf angeht und deshalb ist das Abitur für mich unverzichtbar, denn Literaturberufe werden doch schließlich mehr mit Abitur als normale Abschlüsse genommen(habe erweiterten Realschulabschluss).
Dazu kommt ja auch, dass es verdammt teuer ist und meine Mutter und mein Vater(leben getrennt, ich sehe meinem Vater des Öfteren) bezahlen es mir und ich habe solche starken Schuldgefühle deswegen, weshalb der Druck es zu schaffen natürlich noch größer dadurch ist.

In meiner Jugendzeit wurde ich gemobbt und habe nach und nach so viele mentale Krankheiten, wie die oben beschriebenen bekommen, und ich habe mich nie davon erholt.
Meine beste Freundin hat mich damals verraten und auch sonst habe ich all meine Freunde verloren und niemand ist je geblieben.
Ich habe noch zwei Bekannte, damals aus einer anderen Klasse waren sie und wir sind immer noch per Whatsapp in Kontakt, treffen uns manchmal(bisher 1-2 Mal im Jahr), aber ich habe das Gefühl sie tolerieren mich eher, als irgendwas anderes, aber ich bin trotzdem dankbar, dass sie sich mit mir abgeben.
Ich habe auch komplett verlernt mit Menschen umzugehen. Ich sehe heutzutage eigentlich nur noch meine Familie, allerdings habe ich das Gefühl, dass da draußen Leute sind zu denen ich mehr passe. Dass ich eigentlich wonanders hingehöre.

In dieser Zeit(einanhalb Jahre ungefähr) in der ich jetzt Zuhause feststecke, war ich auch viel auf Social Media unterwegs(aber auch schon vorher.) Tumblr, Pinterest, Reddit.
All das hat mich so krank gemacht.
All die Politik, all das, was momentan auf der Welt abgeht. Sexismus, Homophobie, Heterophobie, Rassismus. Es macht mich so krank. Ich bin seelisch so ausgelaugt. Ich hasse diese Welt so sehr.
Je älter ich werde, desto mehr werde ich mir bewusst, dass ich nur ein Sexobjekt für Männer bin und diese Welt mich nicht als richtiges Lebewesen sieht und Social Media und all der Wahn haben mir natürlich kein Gefallen getan.
Ich war damals so ein naives und harmoniebedürftiges Kind. Ich habe jeden gemocht und akzeptiert. Ich konnte nicht verstehen, warum man anderen aufgrund ihrer Sexualität, Herkunft etc hassen konnte.
Aber jetzt, wo ich auch auf Social Media so unterwegs war und ich auch Heterophobie erlebt habe, hat sich in mir etwas geregt.
Ich habe beschlossen, dass mir soziale Gerechtigkeit sowas von egal ist. Wenn mir Leute in Real Life begegnen, die der Minderheit angehören, akzeptiere ich sie, aber ich hasse mich so sehr dafür, dass ich mich habe davon runterziehen lassen.
Dass ich beschlossen habe einfach nach dem Motto Unwissenheit=Glüchseligkeit zu leben.
Aber trotzdem kann ich nicht aufhören über all das nachzudenken. Was ist richtg, was ist falsch? Warum ist Sache X so? Warum machen alle so ein Wind um Y? Das hat doch alles kein Sinn. Es gibt keine Hoffnung und nichts macht Sinn.
Ich frage mich auch, ob ich mit meinen Problemen ,,gültig'' bin, wenn ich doch nicht solche Probleme habe und privilegiert bin.
Ich habe mich von Tumblr entfernt, Pinterest verlassen, Reddit folgt bald endgültig.
Aber es ist so schwer nachdem Social Media all die Jahre Teil meines Lebens war, aber ich weiß, dass muss sein.
Mein Gehirn fühlt sich wie eine schwere Festplatte an, die mit einem Virus infiziert wurden ist.
Ich weiß nicht, ob man mich überhaupt noch reparieren kann.
Oft kommt mir der Gedanke, es einfach schnell zu beenden und mich zu erlösen nach alledem.

Selbst die Anime-Community und die Gaming-Community habe ich verlassen. Damals in der Mobbing-Zeit waren sie großartige stützen, aber mittlerweile sehe ich dort auch nur noch politische Probleme und Hetzen.
Insbesondere ein Franchise, das mir sehr am Herzen liegt, ist überfüllt mit politischen Problemen, obwohl es zu den harmonischsten und liebvollsten gehört(es ist hauptsächlich für Kinder) und jedes Mal, wenn ein neues Spiel angekündigt wird, bricht dort ein Feuer aus und verderben die Lust auf dieses Spiel.
Es ist so schwierig da rauszukommen nach dem ich all die Jahre dort war.
Ich möchte es doch nur wieder wie damals genießen, als ich noch ein Kind war.

Ich habe keine Kraft mehr in meinem Körper. Irgendwas zieht mich gen Erdboden, zumindest fühlt es sich so an.
Ich bin immer so müde, kann meine Essangewohnheiten(z.B. mitten in der Nacht Schokolade) nicht abgewöhnen.
Dazu muss ich sagen, dass ich hauchdünn bin, so als ob ich fürs Stressessen gemacht bin, aber ich weiß, auf die Dauer kann das nicht gut gehen.
Ich weiß nicht, vielleicht fehlen mir auch irgendwelche Vitamine oder sowas.

Einen großen Fehler, den ich ebenfall gemacht habe, sind Erwachsenevideos und Stories.
Verdammt, es sind sogar meist Sachen, die ich in Real Life nicht wollen würde, aber während meiner Ekstase, lese und schaue es mir trotzdem an und hinterher denke ich mir, dass es widerlich ist, dass ich dadurch erst in eine Ekstase gekommen bin.
Ich weiß, dass dies auch von meiner Einsamkeit kommt, aber ich kann nichts dagegen tun.

Ich schreibe Fanfiktion mit meinen fiktiven Charaktern, die die Welt für mich bedeuten. Ich selbst schreibe, wie ich auf Abenteuer bin in meinen liebsten fiktiven Welten, die Welt rette, Freundschaften habe und eine liebevolle Romanze habe. Das Schreiben tut mir gut, aber auch auf der Seite, wo ich diese hochlade, bin ich so alleine und meine Interessen sind so viel anders, als die der anderen.
Meine fiktive Charaktere sind einige der wenigen Sachen, die mich wirklich glücklich machen.
Musiksüchtig bin ich auch.
Ich bin jemand, der mit den Serien damals auf Pokito großgeworden ist und ich hänge sehr an ihnen bis heute noch und schaue sie mir lieber zig-Mal anstatt was produktives zu machen.

Ich habe Angst vor alles und jeden. Ich bin so allein auf dieser Welt. Seit Jahren hoffe, dass mein Seelenverwandter endlich auftaucht oder einer meiner fiktiven Charaktere mich endlich in seine Welt mitnimmt, wo ich wirklich hingehöre.
Ich bin besessen von Romanze, aber auf eine gute Art und Weise. Ich tagträume oft von der perfekten Romanze(ich weiß jedoch, dass eine echte Beziehung Zeit braucht).
Aber auch von anderen Dingen tagträume ich. Ich weiß nicht, ob der Begriff bekannt ist, aber ich bin maladaptive Tagträumerin.
Das mischt sich natürlich auch mit meinem Lernen nicht so gut.
Ich bin mir einfach so sicher, dass bloß ein riesiger Fehler passiert ist und ich ausversehen in der falschen Welt gelandet bin.
Ich hasse diese Welt, ich habe Angst vor ihr.
Eventuell bin ich auch nur ein Fabelwesen, das aus einer utopischen und idealistischen Welt kommt und nicht mehr den Weg nach Hause findet. Es hört sich kindisch an, aber der Gedanke und die Idee fühlen sich so freundlich und warm an.
Ich bin ein merkwürdiger Mix aus Nihilismus und Idealismus.
Ich will wirklich einfach aufgeben, aber die Sehnsucht nach einer idealistischen Welt ist so groß.

Wahrscheinlich gibt es so viel mehr, was in meinem Kopf abgeht und mich bald in den Wahnsinn treiben wird, aber ich glaube, das wird dann viel zu viel.
Danke an alle, die es sich bis hierher durchgelesen habe und ich hoffe, irgendwer hat Tipps, was ich machen könnte.
Ich weiß einfach nicht, wo und wie ich anfangen soll.
Wirklich, vielen Dank.


LG Aurora
 
Zuletzt bearbeitet:

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wolkenreigen

Aktives Mitglied
@ Aurora

Verlässt Du auch mal die Wohnung für einen Spaziergang, nach meiner Ansicht sehr wichtig, denn im Haus dreht man sich oft im Kreis.
Du hast sehr viele Themen angesprochen, lebst Du in der Stadt oder mehr ländlich. So als Einstieg wäre aus meiner Sicht der Kontakt zur Natur wichtig. Eventuell der Kontakt zu einem Tier. Tiere sind ehrlich und nehmen Dich wie Du bist, sie erkennen Dich an deiner Stimme und Deinem Geruch und beurteilen nicht wie Du aussiehst. Ein Tier freut sich, wenn es Dich öfter sieht. Diese Freude kann ein Anfang sein und Dein Selbstwertgefühl aus einem Verließ in Deiner Seele ans Licht bringen.
Mit einem neu erstarkten Selbstwertgefühl beginnt die Neuordnung der Dinge die Du jetzt anpacken solltest.
Die menschliche Seele ist ein Wunder, manchmal muss man nur den Schlüssel zu ihr finden.
 

Alopecia

Aktives Mitglied
liebe Aurora,

ich muss sagen, dass du mir wir ein sehr interessanter, vielschichtiger, aber auch sensibler und zerrissner mensch vorkommst. wirklich einen guten rat kann ich dir nicht geben, ich wollte dir nur sagen, dass du dich nicht so schlecht selbst wahrnehmen sollst (es liest sich jedenfalls negativ dir selbst gegenüber).

wäre ich an kontakten interessiert (bin ich nicht), würde ich sagen, dass du sehr interessant wirkst und es bestimmt schön ist, mit dir etwas zu tun zu haben (ein etwas sperriges kompliment, aber ich hoffe du weisst, was ich meine).

wünsche dir alles gute, und dass du deinen weg findest in dieser welt. ich kann viele gedanken von dir gut oder sogar sehr gut nachvollziehen. wenn diese bereiche dir so zusetzen, dann meide sie. geht leider nicht anders!
 

Sadie02

Aktives Mitglied
Hi!

Den guten Plan oder Rat habe ich zwar auch nicht für dich, aber ich habe alles gelesen und denke nicht, dass du so schlecht bist wie du dich machst.

Normalerweise ist es gut, wenn man gerade im web meidet, was einem nicht gut tut. Nun bist du allerdings durch deine Lebensumstände schon eher isoliert. Dann ist es natürlich so eine Sache, auch online die Kontakte abzubauen und zu löschen. Das Gefühl, dann ganz alleine zu sein, ist dann eventuell heftig.

Die Welt ist sicher nicht toll und hat viele Fehler. Und die Politik hat noch mehr. Fakt ist aber auch, dass du das nicht ändern wirst. Keiner von uns alleine. Daher halte ich es zwar für sympathisch, wenn du dir über Gerechtigkeit und solche Dinge einen Kopf machst, aber besser geht es dir dadurch nicht. Hier ist es vielleicht besser, im Kleinen, im eigenen Leben so zu leben wie man es für richtig hält. Das verändert dann weder die Welt noch das Land, bessert aber eventuell das eigene Leben, wenn man nicht mehr das Gefühl hat, gegen Windmühlen zu rennen.
Speziell im web ist schnell viel geschrieben. Auch sehr heftige Dinge. Beleidigungen. Die schreibt man leichter, als dass man sie einer Person ins Gesicht sagt. Und manche „Meinung“ ist im web auch eher gezielte Provokation.

Ich wünsche dir alles Gute!
 

trigital

Aktives Mitglied
Hallo A.,

für mich klingst du wirklich ehrlich gemeint für sehr sympathisch!
Ich finde es toll, wenn man seine Fantasie benutzen kann, ein visionelles Vorstellungsvermögen hat, Gefühle versteht und bestimmt eine sehr moderne Ansicht hat, die schlüssig und richtig ist. Und dabei bist du erst 20!
Ich selber kann denke ich deine Probleme sehr gut verstehen und vorstellen, dass es schwierig ist mit diesem Kopf zu leben. Du hast keinen realen Halt in deinem Leben und die Dinge, die dir halt geben, sind ebenfalls nicht wirklich real. Und gleichzeitig tragen sie dich. Und wenn du dich mit realen Dingen beschäftigst, dann sind es nur Probleme und du erkennst, dass untragbare Verständnis von anderen Menschen(Rassisten, Homo/Heterophobe usw.) Nichts, was dir Frieden schenken kann...
Das ist denke ich dein Problem? Neben deiner Psyche!
Wenn du dich, deine Zustände und Gefühle betrachtest, dann solltest du denke ich nicht vergessen, dass diese sehr von deiner Psyche beeinflusst sind. Die Erfahrungen von Vertrauensmissbrauch und Mobbing sind kein Pappenstiel! Sie beeinflussen die Sicht auf dich und deine Gedanken, die du zu dir selber hast. Das sieht man denke ich auch an dem Bild von deinen zwei Freunden. Nicht dass ich sagen kann, dass deine Meinung falsch wäre. Aber ich vermute es. Es erscheint mir so. Aber ich kenne diese Probleme auch. Und ich weiß wie wichtig es ist nicht an ihnen zu Grunde zu gehen, sondern an diesen Meinungen die man hat zu zweifeln und sie zu überprüfen. Es ist nicht nur wichtig, dass die Zeit mit deinen Freunden trotzdem gut war, sondern dass du deine Meinung überprüfst. Und trotzdem kann es Ereignisse geben, die deine Meinungen bestätigen können, obwohl deine Freunde diese Meinung gar nicht wirklich haben. Das sagt mir meine Erfahrung. Weil Menschen sich oft keine Gedanken darüber machen und manchmal nicht merken, dass ihr Verhalten etwas ausdrückt, was sie gar nicht registrieren oder so ähnlich. Bei manchen Menschen ist es stärker und bei anderen weniger stark. Aber das musst du selber besser herausfinden.
Wichtig ist denke ich, dass du dich selber erkennen kannst. Ich kenne den Weg aus den psychischen Prägungen heraus nicht. Und ich habe für mich auch einen anderen Weg gefunden. Ich habe gelernt mich mit mir und den Schwierigkeiten zu identifizieren und an mir selber zu feilen. Weil ich glaube, dass es nun mal unserer menschlichen Natur entspricht, dass sich bestimmte Dinge eben so auswirken. Und das man sich nach dem bewerten sollte, was man daraus machen kann. Aus manchen Dingen kann man etwas machen, was einem gefällt und worin man sich gerne spiegelt und an manchen Dingen muss man arbeiten und das Schicksal suchen, das einem eine Chance bietet.
Ich kenne das Problem der sozialen Phobie auch. Ich habe nicht so sehr darunter gelitten, weil ich sowieso immer mehr mit mir alleine war. Aber mein Schicksal hat mir die Chance gegeben diese zu überwinden und wieder ein sozial angstfreier Mensch zu sein, der ich auch als Kind war. Und das ist eine sehr große Erleichterung. Wieder ganz als sich selbst über die Straße zu gehen und Menschen zu begegnen, mit ihnen zu reden und sich austauschen zu können.
Mir ist eben aufgefallen, dass du dich wieder wie als Kind fühlen möchtest. Das habe ich nicht geschafft. Aber es damit vergleichen zu können, das habe ich schaffen können. Und vielleicht schaffst du das auch?
Ich finde es toll, dass deine Eltern dir das teure Fernabi ermöglichen und ich möchte dich bestimmt nicht von deinem Lebensplan abbringen.
Aber ich habe in meinem eigenen Leben erfahren, dass es bessere Schicksale gibt, wie das, was man als Schicksal haben möchte. Es gibt so viele Berufe auf der Welt und du mit deinen Fähigkeiten kannst dich bestimmt in ganz vielen Aufgaben wieder finden und nützlich machen.
Ich sag dir das einfach, falls das mit dem Studium nicht hinhauen sollte, weil dein Lebensgefühl dir es nicht ermöglicht, woran du nicht schuld bist. Ich merke, dass du alles gibst und willst. Aber da ist die Sache mit Körper, Geist und Seele, die man nicht vergessen darf.
Ich selber habe auch meinen eigenen Lebensplan verfehlt und wusste nicht, was ich mit mir anstellen sollte. Ich habe in verschiedenen Klinikaufenthalten und Maßnahmen meine Fähigkeiten testen lassen. Es tat gut die guten Ergebnisse zu erzielen. Aber noch besser war das Gefühl, als ich den Beruf erfolgreich abgeschlossen habe, den mir das Arbeitsamt und eine psychische Einrichtung empfohlen hat.
Was ich einfach sagen möchte ist, dass die Welt nicht so schlecht und unfähig ist. Nicht jeder findet das Glück, das ich gefunden habe. Aber ich glaube, dass deine Ansichten vernünftig sind und dein Verstand bei Sinnen, auch wenn du Fantasie hast!
Aber es ist manchmal besser kein Abi und ein ansträngendes Studium zu machen und sich an einem leichteren Weg zu befriedigen. Mir hat es bei meinem Weg gut getan, dass manche Herausforderungen nicht so schwierig waren und mir einfach von der Hand gingen. Gerade wenn man es gefühlsmäßig nicht so einfach hat!
Was ich mit diesen vielen Worten erreichen möchte ist, dass du nicht verzweifelst am Leben. Dass du nicht den Kopf in den Sand steckst... vielleicht für eine Weile... aber, dass es noch viel mehr in der realen Welt gibt, woraus du Hoffnung, Mut und Kraft schöpfen kannst. Du bist vielleicht schon 20, aber bis du 30 bist kannst du noch so viel erleben und lernen mit dir und deinen Problemen umzugehen, Erfahrungen machen, einen Teil der großen echten Welt kennen lernen und so, wie ich, erkennen, dass es viel mehr Dinge gibt in unserem Land, die uns Lebensleidenden Hilfe und Unterstützung geben. Auch wenn dieser Weg nicht normal und geradlinig ist. Musst du doch einsehen, dass du nicht so ganz normal bist oder? ;-)
Du kannst dir einfach sicher sein, dass wenn du zu einer PIA (psychische Institutsambulanz) und einer erfahrenen Psychologin deine Probleme schilderst, dass sie es sehr gut einordnen kann und dir Möglichkeiten nennen kann.
Ich hoffe dass ich ausdrücken konnte, dass ich dich irgendwie verstanden habe und es in dir irgendwas Positives ausgelöst hat.
Und was ich nicht vergessen wollte ist, dass es vielleicht auch sehr hilfreich für dich wäre, dich für die Natur zu engagieren. Dort gibt es auch viele Nerds und Halbstarke, wie ich, die wenigstens in ihrem Leben etwas Vernünftiges und Sinnvolles tun wollen, um ihr Leben mit etwas Sinn zu bereichern. Dass man es nicht nur weiß, sondern auch etwas tut.
Vielleicht schreibst du ja eine Antwort? Würde mich freuen!
lg t
 

Aurora

Neues Mitglied
Vielen Dank für all die netten Antworten und Ratschläge.

@wolkenreigen

Ja, manchmal gehe ich allein am Nachmittag in der Gegend spazieren und hier gibt es auch große Wiesen und sowas, aber trotzdem kann man eher sagen, dass ich in der Stadt lebe.
Die Gegend ist hier sehr belebt und mit Musik in den Ohren schaff ich es trotz vielen Leuten, die unterwegs sind, mich ein wenig zu entspannen. (Jedoch gibt es auch Orte, wo ich kurz die Kopfhörer abnehme).
Aber oft überkommt mich auch eine Melancholie, weil ich darüber nachdenke, wie ich ziellos umherwandere, ohne eine Absicht. Ich denke über alte Kindheitstage nach, wie ich immer draußen mit meinen Freunden gespielt habe und schnell fühle ich mich einsam und vermisse die alten Tage, obwohl ich es gleichzeitig genieße allein zu sein. Ich verstehe mich selbst nicht.
Wir haben zwei Hunde und du hast Recht: Sie helfen mir oft, meine Angstgedanken ein wenig unter Kontrolle zu bringen. Wenn beim Abendessen gerade die Nachrichten laufen(meine Familie weiß nichts von meinen Problemen), konzentriere ich mich auf das, was sie machen anstatt auf die Horrorgeschehnisse im Fernsehen.
Vorhin habe ich erwähnt, dass ich ,,allein'' spazieren gehe, aber mit meinem Bruder gehe ich auch so gut, wie jeden Tag mit den beiden raus, aber ja...
Ich weiß sonst nicht so wirklich, wie ich den Kontakt zur Natur anfangen soll, ich glaube ich gehe auch viel mehr raus, weil ich es im Haus nicht mehr aushalte, ich die Sonne genießen möchte(mir ist immerzu kalt) oder weil ich Inspiration für meine Geschichten suche, als für irgendwas anderes...
Abgesehen vom Vogelgesang, weiß ich nicht wirklich wie ich mich mehr mit der Natur verbunden fühlen kann.
Vielen Dank für die Ratschläge.

@Alopecia
Vielen Dank für die netten Worte, auch wenn es schwer ist, sie anzunehmen, aber das wäre wohl anders, wenn damals alles anders verlaufen wäre...
Aber ja, ich versuche mein Bestes, Abstand von alledem zu nehmen. Somit gebe ich meinem Gehirn auch weniger zum Nachdenken und ich hoffe, der Gedankenstrudel beruhigt sich dadurch ein wenig.
Danke, dir ebenfalls!

@Sadie02

Ja, ich habe mir sowieso nicht gedacht, dass es den ultimativen Plan für die Bekämpfung gegen all die Baustellen in meinem Leben gibt.
Vielen Dank für all die Ideen.
Ich weiß ja, dass das Zerdenken all meiner Gedankengänge nichts ändern wird.
Sie helfen niemanden. Sie ändern nichts an der Situation, aber trotzdem möchte mein Kopf nicht damit aufhören, egal wie oft ich es mir klar mache, dass es nichts ändern wird.
Ich hoffe wirklich, dass mir der Abstand von Social Media gut tut und mich dazu bringt, mich auf das zu konzentrieren, was in meiner Gegenwart passiert und nicht auf weltweite Probleme, die größer sind als ich selbst...
Und jetzt, wo du es sagst, stimmt es wahrscheinlich eigentlich...
All die Dinge, die mir im Internet begegnet sind, haben vielleicht gar nicht mal so großes Gewicht.
Wenn ich dies endlich mal meinem Kopf eintrichtern könnte, wäre vielleicht schon einiges zumindest in dem Bereich geschafft.
Danke, wünsche ich dir ebenfalls!


@trigital
Vielen Dank für all die netten Worte.
Definitiv hat mich deine Antwort und die der anderen etwas beruhigt.
Ja, du hast wahrscheinlich Recht. Die Sicht, die ich auf mich habe, wurde wahrscheinlich sehr von meiner Vergangenheit beeinflusst.
Oft denke ich darüber nach, was wäre, wenn es ganz anders gekommen wäre.
Wäre ich vielleicht zu einer gesunden Idealistin geworden?
Könnte ich mehr aus diesem Leben herausholen?
Ich weiß es nicht, aber jetzt muss ich an der Gegenwart arbeiten und das Beste daraus machen, ich weiß das, aber dennoch wollen diese Gedanken nicht verschwinden.
Und was die Fiktion angeht, liegst du absolut richtig:
Nichts davon ist real und dennoch geben sie so viel Liebe, Freundschaft und Dazugehörigkeit, die ich sonst so im realen Leben niemals bekommen hätte.
Ich meine mal gelesen zu haben, dass das Gehirn nicht zwischen realen und fiktiven Personen unterscheidet und ich fühle mich zu diesen Charakteren und Abenteuern einfach so verbunden.
Es fällt mir schwer, diese links liegen zu lassen und mich der realen Welt zu widmen. Es ist so, als hätte ich tausend Seelenverwandte in den verschiedensten Welten.
Unbedingt das Abitur machen zu wollen, kommt auch vielleicht daher, dass mein Bruder es auch getan hat und jetzt sogar was extrem Gutes studiert. Ich weiß, ich bin nicht mein Bruder und ich sollte meinen eigenen Weg finden, aber ja...
Oder einfach, weil ich doch mehr, als ich dachte von anderen in dieser Gesellschaft beeinflusst wurde und glaube, dass es ohne in dieser Welt einfach nicht geht...
Ich werde mein Bestes geben, das Abitur zu schaffen, aber definitiv werde ich deine Worte im Hinterkopf behalten.
Vielleicht sollte ich auch einfach damit aufhören, meinen Wert an meinen Leistungen in dem Bereich zu bewerten, auch wenn es sich schwierig gestalten könnte...
Aber es freut mich für dich, dass du deinen Weg gefunden hast; ich hoffe, dass dies auch eines Tages bei mir klappt, obwohl das wahrscheinlich auch nicht einfach werden wird, so wie du es auch schon beschrieben hast.
Sich für die Natur zu engagieren klingt nicht schlecht, aber ich bin sonst auch immer drinnen und wenn ich auf einmal so etwas tun würde, würde es auffallen und wenn meine Familie plötzlich dies mitbekommen würde, wäre es katastrophal. Aber trotzdem danke für den Ratschlag.
Also, ich meine verstanden zu haben, dass du meinst, ich sollte mich erst mal selbst finden und jeder hat eine andere Art und Weise dies zu tun?
Als jemand, der schon fast aufgegeben hat und nicht mehr wirklich Hoffnung in irgendwas sieht...ist es schwer das im Angriff zu nehmen, aber so wie du es beschreibst, scheint es eventuell möglich zu sein.
Danke für die lange und ausführliche Antwort. Definitiv hat sie mich zumindest zum Nachdenken gebracht und mir etwas anderes zum Denken gegeben, als all der Gedankenstrudel in meinem Kopf.


Nochmal danke für all die Beiträge.
Die Idee Meditieren ist mir auch gekommen und eventuell probiere ich es auch mal, aber mal sehen, was es wird...

LG Aurora
 

wolkenreigen

Aktives Mitglied
@ Aurora

Ein Tipp für mehr sinnvollen Aufenthalt in der Natur könnte folgendes sein. In einigen Orten gibt es Initiativen zur Stadtbegrünung. Es gibt als Bespiel die Grüne Liga. Falls es soetwas in Deiner Nähe gibt, wäre das eine Möglichkeit Menschen ganz anderen Schwerpunkten zu finden. Die Menschen nehmen Dich so wie Du bist und Thema kann ein gemeinsames Ziel sein. Plötzlich ergeben sich neue Aufgaben und die rücken Deine Gedanken, die sich bisher im Kreis bewegten, auf neue Bahnen. Diese Info ist als Beispiel gedacht, eventuell gibt es in Deinem Wohnort Initiativen, die Deinen Neigungen entsprechen und sich mit Deinen Möglichkeiten vereinbaren lassen.
Nach meiner Vorstellung brauchst Du Menschen, die Dir offen und ehrlich gegenübertreten und Dich an Ihren Projekten teilhaben lassen.
Schau doch mal in dieser Richtung.
 

takita

Aktives Mitglied
Diese Welt ist manchmal wie ein vielschichtiger Glaskasten, du siehst eine Wand und was dahinter ist, aber willst Du es begreifen, dann stört die Wand darum. Das sich Fragen bilden muss so sein. Wir können nicht naiv bleiben, das wäre schon von Anfang an ausgeschlossen. Ich sage Dir, Menschen, die vom gleichen Schlüssel sind können wirklich mit einander logisch kommunizieren, auch wenn sie sich Mühe geben schwer verständlich zu sein, der vom gleichen Schlag wird es entziffern. Wir können uns gegen so vieles nicht wehren und werden in Strudeln mitgerissen, aber innerhalb einer Welt bleibt alles unantastbar und Du kannst das bestätigen. Ich sehe ein Vogel der zum Felsen erstarrte, er wartet auf seinen Helden. Treu würde er auf ihn hören, sich erheben an jedem Tag, so er es solle. Deine Welten sind nicht unnütz oder machen keinen Sinn, sondern sind Teile vom Großen und Ganzen. Wann haben wir die Möglichkeit zu sprechen wie wir wollen?
Wann haben wir die Möglichkeit zu machen was wir wollen? Mache doch erstmal das weiter was Du tust und schaue was passiert. Vielleicht hast Du ein wenig Glück, wieso sollte es das nicht geben? Das alles ist sehr interessant, ja leider, dennoch, ich verstehe Dich, gibt es die dunklen Schatten, die, welche sich aufdrängen und alles zunichte machen scheinen...

... Aber was wenn unser alles nur ein Teil des Ganzen ist? 😎
 

Aurora

Neues Mitglied
@wolkenreigen
Vielen Dank für die Tipps. Ich werde mal schauen und vielleicht findet sich ja was, sobald ich mich hoffentlich überwunden habe.

@takita
Danke auch für deinen Beitrag.
Es wäre irgendwie sehr beruhigend, wenn das alles zu einem höheren Zweck passiert, der dafür sorgt, dass sich dich Welt von Grund auf verändert.
Danke für die netten Worte und Ermuterung.


LG Aurora
 

RogerG

Mitglied
Hallo Aurora,
hmm, anfangs war ich mir nicht sicher ob Du hier nicht auch einen fiktiven Charakter beschreibst, aber es scheint Dir ernst zu sein. Also versuche ich eine Ermunterung ohne esoterischem Beiwerk am Beispiel der Lebensgeschichte meiner Frau und mir. "Lustiger" Weise verliefen unsere Leben fast gleich so dass ich nur eine erzählen muss.
Also in Stichpunkten:
-Flucht und Vertreibung,
-sozial prekäre Verhältnisse in der Kindheit,
-Flucht von Zuhause,
-Leben auf der Strasse,
-Menschen getroffen die an uns geglaubt haben und uns halfen,
-Abitur auf dem Abendgymnasium nachgeholt,
-meine Frau Medizin studiert, ich Psychologie und Informatik,
-vergleichsweise wohlhabend geworden,
-vor 10 Jahren kennengelernt und vor 7 Jahren geheiratet,
-jetzt "zahlen" wir unseren sozialen Kredit zurück indem wir uns privat als "Mentoren" für junge Erwachsene zur Verfügung stellen, die aus welchen Gründen auch immer "auf der Strasse" gelandet sind.

Gut damit schaffen wir keinen Weltfrieden, und auch den Hunger in der Welt können wir nicht beenden, aber wir tun doch alles was UNSERER Kraft entspricht. Und ja, wenn man wie wir eine sagen wir mal "sozialistisch-humanistische Neigung" hat können einen die Nachrichten in den Wahnsinn treiben, aber die Welt ist wie sie ist aber jeder kann versuchen sie besser zu machen, und immerhin ist sie deutlich besser als in allen Zeiten der Menschheitsgeschichte zuvor. Was ich damit sagen will ist, dass es vielleicht eine gute Idee sein könnte das Maximum aus dem eignen Leben heraus zu holen und dann wenn man einen gewissen Einfluss erlangt hat sich daran zu erinnern, dass man ein "guter Mensch" (bitte aber kein Gutmensch) werden wollte. Klugscheiß: Man sollte zuerst schwimmen lernen bevor man Jemanden vorm Ertrinken retten kann.
Und zur Erinnerung noch das Gebet der anonymen Alkoholiker zum Schluss:
Gott, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Gute Nacht
Gregor
 
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