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Vorstellungsgespräch - Arbeitszeit zu lange

Hallo,
möchte nur auf die Bewegungen am Arbeitsmarkt in dieser Coronaphase
aufmerksam machen.
Niemand weiß, wie sich das alles weiterentwickelt und ob es eine zweite
Welle geben wird.

Der Stellenmarkt in unserer hiesigen Zeitung ist nicht mehr so, wie er
mal war.

alles Liebe
flower55
 
Hallo,
möchte nur auf die Bewegungen am Arbeitsmarkt in dieser Coronaphase
aufmerksam machen.
Niemand weiß, wie sich das alles weiterentwickelt und ob es eine zweite
Welle geben wird.

Der Stellenmarkt in unserer hiesigen Zeitung ist nicht mehr so, wie er
mal war.

alles Liebe
flower55

Damit hast du zwar Recht, aber ich würde dennoch nicht blindlings alles annehmen, was mir vor die Füße fällt. 45 Wochenstunden sind schon echt happig. I.d.R. kommt da noch eine Stunde Pause dazu, plus Fahrtzeit, plus gelegentliche Überstunden, die in der IT-Branche ja nicht grad unüblich sind.

Ich habe selbst mal einen Job aus Mangel an Alternativen angenommen mit - für meinen Geschmack - zuvielen Stunden (42,5 / Woche), ohne Gleitzeit, ohne "freitags mal früher gehen" o.ä. und ich habe es vom ersten Arbeitstag an bereut, zugesagt zu haben. De facto war ich dort keine 2 Monate beschäftigt, bis ich mir was Neues gesucht hatte und gottseidank gehen konnte. Sowas würde ich mir nie wieder antun. Man sollte sich da auch auf sein Bauchgefühl verlassen.
 
Das habe ich leider schon mehrmals getan und mir damit so einiges verbaut.

War bei mir genauso. Immer wieder das Erstbeste angenommen, ohne zu hinterfragen, warum man sich quasi 5 min nach dem Vorstellungsgespräch oder sogar schon während des Gesprächs zurückgemeldet hat, dass ich die Stelle bekomme. Klar, den Mist wollte halt keiner machen und ich hab jedesmal zugesagt, obwohl ich von vornerein schon wusste, dass ich mit bestimmten Konditionen niemals klarkommen werde. So habe ich 4-5 Stellen schon nach kurzer Zeit wieder gekündigt und das macht sich natürlich nicht besonders toll im Lebenslauf.

Besonders krass war das, als ich mich mal in einem Notariat beworben habe, weil man dort angeblich jemanden fürs Büro suchte. Die Notarin war noch sehr jung und unerfahren und hatte absolut keinen Dunst davon, wie man Mitarbeiter "führt".

Schon während des Vorstellungsgesprächs zog sie gemeinsam mit der Büroleitung über die anderen Mitarbeiterinnen her. Da ich zu dem Zeitpunkt nur befristet im vorherigen Unternehmen angestellt war und ich das Gefühl hatte, dass die Zeit drängt, habe ich die Stelle angenommen und durfte dann tagein tagaus in einem stickigen und im Sommer unerträglich heißen Hinterzimmer die Urkunden siegeln, jeden Tag 8 Stunden lang, von 10-19 Uhr, auch freitags, während die anderen Mitarbeiterinnen bereits um 14 Uhr Feierabend machten.

Die Stimmung in der Kanzlei war unterirdisch, jeder zog über jeden her und man petzte grundsätzlich jeden Fehler, den eine Mitarbeiterin machte, hinterrücks der Notarin.

Ich habe auch oft am Rande mitbekommen (natürlich sagte mir das keiner ins Gesicht), dass über mich hergezogen wurde, weil man wohl dachte, ich höre es nicht. Nach 3 Monaten ging es mir psychisch dermaßen schlecht, dass ich mir professionelle Hilfe gesucht habe und dann gottseidank gekündigt wurde, als ich mehrere Wochen lang den gelben Schein vorlegte.

Long story short, am besten zweimal überlegen, ob man mit der Stelle klarkommen kann, auch auf lange Sicht. Wenn man aus irgendeinem Grund ein schlechtes Gefühl hat, dann sollte man das m.E. auf keinen Fall ignorieren.
 
Dauerhaft 9 Stunden pro Tag ist gegen das Arbeitszeitgesetz 🙄
Hm
In Deutschland gibt es maximal 6(!) Arbeitstage zu 8 Stunden wöchentlich , macht 48 Stunden plus Pausenzeiten, die durchaus mehr als eine Stunde täglich ausmachen dürfen.
Dazu kommen 2x die halbe Stunde Pendeln, also kommt man auf 10 Stunden an 6 Tagen die Woche. Sonntag bleibt frei, 4 Wochen beträgt der Mindesturlaub.

Die meisten überleben das - irgendwie, und die anderen lesen hier nicht mehr mit...
 
Ich hab ein sehr ähnliches Problem. Ich habe mich beworben und eine Zusage. Meine Fahrzeit ist geringer als deine, dafür wurde mir im Nachgang schon mitgeteilt, man erwartet auch mal flexibel abends einen 2. Einsatz und auch kommt man in Summe auf 45 Stunden, das ist mir - für das Geld - schlicht zuviel, da komme ich vom Regen (aktueller Job) in die Traufe.

Also ich habe es anders gehandhabt, ich lass laufen und suche weiter. Wenn ich etwas besseres habe, sage ich ab, wenn nicht, nehme ich an und suche weiter, 2-3 Monate kann man im Lebenslauf kaschieren, die neue Stelle würde ich da garnicht mehr erwähnen, sondern eine Sabbatical Phase draus machen oder sowas.

Ich kenn mich auch gut genug um zu wissen, was ich will und was ich nicht will, wenn soviel Arbeit anfällt, sollen sie halt 1 Vollzeit und 1 Teilzeitstelle einstellen und das ganze Pensum nicht auf 1 Person abladen.


War bei mir genauso. Immer wieder das Erstbeste angenommen, ohne zu hinterfragen, warum man sich quasi 5 min nach dem Vorstellungsgespräch oder sogar schon während des Gesprächs zurückgemeldet hat, dass ich die Stelle bekomme. Klar, den Mist wollte halt keiner machen und ich hab jedesmal zugesagt, obwohl ich von vornerein schon wusste, dass ich mit bestimmten Konditionen niemals klarkommen werde. So habe ich 4-5 Stellen schon nach kurzer Zeit wieder gekündigt und das macht sich natürlich nicht besonders toll im Lebenslauf.

Dein Text könnte von mir stammen. Ich habe vor 2 Jahren einen langjährigen Job gekündigt und sofort das angenommen, was ich bekommen habe, bumm, schnell war das Einzelbüro gegen das Großraumbüro getauscht und die Kollegen alle 20-30 Jahre älter, verschwippschwägert, eingeschworene Clique mit komischen Arbeitsgewohnheiten und ich dachte nach 1 Woche - verflucht, Griff ins Klo. Tja, und was nun? Komm da mal wieder weg, im öffentlichen Dienst dauern Bewerbungsprozesse schnell mal von der Ausschreibung bis Fristende bis Einladung, bis Entscheidung 2-3 Monate ..... und es ist ja nicht sofort was passendes da, nur weil man die Nase voll hat von dem, was man tut.

Diesen Fehler macht man einmal aber kein zweites Mal, seither bin ich genauso frech wie es der Arbeitsmarkt offenbar erwartet. Ich bewerbe mich und halte mir parallel viele Türen offen. Dann wird kurzfristig abgesagt, anders machen es Arbeitgeber auch nicht, die nehmen im Zweifel auch kurzfristig den, der ihnen am besten passt. Wieso sollte ein Arbeitnehmer das nicht auch so machen.

Das wäre mir für her nie in den Sinn gekommen, aber leider wird man dermaßen hinters Licht geführt. Wenn ich an meinen aktuellen Job denke, den ich kündigen werde, was man mir da alles erzählt hat, 1-2x im Jahr spontane Abendsitzungen, pustekuchen, hab ich inzwischen alle 2 Wochen, Parkplatz vor der Tür? Pustekuchen, ich muss ins bezahlte Park and Ride, EInarbeitung? Pustekuchen, durfte mich als Plug and Play Mitarbeiter selbst bemühen alles zu lernen, Unterstützung, Urlaubsvertretung Pustekuchen. bescheidener Arbeitsplatz im Großraumbüro mit viel Lärm und null Ruhe zum konzentrierten Arbeiten, was aber erwartet wird, sofort bekam ich ein Diensthandy für die Dauererreichbarkeit.....hätte ich das alles gewusst und ich habe vieles davon erfragt im Gespräch, wurde alles relativiert und verschwiegen. Irgendwo muss man halt dann glauben und vertrauen, bis man auf die Nase fällt.

Wenn ein Job sofort zugesagt wird heißt das meist: Die haben keinen anderen gefunden, da gibt es noch weitere Indikatoren, wenn zB darauf gedrängt wird sofort zu kommen, also man selbst hat ja auch Kündigungsfristen, dann hat die Firma ein mieses Zeitmanagement bzw. man kann mit viel Rückständen rechnen, die es abzuarbeiten gibt, kein guter Bewerber steht sofort zur Verfügung, wenn er mitten in Arbeit steckt, die er vernünftig beenden will. Auch so Indikatoren sind in Vorstellungsgesprächen keine echten Fragen zur Person, also hauptsache mal jemanden gefunden.

In einer Behörde, in der ich mal gearbeitet habe, war es gängig, dass viele binnen den ersten 6 Monaten wieder geflohen sind, allerdings ist es leider genau so, dass man aufpassen muss, den Lebenslauf nicht zu zerpflücken, irgendwann kommt man in Erklärungsnöte, wenn der Personaler einen Blick hat, wie man Lebensläufe liest.

Hm
In Deutschland gibt es maximal 6(!) Arbeitstage zu 8 Stunden wöchentlich , macht 48 Stunden plus Pausenzeiten, die durchaus mehr als eine Stunde täglich ausmachen dürfen.
Dazu kommen 2x die halbe Stunde Pendeln, also kommt man auf 10 Stunden an 6 Tagen die Woche. Sonntag bleibt frei, 4 Wochen beträgt der Mindesturlaub.

Die meisten überleben das - irgendwie, und die anderen lesen hier nicht mehr mit...

Ich hatte mich Anfang des Jahres auf einen Job beworben im öffentlichen Dienst, 39 Stundenwoche war ausgeschrieben, nach dem Gespräch entpuppte sich die Stelle als 2 Jahre befristet mit 6 Tage Einsatz und sogar Sonntags, wenns erforderlich ist, und schlechter bezahlt als der "Branchenschnitt" anderer Behörden. Ich habe das dankend abgelehnt, übrigens war die Zusage schon während der Heimfahrt auf meiner Voicemail, im Treppenhaus nach dem Gespräch hatte man mir indirekt schon zugesagt - löblich, aber kein gutes Zeichen, die Stelle ist bis heut nicht besetzt - verständlich.
 
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