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Von Grund auf unsympathisch?

wat_solls

Mitglied
Liebe Forengemeinde,


momentan bin ich mal wieder total verzweifelt... habe seit der Schulzeit Probleme echte und vor allem zahlreiche Freundschaften zu pflegen. Hab das Gefühl einfach nicht gut darin zu sein anderen das zu geben, was sie in einer Freundschaft erwarten. Mein Freund ist ebenfalms ein Eigenbrödler und ich habe mich schon einmal von ihm getrennt, weil ich dachte ich bin durch ihn so geworden... aber merke dass es einfach an mir liegt.

Ich bin 25 habe gerade meinen master abgeschlossen und promoviere jetzt. Ich glaube ich komme oft überheblich rüber, was aber oftmals Unsicherheit ist und oftmals habe ich mit mir soviel stress dass ich kaum auf die Probleme meiner Freubde hören kann.

Langsam verliere ich echt die Hoffnung dass ich es schaffe nochmal ein anderer Mensch zu werden:( Ab und an überlege ich mir sogar, dass das Leben keinen Sinn hat, wenn niemand es mit mir zusammen genießen möchte...

Könnt ihr mir sagen wie ich es schaffen könnte ein anderer Mensch zu werden?

MfG

Wat_solls
 

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Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo, watt_solls,

ist Eigenbrötlerei echt ein Grund, sich von einem Menschen zu trennen?

Das Studium ist Theorie, das Leben die Praxis.

Wenn man selbst unter Stress leidet, hat man wenig Kapazitäten für die Sorgen anderer Menschen. Die Sorgen meiner Mitmenschen gehören zum Leben… Wenn die Aussage lautet: „Ich habe keine Zeit für meine Mitmenschen.“ Dann gilt: Daher entscheide ich, wann und wie lange ich mir Zeit nehme.
Dabei sollte „ich“ mir Zeit nicht nur nehmen, um mich mit Sorgen meiner Mitmenschen zu beschäftigen, sondern auch mal um meine Seele und Beine baumeln zu lassen. Stressabbau betreiben.

Vor lauter Studieren kann es passieren, dass „mich“ die Theorien vom Leben entfernen. Da könnte es helfen, wenn Du in der sicher knapp bemessenen Freizeit das tust, was eher im Gegensatz zum Studieren steht.

Dadurch wirst Du nicht zum anderen Menschen. Es scheint mir eh wichtig zu sein, dass Du Dich selbst definieren kannst. Dazu gehören Deine Stärken und Schwächen sowie Deine Werte und Deine Ziele.

Das Sich-ändern ist so eine Sache für sich. Erst mal sollte man seinen Änderungsbedarf „was, wo, warum“ erkennen. Kannst Du Deinen Änderungsbedarf konkretisieren?

LG, Nordrheiner
 

Adria78

Aktives Mitglied
Liebe Forengemeinde,


momentan bin ich mal wieder total verzweifelt... habe seit der Schulzeit Probleme echte und vor allem zahlreiche Freundschaften zu pflegen. Hab das Gefühl einfach nicht gut darin zu sein anderen das zu geben, was sie in einer Freundschaft erwarten. Mein Freund ist ebenfalms ein Eigenbrödler und ich habe mich schon einmal von ihm getrennt, weil ich dachte ich bin durch ihn so geworden... aber merke dass es einfach an mir liegt.

Ich bin 25 habe gerade meinen master abgeschlossen und promoviere jetzt. Ich glaube ich komme oft überheblich rüber, was aber oftmals Unsicherheit ist und oftmals habe ich mit mir soviel stress dass ich kaum auf die Probleme meiner Freubde hören kann.

Langsam verliere ich echt die Hoffnung dass ich es schaffe nochmal ein anderer Mensch zu werden:( Ab und an überlege ich mir sogar, dass das Leben keinen Sinn hat, wenn niemand es mit mir zusammen genießen möchte...

Könnt ihr mir sagen wie ich es schaffen könnte ein anderer Mensch zu werden?

MfG

Wat_solls
Ich kenne Dein Problem, habe auch Schwierigkeiten mit Kontakten. Deswegen gehe ich auch zu einer Beratung. Es ist immer ein zweischneidiges Schwert. In der Beratung wird einem gesagt: "Es liegt nur am Selbstbewußtsein, das man keine Freunde findet. Man hält sich selbst für schlecht. Wirkt dadurch abwehrend. Mit mehr Selbstbewußtsein und wenn man zu sich selbst auch steht, finde man auch Freunde"

Ich bejeine das.

Ja, es stimmt. Man kann sich nicht wirklich total umkrempeln. Ist man ein ruhiger stiller Typ, bleibt man das auch. Ist man aufbrausend, bleibt man das. Man kann seinen Character nicht verändern. Aber auch Leute mit "schwierigen"Charakteren haben Freunde. Topf-Deckel-Prinzip. Man muss nur suchen, bis es paßt.

Da stimme ich 100% zu.

Aber. (Klar, das es ein Aber gibt!). Ich habe schon einige Leute mit Kontaktschwierigkeiten kennen gelernt, wo ich sage, zu denen möchte ich auch keine Freundschaft aufbauen. Die haben extrem negative Charachterzüge mit denen ich nicht leben kann. Wo ich aber denke, die könnten die ändern.

Zuletzt habe ich noch eine Frau kennen gelernt, die extrem eifersüchtig war. Nach dem zweiten Treffen rief sie mich andauernd an und wollte haargenau wissen, wo und wann ich was gemacht habe. Habe ich dann z.B. gesagt, ich war in der Stadt einkaufen, flippte sie total aus. Ich hätte sie fragen und mitnehmen müssen. Und wehe ich sagte ihr nicht, wo ich war! Mein Mann ist nicht so eifersüchtig, wie diese Frau es war.

Und das wurde immer schlimmer. Nach dem fünften Treffen habe ich die Freundschaft beendet. So wie vor mir alle ihre Bekanntschaften. (Sie rätselt immer noch darüber, woran das liegt!)

Das ist das Problem. Manche sind krankhaft eifersüchtig, geizig, ich-bezogen (die nur von sich reden und niemand anders zu Wort kommen lassen) oder überheblich (Angeber). Wenn das in so übersteigerte Form ist, dann findet man auch keine Freunde.

Ich denke aber auch diese Eigenschaften kommen daher, weil man ein falsches Selbstbild hat. Und daran kann man arbeiten. An Deiner Überheblichkeit kann man arbeiten. Das sehe ich nicht als Problem. Du könntest lernen, das Du auch ohne Überheblichkeit Anerkennung erfährst. Das die Leute dich auch mögen, wenn Du einfach nur Du selbst bist. Das geht sehr gut mit Verhaltenstherapie. Gibt auch Ratgeber, die Du ausprobieren könntest.

Du bist selbstkritisch, das finde ich gut. Da Du das Problem erkannt hast, kannst Du es auch ändern. Ob Du es alleine versuchst, mit Ratgebern oder über eine Therapie weiß ich nicht. (Es gibt übrigens auch VHS-Kurse zu diesem Thema, geleitet von Therapeuten. Wenn man nicht psychisch krank ist und nur etwas im Leben verbessern will, reichen diese Kurse teilweise schon aus.) Ich kann Dich nur ermuntern das Problem anzugehen, bevor es Dich in eine Depression führt.
 
J

Jun

Gast
Hallo Wat :),

eine Frage kommst Du selber in deinem Fühlen und Denken vor oder bist Du meist bei Anforderungen, Wünschen und Bedürfnissen von Freunden, dem Arbeitgeber, Familie, neuen Bekannten, ... ?
 

wat_solls

Mitglied
Naja ich merke dass ich am liebsten alles schaffen möchte.. viel lernen, kreativ sein, sportlich sein sich gesund ernähren... aber irgendwie verliere ich mich selbst und den Kontakt zu anderen. Wirke durch meinen Ehrgeiz häufig unnahbar und überfordere andere.(Oftmals ist mir der Stumpfsinn der anderen aber auch tatsächlich zuwider...)

Aber irgendwie fehlt mir halt ein funktionierendes soziales Umfeld.. Geburtstagseinladungen, gemeinsame Urlaube, Hilfe beim Umzug das übliche eben. Fühle mich wie ein Alien dass die Sprache der Menschen nicht spricht... als hätte ich eben den Bezug verloren.

Ich möchte halt, dass das wieder anders wird, ich mehr an der Gemeinschaft teilhaben kann.

VG
 

wat_solls

Mitglied
Jetzt habe ich die Antworten nach Nordrheiners gar nicht bemerkt:)

Ich war bereits in tiefenpsychologischer Behandlung die pausiert aber momentan... irgendwie hat es mich vom Verhalten her nicht ganz soweit gebracht. Mein Freund beispielsweise meint ich bilde mir das alles nur ein, ich würde gar nicht überheblich wirken und nur die anderen wären schuld. Das die halt auch alle mit sich zutun haben und ich zu hohe Erwartungen habe.

Ich glaube beides ist irgendwo wahr... aber die Einsamkeitsgefühle und die Unsicherheit anderen gegenüber sind halt sehr stark...

LG
 
D

Dr. Rock

Gast
Wenn du dir so viel auferlegst, so viel - auch noch gleichzeitig - sein und schaffen möchtest, wird es dich wohl mehr oder weniger überfordern und das führt möglicherweise dazu, dass du gereizt bist bzw. überreizt reagierst dann abweisend und unnahbar wirkst bzw. rüberkommst. Könnte das sein?

Vielleicht wäre es ein Anfang, würdest du ein wenig deine Ziele sortieren und Privilegien setzen, was ist für dich und dein weiteres Leben wirklich wichtig und was führt nur dazu, dass du dich um dich selbst drehst und somit keinen Zugang zu anderen Menschen findest?

Wenn es dein Ziel ist, so einen Zugang zu finden und Kontakte aufzubauen, könnte es also eine Möglichkeit sein, würdest du dich von deinem (selbstauferlegten?) Anforderungen wie gesagt etwas distanzieren und dich mehr auf andere Menschen einlassen.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Jetzt habe ich die Antworten nach Nordrheiners gar nicht bemerkt:)

Ich war bereits in tiefenpsychologischer Behandlung die pausiert aber momentan... irgendwie hat es mich vom Verhalten her nicht ganz soweit gebracht. Mein Freund beispielsweise meint ich bilde mir das alles nur ein, ich würde gar nicht überheblich wirken und nur die anderen wären schuld. Das die halt auch alle mit sich zutun haben und ich zu hohe Erwartungen habe.

Ich glaube beides ist irgendwo wahr... aber die Einsamkeitsgefühle und die Unsicherheit anderen gegenüber sind halt sehr stark...

LG
Es ist kein neues Phänomen, dass Akademiker auf Vorbehalte bei Nicht-Akademikern stoßen - und umgekehrt. Vorbehalte sind wie eine Styroporwand, die eine Mindestdistanz festlegen. Diese Styroporwand besteht zwischen allen Gruppen, die sich durch ein oder zwei Merkmale von einander deutlich unterscheiden. Ist es bei Akademikern die intellektuelle Art, Fragen zu stellen und Antworten zu geben, so sind es bei anderen Gruppen die Werte. Ein Kaufmann achtet bei der Beurteilung eines Prozesses auf den wirtschaftlichen Erfolg, bei dem Ingenieur steht das technische Funktionieren im Vordergrund. Frauen kommunizieren anders als Männer. Und alte Menschen haben Vorbehalte gegenüber jungen Menschen und umgekehrt.

Vorbehalte stützen sich auf Erfahrungen, eigenen oder fremden. Also sind Vorbehalte auch berechtigt. Die Einsamkeit entsteht immer dann, wenn keine zufriedenstellende Antwort gefunden wird auf die Frage:

Wie kann ich eine Brücke bauen zu dem Menschen, der anders denkt, anders empfindet - als ich?

Da "müssen" wir fragen. Was denkst Du und warum denkst Du wie Du denkst? Was ist Dir wichtig - und warum?
Es geht also um unser Verstehen. Je weniger wir den anderen Menschen (sein Empfinden und Denken und sein Tun) verstehen, um so eher sind wir einsam - und manchmal der andere Mensch auch. Willst Du nicht einsam sein, empfiehlt es sich, dass Du das Gespräch mit anderen Menschen immer wieder suchst - und dein Verstehen verbesserst.

Nähe entsteht durch Verstehen. Dafür müssen wir mit anderen Menschen sprechen.

Es ist völlig in Ordnung, dass wir Nähe suchen und beim näheren Kennenlernen eines Menschen lieber auf Distanz bleiben. Dies führe ich bei mir darauf zurück, dass ich Werte habe, die mir wichtig sind. Diese Werte werden nicht von allen Menschen geteilt. Dann ziehen wir nicht am gleichen Strang - oder nur in den Bereichen, in denen wir gleiche Werte teilen.

Überheblichkeit ist ein zweischneidiger Begriff. Wenn ich mit meiner Lösungsmethode erfolgreich bin, dann hebt sich diese meine Lösungsmethode über alle anderen Methoden hinweg, die ich nicht kenne oder als wenig hilfreich erfahren habe. Das Negative dieses Begriffes scheint mir immer dann zutreffend zu sein, wenn von der erfolgreichen oder von der nicht erfolgreichen Art und Weise der Mensch beurteilt wird. Der Mensch kann hochintelligent sein - und doch etwas sehr Dummes sagen und tun.

Menschen sagen: "Du bist überheblich" weil er auch bei einer sachlichen Bemerkung zu seinem Verhalten sich als Person bewertet fühlt. Er vermischt etwas, was nicht vermischt werden darf. Er fühlt sich beurteilt und verletzt.
Die Schuld wird demjenigen anderen Menschen gegeben, der nur eine sachliche Bemerkung machte.

Ich denke, es könnte helfen, wenn wir bei dem was wir sagen zwei Aussagen parallel machen.
a) Du bist ein liebenswerter, erfolgreicher Mensch. b) was Du tust bringt Dich nicht weiter, ist falsch....
Das ist etwas, was ich immer weiter bei mir verbessern muß. Da komme ich selbst aus dem Trainingsprogramm nicht raus.

Ich wette: Wenn Du Dir Mühe gibst und bewusst Deinem Gegenüber ehrliche Komplimente machst "das hast Du gut gemacht, das finde ich bei Dir toll, ich bewundere, wie gut Du das Problem gelöst hast, ich finde Deinen Fleiss sehr respektabel...... Du siehst mal wieder attraktiv aus..." Wirst du erkennen, dass sich viele viele Menschen persönlich anerkannt und gewürdigt fühlen, obwohl Du "nur" eine Handlung oder etwas Äusseres bewertet hast.
Du erkennst die Vermischung, die von Menschen erfolgt? Nur handelt es sich um eine Vermischung mit positivem Ausgang. So entsteht Nähe! Und so wird auch Einsamkeit überwunden, weil der Andere bereit ist, sich auf Dich einzulassen. Er hat ein positives Erlebnis mit Dir.

Ein Mensch, der mit Dir ein positives Erlebnis hat, ist i.d.R. nicht der Mensch, der Dich als arrogant oder als überheblich empfindet.

Und wenn Du von Dir sagst: "ich denke, dass ich überheblich wirke" dann formuliere ich das um: "Ich denke, dass andere Menschen mit mir nicht genügend positive Erlebnisse haben." Und daran kannst Du ja was ändern.

Viel Erfolg,
Nordrheiner
 

wat_solls

Mitglied
Ja genau das denke ich auch. Freundschaft entsteht durch gemeinsame, positiv erlebte Zeit. Aber irgendwie gelibgt es mir momentan schwer mit anderen positive Zeit zu erleben und ihnen geht es wohl ähnlich. Diese entspannte in such ruhende art die anderen so leicht fällt bekomme ich irgendwie nicht hin.

Immer wieder eigene Kämpfe mit mir und meiner Umwelt überschatten ein entspanntes beisammensein und lassen mich anstrengend werden.

Meine Verzweiflung rührt daraus, dass sich keine Besserung einstellt... vielmehr habe ich das Gefühl immer mehr Chancen zu verpassen und dass es mit zunehmendem Alter auch immer schwerer wird neue Kontakte zu knüpfen. Gerade weil Gemeinsamkeiten schwinden... als Schüler und Studenten ist man sehr gleich und es gibt wenig Konkurrenz. Jetzt merke ich dass die Gräben immer größer werden.
 

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