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Vom Sohn verlassen

Ehrlich gesagt finde ich es etwas zu einfach, so pauschal zu sagen, dass „Wegziehen keine Option“ sei - besonders wenn es um ein schwer traumatisiertes Kind geht. Es geht ja nicht um „vor Tätern ausreißen”, sondern darum, einem Kind nach einem massiven Vertrauens- und Sicherheitsbruch überhaupt noch irgendeine Perspektive zu bieten. Und das kann sehr wohl bedeuten, das gewohnte Umfeld zu verlassen - was der Junge nun ja auch getan hat, nur eben nicht mit der Mutter, sondern zum Vater.

Dass ein Umzug für Erwachsene logistisch, emotional und finanziell schwierig ist - absolut. Aber wenn der Sohn sich bei ihr zunehmend isoliert hat und die Umgebung mit Angst und Gefahr verknüpft war, wäre ein gemeinsamer Neustart zumindest eine Überlegung wert gewesen. Das war keine Verurteilung meinerseits, sondern einfach ein Gedanke, weil sie es selbst gar nicht erwähnt hatte.
Danke dafür, aber ja wir haben nach den Vorfällen natürlich gemeinsam darüber gesprochen wie und was wir nun machen könnten. Die Idee war eigentlich das er zu meiner Mama zieht dort die Schule besucht. Wir hatten schon gemeinsam nach Schulen geschaut. Dann kam es aber anders. Der Kontakt zum vater wurde intensiver und eben zu mir immer problematischer.
 
Selbst Wegziehen ist nicht wirklich ein Schutz, wenn man nicht gerade ans andere Ende des Landes zieht, denn ein wirklich rachsüchtiger Täter kann einen überall aufspüren, um so leichter wenn die ganze Familie mit umzieht. Und wir wissen noch nicht wer die Täter waren, es können auch welche aus einem ausufernden Familienklan sein, wo es immer einen "großen Bruder" gibt, der eine Verurteilung so krumm nimmt, daß er seinerseits auf Rache sinnt.
Ich finde, hier wird gerade ziemlich viel ins Blaue hinein spekuliert. Wir wissen weder, wer die Täter genau sind, noch wie alt sie sind oder aus welchem Umfeld sie kommen. Es ist also ein bisschen weit hergeholt, jetzt schon von rachsüchtigen „großen Brüdern“ oder organisierter Vergeltung zu sprechen.

Wenn die Täter unter 16 Jahre alt sind - was bei einem 14-jährigen Opfer nicht unwahrscheinlich ist - dann ist ein echtes „Wegsperren“ sowieso eher unrealistisch. Das Jugendstrafrecht setzt da ganz andere Schwerpunkte, und selbst schwere Fälle enden oft mit Bewährungsstrafen oder Erziehungsmaßnahmen.

Gerade deshalb war mein Gedanke mit dem Umzug ja keine Flucht vor „Kriminellen“, sondern eher eine praktische Überlegung: Wenn der Junge in seinem alten Umfeld völlig traumatisiert war, warum dann nicht die Möglichkeit prüfen, ihm zusammen mit der Mutter einen neuen, sicheren Ort zu bieten, statt dass er alleine zum Vater zieht und dort nun auch noch den Kontakt zur Mutter abbricht?
Ich stelle das nicht als einfache Entscheidung dar, aber so zu tun, als sei ein gemeinsamer Umzug kategorisch ausgeschlossen, überzeugt mich auch nicht ganz. Und es war eben wirklich nur eine Frage, keine Kritik.

Außerdem, würdest Du Deine eigene Wohnung und Beruf dafür aufgeben, weil der Staat unfähig ist, Kriminelle wirksam und dauerhaft aus dem Verkehr zu ziehen?
Na ja, Beruf und Wohnung sind schön und gut - aber was bringt’s, wenn das eigene Kind dabei verloren geht? Ich hab zwar selbst keine Kinder, aber ganz ehrlich: Wenn mein Partner so etwas erlebt hätte, würde ich einen Umzug natürlich ernsthaft in Erwägung ziehen. Einfach, weil Sicherheit und seelische Stabilität manchmal Vorrang vor allem anderen haben müssen.

Wäre ich an der Stelle des Jungen, würde ich es meiner Mutter ehrlich gesagt sehr übel nehmen, wenn sie in so einer Ausnahmesituation nicht mal einen Umzug in Betracht ziehen würde. Nicht, weil ich erwarte, dass sie sofort alles stehen und liegen lässt - aber weil ich das Gefühl bräuchte, dass mein Sicherheitsgefühl für sie genauso zählt wie ihr Job oder ihre Wohnung.
Gerade wenn man als Kind (oder auch als Jugendlicher) etwas Traumatisches erlebt hat, schaut man ganz genau hin: Wer steht wirklich zu mir? Wer ist bereit, konkrete Schritte zu gehen - nicht nur zuzuhören, sondern mit mir einen Neuanfang zu versuchen?
 
Ich finde, hier wird gerade ziemlich viel ins Blaue hinein spekuliert. Wir wissen weder, wer die Täter genau sind, noch wie alt sie sind oder aus welchem Umfeld sie kommen. Es ist also ein bisschen weit hergeholt, jetzt schon von rachsüchtigen „großen Brüdern“ oder organisierter Vergeltung zu sprechen.

Wenn die Täter unter 16 Jahre alt sind - was bei einem 14-jährigen Opfer nicht unwahrscheinlich ist - dann ist ein echtes „Wegsperren“ sowieso eher unrealistisch. Das Jugendstrafrecht setzt da ganz andere Schwerpunkte, und selbst schwere Fälle enden oft mit Bewährungsstrafen oder Erziehungsmaßnahmen.

Gerade deshalb war mein Gedanke mit dem Umzug ja keine Flucht vor „Kriminellen“, sondern eher eine praktische Überlegung: Wenn der Junge in seinem alten Umfeld völlig traumatisiert war, warum dann nicht die Möglichkeit prüfen, ihm zusammen mit der Mutter einen neuen, sicheren Ort zu bieten, statt dass er alleine zum Vater zieht und dort nun auch noch den Kontakt zur Mutter abbricht?
Ich stelle das nicht als einfache Entscheidung dar, aber so zu tun, als sei ein gemeinsamer Umzug kategorisch ausgeschlossen, überzeugt mich auch nicht ganz. Und es war eben wirklich nur eine Frage, keine Kritik.


Na ja, Beruf und Wohnung sind schön und gut - aber was bringt’s, wenn das eigene Kind dabei verloren geht? Ich hab zwar selbst keine Kinder, aber ganz ehrlich: Wenn mein Partner so etwas erlebt hätte, würde ich einen Umzug natürlich ernsthaft in Erwägung ziehen. Einfach, weil Sicherheit und seelische Stabilität manchmal Vorrang vor allem anderen haben müssen.

Wäre ich an der Stelle des Jungen, würde ich es meiner Mutter ehrlich gesagt sehr übel nehmen, wenn sie in so einer Ausnahmesituation nicht mal einen Umzug in Betracht ziehen würde. Nicht, weil ich erwarte, dass sie sofort alles stehen und liegen lässt - aber weil ich das Gefühl bräuchte, dass mein Sicherheitsgefühl für sie genauso zählt wie ihr Job oder ihre Wohnung.
Gerade wenn man als Kind (oder auch als Jugendlicher) etwas Traumatisches erlebt hat, schaut man ganz genau hin: Wer steht wirklich zu mir? Wer ist bereit, konkrete Schritte zu gehen - nicht nur zuzuhören, sondern mit mir einen Neuanfang zu versuchen?
Okay vlltl benötigt ihr dazu weitere Informationen.
Mein sohn war zu diesem Zeitpunkt erst 13 Jahre alt.
Die Täter 15,16,19 stammen alle aus Stadtbekannten Familien, leider. Sie bedrohten ihn via Handy, die Nummer hatten sie über Dritte eingeholt. Er bekam daraufhin sofort eine neue Nummer. Selbst vor dem Haus zu stehen und ihm zu demonstrieren, dass sie wüssten wo er wohne, machte es nicht besser . Und ja wir haben jeden Vorfall direkt der Polizei gemeldet. Daraufhin gab es eine Gefährdenansprache und die Polizei fuhr nun öfters bei uns vorbei. Alle Nachbarn ( zum Glück Rentner) waren alarmiert sofort zu reagieren wenn ihnen was auffiel. Mein Sohn hatte alle Telefonnummer wenn ihm etwas komisch vorkam. Es war wirklich schrecklich für ihn. Eine einstweilige Verfügung wurde nicht bewilligt.
Und auch nochmal ein Haus verkauft man nicht eben mal schnell.
Vielleicht hilft dies zu verstehen.
 
Ich kenne die Umstände der Körperverletzung nicht und weiß auch nicht wie Du darauf reagiert hast, aber um zukünftige weitere böse Ereignisse möglichst gleich abzubiegen, würde ich empfehlen, daß der Sohn nicht nur eine Therapie macht, sondern auch Selbstverteidigung lernt, und zwar das beste was in dem Bereich zu kriegen ist, nicht "faire" Sportarten wie etwa Judo (denn von Kriminellen darf man keine Fairness erwarten), sondern Ausrichtung auf Straßenkampf, die schmutzige aber realistische Variante, die im Ernstfall am besten hilft. Das hilft dann auch der Psyche, zu wissen daß er in Zukunft nicht mehr ganz wehrlos sein wird.
@Flamingopink : das wäre eine Sache die Du mit Vater und Sohn absprechen solltest, wenn Du wieder Kontakt hast. Ich weiß nicht was da in der Gegend zu finden ist an Lehrern und Kursen, aber vom Alter her kann der Sohn gut einsteigen in die Materie, er soll sich aussuchen womit er anfangen will, und Du finanzierst ihm das. Kann sein daß er auch mal wechseln will wenn er irgendwann merkt, ein Lehrer, Dojo oder die Ausrichtung der jeweiligen Kampfkunst liegt ihm nicht, er muß die Wahl haben, manche Kurse sind auf Opfer von Gewalttaten spezialisiert und nehmen den psychologischen Teil gleich mit damit sich die Schüler nicht selber zu Schlägern und Mobbern entwickeln, anderen geht es nur um den sportlichen Erfolg, und die "Chemie" im Kurs muß auch stimmen.
 
Na siehste, jetzt hast Du den Grund. Es lag nicht an Dir sondern an dem Vorfall, und daß Dein Sohn sich in der Gegend nicht mehr sicher fühlen kann. Wenn die Täter Minderjährige waren (schätze ich mal) werden sie auf freiem Fuß sein, also besteht für Deinen Sohn jederzeit ein Risiko ihnen erneut über den Weg zu laufen oder gar absichtlich von ihnen abgepaßt zu werden. Die schönsten Therapien sind für die Katz, wenn die Bedrohungslage weiterhin existiert.
Selbst wenn die Täter gefasst wären, das Gefühl der Unsicherheit und Bedrohung bleibt. Es ist gut, dass der Sohn diesen Ort verlassen konnte. Es wird einfach Zeit brauchen, das zu verarbeiten. Und vielleicht braucht er gerade auch die Distanz zur Mutter. Ich kann mir vorstellen, dass das auch mit dem Trauma zusammen hängt.

Gib dem Jungen Zeit und lass ihn wissen, dass deine Tür für ihn offen steht, ohne dich selbst gerade zu wichtig zu nehmen.
 
Ich kenne die Umstände der Körperverletzung nicht und weiß auch nicht wie Du darauf reagiert hast, aber um zukünftige weitere böse Ereignisse möglichst gleich abzubiegen, würde ich empfehlen, daß der Sohn nicht nur eine Therapie macht, sondern auch Selbstverteidigung lernt, und zwar das beste was in dem Bereich zu kriegen ist, nicht "faire" Sportarten wie etwa Judo (denn von Kriminellen darf man keine Fairness erwarten), sondern Ausrichtung auf Straßenkampf, die schmutzige aber realistische Variante, die im Ernstfall am besten hilft. Das hilft dann auch der Psyche, zu wissen daß er in Zukunft nicht mehr ganz wehrlos sein wird.
@Flamingopink : das wäre eine Sache die Du mit Vater und Sohn absprechen solltest, wenn Du wieder Kontakt hast. Ich weiß nicht was da in der Gegend zu finden ist an Lehrern und Kursen, aber vom Alter her kann der Sohn gut einsteigen in die Materie, er soll sich aussuchen womit er anfangen will, und Du finanzierst ihm das. Kann sein daß er auch mal wechseln will wenn er irgendwann merkt, ein Lehrer, Dojo oder die Ausrichtung der jeweiligen Kampfkunst liegt ihm nicht, er muß die Wahl haben, manche Kurse sind auf Opfer von Gewalttaten spezialisiert und nehmen den psychologischen Teil gleich mit damit sich die Schüler nicht selber zu Schlägern und Mobbern entwickeln, anderen geht es nur um den sportlichen Erfolg, und die "Chemie" im Kurs muß auch stimmen.
Das ist eine sehr gute Idee.
Den Trainer für Selbstverteidigung hatte ich zum Zeitpunkt als er noch bei mir war gefunden und angefragt nach Privatkunden, da mein sohn ja das Grundstück nicht mehr verlassen wollte. Auch war er psychologisch gut betreut. Bis eben fest stand das er zu seinem Vater zieht. Ab diesem Zeitpunkt verweigerte er komplett. Der Vater und die Partnerin meinen klar er brauche keine PsychoTante und mein Sohn teilt diese Meinung jetzt ebenfalls und dem Trainer musste ich ebenfalls absagen, da mein Sohn nicht mehr dazu bereit war. Denn er zieht ja weg.
Alles eben nicht so einfach
 
Dann soll der Vater halt am eigenen Wohnort nach einem geeigneten Trainer suchen, vielleicht ersetzt das die Psychotante. Sag ihnen gleich, Du zahlst die Stunden, und es soll kein Weichei-Trainer sein, sondern einer der aufs harte reale Leben vorbereitet.
 
Also es ist nicht so einfach, zum einen habe ich einen neuen Arbeitgeber bekommen, zum anderen hätte ich meine Beziehung aufgeben müssen. Und ein Haus verkauft sich auch nicht mal eben so.
Ich sag das jetzt ganz persönlich - als jemand, der selbst schon mal in einer Situation war, in der Sicherheit ein großes Thema war: Wenn ich als Kind oder Jugendliche so ein traumatisches Erlebnis gehabt hätte, und meine Mutter hätte mich lieber zu meiner Oma oder meinem Vater gegeben, anstatt mit mir umzuziehen, dann hätte ich mich ehrlich gesagt ziemlich abgeschoben gefühlt.

Nicht, weil ich nicht verstehen könnte, dass ein Haus, ein neuer Job oder eine Beziehung wichtig sind, sondern weil ich dann den Eindruck hätte, dass ich eben nicht so wichtig bin wie all das. Und mit so einem Gefühl lebt man nicht einfach weiter. Es bleibt. Es prägt das Verhältnis.

Ich will dir das nicht vorwerfen - du kennst deine Umstände besser als wir hier im Forum. Aber vielleicht hilft dir diese Perspektive ein Stück weit, besser zu verstehen, warum dein Sohn eventuell so auf Distanz geht.


Was aber trotz allem bleibt, ist die rechtliche Ebene: Du hast das alleinige Sorgerecht - und dein Ex-Partner darf nicht einfach bestimmen, wie kommuniziert wird oder was du zu wissen bekommst. Dass du jetzt offenbar außen vor gehalten wirst, obwohl du formal noch die Hauptverantwortung trägst, ist nicht in Ordnung - egal, wie angespannt das Verhältnis gerade ist. Da hast du auf jeden Fall das Recht, konsequenter Unterstützung einzufordern.
 
Ich sag das jetzt ganz persönlich - als jemand, der selbst schon mal in einer Situation war, in der Sicherheit ein großes Thema war: Wenn ich als Kind oder Jugendliche so ein traumatisches Erlebnis gehabt hätte, und meine Mutter hätte mich lieber zu meiner Oma oder meinem Vater gegeben, anstatt mit mir umzuziehen, dann hätte ich mich ehrlich gesagt ziemlich abgeschoben gefühlt.

Nicht, weil ich nicht verstehen könnte, dass ein Haus, ein neuer Job oder eine Beziehung wichtig sind, sondern weil ich dann den Eindruck hätte, dass ich eben nicht so wichtig bin wie all das. Und mit so einem Gefühl lebt man nicht einfach weiter. Es bleibt. Es prägt das Verhältnis.

Ich will dir das nicht vorwerfen - du kennst deine Umstände besser als wir hier im Forum. Aber vielleicht hilft dir diese Perspektive ein Stück weit, besser zu verstehen, warum dein Sohn eventuell so auf Distanz geht.


Was aber trotz allem bleibt, ist die rechtliche Ebene: Du hast das alleinige Sorgerecht - und dein Ex-Partner darf nicht einfach bestimmen, wie kommuniziert wird oder was du zu wissen bekommst. Dass du jetzt offenbar außen vor gehalten wirst, obwohl du formal noch die Hauptverantwortung trägst, ist nicht in Ordnung - egal, wie angespannt das Verhältnis gerade ist. Da hast du auf jeden Fall das Recht, konsequenter Unterstützung einzufordern.
Vielen dank #Blaumeise für den beeindruckenden Beitrag. Und ja du hast recht, ich kann hier nicht so detailliert alles aufschreiben, und vielleicht ist da etwas dran.
Aber die Idee zur Oma zu ziehen kam von meinem Sohn selbst, da sie ebenfalls ein sehr enges Verhältnis hatten. Die Betonung liegt auf hatten, denn seit dem Kontakt zum Vater ist auch der Kontakt zur Oma abgebrochen. Wenn es also wegen meiner wäre, wieso denn dann die gesamte Mütterliche Familie?
 

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