Hallo frozen heart,
erstmal vielen Dank, dass du so offen hier darüber schreibst und uns so einen tiefen Einblick gewährst. Egal ob anonym oder nicht, dieser Schritt verdient großen Respekt.
Über deine Erfolge freue ich mich sehr für dich. Vor allem auch über die Gespräche mit deiner Frau, denn das tut ja euch beiden gut. Ich habe mich mit diesem Thema auch schon viel auseinandergesetzt. Was mir bei deinen Aussagen ins Auge gefallen ist, war das Wort "bekämpfen". Dass Sex und Lust auch im Kopf anfängt ist klar. Egal um welches Kopfkino es sich handelt, Kopfkinos abstellen und die Angst, dass sie wieder kommen, kann man glaube ich nicht bekämpfen. Wenn ich an die Zeit des frisch verliebt und frisch verheiratet seins zurückdenke, wo Sex absolute und schönste Tagesordnung war, kann ich mich auch gut daran erinnern, dass es nicht nur eine emotionale Sache war, sondern ich mich auch gedanklich im Vorfeld darauf gefreut und eingestimmt habe, weil eben alles andere auch gestimmt hat. Hätte ich ein Verbot ausgesprochen bekommen, weil es sich z.B. nicht gehört so viel Sex zu haben und ich ernsthaft versucht hätte, das abzustellen, wäre ich kläglich daran gescheitert. Das weniger werden hat sich von alleine eingestellt (schade eigentlich🙂), weil sich andere Dinge eingestellt haben und den Vorrang in Kopf und Herz gewonnen haben. Egal ob das jetzt positiv oder negativ ist, es geht nur darum, dass etwas anderes den Vorrang hat im Kopf. Ich bekämpfe also nicht.
Unsere eigene Sexualität kann zu einer überaus komplizierten Sache werden. Ich würde dir auf jeden Fall einen Sexualtherapeuten ans Herz legen, da stark ausgeprägte Sexualität immer auch etwas mit unserer Psyche zu tun hat. D.h., wenn du deiner Psyche auf den Grund kommst, kommst du auch in den Genuss, dass du nicht versuchen musst, etwas zu bekämpfen - es stellt sich dann einfach auf ein gesundes Maß an Sexualität ein. Sex mit deiner Frau, Onanieren und auch Pornos schauen. Alles kann ein gesundes Maß haben.
Liebe Grüße
Truth