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Vom Hochbegabten zum Junkie

yeWest

Mitglied
Hallo Forum,

Erstmal kurz zu mir ich bin Sebastian 18 Jahre alt, süchtig und momentan arbeitslos. zurzeit bin ich in meinem Leben an einem punkt andem ich absolut nichts mehr weiß. Weder genau wer ich bin, was ich mal werden will, wie es mit mir weitergeht und was ich jetzt tun soll um da rauszukommen. Doch damit ihr versteht wie man überhaupt mit 18 an so einem Punkt angekommen sein kann, fange ich mal an zu erzählen.

Während meiner Schulzeit lief alles super, zumindest von den Noten her. Ich war ein guter Schüler, musste bis zur 10ten Klasse nie wirklich lernen und bekam trotzdem immer ohne große Anstrengung einen 2er Durschnitt hin.
Mit meinen Mitschülern lief es eher durchwachsen. Denn ich hatte schon immer einen sehr hohen IQ und deswegen etwas autistisch veranlagt.
Bis zur 10ten Klasse habe ich auch noch eher sehr abgegrenzt. Während andere in meinem Alter draußen abhingen, auf Partys waren oder halt einfach mal was unternommen haben. War ich eher der Stubenhocker dessen kleine Welt aus zocken, YouTube und Schule bestand.
Bis es zu dem Tag kam an dem mich ein Schulkollege zu sich nachhause eingeladen hat. An den Tag erinnere ich mich noch wie gestern. Wir saßen bei ihm in der Wohnung und haben gezockt. Irgendwann aber legte er den Controller weg und meinte zu mir so:"ey weißt du was komm mal mit in die Küche ich hab ne Überraschung für dich." Als wir dann in der Küche waren lagen 2 fertig gedrehte joints auf dem Küchentisch. Ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nichtmal das es sowas wie gras überhaupt gibt. Wie gesagt ich war ein ganz unschuldiger Junge, der jeden der Drogen nimmt als dummen Idioten abgestempelt hat. Am Anfang war ich sehr skeptisch von der Idee diese joints zu rauchen, alleine schon weil ich nicht mal wusste was da mit einem passiert geschweige denn wie man überhaupt raucht. Doch ich glaube nach einer guten Stunde in der er es mir alles schöngeredet hat habe ich mich doch dazu breitschlagen lassen mit ihm zu rauchen.
Ich weiß nichts genaues mehr von dem Rausch nur das dieses Gefühl mich so sehr überwältigt hat, das ich bereits direkt am nächsten Tag wusste:"das machst du wieder." Bei mir dauerte es auch nicht sehr lange bis aus diesem einmaligen probieren ein täglicher Konsum würde. Ich hatte nähmlich schon immer das Problem, das ich ein Mensch bin der viel zu viel nachdenkt und daher war ich immer verleitet generell eher alleine oder vor dem schlafengehen zu kiffen um einfach nur meinen Kopf auszuschalten oder halt besonders tiefgründige Gedanken zu haben.
Die folgenden Wochen und Monate waren sehr spaßig. Ich habe damit rumexperimentiert und habe an diese Zeit auch noch sehr viele schöne Erinnerungen. Doch dadurch das ich immer vorm schlafen gehen geraucht habe, baute sich bei mir ziemlich schnell eine sucht auf die ich am Anfang aber garnicht so wahrnahm, weil ich nichtmal wusste was das ist.
Mit der Zeit wurde dieses Gefühl was man hat wenn man anfängt zu kiffen immer schwächer und der Rausch wurde für mich immer Standartmäßiger und nicht mehr so besonders man war halt nicht mehr so richtig drauf wie am Anfang, sondern halt einfach nurnoch "breit" und als ich dann anfing zu arbeiten ging es richtig los.
Ich hatte mir einen Job ausgesucht bei den ich mir zu 1000% sicher war das, dass der Job sein wird den ich mein Lebenlang machen werde. Doch in der Ausbildung wurde mir dann das Gegenteil bewiesen und ich flog heftig auf die Nase. Ich kam nicht gut an und war auch wegen meinem Exessiven graskonsum morgens so müde, das ich mehrere Male auf der Arbeit eingeschlafen bin. Dadurch wurde natürlich auch meine Beziehung zum Ausbilder schlechter und irgendwann war ich der Meinung das alle gegen mich sind. Dadurch das ich mich so ausgeschlossen und alleine gefühlt habe und auch nicht mehr so genau wusste was ich von mir halten soll, habe ich immer Zeit natürlich noch mehr gekifft. Hinzu kam noch das ich in der Ausbildung angefangen habe zu rauchen und Alkohol zu trinken, aber nicht zu wenig. Für mich war das einfach nur eine weitere Methode für frustabbau und damit ich mich nicht mehr mir selber und den realen schlechten Gefühlen befassen musste.
In dieser Zeit war mein Konsum so hoch, das ich immer die Kontrolle verlor. Ich könnte erst aufhören zu kiffen wenn nichts mehr da war. Und die Entzugserscheinungen waren bei mir teilweise so heftig, das ich, wenn ich kein Zeug mehr hätte, wie ein craig junkie die grasreste auf meinem Tisch aufgesammelt habe in der Hoffnung davon high zu werden. Doch zum Jahreswechsel 2016-2017 erwischte mich meine Mutter bei einer sehr dummen Aktion und nahm mir für 1 Monat mein Handy weg.
Somit war ich für diesen Monat komplett abgetrennt von meinen Freunden und könnte auch keinen Kontakt zu meinem dealer herstellen. Doch der Monat Abstinenz brachte mir nichts außer mich noch schlimmer in die sucht zurück.
Nachdem ich dann meine Ausbildung nach 8 Monaten abgebrochen habe und mir zwischenzeitlich einen Platz an einer FOS gesichert hatte , ging es in den paar Monaten, wo ich auf den Schulbeginn wartete ziemlich ab.
Denn zu dieser Zeit hatte ich pro Woche nicht mal 50€ und wenn man dafür eigentlich jeden Tag nen 10er für gras braucht, dann noch ne neue kippenpackung jeden 2ten Tag und noch Papers, essen, trinken, Alkohol können Sie sich ja selber ausrechnen ob das hinkommt. Dadurch das ich so wenig Geld hatte habe ich in der Zeit auch viele abgewichste Aktionen gebracht um das zu finanzieren. z.B Freunde und Bekannte manipuliert, meine Mutter beklaut, Drogen verkauft, gestohlen und noch anderes. In diesen paar Monaten landete ich auch 2 mal auf dem Polizeirevier aber zum Glück wurden alle anzeigen fallengelassen. Mein Konsum war aber aufgrund des Geldmangel trotzdem eingeschränkt.
Dann als die schule losging und ich dank des jahrespraktikums wieder Geld zur Verfügung hatte wurde es wieder so schlimm, das ich an den punkt kam wo mir gras zu langweilig wurde. Ich wollte was anderes ausprobieren und fand durch Zufall auch genau das MDMA.
Mein erster Konsum von MDMA war genauso wie mein erstes mal gras.
Ich wusste nicht genau was es mit mir macht, wie viel ich nehmen soll und ob es einen abhängig machen kann.
Doch trotzdem habe ich es gemacht und es war aus heutiger Sicht ein großer Fehler.
Denn mir gefiehl natürlich auch das Gefühl was MDMA in mir hervorrief, völlig vernebelt im Kopf und nur auf der Suche nach einem guten Gefühl, nahm ich in einer Zeitspanne von 4 Monaten circa 10 Pillen. Und man sollte nach einer pille mindestens 3 bis 6 Monate Pause zu machen um davon keine Schäden zu tragen, das ich erst 17 war hat mich natürlich auch nicht interessiert.
Nach meiner letzten pille an Silvester 2017 schwor ich dem Zeug erstmal ab und sagte mir selber das ich es nie wieder nehmen werde.
Dann zu meinem 18 Geburtstag gab es in meinem Gehirn eine Wendung. Denn meine überwies mir einen ziemlich hohen Betrag auf mein Konto. Dies alles zusammen mit der Tatsache, das es mein 18ter war ließ mich sehr stark über mein Leben nachdenken und ich kam zu den Entschluss das es so nicjt mehr weitergeht. Und von einem auf den anderen Tag war es so als wäre ich nie süchtig gewesen. Ich hatte kaum entzugserscheinugnn und konnte abends, dank Nachhilfe durch Alkohol auch gut schlafen. Das ganze ging 1 Monat gut doch dann traf ich mich wiede mit einem alten kifferkollegen und nachdem ich ein paar Dosen getrunken hatte wurde ich wieder gierig ich überredete ihn mir etwas abzugeben, obwohl mir mein Gewissen die ganze Zeit sagte:"mach das nicht bitte." Doch schon gut angetrunken ignorierte ich das und zog am joint. Dieses Gefühl war für mich wieder wie fliegen und das nach nur einem Monat ohne gras. Diese Erfahrung hat gereicht um mich wieder eine Stufe zurückwarf. Denn am Tag danach konsumierte ich wieder so viel, das ich am darauffolgenden Tag wieder solche Entzugserscheinungen hatte und direkt wieder zum dealer lief anstatt das mal auszuhalten, das Spiel begann von vorne und diesmal noch schlimmer als davor.
Während ich draußen wieder alles gab um möglichst weggeballert zu sein, dementsprechend waren auch meine Leistungen in der Schule. Ich hatte fast ein halbes Jahr Fehlzeiten und bis zum Ende des Schuljahres nicht mal schulordner nur ein Block und 2 Stifte. Von nix kommt nix also flog ich am Ende des Jahres von der Schule, dabei hätte ich nur einen Punkt gebraucht um versetzt zu werden, war mir aber egal.
Danach bewarb ich mich direkt für eine neue Ausbildung und würde auch direkt angenommen. Also wieder das selbe Spiel wie letztes Jahr. Ich hatte noch 3 Monate Zeit bis die arbeit anfing und nix zu tun allerdings diesmal stand mir mehr als genug Geld zur Verfügung um mich mehr als nur einzudecken. Und dementsprechend sah auch mein Konsum aus. Neben Alkohol und gras nahm ich in den 3 Monaten auch wieder mindestens 5 Pillen MDMA und davon auch welche alleine, was man normal bei hätten drogen machen sollte und erst recht nicht mit MDMA. In der Zeit passierte aber auch mal mir zufälligerweise etwas gutes, ich lernte meine aktuelle Freundin kennen. Sie ist so ein herzensguter Mensch, das wusste ich direkt nach dem ersten mal als wir uns das erste mal gesehen haben. Sie war Kinder Zeit immer der Engel auf meiner Schulter der den Teufel in mir davon abhielt komplett durchzudrehen. Obwohl ich sie so oft belogen, verletzt, verarscht und sonstwo für gras stehen gelassen habe hielt sie immer zu mir und dafür bin ich sehr dankbar, weil ohne sie denke ich wäre ich schon lange auf der straße gelandet oder wer weiß wo. Gegen Ende 2018 erreichte das ganze dann seinen Höhepunkt. Ich verlor mal wieder meine Ausbildung durch Fehlzeiten, und wusste nicjt mehr weiter. Ich versuchte micj irgendwie von selber daraus zu lösen, indem ich mich von all meinen kifferkollegen distanzierte aber erfolglos. Die sucht steckt mittlerweile so tief in mir das ich trotzdem jeden Tag gekifft habe auch wenn ich alleine war. Und jetzt sind wir an dem Punkt angekommen wo die Geschichte angefangen hat.
Mittlerweile ist mir natürlich sehr bewusst was ich alles angerichtet habe.
Ich habe das Vertrauen zu meiner Mutter und meiner Freundin fast komplett zerstört, 2 Ausbildungen verloren und 1 Schule abgebrochen. Mehrere langjährige Freundschaften sind zerbrochen und ich habe bereits nach nichtmal 9 Monaten alles Geld meiner Oma ausgegeben. Allerdings bin ich immernoch so gespalten. Auf der einen Seite weiß ich das es so nicjt weitergehen kann und die vergangenen Jahre müssten mir auch zeigen, das ich es eben nicjt kontrollieren kann. Auf der anderen Seite bin ich halt ein sehr nachdenklicher Typ und gehe eigentlich jeden Abend wenn ich versuche nüchtern zu schlagen meine komplette Lebensgeschichte 10mal durch und komme immer mehr in schlechte Gedankengänge und letztendlich nie zur Ruhe.
Ich weiß einfach nicht mehr wie ich es aus dem Teufelskreis heraus schaffen soll, auf kurze Sicht würde ich das bestimmt schaffen aber momentan bei meiner aussichtslosen Lage sehe ich da keine längerfistige erfolgschance.
Meine bitte jetzt an das Forum. Hat jemand Erfahrungen damit oder eine ähnliche Situation durchmachen müssen wenn ja freue ich mich über jeden Beitrag.

LG
 

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Schroti

Sehr aktives Mitglied
Hi,
du schreibst viel, jedoch gibt es da einige Auslassungen, die mich interessieren: Wie verlief der Sprung von "eben noch 10.Klasse" und dann plötzlich "dann auf Arbeit"? Wenn du "hochbegabt" bist, warum hast du kein Abitur gemacht?
Wer hat dir eine Hochbegabung diagnostiziert? Das kann nur ein Psychiater, nicht das Internet oder Kumpels oder Mütter.
Wie auch immer - du bist jung und musst eine Entscheidung treffen. Wenn dein Drogen-und Alkoholkonsum dir das Leben zerschießt, mach einen Entzug. Seelisch und körperlich. Erst DANN kannst du dich erneut einer Ausbildung widmen.
Ich finde, dass die Frauen in deinem Leben viel zu sanft und passiv mit dir umgingen: Mutter lieb und guckt zu, Freundin macht keinen Druck, Omi vererbt Geld, welches du sofort verfeuerst.
Dir geht es zu gut, so blöd das klingt.
Jetzt hast du noch den touch des jungen Rebellen, mit 18 ist man niedlich. in 8-10 jahren bist du ein gezeichneter Süchtiger mit schlechten Zähnen und ohne Bleibe. Außer, Mutti finanziert dich weiter.
Wie willst du leben?
Man müsste dir ein Ultimatum stellen und einen sehr engen Rahmen anlegen, da du aktuell nicht in der Lage zu sein scheinst, dein Leben in den Griff zu bekommen.
Aber du bist 18. Du darfst dich weiterhin zudröhnen. Du darfst permanent versagen, in Schule oder Ausbildung oder Arbeit. Die Frage ist, wie deine Umwelt damit umgeht. Ich verstehe deine Mutter nicht. Hast du einen Vater? Irgendjemanden, der Druck ausüben und dir eine Richtung aufzeigen könnte?
Du schreibst, dass du keine Therapie willst.
Verstehe ich nicht. Was ist so schlecht an Therapeuten? Du verplemperst deine Zeit mit Menschen, die ihren verstand wegdröhnen. da kannst du doch auch mal mit einem Psychologen sprechen. Wo ist das Problem?
Du kannst natürlich auch weiterhin bei Mutti wohnen, dich finanzieren lassen und einen auf cool machen. Aber wie gesagt: wo siehst du dich in 10 Jahren?
Also: Erst Drogenberatung. Dann neue Ausbildung. Diese UNBEDINGT beenden. Kontaktabbruch zu allen Drogenkumpeln.
Es liegt bei dir.
 

momo_lonely

Mitglied
Hallo Sebastian,

ich habe zwar nicht die selbe Situation wie du erlebt, aber ein ehemaliger Freund von mir und ich selbst habe ganz knapp die Kurve bekommen.

Erst einmal möchte ich sagen, dass du schon viel weiter bist, als du vielleicht denkst. Denn du weißt, was dein Problem ist und wodurch es verursacht wurde. Und das ist der erste und wichtigste Schritt zur Besserung!

Wie mein Vorposter kann ich dir auch nur einen Entzug raten, damit du wieder langfristig in dein Leben zurückfindest. Und zwar in einer Klinik.

Vielleicht denkst du jetzt "Aber es ist ja nur MDMA und Gras?", aber das ist völlig egal. Jede Abhängigkeit verursacht Leiden und Beeinträchtigungen, egal ob es nun Heroin, Alkohol, Gras oder Videospiele sind. Lass dir da auch bitte nichts von anderen einreden. Ich bin auch kein Drogengegner, ich konsumiere selbst ein paar mal im Jahr; aber wenn man die Veranlagerung dazu hat und psychische Probleme, dann ist jede Droge potentiell gefährlich und kann Probleme verursachen (ja, sogar Nikotin). Du bist da auf keinen Fall alleine.

Eine Klinik rate ich dir deshalb, weil du Abstand gewinnst, über dein Leben nachdenken kannst und immer Menschen um dir hast, welche dir helfen können, wenn es schwierig wird. Es gibt zwar auch ambulante Therapien, aber für sowas muss man echt eine immense Selbstdisziplin haben und sehr ehrlich mit sich sein. Aber das ist kaum zu schaffen, dafür muss man sich auch nicht schämen. Zumal viele ambulante Therapeuten sowieso einen stationären Entzug voraussetzen, da man mit einem "vernebelten" Kopf keine vernünftige Therapie machen kann und an sich arbeiten kann.
Was schon gesagt wurde ist, dass den Kontakt zu deinen Drogenfreunden echt entgültig abbrechen musst. Denn durch die wirst du immer wieder in den Teufelskreis hineinkommen, egal wie viele Therapien und Entzüge du machst. Und dafür ist eine Klinik mehr oder weniger der einzige Weg, da du wirklich Distanz bekommst. Du musst dein Leben neu gestalten, neue Freunde finden, eine neue Perspektive.

Mein ehemaliger Freund war von den selben Substanzen abhängig. Bei ihm hat die Geschichte allerdings schon mit 13 Jahren angefangen, somit hat er weitaus weniger in seinem Leben geschafft als du. Am Anfang sagte er auch, er würde nie in eine Klinik gehen und würde das schon alles schaffen. Nach 3 Jahren ambulanter Therapie war aber alles wie vorher, da er eben ohne Kontrolle von außen nicht mit dem Konsum aufhören konnte.Es war eben auch sein ganzes Leben, er beschäftigte sich den ganzen Tag mit Drogen und deren Wirkung, auch auf einer spirituellen Ebene und mit Growing. Es wurde immer schlimmer, er ging nicht mehr raus, duschte nicht mehr, zog einen Monat dieselben Klamotten an. Ich sagte ihm, dass ich das so nicht mehr aushalten kann und er war total fertig, weil er überhaupt nicht merkte, was mit ihm los war. Er hielt sich für total normal und meinte, er hätte kein Problem. Dann ging er nach Drängen von seiner Therapeutin aber doch in eine Klinik und wir hatten ein Jahr keinen Kontakt mehr. Als ich ihn dann wiedersah, war ich extrem überrascht. Er war ein ganz anderer Mensch, er redete ganz anders, er wirkte viel intelligenter und bekam sein Leben sehr gut auf die Reihe und hatte einen gutbezahlten Job und eine Partnerin. Da war selbst ich schon ein wenig neidisch. Er hat mir erzählt, dass es ziemlich hart war am Anfang und er auch sehr unschöne Dinge mitbekommen hat (z.B. Mitpatienten, die gestorben sind), aber das hat ihm auch Kraft gegeben. Es war auch schwierig für ihn, neue Interessen zu finden, da er eben ziemlich verbunden mit den Drogen war, aber er hat Sport für sich entdeckt und ist damit glücklich. Mittlerweile schafft er es,wirklich nur einmal im Jahr an seinem Geburtstag zu kiffen, ohne wieder in alte Muster zu verfallen.

Was du dir bewusst machen musst ist, dass du einen riesigen Vorteil gegenüber vielen anderen Suchtkranken hast. Du bist nämlich intelligent, reflektiert und kennst dein Problem! Viele haben diese Ressourcen eben nicht und diese werden dann auch meistens rückfällig, gelangen nie aus dem Teufelskreis und können nicht mehr alleine für sich sorgen. Du hast aber das Potential das zu schaffen! Mach etwas draus und verschwende das nicht.

Ich hoffe, das regt dich zum Nachdenken an. Ich wünsche dir auf jeden Fall alles gute und hoffe, dass du deinen Weg findest.

LG momo
 

pecky-sue

Aktives Mitglied
Hallo yeWest,
Rufe Montag bei der Suchberatung an, bitte um Einzelgespräche. Die haben Methoden entwickelt wie man damit umgehen kann, als Süchtiger.
Vorraussetzung ist natürlich der unbeugsame ganzherzige Wille aufhören zu wollen.

Du kannst dir eine Stopsperre in deinen Gedanken errichten. das braucht natürlich seine Zeit. Und gute Gespräche.

Hättest du schon längst machen sollen.
Also jetzt bist du 18 Erwachsen, mache dir bewußt das es im Leben Grenzen gibt, das ist so und das ist gut so.
Die Grenzenlosigkeit der Kindheit ist verflogen eigentlich schon viel länger, aber es wird dir jetzt erst bewußt. Nutze diese erwachsene Bewußtsein.
Ohne Suchttherapeuten wirst du den Übergang nicht so gezielt schaffen. Es gibt viel aufzuarbeiten.
Und es gibt noch viel zu verlieren.

Du kannst jeden Tag zu deinen Besten Tag werden lassen, wenn du bei klaren Verstand bleist und authentisch und echt.


Ruf morgen in der Suchtberatung an!
 
D

Deliverance

Gast
Oh je, ich glaube auch, dass es dir einfach zu gut ging. Das habe ich schon öfter im Freundeskreis gesehen- ausgerechnet die Jugendlichen, die im Leben immer alles hatten, runieren sich ihr Leben mit Drogen.
Völlig paradox für mich, ich komme aus einem Klientel, wo man sich abschießt, um mit vergangenen und aktuellen Belastungen umgehen zu können....ich verstehe bis heute nicht, warum man aus bloßer Langeweile konsumiert. Na ja.

Einen Riesen Schritt hast du gemacht - du hast eingesehen, dass das Problem im Drogenkonsum liegt.
Das wirkt auf dich vermutlich nicht besonders beeindruckend, ist es aber!

Jetzt kommt die nächste Frage - was kann dir jetzt helfen?
Den Tipp mit der Suchtberatung finde ich Super! Ja, es kostet viel Mut und Überwindung, anderen seine Probleme zu gestehen und um Hilfe zu bitten.
Du kannst auch in der örtlichen Psychatrie Anfragen, ob du Erst mal stationär aufgenommen werden kannst- dann kann geschaut werden, was für ein Ausmaß deine Problematik hat und welche Maßnahmen geeignet sind.

Angst vor strafrechtlichen Konsequenzen musst du übrigens nicht haben- wäre ja kontraproduktiv, jeden Konsumenten einzubuchten, weil dieser den Konsum von illegalen Substanzen gesteht.

Es wird heftig werden und Rückschläge gehören dazu, dass kann ich dir jetzt schob sagen. Liebgewonnene Gewohnheiten aufzugeben kostet Zeit und Energie.
Hinzu kommt noch das tolle Konzept der "Suchtverlagerung ".
Meine Mutter hat, als sie einen Entzug gemacht hat, mehrere Schachteln Zigaretten am Tag verqualmt, weil sie einfach nie gelernt hat, ihre Zeit anders zu verbringen, als besoffen vor dem Fernseher zu sitzen.
Schau also parallel noch nach einer sinnvollen Beschäftigung, Sport hilft immer.

Du bist gerade mal 18 und kannst noch viel reissen- in ein paar Jahren kann es dafür schon zu spät sein.
DU kannst ganz viel tun - bleib am Ball und viel Erfolg!
 

yeWest

Mitglied
Hallo,

erstmal eine will ich mich entschuldigen das meine Antwort so lange auf sich warten lassen hat, ich konnte mich jetzt eine Woche nicht einloggen :confused:. Ich bedanke mich für die Antworten und vielen guten Ratschläge hätte nicht gedacht das mir so viele Leute schreiben.
Diese Nachricht schreibe ich nur als Entschuldigung und hoffe, dass ihr das Thema nicht schon längst vergessen habt.
Ich werde auf jede Nachricht nochmal einzeln Antworten.

LG :p
 

yeWest

Mitglied
du schreibst viel, jedoch gibt es da einige Auslassungen, die mich interessieren: Wie verlief der Sprung von "eben noch 10.Klasse" und dann plötzlich "dann auf Arbeit"? Wenn du "hochbegabt" bist, warum hast du kein Abitur gemacht?
Wer hat dir eine Hochbegabung diagnostiziert? Das kann nur ein Psychiater, nicht das Internet oder Kumpels oder Mütter.

Erstmal danke für deine detaillierte Antwort, die Fragen werde ich dir natürlich beantworten. Meine Hochbegabung wurde mir im Alter von 6 Jahren zufälligerweise bei einem IQ Test für die Schule festgestellt. Damals sagte mir der Psychologe das ich ca 137 IQ Punkte habe, nach dem ganzen gekiffe wahrscheinlich nicht mehr hahaha.
Der Sprung von der Schule zur Arbeit kam für mich einfach noch zu früh. Ich war noch nicht reif genug um den ständigen Leistungsdruck und Konkurenzkampf, der in der Ausbildung herrschte standzuhalten. Und zwischen Schulende und Ausbildung lagen nichtmal 3 Wochen, die ich natürlich auch nicht damit verbracht habe mich auf die Arbeit vorzubereiten sondern nur damit mich abzuschießen.
Das die Frauen in meinem Leben zu gutmütig mit mir waren sehe ich ein, außer das mit meiner Oma. Da sie das gelt schon für mich zurückgelegt hatte als ich noch nichtmal laufen konnte.
Meine Mutter hat einfach ein zu großes Herz, sie ist ein so guter Mensch der einen niemals aufgibt, verurteilt oder fallen lassen würde. Das weiß ich natürlich auch und habe sie in der Zeit ziemlich oft belogen und verarscht, weil ich natürlich auch unterbewusst wusste, das mir auch bei einer größeren Dummheit wahrscheinlich eher weniger passiert.
Mein Vater hat nix in meinem Leben zu melden und außerdem ist er sowieso ein großer Feigling der mich nie anschreien oder mir eine Ansage machen würde.
Ich danke dir dafür, dass du dir soviel Zeit genommen hast meinen ganzen Text durchzulesen und drauf zu antworten.

LG :)
 

yeWest

Mitglied
Hey erstmal vielen dank für diese sehr persönliche Antwort. Freut mich für deinen Freund das er es daraus geschafft hat und ich hoffe er bleibt weiter stark und kommt nie wieder dahin zurück wo er war.

Die Situation deines Freundes erinnert mich an einen meiner früheren, mittlerweile inhaftierten Drogenkumpel aber das wäre jetzt Zuviel zum schreiben. Die Sache mit der Klinik hatte ich mir auch schon überlegt. Doch obwohl es unglaubwürdig klingt, denke ich das ich das ganze auch schaffen kann indem ich mich einfach 2 Wochen zuhause einsperre. Denn vor ca.1/1 2 Jahren war ich mal für einen Zeitraum von ca.1 Monat komplett clean. Und das krasse dabei war ich habe es komplett für mich alleine entschieden ohne das irgendetwas einschneidendes oder so passiert wäre. In diesem 1 Monat hatte ich garkein Verlangen nach Gras, ich entwickelte sogar eine kurzzeitige Abneigung gegen Aussehen und Geruch von Gras. Es war einfach so als wäre ich nie süchtig gewesen. Doch als ich mich dann mal wieder mit einem alten Kollegen zum saufen verabredet habe, bekam ich durch den Alkoholrausch wieder Lust zu Kiffen. Obwohl ich meinem Kollegen gesagt hatte er solle mich davon abhalten wenn ich versuche ihn umzustimmen, was er natürlich nicht gemacht hat. Und nachdem ich mit ihm diesen Joint geraucht hatte war es wieder um mich geschehen. Es war wie fliegen, wie damals am Anfang wo ich angefangen habe zu kiffen. Das Gefühl war zu gut und ich wollte es natürlich am nächsten Tag wieder und so kam ich wieder in den Teufelskreis, diesmal schlimmer als davor.
Das ich mich von meinen Kifferkollegen trennen muss ist mir leider bewusst, trotzdem ist es für mich das größte Problem. Klar gibt es einige Kollegen bei denen ich von Anfang an wusste, das basiert nur auf Drogen. Doch unter diesen "Zweckfreunden" habe ich auch ein paar richtige Brüder gefunden, die ich nicht verlieren will. Denn die meisten von denen haben zusammen mit mir angefangen und sind genauso wie ich süchtig geworden aber jeder geht damit auf seine eigene Art und Weise um. Und och weiß nicht ob ich das schaffen würde Leute hängen zu lassen die mir schon so oft aus der Scheiße geholfen haben wenn es mir dreckig ging oder ich auf Krise war und mich zu sehr abgewichsten Zeiten trotzdem noch ertragen konnten und immer hinter mir standen. Ich weiß aber einfach nicht was ich da machen soll, denn selbst wenn ich aufhöre weiß ich das sie weitermachen werden, da bin ich etwas ratlos.

LG
 

yeWest

Mitglied
Hallo yeWest,

Hey,

also das mit der Suchtberatung ist eine gute Idee. Doch ich bin mir damit unsicher, weil ich schon bei 2 Drogenberatungsstellen war jedoch ohne Erfolg. Allerdings waren die beiden Stellen auch sehr unpersönlich und eher allgemein gehalten, also alles was die da gesagt haben konnte man sich in nichmtal 1 Minute selber im Internet durchlesen. Deswegen müsste ich in eine spezifischere Beratung oder Einrichtung, jedoch weiß ich nicht genau wie man sowas findet. :confused:
Leider war ich bis vor kurzem noch mit dieser scheiß egal Haltung unterwegs und das Bewusstsein kam leider viel zu spät....

Danke für deine aufbauenden Worte, ich habe in den letzten Jahren durch die Sucht viel gelogen und betrogen. Jedoch kann ich trotzdem sagen das ich im Bezug auf meine mich immer gerade geblieben bin und mich trotzdem für niemanden verändert habe.
Deswegen immer stabil bleiben egal was kommt. :p
 

momo_lonely

Mitglied
Hey erstmal vielen dank für diese sehr persönliche Antwort. Freut mich für deinen Freund das er es daraus geschafft hat und ich hoffe er bleibt weiter stark und kommt nie wieder dahin zurück wo er war.

Die Situation deines Freundes erinnert mich an einen meiner früheren, mittlerweile inhaftierten Drogenkumpel aber das wäre jetzt Zuviel zum schreiben. Die Sache mit der Klinik hatte ich mir auch schon überlegt. Doch obwohl es unglaubwürdig klingt, denke ich das ich das ganze auch schaffen kann indem ich mich einfach 2 Wochen zuhause einsperre. Denn vor ca.1/1 2 Jahren war ich mal für einen Zeitraum von ca.1 Monat komplett clean. Und das krasse dabei war ich habe es komplett für mich alleine entschieden ohne das irgendetwas einschneidendes oder so passiert wäre. In diesem 1 Monat hatte ich garkein Verlangen nach Gras, ich entwickelte sogar eine kurzzeitige Abneigung gegen Aussehen und Geruch von Gras. Es war einfach so als wäre ich nie süchtig gewesen. Doch als ich mich dann mal wieder mit einem alten Kollegen zum saufen verabredet habe, bekam ich durch den Alkoholrausch wieder Lust zu Kiffen. Obwohl ich meinem Kollegen gesagt hatte er solle mich davon abhalten wenn ich versuche ihn umzustimmen, was er natürlich nicht gemacht hat. Und nachdem ich mit ihm diesen Joint geraucht hatte war es wieder um mich geschehen. Es war wie fliegen, wie damals am Anfang wo ich angefangen habe zu kiffen. Das Gefühl war zu gut und ich wollte es natürlich am nächsten Tag wieder und so kam ich wieder in den Teufelskreis, diesmal schlimmer als davor.
Das ich mich von meinen Kifferkollegen trennen muss ist mir leider bewusst, trotzdem ist es für mich das größte Problem. Klar gibt es einige Kollegen bei denen ich von Anfang an wusste, das basiert nur auf Drogen. Doch unter diesen "Zweckfreunden" habe ich auch ein paar richtige Brüder gefunden, die ich nicht verlieren will. Denn die meisten von denen haben zusammen mit mir angefangen und sind genauso wie ich süchtig geworden aber jeder geht damit auf seine eigene Art und Weise um. Und och weiß nicht ob ich das schaffen würde Leute hängen zu lassen die mir schon so oft aus der Scheiße geholfen haben wenn es mir dreckig ging oder ich auf Krise war und mich zu sehr abgewichsten Zeiten trotzdem noch ertragen konnten und immer hinter mir standen. Ich weiß aber einfach nicht was ich da machen soll, denn selbst wenn ich aufhöre weiß ich das sie weitermachen werden, da bin ich etwas ratlos.

LG

Du kannst es natürlich auf eigene Faust versuchen und ich glaube dir auch, dass du das schaffen könntest. Nur da gibt es ein Problem: Clean sein ist das eine - aber es ist nur die Spitze des Eisbergs! Da steckt ja noch viel mehr dahinter. Niemand wird abhängig, weil er einfach so Lust drauf hatte. Und niemand gerät auch ohne Grund immer wieder in den Teufelskreis zurück. Du brauchst wirklich professionelle Hilfe, damit du die Probleme nicht nur oberflächlich bekämpfst und Unterstützung für eine Rückfallprophylaxe bekommst. Ohne Unterstützung von Außen ist das nicht zu schaffen, du wirst dabei immer weiter etwas mit dir rumschleppen, was dich immer wieder in die Sucht zurückziehen wird.

Falls du dich für diese Variante entscheidest, solltest du dir auf jeden Fall einen amublanten Psychotherapeuten suchen. Denn du musst dich irgendwann so oder so mit deiner Geschichte und deinen Problemen auseinandersetzen, unabhängig davon, ob du in eine Klinik gehst oder nicht. Glaub mir, ich dachte auch immer, ich schaffe das alles alleine. Ich dachte mir, mit meinen Fähigkeiten, meinen Kenntnissen und Erfahrungen brauche ich keine Hilfe. Aber es kommt immer der Zeitpunkt, an dem man realisiert, dass man sich nicht immer alleine helfen kann, denn man braucht eben auch jemand von Außen, der einen anderen Blickwinkel bieten kann.

Aber genau weil du dich nicht von deinen Kollegen trennen kannst, ist die Klinik wirklich eine Überlegung wert. Ich kann verstehen, dass du niemanden alleine lassen willst und das ist auch wirklich lobenswert und loyal. Aber du musst auch lernen, dass du an erster Stelle in deinem Leben stehst, dass du erst einmal für dich sorgen musst! Denn am Ende ist jeder Mensch für sich selbst verantwortlich. Und da musst du dich einfach von diesen Menschen distanzieren, egal wie sehr sie dir geholfen haben. Ja, es war gut, dass sie für dich da waren und sie hatten auch einen angemessenen Platz in deinem Leben. Aber wenn du von der Sucht loskommen willst, musst du einen neuen Lebensabschnitt beginnen und in deine Kollegen können keinen Teil in diesem Abschnitt von deinem Leben sein.

Ich weiß wie schwierig das ist, vorallem wenn du einer großen Bewegung oder Szene angehörst und eine zweite Familie gefunden hast. Mit dem Konsum ist auch immer ein gewisser Lebensstil verbunden. Aber du musst eine Entscheidung treffen: Entweder du lässt es hinter dir und kannst wieder dein "altes" Leben führen, oder du bleibst da, aber wirst nicht mehr aus dem Teufelskreis hinausgelangen. Einen Kompromiss gibt es nicht, du musst dich für einen Weg entscheiden.

Noch zum Thema mit der Suchtberatung: Was haben die dir denn da genau erzählt? Haben sie dich auf weitere Einrichtungen verwiesen?
Alle Beratungsstellen haben ein unterschiedliches Konzept und man findet nicht immer sofort das, was passend ist. Aber gib nicht auf und versuch es noch einmal woanders. Wenn du bei einer Einrichtung eines kirchlichen Trägers (Caritas, Diakonie) warst, versuch es vielleicht mal woanders (oder umgekehrt). Eigentlich sind diese Beratungen nämlich sehr "spezifisch" und persönlich, man sollte zumindest beraten werden, an wen man sich wenden kann und was man in seinem Fall am besten tun kann.

LG momo
 

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