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Vom Chef ausgemustert?

Vicberreton

Mitglied
Folgende Situation: Wir sind eine Abteilung (etwa 6 plus Chef) davon 3 Sekretärinnen (darunter ich), eine Assistentin und eine Azubine.

Der Chef weigert sich konstant, mich richtig einzuarbeiten. Die andere Kollegin (nennen wir sie A) ist ein halbes Jahr nach mir gekommen und ist mir schon haushoch überlegen was die Kenntnisse angeht. Ich bin fast 2 Jahr da und habe vorher ein jahr als Büroaushilfe gearbeitet, davor studiert.

Der Chef hat auch zugegeben, dass er mich nach der Probezeit fast rausgeworfen hätte, weil ich die Erwartungen nicht erfüllt hätte (obwohl ich wahrheitshemäß über das eine Jahr Auskunft gegeben hatte) und hat mich aber schliesslich behalten, die Probezeit wurde noch um 3 Monate verlängert und dann aufgehoben. Anstatt mich weiter einzuarbeiten, bekam ich erstmal alles weggenommen und durfte "nur" tippen. Ich wollte immer mehr lernen und obwohl der Chef sagte "man müsse mir ja gottseidank alles nur einmal sagen" bekam ich kaum mehr. Irgendwann hab ich aufgehört zu fragen.

Mittlerweile haben einige gekündigt und aufgrund der Situation wäre es nötig, dass man mir beibringt, mehr Aufgaben zu erfüllen. Aber nichts. Auch die andere Kollegin hat schon gefragt wegen mir, aber nichts. Er schmeisst mich aber auch nicht raus.

Vor ein paar Tagen kam mal wieder die Sprache auf ein bestimmtes Aufgabengebiet X zu sprechen und es kam auch zur Sprache, dass ich gar ncihts davon weiss, sprich, wenn Kollegin A krank ist, kann das niemand mehr ausser der Assistentin, die auch krank ist momentan...

Letzte Woche haben wir eine neue Kollegin bekommen, noch recht jung, gerade aus der Ausbildung in einem verwandten Gebiet, aber nicht genau dem Gebiet in dem wir arbeiten.

Als Kollegin A eine Aufgabe aus besagtem Gebiet X bearbeiten sollte, hat sie Chef gefragt, ob sie das nicht noch jemandem zeigen soll und er sagte, sie solle es der Neuen zeigen und mir nicht. Und sie solle ja auch noch andere Sachen lernen, und zwar genau die die er sich weigert, mit zu zeigen. Und dann hat er noch gesagt, die Neue sei ja zu schade zum Tippen und sollte mehr lernen etc.

Nicht dass ich jetzt einen Hass auf die Neue hätte, aber ich fühle mich wie ausgemustert. Ich bin müde und habe keine Lust mehr, bin erschöpft. Als ich von der Uni kam war ich ja froh überhaupt noch einen Job zu finden und war voller Energie, fleißig und schnell und konzentriert. Mittlerweile fallen mir selbst die einfachen Aufgaben schwer (einfach sind die ja eingentlich alle). Selbst meine Hobbies machen keinen Spaß mehr, einfache Konzentration, Denken und Bücherlesen fallen mir schwer, mein sonst sehr gutes Gedächtnis ist schlecht geworden....

Wie beurteilt ihr die Situation? Kündigen? Warten bis er es tut?
 
Hallo Vicberreton,

es tut mir sehr leid für Dich, dass Dein Job so schwierig ist ...

Was ist denn zwischen Euch vorgefallen, dass er zu Dir so abweisend ist? Wie wärs wenn Du mal ein Mitarbeitergespräch zwischen ihm und Dir forderst und ihn offen auf die ganze Sache ansprichst? So wie Du beschreibst hast Du ja auch offenbar nicht wirklich was zu verlieren ...
 
Als Außenstehende wirkt das wie ein mieses Spiel, was der Chef mit dir spielt, es gibt ja keinen objektiven Grund, dass er Dich nicht anlernt.
Er macht sich möglicherweise einen Scherz draus.
Ich würde mir was anderes suchen (Ich weiß ist nicht einfach)
 
Da muss ich den beiden Recht geben.
Zuerst solltest du deinen Chef um ein klerendes Gespräch bitten und wenn das nichts bringt solltest du dir wirklich was neues suchen ansonnsten wirst du auf kurtz oder lang in der Firma untergehen.
 
Wir haben ihn ja schon öfters drauf angesprochen und er blockt ohne Grund ab. Und an "einen Scherz" hab ich auch schon öfters gedacht..aber was bringt ihm das? Er ist doch sowieso überlegen, als Chef, und könnte vom Alter her mein Vater sein.
 
Wir haben ihn ja schon öfters drauf angesprochen und er blockt ohne Grund ab. Und an "einen Scherz" hab ich auch schon öfters gedacht..aber was bringt ihm das? Er ist doch sowieso überlegen, als Chef, und könnte vom Alter her mein Vater sein.

Nein nicht IHR DU solltest mal alleine ein Gespräch mit ihm führen, das muss doch möglich sein ...
 
Du machst Dich schon ganz schön klein. Dein Chef scheint Dich zu mobben und das was Du über Dich selbst schreibst klingt nach allen Warnzeichen auf dem Weg zu einer Depression (Konzentrationsschwäche, einfache Aufgaben fallen schwer, etc).

1) Hat es ein sachliches und inhaltliches Kritikgespräch gegeben in dem Dir Dein Chef konkret Deine vermeintlichen Fehler und Schwächen genannt hat und auch, wie er sich das eigentlich vorgestellt hatte?

2) Hat Dein Chef mit Dir vereinbart, was die nächsten Ziele sind und was er weiter von Dir erwartet?

Falls ja, sollte es über das Gespräch ein Protokoll geben, das Du unterzeichnet hast. War das so?

Wie dem auch sei: Du hast studiert, Du kannst arbeiten und offenbar hast Du gerade ein Anerkennungsdefizit und Dein Chef ist nicht gerade eine gute und begabte Führungskraft.

Was tun?

Mein Vorschlag: such Dir jemanden, mit dem Du reden kannst, am Besten einen Therapeuten. Mit dem kannst Du die niederdrückenden Erlebnisse zumindest erstmal verarbeiten und nochmal durchsprechen, etc. Manchmal hilft eine neutrale Beleuchtung schon dabei, Lösungswege zu finden.

Gibt es in Deinem Betrieb einen Betriebsrat? Falls ja, wende Dich an den und besprich erstmal unverbindlich die Situation. Vielleicht haben die schon Vorschläge für Dich, wie Du mit sowas umgehen kannst. Mach Dir auch genaue Notizen, wann was passiert ist. Sollte es zu einem internen Gespräch oder vielleicht irgendwann zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen sind diese Notizen sehr hilfreich.

Wie lautet denn Deine Stellenbezeichnung und was steht in der Beschreibung, sofern Ihr sowas habt? Deckt sich das mit Deinen momentanen Aufgaben?

Such vor allem, wenn Du Dich dem gewachsen fühlst auch das Gespräch mit Deinem Chef. Bitte ihn mal um ein Feedback zu Deiner Leistung (notier Dir vorher, was Du gut gemacht hast oder vielleicht gabs ja doch mal irgendwann ein Lob?).

Sorg vor allem bei jeder möglichen Gelegenheit dafür, dass Du in anderen Bereichen Deines Lebens Bestätigung und Anerkennung bekommst und es Dir gut geht.

Ich wünsch Dir viel Glück.
 
Danke Ikewa für deine ausführliche Antwort.

Zu Punkt 1: So ein Gespräch gab es, allerdings zum Ende meiner Probezeit, und da hat er gesagt, ich sei chaotisch, nicht sehr versiert in Büroarbeit und dass er sich mehr "Output" wünschen würde. Dann hat er später die verlängerte Probezeit aufgehoben und hat sich auch positiv geäußert.

2) Hier lautet die Antwort nein.

Das Komische ist, dass er in letzter Zeit immer superfreundlich ist im Gegensatz zu früher wo er mich wegen jedem Mist angefaucht hat. Aber trotzdem gibt es keinen Fortschritt.

Es gibt keinen Betriebsrat, aber einen Personalchef, der auch über die Probleme mit diesem Chef gut informiert ist.

Das mit dem Therapeuten wäre eigentlich mal fällig, zumal ich auch in anderen Bereichen Probleme habe und sich meine Minderleistungen mittlerweile auch auf meine Freizeit übertragen haben. Ich weiss leider bsiher nciht, wie man da drankommen könnte.
 
Hallo Vicberreton,

mach Dir nicht so viele Gedanken, was die Stimmungsschwankungen Deines Chefs zu bedeuten haben - da kommste eh nicht drauf 😀

Dass Du Dir Hilfe holen willst in Form eines Therapeuten halte ich für eine sehr gute Idee. Sieh die Dinge, die Du zur Zeit nicht schaffst einfach als Symptom und Signal dafür, dass es Dir nicht gut geht und auf keinen Fall als persönliches Versagen oder Ähnliches.

Um an einen Therapeuten zu kommen gibt es mehrere Wege. Einer wäre, bei Deiner Krankenkasse anzufragen ob sie Dir eine Liste zusenden können mit Therapeuten aus Deiner Region.

Eine andere Möglichkeit ist, auf dieser Seite nach der Landespsychologenkammer für Dein Bundesland zu schauen. Die meisten dieser Kammern bieten für Patienten Suchfunktionen zur Therapeutensuche. KBV - Linksammlung - Psychotherapeutenkammern

Außerdem kannst Du auch mit Deinem Hausarzt darüber sprechen, der vielleicht sogar einen Tipp für Dich hat, was den Therapeuten angeht.

Das sind Möglichkeiten, an Adressen zu kommen.

Nun hast Du eine kleine Geduldsprobe vor Dir: telefonieren, telefonieren 🙂 Die beste Zeit, einen Therapeuten zu erreichen ist tagsüber, die meisten sogar bis ca. 19-20 Uhr Abends und zwar immer von 10 vor bis zur vollen Stunde. Also 10:50 -11:00 Uhr, 11:50-12 etc. Das hat damit zu tun, dass eine Therapeutenstunde ca. 45 Minuten hat und immer zur vollen Stunde anfängt. Wenn Du also zu anderen Zeiten anrufst, ist der Therapeut sehr wahrscheinlich in einer Sitzung.

Wenn Du nicht immer um 10 vor anrufen kannst, dann leg Dir am Besten einen Text zurecht wie "Guten Tag, mein Name ist XY. Ich bin derzeit auf der Suche nach einem Therapieplatz und würde mich einen Rückruf unter Tel: XXXXXXX sehr freuen. Vielen Dank, auf Wiederhören." und den sprichst Du auf den AB, den so ziemlich jeder Therapeut hat. (und nicht vergessen zu notieren, wen Du schon alles angerufen hast 🙂

Alles Weitere erklärt Dir Dein Therapeut bzw. auch schon Dein Hausarzt.

Es gibt fast nichts was man nicht hinkriegt, wichtig ist nur, was zu unternehmen. Ich drück Dir fest die Daumen.

Ikewa
 

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