Kylar
Aktives Mitglied
Die Vogel-Population hat sich ja grundsätzlich gottseidank sehr erholt hier, nachdem einige Arten fast ganz ausgestorben waren. Aber seit darauf geachtet wird, dass Lebensräume erhalten werden und die gefährdeten Arten zum Teil aktiv unterstützt werden, ist es sehr viele besser geworden.
Nicht alle erholen sich gleich gut.
Und die einen nehmen schon fast wieder überhand. Z.B. die Rotmilane. Es gab fast keine mehr und jetzt sind sie wieder überall hier in meiner Gegend. Es ist schön ihnen beim Kreisen zuzuschauen. Und ab und zu tragen sie Kämpfe mit Raben und Elstern aus.
Das Fütterungsverbot gilt inzwischen auch für sie wieder.
Graureiher hat es wirklich auch sehr viele. Normalerweise treffe ich die einzeln im Bach stehend an. Und so hat man keinen Schimmer, ob es immer der gleiche ist. Aber einmal habe ich 12 Stück auf einem Feld gezählt.
Enten hat es auch sehr viele, aber von deren Nachwuchs werden sehr viele von den Katzen umgebracht, so dass sie nicht überhand nehmen.
Die Singvögel erholen sich irgendwie am Schlechtesten. Und sorry meine lieben Katzenfreunde, aber ich glaube das sind auch die Stubentiger sehr mitbeteiligt daran. Neben den Raubvögeln, von denen es ja eben grad mehr als genug hat.
Im nahe gelegenen Schloss hat es eine Kolonie Turmfalken und Mauersegler. Für diese sind Nistkästen angebracht worden. Die haben sich auch gut erholt.
Ich finde es auch gut, dass sich Bestände wieder erholen, aber ich glaube da geht noch mehr.
Wir Menschen nehmen als Vergleichszahl, ob jetzt viele oder wenige Tiere einer Art da sind, ja immer eine Zahl aus einem Jahr, zu dem wir bereits gelebt haben und nehmen das dann als Basiswert.
Aber zu der Zeit vorher , wo wir noch nicht gelebt haben, waren oft ja noch viel, viel, viel mehr Tiere da.
Jede Generation setzt ihren Basiswert , wo sie sagt "es sind von Art X viele Tiere da". also immer etwas weiter nach unten. Wenn heutzutage ein junger Mensch z.B. 5 Schmetterlinge im Garten fliegen hat, denkt der evtl. schon "Wow, sind hier viele Schmetterlinge" . Ein Mensch, der von 1926 in unsere Zeit gebeamt werden würde, würde wohl eher denken "Ohje, wo sind die ganzen Schmetterlinge hin? Nur 5 Stück? "
Für das Phänomen gibts den Begriff "shifting baselines". Der wurde meine ich von Daniel Pauly geprägt, stammt ursprünglich aus der Fischerei.