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Vieles bricht zusammen

lapinoskoff

Mitglied
Hallo an alle,

ich war bis jetzt im Beruf relativ glücklich, und konnte die Nachteile gut wegstecken. Ich bin 53, ein leichter Job in einem Weltkonzern und dafür eine Bezahlung von der andere nur träumen konnten, es war mir bewusst, und ich war auch sehr dankbar dafür. Meine Chefin war mit mir auch sehr zufrieden, in Dezember habe ich noch aufgrund meines Engagements in der Firma noch eine Gehaltserhöhung bekommen. In Oktober habe ich eine Freundin meiner Frau für eine Stelle bei uns geworben, sie wurde auch eingestellt, und wurde somit meine direkte Kollegin, mit der ich sehr eng zusammengearbeitet habe. Mit der Zeit hat sich aber herausgestellt, dass sie leider einen griff ins Klo war. Was ich bei ihr für Anfangsschwierigkeiten hielt waren Karaktereigenschaften, sie machte nur ganz leiche Aufgaben und liess alles andere links liegen. Irgendwann wurden die probleme immer mehr, ich habe mich an meine Gruppenleiterin gewandt, es gab Gespräche, die ganze Palette. Ihre Leistungen wurden nicht besser, die Stimmung zwischen uns immer unerträglicher, bis hin zur Feindschaft. ich konnte nicht mehr und habe mich an meiner Teamleiterin gewandt. Sie hat sich alles angehört und meinte, sie wäre mit der Situation überfordert und müsste "Rücksprache mit Kollegen" halten. Ein Paar Tage später, es war vor ungefähr einem Monat, wurde ich zu einem Arbeitsgespräch eingeladen, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich einen schweren vertrauensbruch begangen hätte, dass man sich eine weitere Zusammenarbeit mit mir nicht vorstellen kann, und dass man mir einen Aufhebungsvertrag anbieten würde. Als ich darum bat, mir die Gründe zu nennen wurde meine Bitte abgelehnt, es gäbe da nichts mehr zu diskutieren. Vom Kläger wurde ich nicht nur zum Angeklagten sondern direkt zum Tode verurteilt. Die Situation war grotestk, surrealistisch. Ich wurde auch sofort von der Arbeit freigestellt, mein Arbeitslaptop einbehalten. Ich war natürlich sofort beim Anwalt, habe nix unterschrieben. Ich bin seit einem Monat von der Arbeit gegen meinen Willen freigestellt(ich kriege aber trotzdem mein gehalt), und nächste Woche muss ich meine Entscheidung über den Aufhebungsvertrag mitteilen. Ich denke nicht im Traum daran, irgendetwas zu unterschreiben, ich versuche erstmal Zeit zu gewinnen. So viel zum Rahmen. Für mich ist seit einem Monat eine Welt zusammengebrochen. Ich hänge in der Luft, werde wie ein Schwerkrimineller behandelt, ohne dass ich eine Möglichkeit bekomme, mich zu verteidigen. Die Firma muss Geld sparen, ich vermute, die wollen mich einfach loswerden, da meine Stelle nur Geld kostet und null Mehrwert bringt. Vieles ist mir bewusst, ich muss aber trotzdem mit den psychischen Folgen fertig werden. Ich habe bereits angefangen, mich zu erkundigen, was es für mich mit 53 für Möglichkeiten gibt: Zeitarbeitsfirmen für 11 Euro die Stunde, kettenbefristete Verträge. Alternative: Pflegebasiskurs, dann Pflegehelfer für 11,50 die Stunde. Ob ich es psychisch packe sei dahingestellt. Noch eine Alternative: eine Fortbildung im Sicherheitsgewerbe, dann auch Jobs für 11,50 die Stunde. Und mit 53 muss ich damit anfangen Nachtschichten machen zu müssen, ob das geht, weiss ich nicht, ich habe keine Erfahung damit. Aber selbst wenn ich mal wieder einen normalen Bürojob erwischen sollte, ich fühle, dass ich da nicht mehr reinpasse. Alle meine Kollegen waren alle mindestens 15 Jahre jünger als ich, konnten sich richtig für teamevents in der freizeit begeistern, mit den Kollegen nach der Arbeit noch etwas unternehmen, es wurde sogar erwartet. Und diese Meetingkultur...Stundenlang in unproduktiven Meetinsg zu verbringen, Protokolle schreiben...Ich möchte nur meine Arbeit machen dürfen, und nicht nach der Arbeit auch noch meine Freizeit mit Leuten verbringen, die ich schon 8 Stunden am Tag sehe...Das alles scheint aber in der heutigen Arbeitswelt eine Selbstverständlichkeit zu sein....Ich habe noch 13,5 Jahre zu arbeiten, wie ich die überstehen soll, ich habe keine Ahnung....Meine Frau hat zwar Arbeit, es handelt sich aber auch um einen Job über eine Zeitarbeitsfirma, sie bekommt gerade 650 Euro Netto im Monat, von ihrem Gehalt werden wir auch nicht leben können...Was noch schlimmer ist: ich traue mir auch überhaupt nichts mehr zu, habe einfach Angst vor dem Versagen beim Job, weil ich das gefühl habe, dass ich in diese Arbeitswelt überhaupt nicht mehr reinpasse :wein::wein::wein: Ich bin seit 13 Jahre in dieser Firma, ich wurde einmal vor 5 Jahren versetzt mit dem Ziel, mich loszuwerden, man hat mir einen Bereich gegeben, den ich aufgrund von mangelnden Sprachkentnissen in Niederländisch nicht schaffen konnte. Ich habe tatsächlich versagt, mich hat nur gerettet, dass ein Kollege die Abteilung wechseln wollte und mir seinen Aufgabenbereich angeboten hat, ich habe das Angebot natürlich angenommen...All das hat an meinem Selbtsbewusstsein sehr gekratzt, ich zweifle nur noch, dass ich anspruchsvollere Jobs nicht mehr packe... Es gibt zwar Jobs, die mich interessieren würden, z.B in der Eisenbahnbranche, aber zuerst gibt es Eignungstests, dann Prüfungen, ob ich das noch schaffe, weiss ich nicht...:wein: Ich habe das gefühl, ich schaffe es nicht mehr, mich irgendwie aufzuraffen, aber Hartz 4 Empfänger möchte ich auch nicht werden...Und die Gedanken an die Rente...Wenn ich jetzt einen Job für 11 Euro die Stunde annehme und die nächsten 13,5 Jahre so viel verdiene, was sehr wahrscheinlich ist, dann werde ich mit einer bruttorente von 1000 Euro auskommen müssen, wenn überhaupt...Wie das geht, weiss ich noch nicht. Gedanken über gedanken, und mir fehlt im Moment komplett der Mut...ich weiss nicht mal, ob ich vielleicht schon leicht depressiv bin, oder ob es nur eine Gefühlsverstimmung ist, ich bin auf jeden fall komplett durcheinander...Wenn jemand Tipps hat, wäre ich sehr dankbar...Eine Selbständigkeit ist für mich auch keine Lösung, weil ich erstens keine Ideen habe, zweitens kein Kapital und drittens als introvertierter Mensch nicht gerade der Kundenaufreisser :wein: Vielen Dank an alle!
 

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G

GrayBear

Gast
Also erst mal: Kopf hoch, wenn Du resignierst, macht es das Ganze nicht besser, aber es schadet Deiner Gesundheit. Es mag an allem was dran sein. Mit 53 ist eine Jobsuche kein Zuckerschlecken. Und doch geht immer wieder die Sonne auf und ein neuer Tag beginnt, an dem es neue Chancen zu suchen gilt. Mach einfach. Rede Dich nicht selber schlecht und zieh Dich nicht auch noch runter. Das ist an manchen Tagen schwer, das stimmt. Ich bin 58 und kenne das nur zu gut. Sei trotzig. Für´s Aufgeben gibt es immer Gründe, aber für´s Aufstehen auch.

13 Jahre sind eine lange Zeit, in der viel passieren kann und viel gemacht werden kann, auch von Dir.
 

_cloudy_

Urgestein
Hallo.

Was für ein schrecklicher Schock. Ich habe schon ähnliches erlebt, aber so schlimm, aus einem guten Job, urplötzlich und das nach 13 Jahren, natürlich nicht.

Das ist ganz furchtbar, eine wichtige Säule einfach weggebrochen

und zuerst einmal tut mir das sehr leid für dich.

In deinem Fall darfst du das nicht einfach hinnehmen. Auch noch ohne Angabe von gründen. Nimm dir einen Anwalt und geh dagegen vor, schon, um die gründe überhaupt zu erfahren, und dann ist die Kündigung ja vielleicht garnicht rechtens.

Meinst du, diese Dame hat gegen dich intrigiert oder hast du überhaupt eine Vermutung was da war?
 

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