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Vertrauen beliebig?

Tyni

Mitglied
Mich beschäftigt das Verhalten einer Freundin. Sie ist von ihrer Grundhaltung ein eher misstrauischer Mensch, mit einem leichten üertriebenen Ausmaß. (Mein Empfinden) Wenn jemand (eine Frau, oder Arbeitskollegin) nett zu ihr ist und den Kontakt intensivieren möchte, stellt sie sich sofort die Frage "was will die von mir" und geht auf Abstand. Sie sagt selber von sich, dass sie einen Tick hat, weil Misstrauen ein grosses Thema in ihrem Leben ist. Ich merke es selber bei ihr. Mal sind wir uns nahe in Gesprächen und sie sagt, dass sie bei mir sein kann wie sie wirklich ist und dann flutscht sie mir wie ein Aal wieder aus den Händen. Schwierig. Aber was ich nicht verstehe ist ihr Verhalten gegenüber der Männerwelt. Dort offenbart sie sofort, ohne den Mann näher, gut oder länger zu kennen, ihren finanziellen Status (der gut ist), spricht über Sehnsüchte, Probleme und Visionen, von denen sie ihren langjährigen Freundinnen nie etwas erzählte. Dort, bei Männern, offenbart sie sich sofort. Ohne ersichtliches Misstrauen, dass bei ihren Freundinnen immer im Raum steht.
Oft ist sie von Männern benutzt worden (sexuell) weil die Männer ihr Liebe vorgaukelten. Immer waren sie verheiratet. Wie oft haben wir sie gewarnt, dass sie sich benutzen lässt. Sie hat diese Männer immer verteidigt und wie eine Löwin in Schutz genommen auch wenn die Lügen von ihnen an das Tageslicht kamen.

Allen ihren Freundinnen kündigt sie wegen kleinsten Notlügen bereits die Freundschaft oder fängt grobe Auseinandersetzungen an. Sie behandelt Menschen (nur Frauen) schlecht und respektlos, die sie mögen und es gut und ehrlich mit ihr meinen. Kerle, die sie benutzen und ihr Vertrauen ( wo es da auch immer herkommt) missbrauchen, haben einen Freibrief und jedes miese Verhalten wird entschuldigt. (Sie ist 40 Jahre und hatte noch nie eine enge Beziehung).

Wie interpretiert ihr so ein Verhalten? Bin nicht wirklich objektiv, weil enttäuscht über das Verhalten.
Wenn ich ihr meine Empfindung sage, wird sie wütend und negiert meine Empfindung.
Sie spricht oft schlecht über Frauen. Männer hebt sie immer auf ein Podest und sie haben leichtes Spiel bei ihr, obwohl sie sie bisher immer nur benutzt und belogen haben. Wo ist da das Misstrauen?

Macht es Sinn in diese Freundschaft weiter zu investieren, wo Doppelmoral und ungerechte Maßstäbe vorherrschen?

LG
 
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Katrin1964

Aktives Mitglied
Wenn ich das so lese, stelle ich mir die Frage, wie war/ ist das Verhältnis zur Mutter bzw. Vater . Ohne irgendwelche Sachverhalte zu kennen , denke ich das sie zu ihren Vater ein sehr gutes Verhältnis (Papakind ) und zur Mutter eher ein gespaltenes Verhältnis . Hat sie noch Geschwister / Schwestern ? Ließt sich so , als wäre sie die ältere gewesen und für die kleinen Schwestern immer irgend wie verantwortlich. So richtig Beziehung scheint sie nicht einzugehen , da sie vermutlicher Weise des öfteren verletzt wurde. Aber alles nur Spekulation .
Ich selber bin auch absolut kein Beziehungstyp . Es ist oft nicht leicht damit zu leben. Einerseits sehnt man sich nach Liebe und Geborgenheit, Anerkennung usw und dann wird einen schnell alles wieder zuviel.Mein Mutter war Alki, von da an wo ich denken kann. Starb da war ich 12 Jahre und ich war wohl auch nicht wirklich gewollt.
Ich selber kann inzwischen sagen, wenn es mir nicht gut geht, ich grad keine Begegnung möchte und es wird nicht als Ablehnung gewertet. Das alles ist aber ein Lernprozess. Egal ist einen das alles nicht, ich leide zum Teil sogar darunter, aber wenn dumme Gefühle aufkommen, weis ich was zu tun ist.
 
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Tyni

Mitglied
Ja. Sie ist extremes Papakind. Er ist heute 76 und sie 40 und lebt mit ihren Eltern wieder zusammen nach dem sie bereits mal ausgezogen war und eine eigene Wohnung hatte. Sie ist Einzelkind. Was meinst Du mit dummen Gefühlen?
 

Katrin1964

Aktives Mitglied
Dumme Gefühle : Wenn ich merke das ich unruhig werde und mit niemanden Kontakt will . Ich leide durch meine Kindheit auch unter Depressionen und Ängsten und unter anderen diesen blöden Gefühlen , die sich nicht richtig anfühlen bzw. auch nicht sind.
 

Tyni

Mitglied
Hm. Deine Freunde können damit gut umgehen, weil Du es Ihnen erklärt hast?
Meine Bekannte spricht nicht über ihre wirklichen Ängste und Gefühle. Vielleicht spürt sie diese Ängste auch nicht.

Ich fühle mich beliebig durch ihr Verhalten. Für einen Mann würde sie - glaube ich - alles andere beenden und sofort stehen und liegen lassen. Lange haben wir sie schon gefragt, ob sie nicht in unserer WhatsappGruppe sein möchte, damit wir uns alle nicht aus den Augen verlieren und Kontakt halten. Sie macht kein Whatsapp, sagte sie. Findet sie blöd. Als sie einen Mann kennenlernte und der sich nur über Whatsapp schreiben wollte, hat sie den Messenger sofort installiert. Die meisten wenden sich bereits ab und führen nur oberflächliche Bekanntschaften mit ihr. Sie wirkt nach außen stark aber wenn sie einem Mann begegnet, läuft bei ihr irgendein Film ab und sie benimmt sich wie ein kleines Kind und läuft dem Typen dann regelrecht hinterher. Selbst wenn er sich nicht mehr bei ihr meldet, schreibt sie ihm weiter. Sogar mit einen über dreißig jährigen verheirateten Mann hat sie ...... ihr wisst schon.

Kann man mit einem Menschen, wie ich ihn eben beschrieb eine verbindlöiche und ehrliche Freundschaft führen?
Ich weiß nicht, eigentlich möchte ich tolerant sein und sie nehmen wie sie ist aber ich finde ihr Verhalten ungerecht ihren "Freunden" gegenüber" und mir tut es weh zu sehen, wie sie sich verkauft. Und eigentlich scheinen alle Frauen in Wirklichkeit Konkurrenten für sie zu sein. Warum behandelt sie sie sonst so unfair und spricht schlecht über sie?
Ich weiß nicht was ich tun soll. Auch gehen, wie die anderen? An mir arbeiten, um sie so zu nehmen wie sie ist?
Was denkt ihr?
 
G

Gast

Gast
Hallo TE,

zu einem Teil, aber nicht gänzlich, kommt mir das Verhalten deiner Freundin bekannt vor. Allerdings birgt das die größere Gefahr, dass ich viel hinzu interpretiere und die Realität bei dir ganz anders gelagert ist.

Ich lese heraus, dass problematisch nicht ein eventuell gemeines Verhalten dir gegenüber ist, sondern die Bindungssprünge.
Wenn dem so ist, würde ich behaupten, dass die Störpunkte bei ihr auf einer Ebene ablaufen, die gar nichts mit dir zu tun hat und du da als andere Person oder mit anderem Verhalten dieselbe Reaktion bekämst.

Paradoxerweise impliziert die Whatsapp-Weigerung eher, dass ihr an längerem Kontakt gelegen ist bzw. sie überlegt, ob sie das dauerhaft durchhalten würde und damit ist man, wenn man ein Distanzbedürfnis hat, zu nah dran, auf die Dauer zu greifbar und überwachbar.
Wenn man bei den Männern damit rechnet, dass es erfahrungsgemäß endlich ist, hat man weniger zu verlieren.
Außerdem hofft man ja in der Beziehung ganz anders und legt (gut, wenn man das noch kann) mehr hinein, andererseits "muss" man denjenigen dann auch nicht wiedersehen, wenn es schief geht und die Männer kennen das Alltags-Ich nicht, was sie preisgibt, steuert sie selbst und hat danach auch wenig Alltagsberührungspunkte.

Das Hin- und Her läuft eher diffizil ab.

Wenn sojemand etwas preisgibt, sagt er sich selbst, dass er das ohne Erwartungen oder gar mit dem worst-case-Szenario (Weitererzählen, Lachen, Gegen-Einen-Verwenden, Unverständnis, Nicht-Mitbekommen-Was-Das-Erzählen-Für-Einen-Bedeutet) im Hinterkopf macht, aber unterbewusst spielt sich dabei trotzdem der Vergleich ab mit dem Verhalten, das man sich zum Preisgeben erhofft.

Es kann sein, dass sie alles Persönliche schon in 100 Überlegungen abgespielt hat, wie viel sie wo, wann, wem, wie in welcher Weise erzählt. Damit nimmt das viel Raum ein und gewinnt eine ganz andere Wichtigkeit. Automatisch damit auch jede Reaktion.

Dabei verhalten sich sicherlich viele in den meisten Situationen normal und so, dass andere sich keine Gedanken über die Antworten machen würden.
Und es kann auch sein, dass sie sich selbst sagt, dass alle sich ihrgegenüber "ungefährlich" und verlässlich gut verhalten, normal, aber sie weiß, dass sie empfindlicher ist und nicht verhindern kann, schon enttäuscht zu sein über normal oder gut (aber abweichend von der unterbewussten Hoffnung oder eigenen Wichtigkeit).

Dann kommt unweigerlich eine Schutz-Distanz-Phase.

Aus so einer Enttäuschung kann auch Konkurrenzdenken entstehen bzw. andere abzuwerten, um sich die Aussagen nicht so zu Herzen zu nehmen.
Da würde mich allerdings interessieren, was genau du mit Konkurrenz meinst und wie sich das ausdrückt, denn sowas kann ja auch aus anderen Motiven herrühren.

Ich denke, dauerhaft könnte es ein gutes Rezept sein, selbst nicht zu überschwänglich zu sein und ein ganz, ganz, ganz konstantes Verhalten an den Tag zu legen.
Dafür muss man aber auch der Typ sein und überlegen, ob man das will: sein eigenes Verhalten genau zu durchdenken und aus dem Distanz-Blickwinkel zu betrachten.

Nicht überschwänglich meint:
Bei einer Nähe-Skala 1-10 (10=tiefgreifende freundschaftliche Gespräche, 1=Smalltalk-Ebene) warten, bis sie von selbst bis 7-8 geht und sich dann selber sagen, dass die schwesterliche Freundschaft später kommt und den Gesprächsbogen so schlagen, dass es ihr nicht wie "abgetan" oder "nicht entsprechend gewürdigt" vorkommt und sie aber nicht bis zur 10 kommt, auch wenn sie das vielleicht würde.

Sicherlich ist die 10 in dem Moment das für dich freundschaftlichere Gespräch und auf eine Weise für sie auch, aber das bringt beim Erzählen und danach widerstreitende Gefühle und viel Aufruhr mitsich.
Gedanken, ob man das so erzählen soll, dann will man einerseits es ja auch loswerden, man selbst sein und andererseits fragt man sich, was der andere dann denkt, wie man es formuliert hat, ob es die richtige Situation war und wie die Person damit umgeht.
Und dann schämt man sich vielleicht noch ein bisschen, angreifbar oder emotional zu sein

Dazu spielen sich dann im Hinterkopf die Gefühle und Situationen ab, die man bei seinen Überlegungen mit dem irgendwann-erzähle-ich-das-Moment verknüpft hatte.

Wenn das so ähnlich ist, hat es weniger mit Wertschätzung Freunden gegenüber zu tun, aber ich glaube, es ist sehr anstrengend, sich da rein zu denken und würde es keinem zumuten wollen.
Und ich wünsche dir, dass deinerseits dein Vertrauen auch nicht enttäuscht wird.

Vielleicht magst du noch ein wenig zum Drumherum erzählen?
 

Tyni

Mitglied
Hallo Gast. Vielen Dank für diesen sehr langen Beitrag. Ich musste ihn mehrfach lesen, um zu verstehen.
Es geht um so vieles was mich stört und ich nicht verstehe . Die Bindungssprünge (wie Du es nennst ) sind nur ein Punkt . Sie machen eine verbindliche Freundschaft (im wirklichen Sinne) für mich schwer möglich.

Aber auch die ungerechten Behandlungen von ihr finde ich schwierig. Mir tut es weh, dass sie sich für Männer "verkauft". Ihnen von Beginn an (scheinbar ) vertraut, was sie bei ihren langjährigen Freuden nicht vermag.
Da bleibt ein schaler Geschmack zurück.

Natürlichen ist eine Beziehung zwischen Mann und Frau nicht gleich zu stellen mit Freundschaft, wobei auch Freundschaft für mich eine Beziehung ist und zu manchen Freunden sogar eine sehr innige. FREUNDSCHAFT ist liebe ohne Sex. :)

Das was Du schreibst macht Sinn und hört sich sehr kompliziert an. Wenn es so ist wie Du schreibst, dann wird es schwer für mich, der kein oberflächlicher Mensch ist und somit auch keine oberflächlichen Beziehungen jeder Art leben möchte .

Sie hat in meinen Augen kein Vertrauen in sich und nur der Wunsch mach einem Mann lässt sie nach außen hin "vertraulicher" werden. (Nur den Männern gegenüber) Alle anderen haben da schlechte Karten. Dadurch entsteht keine Augenhöhe und lässt mich in dieser Bekanntschaft misstrauisch werden . Keine guten Voraussetzungen
 

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