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Verlobte schweigt durch Vergewaltigung

Habe mit ihr gesprochen, sie ist auch dafür das wir das kleine Wesen abtreiben werden. Verurteilt uns bitte nicht. Will nur das meine Verlobte wieder lebt

keiner wird euch verurteilen. eine abtreibung ist in ihrem fall am besten. begleite dein frau zu einer beratungsstelle. wie lange ist deine verlobte wieder zurück? vermutlich noch nicht lange. sie wird noch brauchen, um ihr schlimmes erlebnis zu verarbeiten.
 
Hallo Georg.Müller,
Danke für deine Antworten.
Es berührt mich, wie du dich um deine Verlobte sorgst und bemühst.

Liebe Grüße Pecky
 
Hier im Forum "Gewalt" gibt es einen Thread namens "vergewaltigt". Dieser Betroffenen geht es wohl genauso wie deiner Verlobten, wenn ich mir das so durchlese. Vielleicht kannst du sie ja mal anschreiben.
 
Lieber Georg,

was Deine Verlobte in den letzten Wochen ausgehalten hat – was Du in den letzten Wochen ausgehalten hast, auch Eure Kinder – das ist unermesslich!
Es ist so erschütternd, weil sie sich mit ihrer Lebensfreude und ihrem Traum von einer menschlicheren Welt aufgemacht hatte und selbst unter die Räder gekommen ist.
Statt von sich etwas geben zu können, wurde ihr nun ihre und Eure Zukunft genommen: die Aussicht auf die nahe Hochzeit und die Vorfreude auf die Schwangerschaft, die sie schon vorbereitet hatte – für sie und Dich natürlich. Weil sie keine Möglichkeit sieht, ihr Leben weiterzuleben.
Das ist so schrecklich. Da kann man nur schweigen.
Du möchtest, dass Deine Verlobte wieder lebt. Was für eine Aussage – sie rührt zu Tränen. Und Du würdest alles dafür geben.

Die Vergewaltigung an sich hatte sie schon begonnen zu verarbeiten. Am meisten in den ersten 5 Stunden mit Dir. Da konnte sie alles: reden und schreien und weinen.
Verstummt ist sie dann, als sie die Schwangerschaft bemerkt hatte. Da war dann der Platz besetzt, der eigentlich für Euch war. Was für ein Schicksal!

Es wäre so so gut, wenn sie anfangen könnte auch darüber zu sprechen.
Sie lächelt, wenn Du ihr Abtreibung vorschlägst. Es ist eine Möglichkeit.
Ist aber auch eine schwere Erfahrung für eine Frau – mit ihrem Körper wird wieder etwas gemacht und wieder etwas, wo kein Leben wird. Sie möchte ja Leben schenken.
Ich schreibe das jetzt so, weil es da verschiedene Zugangsweisen gibt und es durchaus nicht so ist, dass eine Abtreibung das Beste ist. Man weiß es nicht. Es muss zu der Frau passen.
Die eine Sicht ist:
Wenn das Kind weg ist, ist alles leichter zu vergessen.
Oder:
Eine Abtreibung ist noch eine Erfahrung, die sie eigentlich nicht wollte.
Und im Werden von etwas Gutem kann das Schlimme kompensiert werden.

Für einen Menschen wie Deine Verlobte, die mit ihrer Lebensfreude so sehr für andere da sein möchte, wäre das durchaus eine Frage.
Und vielleicht ist sie angesichts diese Dilemmas verstummt. Was soll man da noch sagen?
Sie wurde missbraucht in ihrem Wunsch, für andere da zu sein und muss jetzt gegen ein Leben sein, um ihres wieder zu gewinnen?
Da kann man nur schweigen und langsam wieder Worte finden.

Zeit und Geduld erhoffe ich weiter für Dich! Unglaublich tapfer bist Du und eine starke Liebe ist bei Euch. So könnt ihr Euer Leben wieder finden.
Und ich hoffe so sehr für Euch, dass Ihr die richtige Adresse findet!
Du hast Dir gestern hier Luft gemacht mit Deinem hilferuf.
Ich wünsche es auch Deiner Frau, dass sie alles zum Ausdruck bringen kann, was in ihr ist.

Ganz viel Kraft heute für den Tag!
Ich hoffe, ihr habt auch Menschen, die jetzt (wohl unwissend) da sind und mittragen. So wie Deine Frau getragen hat, was die Last anderer Menschen ist.

Ganz liebe Grüße von Corinna
 
Hallo Georg,

einfach entsetzlich, was eure Familie, aber vor allem deine Verlobte gerade durchmachen müssen. Das ist sehr schlimm und sowas sollte niemand durchleiden müssen. Eure Geschichte berührt mich sehr, da ich selbst Opfer von Missbrauch bin und unabhängig davon noch weitere traumatische Erfahrungen durchgemacht habe.

Erst einmal: niemand darf eure Entscheidung, die Schwangerschaft abzubrechen, bewerten oder verurteilen. Ich persönlich finde die Entscheidung nachvollziehbar. Leicht ist es nie. Das wichtigste ist, dass deine Frau alles tut, was ihr hilft, über diese Erfahrung hinwegzukommen. Niemand darf von ihr verlangen, das Kind eines Vergewaltigers auszutragen! Das ist eine entsetzliche Qual und kann das Trauma sehr verschlimmern, wenn nicht sogar ein Leben lang immer wieder in Erinnerung rufen - deswegen finde ich, habt ihr das schon richtig entschieden. Aber was zählt, ist wie es euch geht und was ihr für eure Situation als richtig erachtet. Wir hier können euch nur virtuell unterstützen und Beistand geben.

Deine Frau ist wahrscheinlich gerade schlichtweg extrem mit allem überfordert. Wenn sowas furchtbares passiert, bricht erstmal alles in einem und um einen herum zusammen. Bei mir war es so, dass ich mich unwirklich gefühlt habe. Der Alltag ging weiter, ich war abseits. Ich habe mich ganz weit entfernt gefühlt von allen. Ich dachte mir, für andere geht das Leben weiter, sie sind einigermaßen glücklich und ich sitze hier, total zerstört und gezeichnet. Ich hatte furchtbare Angst, dass die Erinnerungen nie wieder verblassen und ich nie wieder einfach eine schöne Zeit haben werde. Deswegen, versuch deiner Frau auch Kleinigkeiten abzunehmen im Alltag, wenn du merkst, sie überfordern sie. Für mich war es oft schon ein Kraftakt, meinen Alltag auf die Reihe zu bekommen. Meistens war es zu viel. Ich habe aber keine Kinder und keine Beziehung, das kommt nochmal dazu bei euch.

Ich fände es ganz wichtig, wenn du deiner Frau immer wieder sagst, dass es okay ist, wenn sie überfordert ist oder nicht weiß, was sie tun soll. Und vor allem, dass du keine Probleme damit hast, dass sie noch nicht Nähe zulassen kann und will. Viele Betroffene von sexueller Gewalt machen sich nämlich noch total viel Druck, was Nähe und Sex mit dem Partner angeht. Das kann echt fertig machen und man hat oft Angst, dass man verlassen wird, weil man nicht so wie vorher Nähe zulassen kann und will. Oder es nicht mehr so einfach geht. Es kann sehr helfen, wenn der Partner dann immer wieder sagt, dass es in Ordnung ist und nicht schlimm.

Deine Frau braucht unbedingt eigenen Raum, um sich auszusprechen. Ihr Schmerz und ihre Angst müssen raus. Die stecken wahrscheinlich immer noch in ihr fest. Ich finde den Vorschlag mit dem Forum sehr gut. Das wäre ein erster Schritt. Bei "Wildwasser" und "Der Weiße Ring" könnt ihr euch kostenlos beraten lassen und aussprechen. Die Leute dort können euch wirklich gut helfen!

Ich denke, für dich ist das nämlich auch wichtig, dich auszusprechen und deine Fragen, Probleme und Sorgen thematisieren zu dürfen. Vielleicht Fragen zu stellen, bei denen du Hemmungen hast, die deiner Frau direkt zu stellen. Darüber zu reden, was dich beschäftigt. Das ist gerade ein riesen Kraftakt auch für dich, das als Partner zu bewältigen und du musst das auch irgendwie aufarbeiten.

Ich würde auch dringend eine auf Missbrauch spezialisierte Therapeutin suchen. Keinen Mann. Die Beratungsstellen wissen da bestimmt auch gute Adressen. Wenn ihr merkt, dass deine Frau schlecht schläft, Albträume hat, immer wieder getriggert wird und das Trauma extrem hochkommt, dann könnt ihr auch überlegen, vorübergehend etwas für sie verschreiben zu lassen. Manchmal kann man Schmerz erst richtig angehen und aufarbeiten, wenn man so eine Hilfe in Anspruch nimmt. Und vielleicht ist es auch für deine Frau jetzt wichtig, erstmal etwas zur Ruhe zu kommen und Kraft zu schöpfen.

Wenn sie dich ablehnt oder sich dir gegenüber ambivalent verhält, kann das auch einfach sein, dass sie ihr Trauma auf dich überträgt. Ich habe bei vielen Betroffenen mitbekommen, dass die dann kollektiv erstmal vor allen Männern Angst hatten oder die ablehnen wollten und mir ging es auch mehr oder weniger so. Ich konnte das in manchen Momenten ganz schwer filtern, dass da jetzt ein Mann bei mir ist, der mir nichts Schlechtes will. Oder dass ich nicht ständig wachsam sein muss und in Alarmbereitschaft. Vielleicht geht es deiner Frau auch so. Deswegen nimm es nicht persönlich, wenn sie sich so verhält.

Natürlich solltest du ihr Zeit geben und sie unterstützen - aber es ist auch wichtig, dass du ein Auge darauf hast, dass sie für sich sorgt. Weil das kann sie vielleicht nicht mehr so, wie sie es davor konnte, weil sie die Gesamtsituation so belastet und fertig macht. Und es kann auch helfen, wenn jemand sagt "Ich sehe, dass es dir gerade so schlecht geht, wir müssen was tun."

Übrigens fände ich es im Moment ganz schlecht, den Kinderwunsch in nächster Zeit umzusetzen. Passt da wirklich auf. Nicht, dass sie denkt, eine neue Schwangerschaft mit einem Kind von dir kittet das alles, was in ihr zerbrochen ist. Das wäre für das zukünftige Kind nicht gut und auch nicht für euch, weil sie damit ihr Trauma und ihre emotionalen Verletzungen kompensiert. So eine wichtige und schöne Lebensentscheidung sollte nicht zum Kompensieren hergenommen werden. Und es könnte auch sein, dass sie sich selbst so Druck macht und denkt, es muss so weiterlaufen, wie sie es vor dem Trauma sich gewünscht hat. Und deswegen dann eine neue Schwangerschaft in nächster Zeit möchte, obwohl sie nicht dafür bereit ist. Oder sie macht sich Druck und will wieder einer gute, "normale" Partnerin sein und deswegen Sex haben. Da solltest auch du notfalls eine Grenze ziehen und sagen, dass du findest, dass das Thema noch zu wenig aufgearbeitet wurde oder dass du selbst das noch nicht möchtest, weil du das Gefühl hast, es tut ihr nicht gut.
 
Hallo und guten Tag Dir heute!
Ich wollte gerne fragen, ob es für Dich hilfreich war, selbst hier zu schreiben, wie es Dir und Euch geht.
Und ob unter den postings ein Hinweis dabei war, auch an Adressen, die für Dich interessant sind.
Eine Psychologin auf die Schnelle zu finden, ist ja nicht so leicht.
Hoffentlich wird Eure Situation als Notfall angesehen und Du findest bald eine Frau für Deine Frau, die sich mit traumatischen Erfahrungen auskennt und die ganze Lebenssituation einbezieht.
Ich habe gestern und auch heute viel an Dich und Deine Familie gedacht.
Spricht Deine Verlobte wieder mehr?
Und wie geht es den Kindern?
Ich wünsche Dir baldige Erleichterung und viel Kraft - auch für die äußeren Dinge!
Herzliche Grüße von Corinna
 
Hallo und guten Tag Dir heute!
Ich wollte gerne fragen, ob es für Dich hilfreich war, selbst hier zu schreiben, wie es Dir und Euch geht.
Und ob unter den postings ein Hinweis dabei war, auch an Adressen, die für Dich interessant sind.
Eine Psychologin auf die Schnelle zu finden, ist ja nicht so leicht.
Hoffentlich wird Eure Situation als Notfall angesehen und Du findest bald eine Frau für Deine Frau, die sich mit traumatischen Erfahrungen auskennt und die ganze Lebenssituation einbezieht.
Ich habe gestern und auch heute viel an Dich und Deine Familie gedacht.
Spricht Deine Verlobte wieder mehr?
Und wie geht es den Kindern?
Ich wünsche Dir baldige Erleichterung und viel Kraft - auch für die äußeren Dinge!
Herzliche Grüße von Corinna

Hallo, vielen Dank für deine Sorge aber auch für deine Hilfe. Wir hatten viel um die Ohren gehabt also konnte ich mich nicht immer melden. Das Kind haben wir abtreiben lassen, ab da hat meine Verlobte immer mehr gesprochen und traut sich auch immer mehr Körperkontakt zu zulassen. Meine Verlobte ist trotz der großen Schritte erstmal 6 Wochen in der Psychiatrie und da Sommerferien sind und ich wieder arbeiten muss ( habe zum Glück meine Vollzeit stelle wieder) sind unsere Kinder bei meinen Großeltern im Südtirol. Sie haben da ein Bauernhof auch mit Ponnys, da werden sie 6 Wochen auch Spaß haben. Ich habe ein Psychologen gefundenen um das auch zu verarbeiten. Meine Verlobte besuche ich auch 2-3 mal die Woche. Danke für eure Hilfe
 

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