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Verliere Job Arbeitsamt schuld

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E

erraser

Gast
Hallo alle miteinander,

ich möchte euch eine Geschichte erzählen und wissen was ihr davon haltet.

Kurz zu meiner Person:

Ich bin 25 Jahre alt.

Durch eine Körperbehinderung sitze ich seit meiner Geburt im Rollsuhl.

Ich kann meine Arbeit nur rein am PC erledigen.

Nach meiner schulischen Laufbahn habe ich eine Lehre zum Bürokaufmann gemacht. (und Bestanden)

Danach habe ich ca. ein halbes Jahr gebraucht um eine Job zu finden. Aber ich bin dann, sehr zu meiner eigenen Zufriedenheit, bei einem mittelständigen IT Unternehmen untergekommen.

Dort bin ich, seit drei Jahren, im Marketing und im Support tätig.

Nun zu meinem Problem:

Hmmm…. Mal sehen wo ich da anfange.

Um auf Arbeit zu kommen wurde mir von Anfang an über die AfA (Agentur für Arbeit) ein Behindertentransport gezahlt.

Darüber war (bin) ich sehr Dankbar.

Die monatliche Eigenbeteiligung von 150-200 Euro war zu verschmerzen.

Nach meinem halben Jahr Probezeit habe ich bei der AfA einen Antrag auf Kostenübernahme für einen eigenen Führerschein sowie die Anschaffung eines Behinderungsgerechten Fahrzeugs gestellt.

Dieser Antrag wurde konsequent und auf ganzer Linie abgelehnt.

Die Begründung hierfür lautete das es zu teuer wäre und es sich erst in 14 Jahren rechnen würde.

Helft mir kurz weiter.

Ich war 24 als ich diesen Antrag gestellt habe 14 Jahre dazu 38 oder?

Hat man in Deutschland das Rentenalter auf 35 gesenkt oder warum würde es sich sonst nicht rechnen.

Wie viel ist die Selbstständigkeit eines Menschen wert und was darf sie kosten?

Das sind alles fragen, die mir bis jetzt noch niemand beantworten konnte.

Also fahre ich weiter mit dem Taxi ist aber auch kein Problem.

Bis dieses Jahr Pfingsten.

Vor Pfingsten musste ich mein Fahrgeld neu beantragen was ich natürlich auch Frist und Formgerecht getan habe.

Die AfA hat sich neue Angebote eingeholt um evtl. ein günstigeres Taxi zu finden. (Finde ich gut)

Hat aber nicht bedacht, dass nicht jedes Taxi geeignet ist für den Transport.

Also kam es so wie es kommen musste, die AfA hat dieses sehr günstige aber für mich ungeeignete Taxi als Preisgrundlage für mein Fahrgeld genommen. So nach dem Motto geht zwar nicht ist aber billig.

So geschieht es das ich im Moment ca. 75 - 80% meines Nettoeinkommens (unter 1000,- €) dazu aufwenden muss um meinen Arbeitsplatz zu erhalten.

Von dem Rest muss ich meine Miete, Essen Strom usw. bezahlen.

Ich kann mir in einer Woche nicht mehr leisten auf Arbeit zu gehen dann bin ich pleite.

Was denkt Ihr darüber?

Ich meine, dass kann unmöglich Rechtens sein. Oder?
 
Hallo lieber erraser,

zunächst mal bin ich ziemlich sprachlos wie hier mal wieder mit den Menschen umgegangen wird. Solche Geschichten scheinen im Moment wirklich an der Tagesordnung zu sein - erschreckend.

Bin im moment noch ziemlich ratlos und hoffe sehr, dass es im Forum einige gibt, die Dir etwas raten können. Ich habe bisher auf jeden Fall eines gelernt! Jeder Sachbearbeiter der etwas zu entscheiden hat hat auch einen Vorgesetzten. Lass Dir blos nicht gleich alles bieten und gefallen, geh notfalls direkt GANZ nach oben, sprich, lass Dir einen Termin beim Chef der Agentur geben und besprich mit ihm Deine Situation! Dann ist Dir auf jeden Fall erst mal schnelle Hilfe sicher! So kann und darf es nicht laufen!

Ich denke mal, da sitzt wieder jemand an der Entscheidungsgewalt der null Ahnung hat und sich auch nicht mit den gesetzlichen Bestimmungen auskennt. Dafür können die Leute selten wirklich etwas, man wird ja heutzutage - gerade im öffentlichen Dienst - gern mal einfach umgesetzt und keiner fragt danach wie gut Du Deine Arbeit auf der neuen Stelle erledigst, hauptsache da sitzt einer. Und die Leute sind teilweise so demoralisiert, dass sie sich auch keinen Kopf mehr machen! Die sind am Ende nur selber froh, dass sie Arbeit haben... traurig, aber wahr! Ich habe mehrere gute Freunde, die im AA beschäftigt sind, daher weiß ich das genau!

Also bitte den Kopf nicht in den Sand stecken und nicht unterkriegen lassen!

Ganz liebe Grüße
Leah
 
Erkundige dich mal beim Landschaftsverband ob du nicht im Rahmen der Eingliederungshilfe Zuschüsse bekommen kannst. Zumindest für den Umbau eines Fahrzeuges gibt es sowas.

Liebe Grüße

Lilly
 
Gib mal bei google "Eingliederungshilfe + kfz" ein, da findest du so einiges was dir weiterhilft. Eventuell auch mal beim Sozialamt nachfragen, die müssen dir zumindest sagen an wen du dich wenden kannst. Leider ist es so, dass die Behinderten sich alles selbst mühselig zusammensuchen müssen und es da keine Stelle gibt die umfassend und vollständig aufklärt. Aus welchem Bundesland kommst du denn?
 
hey lady nina nun hör ich gern aber hier ist nun jemand ander regi. Hab ihm schon in einem anderen Thread geschrieben dass er den Namen behalten kann da ich eigentlich fast nicht mehr da bin. Wenn du mich damit meintest danke tut mir gut machs gut lady nina...kopf hoch und durch....ist zur Zeit auch mein Motto.
 
Hallo

unglaublich... aber scheint ja echt die Wirklichkeit zu sein.

Kann dir leider kein Rat gebenm, aber bei mir war es so, dass ich regelrecht gezwungen wurde ein Führerschein zu machen....

Jetzt habe ich ihn in der Tasche (von Arbeitsamt bezahlt) und kann doch zur Arbeit mit dem Behindertentransport.... Kosten bei mir 900 EUR.

Das Arbeitsamt zahlt kein Auto, da ich kein Arbeitsvertrag unbefristet habe. Ist auch doff in meinen Augen... aber was solls.... warten und hoffen.

Wollte jetzt gerne eine Weiterbildungg machen, selber bezahlen, komme aber nicht hin wegen schlechter oder zum Teil keine Busverbindung hin...
Das Arbeitsamt zahlt die Kosten nicht für Transport :-(
Kann mir da jemand eventl. Tipp geben??????

Danke
Natalie.25@tiscali.de
 
ich hab jetzt auch mal ne frage: warum sollte das arbeitsamt leuten einfach mal so einen führerschein bezalhen?
müssen nicht alle anderen auch ihr ding selbst bezahlen?
bei der umrüstung auf behindi-auto kann ich es nachvollziehen.
am besten ich geh auch mal zum arbeitsamt, vll zahlen die mir ja auch meinen führerschein und auch ein auto?!
 
@ Gast

Dabei handelt es sich um Maßnahmen zur Integration ins Berufsleben bei Behinderten. Da ist ein Führerschein wesentlich billiger, als auf Dauer, also bis zum Eintritt ins Rentenalter, die Transportkosten zu tragen. Ebenso ein einmaliges Umrüsten eines Autos.

Zu deinem letzten Satz

am besten ich geh auch mal zum arbeitsamt, vll zahlen die mir ja auch meinen führerschein und auch ein auto?!

zitiere ich unseren damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker:

>> Gesundheit ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das einem jederzeit genommen werden kann. <<
 

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