Fortsetzung, Klappe die x-te. Viel Spaß damit 🙂
Sackgasse
Nein, ich blicke ihr jetzt nicht in die Augen. Wage ich mir es, hat mein Verstand verloren. Anders. So verdammt anders ist sie und es erschreckt mich, wie wenig sich das Leben kontrollieren lässt. Wonach sehne ich mich so sehr? Was um alles in der Welt gibt mir diese Frau? Ich gewähre ihr freien Eintritt in mein Leben und schlimm dabei ist, es fühlt sich gut an, sie bei mir zu spüren. Fragen, viele Fragen wandern von einer Gehirnzelle zur Nächsten, während ihre weichen Hände über meinen Köper gleiten. Zuviel erzählte oder schrieb sie mir von ihren Gefühlen und es war anders. Kein Tatsachenbericht. Kein Liebesroman. Dennoch ihr Gefühl, so wohlwollend und nachvollziehbar dargeboten wie in einem fesselnden Theaterstück. Nur stellt sich dieses Theater als das wahre Leben heraus. Ein Grund, der mich vor überzogenen Interpretationen und Handlungsweisen zurückweichen lässt, denn die Folgen betreffen meine Wirklichkeit. Ich bin eine Hauptfigur, die vor lauter Unsicherheit das Weite sucht, und sie spielt keine Rolle. Nein, diese lebt sie. Ihr Wesen trägt Verantwortung dafür, dass die Bühne bebt. Zum Glück hält sich der Besucheransturm in Grenzen, denn Beobachter wären ziemlich schwerlich ruhig zu stellen. Mhm, woher kann sie nur so gut massieren? Plötzlich geht es einfach nicht anders. Ich muss es tun und zwar auf der Stelle. Langsam drehe ich meinen Kopf in eine Position, die einen freien Blick in ihre Augen gewährt. Eigentlich. Hätte sie nicht ihre Augen geschlossen und sie massiert mich so voller Gefühl. Mit der Zeit überkommt mich das schlechte Gewissen. Wie hält sie mich nur aus? So ein egoistisches Verhalten von mir. Okay, ich erlag vorhin einem sehr erotischen Gedankenfluss, doch ihm nachzugehen, zerstört mein Leben. Alles, was ich mir bis heute aufgebaut habe, würde ich in Frage stellen. Leise beginnen meine Gedanken, einmal probehalber Abschied zu nehmen, doch ein Goodbye auf Zeit ist das nicht. Wie viel Gefühl beanspruche ich für meine derzeitige Beziehung? Sicher. Es könnte wahrlich mehr sein, doch meine Freunde, meine Eltern – was ist damit? Keiner klopft mir auf die Schulter und sagt „Bravo. Werde glücklich. Wir akzeptieren dich so, wie du bist. Bringe sie doch einfach zum Mittagessen mit.“ Niemand interessiert sich für mein wahres Ich. Hauptsache ich funktioniere wie eine Spülmaschine. Bei der Gelegenheit könnte ich mich rein waschen lassen. So viel einfacher ist es, wenn man sich umdreht und geht, anstatt sich einmal ernsthaft mit mir auseinander zu setzen. Passt nicht in unseren kleinen Wirkungskreis und fertig. Genau so und nicht anders verliefe diese Misere. Hauptsache meine Schultern werden immer mit dreckiger Wäsche beladen. Der ein oder Andere würde mir noch eine letzte Chance geben, mir eine Kette mit Fakten, die allesamt an meinen Verstand appellieren, um den Hals hängen und ich entscheide danach, ob ich durch diese Tür gehe, sie nach mir schließe und nie wieder komme oder dem Laufe meines gewohnten Lebens unermüdlich folge. Ich habe die Wahl. Mir bleibt die Qual. Zugegeben. Wenn ich mich in ihrer Sinnlichkeit verliere, quält sie mich sehr süß. Natürlich alles rein mental und das gefühlte Unterbewusstsein wächst mit jeder Berührung von ihr. Ist es das, was es ist (DANKE, DIE LEHRERIN *g*) oder schlage ich mich mit meinen eigenen Waffen? Wann hatte ich das letzte Mal Sex? Okay, lohnt sich nicht wirklich, diese Fährte zu verfolgen. Viel besser ist doch das ‚Wie hatte ich das letzte Mal Sex’? Quod erat demonstrantum. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Schlimm genug, dass ich heute Nacht halbnackt bei einer anderen Frau liege und gegen eine so wohltuende Versuchung ankämpfe. Nein, eigentlich habe ich ja schon längst betrogen und hintergangen. Hilfe. Das bin nicht ich. Nie hätte ich vermutet, dass ich so etwas überhaupt nur ansatzweise leben kann. Ich fühle mich schlecht dabei, denn verdient hat das keiner. Irgendwann existierten für diesen Mann starke Gefühle. Vielleicht sind sie nur verschüttet und ein Bagger gräbt sie wieder frei. Niemals, statt dessen fährt eine junge Dame ihren Bagger aus der Garage und gräbt mich wirkungsvoll an. Wo soll das noch enden? Puh, alles an und in mir ist überfragt, denn meine kleine Welt besteht seit dem Abend in der Disko aus lauter Fragezeichen. Die einen ein wenig größer, andere etwas kleiner und im Grunde liegt es an mir, dass es soviel Verwirrung um mich herum gibt. Ihr Standpunkt kam unmissverständlich bei mir an und ich weiss genau, was sie will. Mich. Nur darf ich nicht der Verlockung erliegen, die in der Bedürfnispyramide Schritt für Schritt nach oben rutscht. Fataler ginge es dann wohl kaum. Nein, ich besitze nicht das Recht, mir Dinge zu nehmen, nach denen mein Verlangen gerade schreit. Keinesfalls möchte ich diese Frau so abartig verletzen. So ehrlich und offen, wie sie mit mir redet, das hat schon einen gewissen Respekt verdient. Außerdem vertraut sie mir und da ich genug Vertrauensbrüche, einschließlich der heutigen Nacht, begangen habe, steht mir nicht mehr das Gemüt danach. Bei all den Gedanken kristallisiert sich endlich ein sehnlicher Geburtstagswunsch heraus. Immer beschwert sich meine Familie, dass ich so etwas in den seltensten Fällen besitze. Nun kenne ich einen Inständigen. Einen Boxsack. Meine Aggressionen werden es zu würdigen wissen. Disziplin, die Dame, Disziplin. Immer nur das Eine. Ich will nicht mehr.
Es grüßt euch lieb,
*.*Gast*.*
edit: @Lehrerin
Würde gerne mal etwas von Dir lesen, wenn Du Dich trauen solltest ;-)