Löwentochter
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Vielleicht ist so ein enger Kontakt zu einer Lehrerin, zu der man auch gehen kann, wenn man Sorgen, Probleme hat in kleineren Orten ja normal?
Hm, also ich wohne in Baden-Württemberg, in einer 40.000-Einwohner-Stadt in der Nähe von Stuttgart. Ich gehe auf eines der zwei Gymnasien. Ich will nicht behaupten, dass mein Wohnort die Weltmetropole ist, aber immerhin kennt nicht jeder jeden und nicht jeder zweite ist Bauer oder Wirt.
Also an meiner Schule ist es so schlimm, da kennen selbst die Klassenlehrer manchmal ihre Schüler nicht, wenn sie ihnen irgendwo in der Pause oder auf dem Gang begegnen. Manche Schüler werden von den Lehrern gemobbt, jeder zieht nur seinen Stoff durch, viele gehen früher in Rente wegen Überlastung und Burn-out usw.
Neulich hat noch nicht mal eine Lehrerin eingegriffen, als ein Mädchen, übelst von Jungs gedemütigt und fast vergewaltigt wurde. Sie tat so, als sähe sie es nicht.
Oh. Mein. Gott. Ernsthaft jetzt? Besonders das letzte ist ja schlimm. Ich habe heut in Französisch angefangen zu heulen, weil ich einen Kurztest total versaut habe, weil ich keine Zeit zum Lernen hatte... Meine Klassen- bzw. Französischlehrerin (nicht mein Schatz) hat vorgeschlagen, dass ich ja mit meiner Freundin rausgehen kann, wenn ich will und kam dann auch später nach, um zu gucken, wie es mir geht usw.
Ich meine, bei uns sagt man immer so ein bisschen scherzhaft "Frau Soundso ist voll die Psychiaterin" etc., aber eigentlich ist man schon froh, wenn die Lehrer sich für einen interessieren und nicht nur gelangweilt ihren Unterricht durchnudeln und danach ins Lehrerzimmer verschwinden.
Und ich gehe nicht etwa auf eine Hauptschule, sondern auf ein Gymnasium in einem guten Bezirk.
Das hat mich jetzt am meisten überrascht. Ich habe eher an Integrierte Gesamtschule oder so was gedacht... Aber klar, es hängt schon von Umfeld und Schule und Schülern ab, wie der Lehrer sich verhält und damit auch, ob er in den Augen eines Schülers "liebenswert" erscheint.
Liebe Grüße,
Löwentochter