"Man muß nie verzweifeln, wenn etwas verloren geht, ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; es kommt alles noch herrlicher wieder. Was abfallen muß, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns, denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, die größer als unsere Einsicht sind und mit denen wir uns scheinbar im Widerspruch stehen. Man muß in sich selber leben und an das ganze Leben denken, an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünften, denen gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt - ."
ja, es ist schön, wenn man das so sehen kann. aber dazu brauchts viel kraft. auch freunde, die sich nach deinem outing abwenden, waren mal deine freunde und klar- man kann immer sagen, dass sies nicht wert sind (sind sies wirklich nicht!), aber man hat trotzdem viel zeit mit ihnen verbracht und kennt die geheimnisse von einander. und ein abschied unter diesen umständen fällt dann nicht leicht, obwohl er es sollte.
ich finde das zitat schön und nehme es mir zu herzen, so gut das geht.
und ob es besser ist, für etwas gehasst zu werden, was man ist, als dass man geliebt wird für was, das man nicht ist... naja, ist der satz nicht schon so dermassen abgedroschen? ich denke, früher oder später wird jede/r merken, was ihm gut tut, und was nicht. vielleicht gibts leute, denen tuts gut, ihren schein zu bewahren, als wenn sie zu dem stehen, was sie wirklich wären. und andere möchten wieder anders sein und sowieso anders als alle anderen, bloss nicht normal, nur irgendwie aus dem raster fallen und das macht sie auch nicht sympathischer, weil es nicht authentisch ist.
und dann gibts leute, die sind aus bequemlichkeit so, wie sie sind. und manchmal passt das mit den sympathievorstellungen anderer menschen überein und sie werden vielleicht sogar bewundert. und manchmal eben auch nicht
🙂.
@memories: ja, ich verstehe. ach und das mit dem unterdrücken. beginn mal damit, die männerposter in deinem zimmer zu demontieren
🙂. ich habs auch verdrängt, bis zuletzt, als mir einer nahe kommen wollte, da sah ich nur noch diese bartstoppeln und schob ihn weg. aber ich kann deine angst gut nachvollziehen. nur: die leute merken das gar nicht. du kannst mal eine mutprobe machen (hab ich auch gemacht): geh an einen kiosk und kauf dir ein lesbenheft (k.a., was es da alles mittlerweile so gibt). oder schau dir einen film im kino an, in dem es um homosexualität geht. nimm kleine schritte, geh's langsam an.
manchmal hat man den gedanken, dass man, wenn man schwänze mag, doch noch halb normal ist. also, auf gar keinen fall eine solche kampflesbe, die männer hasst und ihnen am liebsten alles abstehende abschneiden würde. das vergeht. ich hab mir auch eine zeit gedacht, ich sei "nur" bi und würde dann schon wieder auf den richtigen pfad zurückfinden, bis mir jemand zeigte, dass es auch noch einen anderen ganz passablen weg gab, das schlafzimmer und den alltag mit einer frau zu teilen. ohne dass man männer gleich hassen muss, sich die haare abschneiden muss, auf der schulter eine doppelaxt tätowiert zu haben und über männer lästert (hab ich noch irgend ein klischee vergessen?). aja, eines musst du dir bewusst werden: es wird dir nichts geschenkt. man muss alleine durch. aber das macht auch wieder stark.
und selbst wenn du nicht lesbisch bist, ist das völlig ok. ich mag dich auch so.
liebe grüsse