@Nicegirl
Erwachsenenbildung und Printmedientechnik hab ich studiert. Gott sei dank kann ich da einen Haken ran machen.
Weißt du schon, was du studieren willst oder ist noch alles unklar?
Hier nochwas Geschriebenes...Vielleicht kann sich der ein oder andere identifizieren...
Ich atme schwer, als ich den maroden Treppen hinauf zu der Wohnungstür Folge leiste. Seit ich weiß, wie es sich anfühlt, an vorderster Front zu kämpfen, leiste ich nur noch Folge. Mein Leben besteht aus Generälen und Befehlen, denen ich mich schwer widersetzen kann. Einmal gebrochen und ich Ende als Dissident, der mit einer aussichtslosen Einsicht neues Land für sich gewinnen möchte und genau weiß, dass es ihm nicht gelingen wird. Obwohl es sicher seinen Reiz hätte, für sich selbst zu kämpfen und irgendwann vielleicht die Friedensflagge zu hissen, erdrückt mich das Gedachte auf den immer wiederkehrendem Weg zurück an die Front. In letzter Minute, bevor ich über die Schwelle der Wohnungstür trete, überdenke ich meine zu recht gelegten Sätze, in der Hoffnung, sie nicht gebrauchen zu müssen. Doch jedes mal wieder erlebe ich, wie Worte verletzen können. Kommentarlos, stumm und leer ziehe ich mich zurück. Ich denke an damals. An diesen einen Tag in meinem Leben als alles anfing und mich so wunderbar verlockend an die Zukunft glauben ließ. Inzwischen ist viel passiert, soviel, dass sich Worte wie Speerspitzen tief ins Herz bohren. Innerlich verblute ich. So ist nun einmal das Leben im Exil. Der Zweifrontentakt meines Gewissens überrollt meine Nächte, die schlaflos und leer enden. Mein Leben zieht in wilden Bahnen an mir vorüber. Ich fühle mich daneben stehend und sehe zu, wie es sich den Weg ins Verderben bahnt. Meine Motivation, es wieder selbst in die Hand zu nehmen, erstickt schon in den Ansätzen. In meinem Zimmer, das Hoheitsgebiet schlechthin, öffne ich das Fenster und setze mich auf den Sims. Starrheit überkommt meinen Blick, der sich im Mondschein an der Straßenlaterne aufhängt. Der Beginn meiner Reise zu mir selbst veränderte das Gesicht der Welt, wenn auch einer sehr Kleinen. Kolumbus entdeckte Amerika, obwohl er nach Indien wollte. Eines muss ich Kolumbus lassen. Er war ein Eroberer. Ich forsche noch, um das Rollenverständnis kurz zu klären. Doch in dieser einen Nacht trägt alles dazu bei, dass ich mich verloren fühle. Einsamkeit schleicht sich in meinen Gefühlszustand, wobei ich nicht genau sagen kann, ob es nicht doch nur die Leere in mir ist. Ich hebe meinen Blick, bevor ich springe. Gedanklich. Stille kann so eintönig, fast schon zermürbend sein und in die Finsternis skizzieren sich rohe Annahmen, die ihren Platz im Leben suchen, einfach neben mir auf dem Fenstersims. ‚Abwarten’, ein Wort, das sich so wahnsinnig schnell gesagt hat, ohne das Ausmaß zu begreifen, und ich warte seit zwei Jahren, dass sie mich liebt.
LG,
Sternchengast