Unzählige Male bin ich am Lehrerzimmer gestanden, obwohl ich von dort nichts wollte. Unzählige Male habe ich mit den Leuten an der Bushaltestelle geplaudert, nur weil sie Aufsicht hatte. Unzählige Male bin ich im Schulgebäude Umwege gegangen, nur um ihr zu begegnen. Unzählige Male bin ich zur Nachbarsklasse, nur weil sie dort Unterricht hatte.
🙄 das kommt mir so bekannt vor. streit mit anderen riskieren, sich ständig rechtfertigen müssen, alles verstecken müssen, nicht flirten dürfen, freud und leid für sich behalten- bin ich froh, dass diese zeit vorbei ist!!!!!
vermutlich können wir es nicht vergessen, ich habe mal gelernt, dass sich prägende erinnerungen und gedanken molekular im gehirn festsetzen. man müsste also irgendwie diese moleküle loswerden, aber das geht zum glück nicht. ich hab mich mal entschieden, die einfach dort zu lassen, wo sie jetzt gerade sind. irgendwann werden diese schaltkreise weniger benutzt, aber bleiben werden sie trotzdem. weshalb sich also gegen etwas wehren, wogegen man sowieso machtlos ist
😉?
gell, es ist so fies, wenn es keine objektive angriffsfläche gibt. mir war und ist es unmöglich, zu hassen, es geht beim besten willen nicht. da aber hass genau wie liebe ein starkes gefühl ist, ist es vielleicht ein trugschluss, dass man besser abschliessen kann, wenn man hasst. die gedanken verschwinden ja nicht durch den hass, meine ich zumindest. vielleicht könnte man es mit hypnose versuchen? oder magnetresonanztherapie? oder regelmässige schlammbäder... es hat doch alles keinen sinn und vielleicht muss man genau das einsehen, damit es aufhört. aber das ist auch unbefriedigend, weil sinnlose dinge sind so mühsam! wobei hier vielleicht der sinn im unsinn liegt.
was aber auf jeden fall hilft, ist, wenn man keinen kontakt mehr hat. das schicksal wird es auch ganz gut einrichten, dass man sich nicht zufällig begegnet, davon bin ich fest überzeugt. ich mag das kaum aufschreiben, aber es ist wohl so, dass es die zeit richten wird.
habt ihr es wirklich anderen aus eurer klasse erzählt? ich habs einer aus meiner klasse erzählt, von der ich mir sicher war, dass sies niemandem weitersagen wird. sonst wäre ich da vorsichtig, solche dinge sind gefundenes fressen und werden vor allem gerne nach ein zwei gläschen dann doch per zufall preisgegeben und verbreiten sich wie ein unkontrolliertes waldfeuer. sowas wollte ich zumindest zur schulzeit nicht riskieren. ich glaub, jetzt wärs mir egal.
liebe grüsse