Hallo Leute!
Schön, dass so schnell welche geantwortet haben!
Also das Ganze ist jetzt ziemlich genau 5 Jahre her! Schon ne ganz schön lange Zeit, oder? Und ich hab keinen Kontakt mehr zu ihr –hatt ich ja die ganze Zeit über nicht!
Das mit dem Brief schreiben find ich ja eigentlich ne ganz gute Idee, aber dann wüsst ich ja nicht wie sie darauf reagiert und ich würde schon gerne ihren Gesichtsausdruck sehen! Und wie sollt ich das dann überhaupt machen? Ihn ihr schicken, immer mit mir rumschleppen und ihn ihr dann geben, wenn ich sie mal seh oder zu der Schule gehen, nach ihr fragen und ihn ihr dann geben? Ich glaub, ich würd’s ihr doch lieber persönlich sagen! Vielleicht so auf die Art „Ach übrigens, ich war mal ziemlich verliebt in sie und deshalb so gut in Englisch“, keine Ahnung.
Ich kann bei ihr auch so schwer einschätzen wie sie auf so was reagieren würde. Wahrscheinlich ziemlich überrascht, aber ansonsten doch positiv denk ich. Es gibt ja diese Lehrerinnen, die ne ziemlich offene Art haben und auch immer gern zur Vertrauenslehrerin gewählt werden. Bei denen kann ich mir gut vorstellen, dass sie das Ganze ganz gut aufnehmen und ziemlich verständnisvoll sind, aber vllt. auch so auf die Art „Mach dich nicht so verrückt“ und das dann so als Pubertätsphase abtun, die viele eben durchmachen. So toll fänd ich das dann aber auch nicht! Oder was meint ihr? Natürlich ist es ziemlich blöd, wenn die Lehrerin dann total auf Distanz geht (würde ja bei mir nich in Frage kommen, aber kommt ja doch bei einigen hier vor, die sie noch länger im Unterricht haben, nachdem sie’s ihr gesagt haben), einen vllt. sogar fast nur noch ignoriert oder so. Aber wenn’s dann so als Phase mehr oder weniger abgestempelt wird, ich weiß nicht, so was würd ich mir auch nicht unbedingt anhörn wollen!
Und dass ich’s keinem gesagt hab, na ja, ich hab’s mir selber ja gar nicht eingestanden! Irgendwie ist mir das alles erst im Nachhinein so richtig bewusst geworden, diese ganzen Gefühle für sie und so. Vorher hab ich mich halt einfach immer wahnsinnig gefreut, wenn wir sie hatten oder wenn ich sie sonst in der Schule gesehen hab und hab ziemlich viel an sie gedacht. Und diese tollen Verliebtheitsgefühle waren natürlich da. Aber ich hab nicht ständig drüber nachgedacht, wie ich es ihr am besten sagen und wie sie wohl darauf reagieren könnte. Dazu hat eben der Schritt gefehlt, dass ich’s selber wirklich eingesehen hab, in sie verliebt zu sein. (Hab’s ja nicht mal in mein Tagebuch geschrieben.) Wenn zu mir z.B. ne Freundin gesagt hätte „Sag mal, bist du in die Frau… verliebt?“ wär ich wahrscheinlich total schockiert gewesen und hätt mich in der nächsten Zeit in ihrem Unterricht so unauffällig wie möglich benommen, nur noch stillschweigend an meinem Platz gesessen und mich am liebsten in Luft aufgelöst. Ob es so schlimm war mit keinem darüber zu reden? Keine Ahnung. Ich hab meine Mutter dauernd vollgequatscht, von ihr und ihrem Unterricht ziemlich viel erzählt und so. Das war wahrscheinlich schon extrem auffällig! Das war aber auch alles! Es war ja nicht so, dass ich unter der ganzen Situation total gelitten hätte. Klar ging’s mir nicht so toll, wenn ich sie mal längere Zeit nicht gesehen hab, weil Ferien waren oder so. Ich war jetzt aber nicht die ganze Zeit deswegen nur noch deprimiert und hab dauernd geheult . Da haben schon die ganzen positiven Sachen überwogen. War ja immerhin schon ne schöne Zeit. Bin nie lieber zur Schule gegangen als zu der Zeit. Ist doch auch total schön, wenn man weiß man sieht sie heute wieder, wird von ihr beachtet und so. Aber es wäre sicher auch nicht schlecht gewesen, wenn ich’s jemandem hätte sagen können, wo ich gewusst hätte, der versteht mich und so. So n Thread wie den hier hätt’s da eben geben müssen. Das hätt mir wahrscheinlich am meisten geholfen! Mit Betroffenen, sag ich mal, sich auszutauschen ist ja sowieso noch mal was ganz anderes!
(Ich hoffe, das ist einigermaßen verständlich rübergekommen, aber ich denke schon!)
Ach, übrigens, als ich dann in der 10. war und eben klar war, dass ich sie bald nicht mehr seh.
Da hatt ich n ziemlich zwiespältiges Gefühl. Einerseits war ich ziemlich deprimiert deswegen. Wollte so gern nach der Schule noch Kontakt zu ihr, wusste aber auch nicht wie ich das anstellen sollte. Andrerseits wollt ich auch n bisschen Abstand davon kriegen und fand es zum Teil extrem übertrieben wie ich versucht hab, ihr absichtlich übern Weg zu laufen, extra länger in dem Klassenzimmer von ner Freundin geblieben bin, die sie als Klassenlehrerin hatte –solche Sachen eben. Konnt mich dann auch nicht mehr so um ihr Fach kümmern, weil ich schauen musste, dass ich auch in den anderen Fächern noch möglichst viel raushol, für’s Abschlusszeugnis eben. (hab nämlich manche Fächer wegen ihr auch ganz schön vernachlässigt). Und hatte auch fast schon Angst, bei ihr schlechter zu werden. Dass ich bei ihr in der Abfrage (Vokabelabfrage) nicht viel weiß oder sie mich vielleicht im Unterricht drannimmt und ich keine Ahnung hab. Sie hat mir nämlich auch was die Prüfung anging, ziemlich viel zugetraut. Das wusste ich und wollte sie dann irgendwie auch nicht enttäuschen. Aber ihr Fach war eben nicht das einzige, was ich hatte. Also nicht mehr so intensive Unterrichtsvorbereitung möglich, konnte nicht mehr so gut auf mich aufmerksam machen, nicht mehr so oft mit ihr ins Gespräch kommen etc. Und ich war mir dann auch gar nicht mehr so sicher, ob sie mich noch mag oder so, weil sie sonst eben immer so begeistert war, dass ich so viel mitgemacht hab und viel mehr wusste als die anderen und das dann plötzlich ausblieb.
Wie es nach meinem Abschluss war? Erstmal bin ich in n ziemlich tiefes Loch gefallen. Erst ist man die ganze Zeit am Lernen, dann sind die Prüfungen plötzlich vorbei und man weiß gar nicht was ich mit sich anfangen soll. Und dann nach der Abschlussfeier wusst ich das sowieso nicht mehr. Hab einige Mitschüler zum letzten Mal gesehen. Dann auch ne andere Lehrerin, die ich ganz gern gemocht hab, vllt. ganz gern als Mutter gehabt hätte (war eher so der Vertrauenslehrertyp mit Mann und Kindern). Und natürlich war mir klar, dass ich Sie jetzt gar nicht mehr sehen kann (Die letzte Stunde war echt schlimm. Hab’s aber wenigstens geschafft sie zu fragen, ob ich n Photo von ihr machen darf, was mich aber gar nicht so die Überwindung gekostet hat, weil die halbe Klasse da irgendwie am rumfotografieren war.) War echt total enttäuscht, als ich sie nirgendwo sehen konnte bei der Abschlussfeier! Wollte mich gerade von ihr unbedingt noch verabschieden! Und nich irgendwelche anderen Lehrer sehen, die ich eh nicht leiden konnte.
Nach den Ferien bin ich auf ne andere Schule gekommen, wo auch n paar von meinen Freunden waren und ich war gleich ziemlich mit Lernen und so eingespannt. Hab überraschenderweise dann auch öfter mal n Lehrerin von der alten Schule gesehen mit der ich auch ab und zu mal n paar Worte gewechselt hab. Das hat mich n bisschen getröstet, weil so könnte vllt. mal n schönen Gruß ausrichten lassen oder so. Aber ihr Unterricht hat mir schon extrem gefehlt! Und sie mir natürlich auch. Aber da war dann halt auch so der Gedanke „vllt. solltest du dich mal für Jungs interessieren“ und so; zu der Zeit hatten immerhin auch viele von meinen Freunden grad n Freund.
Kennt ihr auch dieses Gefühl, dass es euch total gut geht und ihr wegen eurer Lehrerin, aber dann auch denkt „Jetzt fang mal nicht an zu übertreiben gerade was länger wegen in der Schule bleiben und so angeht und ihr eure Gefühle dann auch stark runterspielt? Das war bei mir dann v.a. gegen Ende so!
Na ja, und bei mir wars auf keinen Fall so, dass ich mir gewünscht, dass sie meine Mutter wär oder so.
Wie ist der Unterricht bei eurer Lehrerin eigentlich so? Alles ziemlich auf’s Fach konzentriert oder wird auch mal die ganze Stunde über irgendwas anderes gequatscht? Ist sie eher streng und konsequent oder herrscht oft heilloses Durcheinander und jeder macht, was er will? Erzählt sie viel aus ihrem Leben? Ist sie beliebt bei den Schülern? Meine hat wie schon gesagt nicht gerade viel Privates erzählt und besonders beliebt war sie auch nicht, was ich eigentlich nicht verstehen konnte. (Man konnte bei ihr halt nicht einfach mal ne Stunde mit mehr oder weniger Nichtstun rumkriegen, aber sie war jetzt nicht extrem streng oder so und hat ständig irgendwelche Schüler niedergemacht.)
Wie seid ihr in ihrem Fach so? Gut, mittelmäßig, Klassenbeste? Macht ihr viel mit im Unterricht? Bei mir war es immer so, dass ich mich erst dann gemeldet hab, wenn ich mir sicher war, dass meine Antwort stimmen würde, obwohl das ja eigentlich Quatsch ist, weil es ja nicht schlimm ist mal was Falsches zu sagen. Das hieß halt, dass ich echt ziemlich viel gelernt hab und auch ziemlich genau. Wollte ja nicht nur ne gute Schulaufgabennote, sondern eben auch noch gut mitmachen. Sie war dann gleich am Anfang so begeistert davon, dass ich dann halt auch nicht plötzlich schlechter sein wollte, sie irgendwie auch nicht enttäuschen wollte, gerade was Mitarbeit anbelangt, und auch ziemlich oft vorgelernt hab gerade in der 8. und 9.Klasse.