Ich möchte hier auch mal meine Sicht der Dinge schildern... auch ich habe schon während der Schulzeit Kontakt zu meiner Lehrerin gesucht, der dann nach dem Abi auch noch um einiges privater wurde. Und nein, ich habe nicht das Gefühl, eine "Witzfigur" zu sein und meine Zeit zu verschwenden, indem ich ihr hinterherlaufe. Von ihrer Seite kommt schließlich auch etwas zurück und ich glaube sagen zu können, dass ich ihr auf irgendeine Art auch wichtig geworden bin. Von daher würde ich nicht ausschließen, dass nicht auch Freundschaften zwischen Lehrern und (ehemaligen) Schülern entstehen können, auch wenn das wahrscheinlich eher selten der Fall ist. Wenn man alle Jubeljahre mal ne belanglose Mail bekommt, ist das natürlich was anderes und bestimmt auch besser, den Kontakt komplett abzubrechen, als sich noch weiter in die Sache hineinzusteigern. Ich finde es nur falsch, den Kontakt/ Freundschaft grundsätzlich abzulehnen, weil ich denke, dass es durchaus Lehrerinnen gibt, denen auch etwas an ihrer Schülerin liegt und die vielleicht sogar auch enttäuscht darüber wäre, wenn diese aus heiterem Himmel den Kontakt abbrechen würde. Ich für meinen Teil kann auf jeden Fall sagen, dass ich sehr froh darüber bin, meine Lehrerin weiterhin in meinem Leben haben zu dürfen. Was Leute angeht, die wirklich eine Liebesbeziehung anstreben, denke ich, dass das auf jeden Fall nochmal ne andere Nummer ist, auch wenn ich glaube, dass nichts unmöglich ist.
So, wollte hier nur mal die andere Seite beleuchten, von einer ehemaligen Schülerin, die glücklich über den freundschaftlichen Kontakt zu ihrer Lehrerin ist! Auch wenn ich jetzt von der Anti-Freundschaftspartie wahrscheinlich mit Steinen beschmissen werde...
Ich war der Gast "über dir".
😉
Nein, natürlich beschmeiße ich dich jetzt nicht mit Steinen. Es ist gleichzeitig schön und traurig für mich, zu lesen, wie gut das offenbar bei dir klappt. Aber daran sieht man mal wieder: Es ist wohl immer von den beiden Menschen abhängig, die sich da begegnet sind. Es ist also sehr wichtig, dass du diesen Beitrag gebracht hast und führt noch mal vor Augen, dass man nichts pauschalisieren darf.
Das mit der Witzfigur war jetzt auch wirklich mehr auf "meine" Variante der Schüler-Lehrer-Beziehung nach dem Abschluss bezogen. Bei aller Bescheidenheit erhofft man sich ja nun mal zumindest eines von dem Kontakt: dass er stabil ist und der jeweils andere ein gewisses Interesse zeigt. Es sollten Fragen gestellt und beantwortet werden, es sollte ein Austausch stattfinden (also, der andere sollte antworten) und wenn der Kontakt dann doch mal abreißt, sollte auch der andere (bzw. die Lehrerin) es über sich bringen, einfach mal zu schreiben. Man muss erkennen, wann eine Antwort nur noch reine Höflichkeit darstellt. Wenn man trotzdem weitermacht und versucht, etwas zu erzwingen, dann wird es albern. Das ist das, was ich meinte, und was bei mir tatsächlich der Fall war.
So wie es klingt, ist das bei dir nicht so und ich bin froh darum. Es gibt mir die Hoffnung, dass "das alles" mit anderen Menschen einfacher ist bzw. sein kann. Und nur, um das noch zu betonen - eine Liebesbeziehung oder dergleichen hatte ich selbst z.B. auch nie im Sinn, nicht mal eine enge Freundschaft, sondern einfach nur zwanglosen Kontakt - daher komme ich für meinen Fall zum dem Schluss, dass sie einfach die Falsche war dafür. Das zu verstehen, nachdem man so viele Jahre so viel miteinander zu tun hatte, war hart, daher habe ich es ja so lange mit dem Kontakthalten probiert und bin in gewisser Weise verbittert.
Jeder sollte es also vielleicht nach dem Abschluss einfach mal probieren, ob das mit dem Kontakthalten klappt. Wenn ja, dann ist das sehr schön, wenn nein, dann sollte man daraus die Konsequenz ziehen, den Kontakt abzubrechen.
Siehst du, lieber andere Gast, ich habe etwas von dir gelernt und meine Meinung ein bisschen revidiert.