@Pamir: ich stimme dir in allen Punkten zu...
Darf ich fragen, inwieweit du noch Kontakt zu deiner (ehemaligen) Lehrerin hast?
Ich hoffe auch, dass der Kontakt halten wird, es kommen mir aber immer wieder Zweifel, da man als Lehrer/in schließlich erwachsen ist, ein eigenes Leben und oft auch Familie hat und ich mich frage, ob man als "kleine Schülerin" überhaupt Platz darin hat. Oder wäre es nicht immer so, dass man selbst für den Kontakt einiges mehr gibt, als der Lehrer? Einfach weil man selbst "mehr davon hat" und es einem viel wichtiger ist?
hallo gast
wir haben wieder kontakt (nach ein paar jahren ruhe), naja, ist viel passiert in der zwischenzeit. was die zukunft anbelangt: ich habe aufgehört, irgendwelche prognosen zu stellen. ich nehms jetzt, wies kommt. geht schon um einiges besser als vor dem kontaktunterbruch, ich merke aber, dass zumindest anfangs noch immer eine gewisse nervosität ist, die sich aber ziemlich rasch gelegt hat. Darüber bin ich froh, denn es zeigt mir, dass ich auf einem guten weg bin.
ich denke, dass es wichtig ist, erfahrungen zu machen, an selbstwertgefühl zu gewinnen ("kleine schülerin") und dann auch für sich selbst schauen, wo die prioritäten liegen. Ich kann nur von meiner geschichte berichten, aber es bleibt eine aus vielen. Für mich war dieses abhängigkeitsgefälle sehr schwierig. Ich merke das auch noch heute bei meinen neuen vorgesetzten. Ich mag hierarchien nicht, aber trotzdem sind sie wichtig. Offenbar begleitet mich dieses thema ständig, wenn auch nur das eine mal mit starken gefühlen. Ich konnte auch schon damals meine lehrerin nicht als autoritätsperson akzeptieren, weil ich glaubte, dass ich nicht mit jemandem, der über mir steht, ein enges verhältnis haben kann. ich habe dinge eingefordert, die mir nicht zustanden. heute sehe ich das strenger, aber man liess mich damals gewähren, es schien keine konsequenzen zu haben, wenn ich mich ihr gegenüber zu weit aus dem fenster lehnte.
ich kenne diesen zwist mit dem „mehr geben“. Davon würde ich mich verabschieden, denn es macht dich nur wahnsinnig. Das schöne bei der sache ist, dass du es ja in der hand hast, auch wenn es auf den ersten augenblick nicht so scheint. Du kannst bestimmen, wann es dir zu blöd wird, wieviel du geben willst. Ausserdem vergisst man manchmal, dass das „mehr geben“ eher kontraproduktiv ist und die leute in die flucht schlägt. Meistens ist man auch nicht im gleichen alter und hat unterschiedliche vorstellungen von „wie häufig soll man sich sehen“. Ich habe eine gute freundin seit kindheitstagen, aber sie meldet sich 3-4mal pro woche, das ist mir einfach zuviel.
Es ist ein langer prozess, aber es kommt der tag, an dem man merkt, dass man selbst auch nicht soviel zeit hat, freizeit, die man zwischen beziehung, zeit für sich selbst, hobbies, freunden und familie teilen muss.
Vermutlich ist es dir *jetzt* wichtiger und man sieht es noch nicht plastisch, dass man die angebetete nicht mehr regelmässig sehen wird (das ist ja auch das schöne an der schule….). ich glaube/hoffe/denke, dass die alten abhängigkeitsmuster fallen können und man sich auf gleicher ebene unterhalten kann (du siehst, bin ein gebranntes kind, was das anbelangt). Dann wird auch deiner lehrerin etwas an eurem kontakt liegen. Und dann kommt m.e. das ins spiel, was ich im ersten post geschrieben habe- gibt’s gemeinsame interessen/werte/was auch immer und dann wird’s spannend.