Hallo mal wieder
@banana^^
Auch von mir gibts was Neues, aber nichts Gutes. Vor ein paar Tagen hab ich zufällig mitbekommen, wie meine Lehrerin mit jemand per Handy telefonierte. Sie wirkte dabei ganz fröhlich und vergnügt und sagte, dass sie gerade in der Schule sei. Ihre Eltern werden es wohl nicht gewesen sein und ein geschäftlicher Anruf wohl auch nicht. Dazu war sie viel zu vergnügt. Eine Freundin könnte es vielleicht gewesen sein aber irgendwie kommt mir das nicht sehr wahrscheinlich vor. Viel eher glaube ich, dass sie wohl doch einen Freund hat, der sie in der Schule anrief. Denn soviele andere mögliche Anrufer, bei denen sie sich am Telefon so verhalten würde, wie ich es erlebt habe, gibt es eigentlich nicht. Es ist ja eigentlich auch geradezu unwahrscheinlich, dass so ein junges hübsches Mädchen in dem Alter keinen Freund hat. Ich hatte diesen Gedanken bis dahin immer nur so gut es eben ging verdrängt. Als ich an dem Tag dann nach Hause kam, hab ich mich gleich ins Bett gelegt und mich in den Schlaf geweint. Zu Beginn des Tages war ich eigentlich noch halbwegs gut gelaunt. Mein Horoskop sagte, dass die Liebessterne günstig für mich stehen und in meinem Glückskeks war ein Zettel mit der Aufschifft: "Neues Glück lässt all deine Sorgen und Lasten verblassen". Als ich dann den Zettel so auf meinem Nachttisch sah, musste ich unter Tränen unwillkürlich auflachen. Aber es war kein fröhliches Lachen, sondern ein ungläubiges und unendlich entäuschtes Lachen. Ich dachte mir nur: " So abergläubischer SCHEEEIIIIIIßßß!!!" und warf den Wisch dann zerknüllt in die Ecke. Eigentlich habe ich früher nie so richtig an Horoskope usw. geglaubt aber seit ich mich in diese Frau verliebt habe und die Verzweiflung zu groß wurde, habe ich mich irgendwann in die Vorstellung geflüchtet es könne vielleicht doch was bringen. Und es tut so unwahrscheinlich weh, wenn man auf so brutale Weise erkennen muss dass es eben doch nur eine wunderschöne Illusion war. Alle Hoffnungen, die ich mir trotz der schwierigen Umstände noch gemacht hatte waren mit einem mal wie ausgelöscht. Ich, etwas füllig und wahrscheinlich nicht ihr Typ, Sie mit Freund und zudem noch meine Lehrerin, die ich schon vom Gesetz her nicht lieben darf. Sicherer kann das Schicksal diese Frau wohl nicht von mir fernhalten. Und dann wagt es das Schicksal auch noch mich mit solch einem Glückskeks zu verarschen. So kam es mir jedenfalls vom Gefühl her vor. Am nächsten Tag dachte ich mir dann, dass ich da viellicht zuviel rein interpretiert habe und beschloss meinen Traum von einer gemeinsamen Zukunft bis zum Ende meiner Ausbildung an der Berufsschule zu Ende zu träumen. Ich wollte die Hoffnung wenigstens bis zum Schluss irgendwie aufrecht erhalten. Aber nur wenige Tage später erzählte jemand, dass sie einen spanischen Freund hat. Es war zwar auch nur mehr ein Gerücht aber die Anzeichen verdichten sich langsam. Und wie gesagt, es wäre unwahrscheinlich, wenn sie keinen Freund hätte. Es ist so ein ohnmächtiges Gefühl der Wut, das ich in letzter Zeit empfinde, wenn ich daran denke, dass so ein widerlicher Kerl irgendwo da draußen meine große Liebe, gerade jetzt, mit seinen gierigen Fingern anfasst und Dinge mit ihr anstellt, die ich mir gar nicht erst vorstellen will. Und ich kann nichts dagegen tun. Ganz besonders jetzt in den Ferien habe ich davor Angst, wo sie etwas mehr Freizeit mit ihrem freund verbringen kann. Mein liebes kleines Mädchen mit den fröhlich schelmisch blitzenden Augen, dem Lachen, das einem das Herz aufgehen lässt wie nichts anderes, und das für mich die ganze Welt und mehr bedeutet... in den Händen so eines ... . Ich könnte permanent kotzen. Und als ob das nicht schon genug wäre, heute musste ich erfahren, dass ich nur noch einmal dieses Jahr eine 3 wöchige Unterrichtsphase bei ihr haben werde, und dann das ganze nächste Jahr gar nicht mehr. Oder besser gesagt NIE mehr vor Ende der Ausbildung. Ich werde sie dann also den Rest der Zeit, wie jetzt im Moment, nur noch hin und wieder mal flüchtig auf dem Flur treffen. Und irgendwann ist es vorbei. Dann ist die Ausbildung zu Ende und ich verlasse die Schule für immer. Die Jahre werden vergehen und ich werde immer älter und älter. Schon jetzt trennen mich nur 9 bzw. 8,5 Jahre von der bösen 40. Ich werde 40 Jahre alt werden, dann 50, dann 60 ... 70 ... 80 ... . Und in immer größere Ferne rückt der Tag, an dem ich sie zum letzten mal sah. Mein fröhlicher kleiner fideeler Wirbelwind, der einst durch mein Leben fegte und mein Herz mitnahm. Was mir bleibt ist ihr Bild und ein Traum. Und wenn ich eines Tages ein letztes mal die Augen schließe, werde ich auch diesen Traum ein letztes mal träumen. In diesem bin ich dann wieder jung und es ist, als wenn die vergangenen Jahrzehnte nie geschehen wären. Ich gehe noch einmal durch die Gänge der Schule und sehe sie an mir vorbei gehen. Wir reden miteinander und werden uns im Lauf der Zeit immer sympatischer. Am letzten Schultag kann ich sie dann dazu überreden mit mir einen Kaffee trinken zu gehen. Danach gehen wir noch ein wenig abends spazieren, unterhalten uns und beobachten dabei die Sterne. Eine Sternschnuppe huscht über den Himmel und ich wünsche mir etwas. In dem Moment stolpert sie und ich fange sie auf. Und für einen Moment liegt sie in meinen Armen. Unsere Blicke begegnen sich und ganz plötzlich, keiner weiß so recht wie, küssen wir uns. ... Wir ziehen zusammen und ein paar Monate später heiraten wir. ... Ich sehe unsere Kinder im Garten spielen, während wir auf der Bank vor unserem kleinen Häuschen sitzen und den Sonnenuntergang beobachten. Ich lehne meinen Kopf an ihere Schulter und schlafe glücklich ein ... . Und auch wenn mein Körper dann schon lange nicht mehr ist, wird meine Seele und dieser Traum doch irgendwo überdauern, irgendwo am Rande des Seins, fern ab von Himmel und Hölle, wo die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen und praktisch eins sind. Dort wird dieser Traum weiter leben, bis in alle Ewigkeit. Selbst dann noch, wenn Schöpfung und Götter irgendwann nur noch Legenden namenloser Wesen sind, die sich sich heute noch kein Wesen vorzustellen vermag.
Ich frage mich, ob es überhaupt noch Sinn macht das Unvermeidliche hinauszuzögern und mich die kommenden Jahrzehnt noch zu quälen. Aber alles vorzeitig zu beenden..., dazu fehlt mir glaube ich dann doch der Mut.