Ich bin gerade voll verwirrt. Ich weiß nicht ob ich traurig oder glücklich bin. Ich habe voll die komische Stimmung. Ich denke die ganze Zeit an sie und dann fang ich noch an zu weinen aber wieso? Heute hatten wir sie wieder in Erdkunde. Ich sitze in der vordersten Reihe direckt an ihrem Tisch. Dann steht sie immer vor uns und während ich schreibe beobachtet sie mich, glaube ich. Ich habe zumindest das Gefühl. Sie ist immer noch nett zu mir. Aber sie hat noch nichts dazu gesagt und meistens, als ich sie in der Mensa oder auf dem Pausenhof gesehen habe, hat sie mich gar nicht gesehen. Sie hat mich glaub ich nur öfters mal kurz in der Mensa angeschaut aber irgendwie fehlte da das schöne Lächeln. Bin ich nun nicht zufrieden? Bin ich doch nicht mehr in sie verliebt? Ich war total nervös vor und während dem Unterricht und als ich geschrieben habe, stand sie immer vor mir und meine Hände haben gezittert. Ich habe es kaum ausgehalten, dass sie genau vor mir stand nach dem was ich ihr geschrieben habe. Und ich wollte nicht, dass sie merkt wie nervös ich bin. Ich konnte mich auch kaum auf den Text konzentrieren. Alles voll komisch..
Und danach hatte ich das Gefühl, ich bin nicht mehr in sie verliebt, sie ist ja nur eine Lehrerin... aber jetzt ist es irgendwie wieder anders. Und die ganze zeit denke ich an sie. ich verstehe das nicht. Ist es weil sie noch nichts dazu gesagt hat? Weil sie mich nicht mehr so arg anlächelt? Ach man ich weiß nicht mehr wie es weitergehen soll. Und nach einem Gespräch fragen, möchte ich eigentlich auch nicht. Ich will sie nicht nerven und habe auch nicht viel Mut dazu. 🙁😕:mad:
Was Du zu dem Zeitpunkt , als Du das geschrieben hast und was vielleicht heute noch so ist, durchgemacht hast, hört sich - zumindest für mich - nach einem Wechselbad der Gefühle an. Das machen wir alle immer wieder durch, in solchen verliebten als auch in anderen Situationen von zwischenmenschlichen Beziehungen.
Das strahlende Lächeln der Lehrerin ist wie bei uns allen gewiss nicht jeden Tag da, denn sie ist bestimmt nicht jeden Tag gleich drauf in ihrer Stimmung. Das muss überhaupt nichts mit Dir persönlich zu tun haben, bzw. nicht auf deine Person bezogen sein. Sie ist einfach so drauf, unabhängig von Dir. Aber wenn Du das auf Dich persönlich beziehen solltest, interpretierst Du in das Verhalten der Lehrerin etwas hinein,was nicht der Realität entspricht, sondern was nur ein Produkt Deiner Vorstellungen ist. Und das hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun.
Auch Deine Lehrerin ist sicher mal nicht so gut gelaunt, und sie ist ernst, und es ist ihr dann nicht zum Lachen.
Kannst Du freudestrahlend lächeln, wenn Du schlecht oder ernst drauf bist? Es sei denn Du bist ein guter Schauspieler.
Wenn ein Lehrer oder eine Lehrerin freudestrahlend lächeln, dann gilt ihr Lächeln nicht nur Dir, sondern auch vielen anderen Schülern. Sie lächelt Dich an und sie lächelt auch andere so schön an. Sie schaut Dich ernst an, und sie schaut auch andere ernst an. Oder sie lächelt mit anderen an einem Tag, aber mit Dir nicht, und am anderen Tag umgekehrt. Ihre Aufmerksamkeit gilt allen Schülern, die sie unterrichtet.
Als Lehrerin weiß sie bestimmt auch, wie sie mit verliebten Schülern und Schülerinnen umzugehen hat. Das können Lehrer in speziellen Schulungen, die es für Lehrer gibt, lernen. Schließlich müssen Lehrer und Lehrerinnen tagtäglich damit rechnen und damit umgehen, dass Schüler und Schülerinnen in sie verliebt sind.
Deine Lehrerin macht das Richtige: Sie weiß von Deinen Gefühlen, sie weist Dich aber weder zurück noch erwidert sie Deine Gefühle noch erfüllt sie Deine Sehnsüchte. Sie verhält sich ganz normal, neutral und distanziert, und ist dabei trotzdem freundlich und nett oder auch mal ernster ohne ihr Lächeln.
Dein ganzes Gefühlsleben ist derzeit auf ihre Aufmerksamkeit oder Nichtaufmerksamkeit in bezug auf Deine Person fixiert/konditioniert. Das heißt: lächelt sie Dich mit leuchtenden Augen an, und schaut sie Dich an, geht es Dir gut und Du bist happy mit all den verliebten Gefühlswallungen, die damit verbunden sind. Und wenn sie Dich einen Tag nicht anlächelt und nicht anschaut, dann purzelst Du mit Deinen Gefühlen den Bach runter , bist enttäuscht , verwirrt , verunsichert, verletzt. Und es geht Dir dann nicht gut und zweifelst sogar an Deinen eigenen Gefühlen.
Du hast die Erwartungshaltung, dass die Lehrerin schön lächelt und Dich anschaut - das wünschst Du Dir. Denn wenn das geschieht, fühlst Du Dich glücklich. Und erfüllt sich diese Erwartungshaltung nicht, bist Du enttäuscht, verletzt, verunsichert , und Du leidest. So entsteht Leid.
Und indem Du die enttäuschenden oder auch schönen Momente nicht hinter Dir lässt, nachdem sie geschehen sind, sondern Du sie in Deinem Kopf weiter von der Schule nach Hause trägst und immer wieder daran denkst, sie wiederkäust wie eine Kuh ihr Gras (sorry dass ich mich so ausdrücke - soll ein anschauliches Beispiel sein) , leidest Du weiter, oder steigerst Dich in heftige rosarote Gefühle rein -je nach erlebter angenehmer oder unangenehmer Erfahrung. Du denkst an die Lehrerin, hast Bilder von ihr im Kopf, durchlebst in Gedanken und Vorstellungen noch einmal die schönen oder nicht so schönen Erfahrungen, die Du in der Schule mit ihr hattest und die in Deinem Gedächtnis als Erinnerungen abgespeichert sind. Die schönen willst Du dann gern noch mal erfahren, aber die nicht so schönen lieber nicht mehr, denn die tun weh und verwirren.
So ist das bei uns Menschen, so funktioniert unser Denken, und unsere Gedanken und Vorstellungen haben unglaublichen Einfluss auf die Gefühlswelt und stimulieren sie, so dass wir uns je nachdem entweder gut oder schlecht fühlen und uns selbst noch stundenlang nach der erlebten schmerzlichen Erfahrung allein durch unsere Gedanken und Vorstellungen seelisches Leid zufügen.
Nach unerfüllten Wünschen und nach seelischen Verletzungen fangen wir an zu weinen, werden wütend usw.,setzen den Schmerz fort, Aber ändert das was an der Situation, wie sie ist? Sie ist so wie sie ist, und auch unser Weinen , unsere Wut, unsere Enttäuschung und all unser Schmerz und Liebeskummer ändert daran nicht. Der Kummer beginnt dann, wenn wir eine Situation nicht akzeptieren können so wie sie tatsächlich ist. Wenn Menschen sich anders verhalten als wir sie gern hätten. Wenn wir lieber in Illusionen leben statt mit der Realität. Die Menschen sind aber so wie sie sind , und nicht wie wir sie gern hätten.
Und nun noch was ganz anderes:
Es gibt vielleicht auch Schüler und Schülerinnen, die träumen sogar von einer intimeren Beziehung mit einem Lehrer/Lehrerin. Ihre verliebten Gefühle können soweit gehen, dass sie Sehnsucht danach haben, auch körperlich/sexuell mit der Person zusammen zu sein. Wenn aber ein Lehrer oder eine Lehrerin bzw. ein Erwachsener sich intimer mit einem Schüler oder einer Schülerin (Minderjährige) einlassen würde,würde er /sie sich laut Strafgesetzbuch strafbar machen. Das weiß in der Regel jeder Lehrer.