Also bisher versuche ich selber ruhig zu bleiben (also nicht zurück zu schießen). Außerdem hab ich gemerkt, dass es schon mal Erleichterung bringt, wenn ich ihm währenddessen sage, dass ich ganz genau weiß, dass er das nicht ernst meint und er mir doch vor kurzem noch gesagt hat, dass ich definitiv nicht dumm bin oder so. Und wenn das nicht hilft, dann sag ich irgendwann nur noch "ok" oder gar nichts mehr. Dann versucht er mich immer weiter zu provozieren, bis ich drauf reagiere.
Ich schaffe das aber auch nicht immer, weil er mich manchmal einfach so wütend macht oder verletzt, dass ich eben doch zurückschlage (also mit Worten, nicht physisch) bzw. nicht einfach "nichts" sagen kann.
Hinzu kommt, dass die Streits ja so (mit Nichtreagieren) auch nicht gelöst werden. Ich müsste in Ruhe mit ihm drüber reden und Kompromisse machen können. Aber so... 🙁 Ich kann ja nicht immer nur nachgeben...
Er müsste einfach mal selber was ändern WOLLEN, aber dem ist eben leider nicht so.
Wenn du es manchmal oder meistens schaffst,
die Situation von dir aus zu kontrollieren bzw.
zu entschärfen, zeigt das, dass du das auch
kannst und weißt, wie es geht. Prima!
Dass er dich so wütend machen kann, zeigt
schlicht, dass ihr in einer nahegehenden Be-
ziehung seid, denn sonst würde dich sein Ver-
halten ja nicht so sehr bewegen.
Leider haben manche Menschen die Eigenart,
Nähe und "Reibung" durch Streit zu suchen
und so genügend Wärme und Emotion zu er-
leben, die sie im rein positiven Zusammensein
nicht spüren. Deshalb gehen manche dann z. B.
ins Theater oder Kino, weil sie dort risikolos
eine starke Dosis an Emotion miterleben und
so ihre emotionale Seite spüren können. Der
Hintergrund ist wohl Angst vor emotional nahen
Beziehungen im echten Leben. Das kann Jahre
dauern, bis sich das legt.
Das könnte auch erklären, weshalb er keine
Veränderung will, weil er durch diese Ausein-
andersetzungen sein Ziel, emotionale Wärme
zu erleben, erreicht.
Möglicherweise wäre es hilfreich, andere Wege
zu diesem Ziel zu finden bzw. zu beobachten,
wann eine ähnliche Intensität entsteht, aber
der Anlass ein positiver (für dich) ist.
Es wäre mal spannend, z. B. ins Theater, Kino
oder Stadion zu gehen und danach zu beobach-
ten, ob es dann längere Zeit "gut" ist. Ein Be-
kannter von mir ist beispielsweise meistens
dann schlecht drauf und fängt Streitereien mit
seiner Freundin an, wenn er nicht wie üblich
seinem Sport nachgehen kann. Dann ist er un-
ausgeglichen, reizbar usw. und der kleinste
Funke genügt dann bzw. er erlebt Dinge als
Einladung zum Streiten, über die er sonst nur
locker lächelt.