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Verlassenwerden

Vie Réelle

Mitglied
Hallo,
ich bemerke bei mir selbst immer häufiger, dass ich wegen jeder Kleinigkeit Angst habe verlassen zu werden.
Das kann ein verspäteter Rückruf sein, eine wichtigere SMS, die etwas länger auf sich warten lässt, oder auch nur ein triviales "Hab leider keine Zeit."
Es ist wirklich schlimm, ich fühle mich ungeliebt, verlassen, nichts wert.
Obwohl ich weiß, dass es überhaupt nichts zu bedeuten hat, wenn mal eine Nachricht nicht sofort kommt oder jemand keine Zeit zum Reden hat - ist ja logisch, ich hab ja auch nicht immer für jeden Zeit.
Ich bin wirklich ratlos und kann irgendwie nichts dagegen tun, dass ich sofort in dieses "niemand liebt mich und ich bin nichts wert"-Loch falle, sobald eine SMS einen Tag später als erhofft ankommt.
Kennt jemand diese extremen Gefühle und wenn ja, was tut ihr dagegen?
lg Vie Réelle
 
Hallo,
ich bemerke bei mir selbst immer häufiger, dass ich wegen jeder Kleinigkeit Angst habe verlassen zu werden.
Das kann ein verspäteter Rückruf sein, eine wichtigere SMS, die etwas länger auf sich warten lässt, oder auch nur ein triviales "Hab leider keine Zeit."
Es ist wirklich schlimm, ich fühle mich ungeliebt, verlassen, nichts wert.
Obwohl ich weiß, dass es überhaupt nichts zu bedeuten hat, wenn mal eine Nachricht nicht sofort kommt oder jemand keine Zeit zum Reden hat - ist ja logisch, ich hab ja auch nicht immer für jeden Zeit.
Ich bin wirklich ratlos und kann irgendwie nichts dagegen tun, dass ich sofort in dieses "niemand liebt mich und ich bin nichts wert"-Loch falle, sobald eine SMS einen Tag später als erhofft ankommt.
Kennt jemand diese extremen Gefühle und wenn ja, was tut ihr dagegen?
lg Vie Réelle

kenn ich. gestern hab ich eine lösung gefunden. davon ausgehen, dass er bei dir bleibt. versuchen, die gefühle nicht so momentan zu fühlen, sondern in der ganzheit der beziehung, in der man ist. also eine art faden in sich tragen. weiß nicht, obs hilft. kenn das problem.
 
Erstmal danke für deine schnelle Antwort.
Es geht ja nicht um eine Beziehung, sondern generell um die Menschen um mich herum. Freunde, Familie, etc.
Wenn es nur um eine Person ginge, könnte ich mit dem Problem vielleicht besser klarkommen, aber jeden Tag die Angst vor dem Verlassenwerden - egal von wem - das ist zu viel.
 
Hallo, das Gefühl kenne ich auch, aber was kann man dagegen machen? Das ist schwierig, dazu müsste man erstmal wissen warum? Eifersucht, mangelndes Selbstwertgefühl? Das kann viele Gründe haben, aber wenn Du schon selbst merkst das Du übertrieben reagierst ist das ja schonmal ein Schritt nach Vorne. Kannst Du ein Beispiel nennen wobei es Dir besonders stark aufgefallen ist?

LG Sandkorn
 
Hallo Vie Réelle,
ich kenne dieses Gefühl sehr gut. Ich versuche mir die Situationen ins Bewusstsein zu rufen, wenn letztendlich, doch Nachrichten gekommen sind, die Menschen doch da sind und ich selber fange jetzt an mir ein wenig Zeit zu geben eine SMS zu beantworten, also nicht immer sofort, es sei denn es ist was wirklich wichtiges. Da ich dadurch lernen möchte, dass eine nicht sofortige Antwort nichts damit zu tun hat, das diejenigen, die nicht sofort antworten mich verlassen wollen, denn auch ich will den Kontakt zu den anderen Menschen behalten.
Es macht mich schon unruhig, ist aber auch sehr unterschiedlich, ich habe dann oft einfach Angst, die Menschen sind für immer weg. Wie schon oben erwähnt, ich versuche einfach die vielen Male aufzuzählen, in denen die Menschen, vor allem auch die, die mir wirklich wichtig sind, letztendlich doch noch da sind, sich doch noch gemeldet haben. Das hilft mir am meisten.
LG
Mittendurch
PS hast du noch mehr solcher Probleme, dann solltest du es vielleicht in einer Therapie klären, ich bin unter anderem auch dabei dies für mich zu klären und noch einiges andere
 
Wie schon oben erwähnt, ich versuche einfach die vielen Male aufzuzählen, in denen die Menschen, vor allem auch die, die mir wirklich wichtig sind, letztendlich doch noch da sind, sich doch noch gemeldet haben. Das hilft mir am meisten.

Allerdings gibt es nicht viele Menschen, die mir wichtig sind und die meisten davon (also überwiegend Familie) interessieren sich nicht wirklich für mich bzw. sind nicht für mich da, waren es nie.
Und den Menschen, die für mich da sind, kann ich nicht sagen, wie, wichtig sie mir sind, weil ich es einfach nicht ausdrücken kann.
Ich hatte heute ein erstes Beratungsgespräch und werde wohl dranbleiben, ob es letztendlich auf eine Therapie hinauslaufen wird weiß ich noch nicht.
lg Vie Réelle
 
Kannst Du ein Beispiel nennen wobei es Dir besonders stark aufgefallen ist?

LG Sandkorn

Ein Beispiel? Letztens hab ich mit einer guten Freundin ein paar SMS hin- und hergeschrieben, aber irgendwann hat sie dann nicht mehr geantwortet und ich hab mich echt schlecht gefühlt von wegen: 'Nerve ich sie?', 'Hab ich was falsches gesagt?', usw.
Im Endeffekt hat sich dann herausgestellt, dass ihr Handyakku leer war und sie deshalb nicht antworten konnte, aber das Minderwertigkeitsgefühl war immer noch da.
 
Die Angst vor dem Verlassenwerden hat sehr tiefe Wurzeln.
Nach meiner Ansicht gründet sie auf dem Urgefühl von mangelnder Geborgenheit und Anerkennung durch die Eltern.

So wird ein Kind zu einem Menschen gemacht, der sich als defizitär und bedürftig empfindet.
Es ist für diesen Menschen nicht selbstverständlich, einfach aufgrund seines So-Seins geliebt und geachtet zu werden. Betroffene fürchten, dass ihre "Mängel" erkannt und sie dafür durch Abkehr "bestraft" werden.

In einer Liebesbeziehung sind es die Klammerer.
In Freundschaften tun sie alles für den anderen und sind zutiefst verletzt, wenn die andere Seite weniger engagiert in der Freundschaft ist.

Und alles beginnt tatsächlich in der frühen Kindheit.

Leider kommt es oft vor, dass Menschen mit Verlassensängsten sich ganz abschotten und isolieren, da sie nicht verlassen werden können, wenn sie erst gar keine Nähe zulassen. das ist schade, weil es oft besonders liebenswerte und sensible Menschen sind. Wie alle stillen, introvertierten Kinder.

Gut wäre es, wenn ein neues Selbstbild erblühen könnte, in dem das eigene Selbst als positiv und liebenswert begriffen werden kann. Das geht leider nicht auf Zuruf. Ich glaube, dass man sich den Grauen der Kindheit aussetzen muss, um sie zu überwinden. Ich glaube ferner, dass man dabei zumeist eine neutrale Hilfe braucht, denn es ist eine sehr schwere Arbeit, die alleine kaum zu schaffen ist.

Das Thema berührt mich sehr.

Aber ich fahr den Klugscheißer -Modus jetzt mal runter...🙂

Dir alles Gute, TE.
 
Allerdings gibt es nicht viele Menschen, die mir wichtig sind und die meisten davon (also überwiegend Familie) interessieren sich nicht wirklich für mich bzw. sind nicht für mich da, waren es nie.
Und den Menschen, die für mich da sind, kann ich nicht sagen, wie, wichtig sie mir sind, weil ich es einfach nicht ausdrücken kann.

Mir scheint , Vie Réelle, dass in deinem Fall es vielleicht weniger um die Angst, verlassen zu werden und allein zu bleiben geht, sondern eher um das Gefühl, sich als nicht wichtig für die Anderen zu empfinden, für sie nichts oder nur wenig zu bedeuten. Anscheinend hast du dich bisher nicht ausreichend als wichtig für deinen Mitmenschen erlebt und suchst du noch bei den Anderen danach - nach der Bestätigung deiner Wichtigkeit, die du noch so sehr brauchst.

Dann wäre es vielleicht sinnvoll zu überlegen, was wirklich über deine Wichtigkeit entscheidet, es sich bewusst machen, was sie eigentlich ausmacht und wie und wo du sie tatsächlich erfahren kannst. So wirst du vielleicht die in diesem Sinne unbedeutende Botschaften leichter erkennen können und diese nicht mehr für sich so bedrohlich empfinden.

Liebe Grüße! 🙂
Lenja
 
Die Angst vor dem Verlassenwerden hat sehr tiefe Wurzeln.
Nach meiner Ansicht gründet sie auf dem Urgefühl von mangelnder Geborgenheit und Anerkennung durch die Eltern.

So wird ein Kind zu einem Menschen gemacht, der sich als defizitär und bedürftig empfindet.
Es ist für diesen Menschen nicht selbstverständlich, einfach aufgrund seines So-Seins geliebt und geachtet zu werden. Betroffene fürchten, dass ihre "Mängel" erkannt und sie dafür durch Abkehr "bestraft" werden.

In einer Liebesbeziehung sind es die Klammerer.
In Freundschaften tun sie alles für den anderen und sind zutiefst verletzt, wenn die andere Seite weniger engagiert in der Freundschaft ist.

Und alles beginnt tatsächlich in der frühen Kindheit.

Leider kommt es oft vor, dass Menschen mit Verlassensängsten sich ganz abschotten und isolieren, da sie nicht verlassen werden können, wenn sie erst gar keine Nähe zulassen. das ist schade, weil es oft besonders liebenswerte und sensible Menschen sind. Wie alle stillen, introvertierten Kinder.

Gut wäre es, wenn ein neues Selbstbild erblühen könnte, in dem das eigene Selbst als positiv und liebenswert begriffen werden kann. Das geht leider nicht auf Zuruf. Ich glaube, dass man sich den Grauen der Kindheit aussetzen muss, um sie zu überwinden. Ich glaube ferner, dass man dabei zumeist eine neutrale Hilfe braucht, denn es ist eine sehr schwere Arbeit, die alleine kaum zu schaffen ist.

Das Thema berührt mich sehr.

Aber ich fahr den Klugscheißer -Modus jetzt mal runter...🙂

Dir alles Gute, TE.

Ich erkenne mich in vielen dieser Punkte wieder, hinzu kommt noch, dass mich ein Mensch den ich etwas anvertraut hatte, was ich hätte nicht tun dürfen, nach einem Streit mit meinem Vater nie wieder gekommen ist. Also auch noch eine in meinem Leben sehr wichtige Person für immer gegangen ist. Sie lebte noch nd ich habe sie viel Jahre später wiedergetroffen nur kurz ein paar Haltestellen im Bus, dann war sie wieder auf Jahre unerreichbar.
Solch Erfahrungen verstärken, dann die von Patch aufgeführten Reaktionen.
Lg
Mittendurch
 

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