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Gelöscht 47471
Gast
Hallo,
wie ihr ja alle wisst mache ich eine Ausbildung als Sozialassistentin und wir hatten mal im Unterricht die Diskussion das die Erzieher zu wenig verdienen. Wenn ich ehrlich bin finde ich das nicht. 😕 Wenn die sogar mehr bekommen würden, was ist denn mit anderen Berufen. Z.B Altenpfleger? wenn die streiken würden, würde ich das eher verstehen. Es gibt doch viel härtere Berufe als Erzieher oder?
Was denkt ihr darüber?
Ich denke ein Mensch der seine Lebenszeit dafür verbraucht, im Dienste unserer Gemeinschaft zu arbeiten, der sollte damit so viel verdienen,dass er in einem bescheidenen Wohlstand bei optimaler sozialer Absicherung für sich und seine Familie, seinen Unterhalt bestreiten und sein Leben so frei wie möglich gestalten kann und darüber hinaus noch in der Lage ist seinen Beitrag an der Finanzierung unseres Gemeinwohls und des sonstigen Staatshaushalts zu leisten.
Da sprechen wir, denke ich, unter den aktuellen Verhältnissen über ein Bruttoeinkommen von mindestens 3000,- €. als Untergrenze für ein hinreichendes Einkommen.
Und dies ganz unabhängig davon ob ein Mensch im Rahmen des gesellschaftlichen Miteinanders Toiletten putzt oder Kinder betreut,ob er Brötchen backt oder Spargel sticht, in einer Arztpraxis arbeitet oder ein Theaterstück aufführt.
Die Grundversorgung einer menschlichen Gemeinschaft sollte kein"Geschäft" sein, sondern eine gemeinschaftliche Aufgabe die es zu erfüllen gilt.
Mit welcher Berechtigung erhält zum Beispiel ein Sozialarbeiter in einer etwas höheren Einstufung die 19,50 € pro Stunde die erforderlich sind um bei einer 38,5 - Stunden Woche auf diese 3000,- € zukommen, während ein anderer Mensch bei gleichem Verbrauch an Lebenszeit im Dienste der Gemeinschaft mit rund 1300,- € abgespeist wird, obwohl er dieselben Grundbedürfnisse zu befriedigen hat wie der Sozialarbeiter und auch nichts Anderes tut, als seinen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander zu leisten?
Natürlich gibt es Tätigkeiten die den Arbeitenden härter belasten als andere Tätigkeiten und natürlich sollten besondere Anforderungen und Leistungen sich beim Lohn bemerkbar machen ..... jedoch erst jenseits jener Einkommenslinie, die für die Verwirklichung einer entspannten und umfassenden Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erforderlich ist.
Es ist doch völlig in Ordnung wenn beispielsweise in einem Büro Menschen arbeiten die mit ihrer Arbeit für sich einen Lohn erwirtschaften der weit über dieser in Deutschland als Durchschnitt geltenden Einkommenslinie liegen ..... wenn allerdings diejenigen die diese Büros reinigen für ihren Aufwand lediglich eine Vergütung erhalten die sie gerade noch über Wasser hält und sie auf absehbare Zeit niemals auf einen "grünen Zweig" kommen lassen wird,dann ist das höchst verwerflich und Jeder Gebäudereiniger sollte den Bürohengsten und Bürostuten den Lappen ins Gesicht schleudern und sie ihren Dreck alleine weg machen lassen.