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Verarbeitung "Seitensprung"

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Ich könnte Euch erzählen, wie wir zuerst unsere Beziehung über grosse Distanz und Ländergrenzen hinweg aufgebaut haben. Ich könnte Euch erzählen, wie wir zusammen "Dreck fressen" mussten, bis wir ein Leben zusammen aufgebaut hatten, wo wir uns endlich etwas leisten konnten. Wie mich meine Frau (bald geschieden) zur Karriere motiviert hat und ich sie zur Weiterbildung. Wie meine Frau ohne mich nicht ins Bett wollte, weil sie nicht alleine einschlafen wollte. Wie meinem Leben ein grösserer Sinn gegeben wurde, weil ich nun nicht nur für mich lebte, sondern auch für Sie. Der Altersunterschied bei der Heirat betrug 12 Jahre, sie 21, ich 33.

Im Sommer letzten Jahres vergass sie meinen Geburtstag und - welche Ironie - an jenem Tag eröffnete sie mir, dass sie mich nicht mehr lieben würde. Sie sah keine Basis mehr für einen Neuanfang. Monate zuvor arbeitete ich hart und war manchmal zu platt, um Sex zu haben oder in den Ausgang zu gehen. Manchmal hatte ich auch ganz einfach zu arbeiten am Wochenende. Oft ging sie (angeblich) mit Kolleginnen in den Ausgang, sagte sie. Ich schöpfte keinen Verdacht. Naiv, wie ich war.

Im Oktober dann entdeckte ich Fotos von ihr und einem Typen. Es war/ist ihr Lover, mit dem sie in die Ferien ging (mir sagte sie vor ihren Ferien, sie ginge dort hin, um nachzudenken).Ich muss sagen, sie stammt aus dem Ausland. Ohne die Hintergründe und die Geschichte unserer Beziehung zu kennen würde man sagen, sie hat mich nur benutzt.

Jetzt, neun Monate später, sind wir kurz vor der Scheidungseinreichung. Wir haben uns darauf geeinigt. Ich habe eine neue Freundin. Sie ist über 30. Aber nur drei Tage vor dem Geburtstag meiner Frau geboren, gleiches Sternzeichen. Gewisse Aehnlichkeiten sind auszumachen. Zum Beispiel eine gewisse Unfaehigkeit, ueber Liebesgefuehle zu reden oder sie staerker zu zeigen. Dafür ist sie aber direkter im Ton, wenn ihr mal was nicht passt.

Es breitet sich eine Leere aus. Ich fühle mich alleine gelassen. Benutzt.
 
Danke für die Zeilen.

Es ist nicht so, dass ich meine Ex und meine jetztige Freundin gross vergleiche. Sie sind trotz allem zu unterschiedlich. Und ich kann auch sagen, dass ich auf der Beziehungsebene meine Ehe verarbeitet habe.

Was mich stört ist der menschliche Aspekt. Nach all den Hindernissen, die wir nahmen ohne gekämpft zu haben zu gehen, dass finde ich enttäuschend. Und das man nun nur noch ein Telefonat oder E-Mail wert ist, wenn irgend ein Problem anliegt. Daher kommt das Gefühl des Benutztsein. Zur Dienstleistung degradiert und nicht als Mensch wahrgenommen. Oder zumindest gezeigt, dass eine gewisse Dankbarkeit für die Vergangenheit da ist.

Das macht einfach traurig. Nicht, dass die Liebe gegangen ist, sondern das sie im Nachhinein nicht mit Respekt gewürdigt wird.
 
Vielleicht mache ich mir etwas vor? Heute habe ich meiner Ex geschrieben, damit wir mit der Scheidung vorwärts machen können. Es war ja so, dass sie mich verliess und gehen wollte. Und ich tat nichts dagegen, weil ich fühlte, dass es zwecklos ist, sie festzuhalten. Ich bin sonst der, der sagt, kämpfen bis zum Umfallen. Doch ich spürte, dass es keinen Sinn macht.

Jetzt, da die Scheidung näher kommt, scheinen bei mir alte Wunden aufzubrechen. Sie hat genug klar gemacht, dass sie mich nicht mehr will. Daher ist die Scheidung das Richtige. Und ich weiss, dass es mit ihr, so wie sie jetzt ist, keinen Sinn macht.

Aber vielleicht bin ich noch nicht über das Ganze hinweg. Da kann mir auch keine neue Freundin dabei helfen, sollte sie auch nicht, sie darf kein Werkzeug dazu sein. Ich dachte mal, ich sei bereit für eine neue Beziehung. Vielleicht bin ich es noch nicht? Oder nur, weil die neue Freundin noch nicht die Tiefe zulässt, die ich mir wünsche? Irgendwie ist das ein elendes Chaos.
 
Ich sehe es ein, angesichts ihres Alters (bei der Heirat 21, jetzt 24) war ich (damals 33, jetzt bald 36) wohl nur eine Art "Lebensabschnittspartner" (wie ich das Wort bzw. dessen Bedeutung doch zum Kotzen finde).

Aber es tut so verdammt weh.
 
Vielen Dank.

Seit Samstag ist es wie verflogen: Meine Ex hat mir gesagt, dass sie nach wie vor mit ihrer Affäre zusammen ist. Ich kann Ihr verzeihen und fühle mich plötzlich wie befreit. Ich wünschte Ihr viel Glück.

Nun geht es mit besser.
 
... und wieder war ich lange nicht hier - wenn ich die Zeit finde, lese ich jeden Beitrag erneut - viele sind neu und voller schlimmer Schicksale.

Ich habe gelernt, dass sich das Zusammenleben nicht wirklich steuern lässt - jeder ist so "wie er ist".

Was ich euch und diesem Tagebuch nur mitteilen wollte : ER ist jetzt wieder weg - arbeitet auf eigenen Wunsch nun in einer anderen Stadt.

Ich habe oft überlegt aber es nie getan - keiner meiner Kollegen hat je von den Hintergründen "unsere Beziehung" erfahren.

Mensch - oft hat es gekribbelt, ihm das heimzuzahlen.

Ihm ?

Ich habe aufgehört, Verantwortlichkeiten aufzuwiegen, nach Gründe zu suchen... Ich weiss für mich - ich habe mein Bestes gegeben. Jederzeit - und dies tue ich auch weiter.

Wenn es nicht reicht - und das sage ich jetzt in bitterer Überzeugung - dann soll es nicht sein. Das muss ich dann so nehmen, und das Beste (für die Kiddies) draus machen.

Auch diese Last würd ich wohl irgendwie tragen können - ich habe gesehen, dass sich an diesen Thread Einige "angehängt" haben. Da habe ich nichts gegen, sondern wünsche euch vielmehr Antworten auf eure Fragen.

Achso : Auch nach dieser langen Zeit ist das Vertrauen nicht wirklich wieder da.

Aber ich gebe mir Mühe, unsere Familie "zu retten" -versprochen.
 
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