Liebe
@GestirntesFirmament, (deinen Nick finde ich super-schön
🙂)
ich schreibe dir das jetzt bewusst klar und ohne Watte:
Du trägst
keine Schuld an seinem Betrug. Keine!!!
Nicht deine Frisur.
Nicht fehlende Dessous.
Nicht kurze Haare.
Nicht fehlende Schminke.
Nicht deine PTBS.
Ein Mensch geht fremd, weil er fremdgeht. Nicht, weil seine Partnerin zu wenig "adrett" ist.
Was mich beim Lesen traurig macht, ist, du suchst verzweifelt nach einem Fehler bei dir, während er dich betrogen hat und offenbar nicht einmal bereit war, offen über Wünsche, Bedürfnisse oder Unzufriedenheit zu sprechen.
Du hast gefragt. Er hat geschwiegen. Und stattdessen eine Grenze überschritten.
Untreue ist kein Styling-Problem.
Untreue ist ein Charakter und Verantwortungsproblem.
Und jetzt passiert etwas Gefährliches: Du beginnst, dich selbst zu verbiegen aus Angst, es könnte "wieder passieren". Das bedeutet, du versuchst, sein Verhalten zu kontrollieren, indem du dich veränderst.
Aber Treue entsteht nicht durch Dessous. Treue entsteht durch Haltung.
Für mich persönlich wäre nach einem Betrug Schluss. Nicht aus Stolz, sondern weil ohne Vertrauen keine echte Intimität mehr möglich ist. Wenn du dauerhaft Angst haben musst, dass er es wieder tut, lebst du in Alarmbereitschaft und das ist kein sicherer Ort für eine Beziehung, schon gar nicht mit PTBS.
Und noch etwas sehr Wichtiges:
Ein Partner, der dich liebt, möchte, dass du dich sicher fühlst.
Nicht, dass du dich kleiner machst.
Du wirkst gerade so, als würdest du um jemanden kämpfen, der nicht um dich kämpft.
Und das bricht einem beim Lesen fast das Herz.
Vielleicht ist die härteste, aber ehrlichste Frage:
Warum glaubst du, dass du ihn brauchst, wenn er dir genau das nimmt, was du am meisten brauchst: Sicherheit und Vertrauen?
Du bist nicht "nicht liebenswert",
du bist eine Frau, die betrogen wurde und das sagt nichts über deinen Wert aus.
Manchmal ist Alleinsein schmerzhaft.
Aber mit jemandem zu sein, der dich immer wieder zweifeln lässt, ist auf Dauer zerstörerischer.