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Unsicher ob ich die Therapie verlängern soll oder nicht

Himalia

Mitglied
Hallo zusammen, ich beführchte das wird länger werden....
Ich bin seit 2019 wieder in Verhaltenstherapie, wieder bei der gleichen Therapeutin bei der ich auch meine erste damals gemacht hatte.
Meine Therapeutin hat mich bei unserer letzten Sitzung darauf hingewiesen das wir bei der 37. von 48 Sitzungen angelangt sind, und sie nun wissen muss ob ich gerne noch verlängern möchte oder nicht. Bis zur nächsten Sitzung, am nächsten Montag muss ich mich entschieden haben. Sie überlässt die Entscheidung komplett mir, und meint das sie mit beiden Optionen kein Problem hat.
Und ich bin jetzt ziemlich hin und her gerissen, da ich inzwischen einige Schwierigkeiten in der Therapie habe.
Über die Jahre habe ich mich verändert, auch natürlich durch die Therapie. Bei meiner ersten Therapie damals hatte ich mit meiner Therapeutin an sich weniger Probleme, das hat sich nun ein wenig geändert.
Meine Therapeutin ist eigentlich unglaublich nett, einfühlssam, geduldig, bemüht und scheint auch nach wie vor ernsthaftes Interesse an mir und meinen Beschwerden zu haben, bz.w. daran das es mir besser geht, daran hat sich nichts geändert.
Es ist aber so, das sie mir immer öfter sagt wie sympathisch sie mich findet, auch lobt sie mich sehr oft wie gut ich mitarbeite und ich wie viel ich schon geschafft habe. Eigentlich ist das was tolles, und es freut mich auch sehr, aber irgendwie hat es bei mir Druck erzeugt, es fühlt sich so an, als ob ich diesem Bild was sie von mir hat gerecht werden muss, und ich habe immer mehr Angst sie zu enttäuschen, das sie mich nicht mehr mag oder so einen Quatsch.
Irgendwie ist das Gefühl der Neutralität und Objektivität weg, zumindest empfinde ich das so. Das sie manchmal Smalltalk macht und aus ihrem privaten Leben erzählt macht die Sache nicht einfacher.

Das alles führt dazu, das ich in einigen Punkten nicht mehr ehrlich sein kann, ich verstelle mich schon automatisch wenn ich bei ihr bin. Das ist zwar immer schon so gewesen, aber damals bei weitem nicht so schlimm wie jetzt.
Ich muss aber auch sagen, das noch etwas dazu bei getragen hat das ich einiges gar nicht mehr erwähne, und zwar lässt sie einem zwar Zeit zu reden, aber die meiste Zeit redet eigentlich eher sie, ich habe nicht immer die Möglichkeit detalliert zu erzählen, den Rest verfollständigt sie dann sozusagen. Es war auch schon so, das ich sagen wollte das ich mich eigentlich noch nicht so gut fühle, eigentlich immer depressiv bin, es da dieses und jenes Problem noch gibt, aber sie erwiedert darauf oft nur, das ich doch so viel geschafft habe, und es doch richtig gut läuft im Vergleich zu früher, es geht eben nicht von heute auf morgen.
In manchen Punkten stimmt das auch, ich habe viele Verhaltensweisen verbessern oder sogar abstellen können, aber es gibt nach wie vor Dinge mit denen ich total überfordert bin, und wirklich zufrieden bin ich eigentlich nie.
Ich habe manchmal das Gefühl, sie will mich nicht so sehen wie ich wirklich bin, sondern so wie ich laut ihrem Bild sein müsste.
Beim letzten mal habe ich ihr auch nochmal gesagt, das eine leichte Depression bei mir immer vorhanden ist(ist eben immer ein auf und ab) und irgendwie scheint ihr das nicht so gefallen zu haben das ich das gesagt habe, aber vielleicht ist das auch nur Einbildung von mir.
Manchmal fühle ich mich erleichtert nachdem ich bei ihr war, aber oft habe ich das Gefühl sie therapiert an mir vorbei und bin geknickt nach der Sitzung, auch schon bevor ich das Problem mit der verschwundenen Neutralität hatte. Im großen und ganzen fühle ich mich wohl bei ihr, aber was manche Probleme von mir betrifft eben auch nicht.
Das alles ist irgendwie schwer zu erklären. Ich traue mich aber auch nicht meine Schwierigkeiten mit ihr persönlich anzusprechen, auch wenn ich weiß dass das besser und richtig wäre.
Das Problem ist eben auch, das ich schon noch Unterstützung brauche denke ich, aber macht die Therapie so noch großartig Sinn? Dann wiederrum denke ich mir auch, das ich auch an einen schlechten Therapeuten hätte geraten können, man liest und hört ja manchmal doch ziemlich unschöne Geschichten von anderen Patienten...

Meine Diagnosen sind übrigens Depression, komplexe PTBS, und Sozial Phobie, wobei sich meine Therapeutin bei letzteres nicht sicher ist, sie erwähnte auch öfter eine ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung was meine Problematik angeht.
Ich halte es nicht für ausgeschlossen das meine Wahrnehmung hier verkehrt läuft, und ich in eine völlig falsche Richtung denke.

Vielleicht hat ja hier jemand Denkanstöße für mich, damit ich das ganze vielleicht besser einordnen und mich dementsprechend besser entscheiden kann(womit ich eh immer Schwierigkeiten habe)

danke fürs lesen^^
 

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Binchy

Aktives Mitglied
Hallo,

das hört sich etwas so an, als hätte sich bei der Therapeutin ein freundschaftliches Verhältnis dir gegenüber entwickelt.

Eine Therapie soll Dir helfen, auf Dich - und NUR auf Dich eingehen - und Dir einen Boden bereiten, um Dich zu öffnen. Es ist kein munteres Plauderstündchen, wo sie redet oder Deine Sätze vervollständigt. Davon hast Du nichts. Das hört sich für mich nicht sehr professionell an .

Wäre bei Deinen Problemen vielleicht eine andere Therapieform besser als Verhaltenstherapie?

Auch wenn Du Dich im Großen und Ganzen wohlfühlst, denke ich, dass Du nicht das rausbekommst, was für Dich sinnvoll wäre.

Du könntest offen mit ihr reden (oder es ihr schreiben, wenn Dir reden schwerfällt), was Dir nicht gefällt und ihr sagen, dass Du möchtest, dass sie mehr auf DIch eingeht. Ich würde nicht noch weitere 10 Stunden mit Plaudereien verbringen an Deiner Stelle.

Wenn sich Deine Diagnose noch nicht sehr geändert hat, also du noch nicht soviele Fortschritte siehst, wäre natürlich gut, wenn Du weiter Therapie machst. Bestünde denn die Möglichkeit, bei jemand anderen noch weitere Stunden zu machen?
 

Himalia

Mitglied
Danke für deine Antwort :)
ob ich die Möglichkeit habe weitere Stunden bei einem anderen Therapeuten zu machen weiß ich erhlich gesagt nicht. Meine Therapeutin meinte das sie bis zu 20 Stunden beantragen könnte, aber es ist wohl wahrscheinlich das weniger bewilligt werden meinte sie. Warum konnte sie nicht genau sagen, wird wohl bei den Krankenkassen einiges umgestellt gerade sagte sie.
Ich weiß nicht ob sich das dann für die paar Stunden noch lohnen würde, sich an einen neuen Therapeuten zu gewöhnen. Aber es steht für mich fest, das sollte ich nochmal eine Therapie machen in Zukunft, ich auf jeden Fall zu jemand anderem gehen würde.

Ich denke ich werde heute Nachmittag mir mal Zeit nehmen, meinen Mut zusammen nehmen, und meiner Therapeutin eine mail schreiben. Ist sie für sie noch nie ein Problem gewesen das ich manches nur schriftlich loswerden kann zum Glück. Hoffentlich kneife ich nicht wieder^^
 

Binchy

Aktives Mitglied
Hi Himalia - ja, sehr gut, schreib ihr. Es ist Deine Zeit bei ihr, die sie sonst vergeudet.

Du wirst bestimmt erleichtert sein, wenn Du es geschafft hast, ihr zu schreiben.
 
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